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Partizipation und Demokratie

Ui! Demokratie und Partizipation in meinem Nanny Blog? Ja, ihr habt richtig gelesen. Heute, inspiriert von einer Reflexion meiner lieben und langjährigen Freundin & Pädagogin Elaine entstand heute dieser Beitrag. Besten Dank nochmal auch hier, dass ich  einige Ausschnitte aus deiner Arbeit mit meinen Lesern teilen darf ❤

So was hat nun die Demokratie hier verloren?

„Demokratie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Volksherrschaft“. Das Volk sind wir, die Bürger. Jeder mündige Bürger hat das Recht mitzubestimmen was in seinem Land passiert.  Und am besten lernen wir das schon von klein auf.

Durch Partizipation!

In Kita Einrichtungen, Kindergarten, Schule und  Hort werden Kinder, im besten Fall, in die Demokratie eingeführt und darauf vorbereitet. Sie lernen dabei darüber nachzudenken was sie wollen, sich und ihre Bedürfnisse mitzuteilen und auszudrücken. Ihnen wird beigebracht zu Ihrer Meinung zu stehen, mit allen daraus resultierenden Konsequenzen. Der Lernprozess beinhaltet auch, dass jeder eine eigene Meinung hat und jede Meinung gleichwertig zählt.

Wie gelingt Partizipation?

Partizipation ist Wertschätzung! Sich dafür interessieren was die Kinder von Dingen, Menschen und Situationen halten, mit Ihnen darüber sprechen, philosophieren und diskutieren. Die Kinder in Entscheidungen Kind-gerecht miteinbeziehen, sich ihre Meinung zu diversen Themen anhören und diese berücksichtigen. Wir sind eine Gemeinschaft, jeder hat seine Meinung, jeder hat das Recht gehört zu werden.

Partizipation braucht Zeit, natürlich ist es aufwendiger, als einfach etwas über den Köpfen der Kinder zu bestimmen. Doch genau diese Zeit ist so bereichernd für jeden einzelnen und bringt auf lange Sicht gesehen mehr Nutzen für alle.

Was möchten Erzieherinnen den Kindern mitgeben?

„Was du nicht willst das man dir tut, das füge nicht dem anderen zu“ besagt ein altes Sprichwort. Kinder müssen erst lernen, sich die Meinung anderer anzuhören und diese stehen zu lassen, ohne die eigene Meinung anderen aufzudrängen. Einige Kinder sind von Natur aus emphatisch, andere brauchen noch mehr Übung. Wir möchten ihnen bei bringen Mut zu haben, an sich zu glauben, sich etwas zutrauen, ihre eigenen Bedürfnisse und Interessen kennen, diese Ernst nehmen und äußern können.

Ebenso sollen sie lernen miteinander zu verhandeln. Verantwortungsbewusstsein und Eigenverantwortlich zu handeln gehört für uns auch dazu und das lernen Kinder auch recht gut – durch gelebte Partizipation.

 

Praxisbeispiel

 

Herausforderung:

Im Hort gibt es regelmäßige Kinderversammlungen, die von den Kindern bis jetzt leider nicht gut angenommen worden sind. Wir haben schon mehrmals im Team besprochen woran es liegen kann, doch auf diese Frage fanden wir noch keine Antwort.

Lösungsansatz durch Partizipation:

In der Schule gibt es Klassensprecher, die sich für die Bedürfnisse und Anliegen der Klassenkameraden einsetzen. Die Idee, im Hort einen „Hortsprecher“ zu wählen könnte eine mögliche Antwort sein.
Mein Gedanke ist, mit den Hortsprechern Kinderversammlungen zu organisieren und veranstalten. Somit ist es eine von mir begleitete Kinderversammlung von Kindern für Kinder.  Eventuell haben die Hortkinder mehr Bezug zu den Themen einer Kinderversammlung, wenn Hortsprecher die Moderation und den Ablauf einer Kinderversammlung mit meiner Hilfe übernehmen.

 

Fazit

Wenn wir in Zukunft mündige, informierte und reflektierte Erwachsene sehen möchten, müssen wir die Kindern von heute miteinbeziehen.  Sie ernst nehmen. Sich Zeit nehmen, hinhören. Ihnen zeigen, dass auch ihre Meinung zählt, so wie, dass jede Stimme wichtig ist und  gehört werden möchte. Dass man sich mit einbringen muss, wenn sie etwas ändern möchte. Dass man Verantwortung übernehmen muss für das was man tut oder nicht tut. Für das Kind entscheiden, über seinen Kopf hinaus, weil es einfacher ist, scheint vielleicht im Moment eine schnelle Lösung zu sein, die jedoch auf Langzeitbasis enormen Schaden anrichten kann.

Wenn wir den Kindern kein Gehör schenken und alle Entscheidungen für sie übernehmen, weil wir sie lieben und beschützen möchten, geben wir ihnen keinen Freiraum sich zu entfalten. Erfahrungen zu machen. Zu erleben, dass ihre Stimme, ihre Wünsche auch zählen.  Und wir wollen doch alle später verantwortungsvolle, selbstbewusste Erwachsene sehen, mit einer eigenen, reflektierten Meinung, oder?

 

Liebe Grüsse,

 

Nanny Anny & Elaine

 

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Methoden zur Umsetzung 2.0 – Positive Disziplin

Im letzten Beitrag über „Positive Disziplin“ (Abkürzung PD) habe ich euch schon ein paar Methoden verraten, wie man es in den Alltag einbinden kann. Heute soll es weitergehen!

4. Versetze dich in die Welt deines Kindes

Man muss sich bewusst machen, zu was das Kind bereits fähig ist und zu was noch nicht. Nur, weil Kinder fliessend sprechen können, macht sie das nicht zu kleinen Erwachsenen. Man muss sich genau anschauen: Was braucht mein Kind in dieser Phase? Was kann es schon? Was überfordert es? Empathie ist das Zauberwort, wenn es zu Trotz – und Wutanfällen kommt. Schliesslich muss das Kind noch lernen, wie es mit seinem Frust umgehen soll. Und meist ist es gefrustet, weil es etwas noch nicht kann. Empathie, bedeutet nicht, dass man das Kind vor jeder Enttäuschung bewahren soll. Empathie bedeutet: Sich in die Lage des Kindes versetzen und es verstehen.

So eine typische Situation ist, wenn man vom Spielplatz nach Hause möchte, aber das Kind nichts dergleichen hören will.  Eine mögliche Lösung wäre auf Augenhöhe, dem Kind in direkt die Augen sehen und mit ihm sprechen: „Ich verstehe, dass du noch bleiben möchtes und du nun verärgert bist, aber wir müssen nun gehen.“  Dabei kann man das Kind umarmen und sie erst mal diese Aussage „verdauen“ lassen bevor man sich dann endlich auf den Weg macht.

Bleibt man hingegen, um des Kindes wegen und um Stress und Geschrei zu vermeiden, vergönnt man dem Kind die Möglichkeit durch Erfahrung zu lernen, dass es Enttäuschung überstehen kann.

Sich in die Welt des Kindes versetzen bedeutet auch, sich bewusst zu machen, dass das Kind nur altersentsprechend reagieren und agieren kann.

 

5. Meine auch was du sagst und lasse Taten folgen, freundlich aber bestimmt

Wer kennt sie nicht, die leeren Drohungen? Bleiben wir doch einfach in der Situation auf dem Spielplatz. „Wenn du das nochmal machst, gehen wir heim!“ hat jeder von uns schon mal gehört, das Kind wird 10 mal verwarnt aber es geschieht einfach nichts. Später wundert man sich dann,  warum das Kind den erwachsenen nicht ernst nimmt.

Wenn wir etwas sagen, dann sollten wir es auch so meinen und dann auch die Konsequenzen ziehen. Respektvoll, freundlich und ohne Wut. Auf die Würde des Kindes und der eigenen achtend. Niemand hat etwas davon, wenn man das Kind anschreit, vor allen Leuten, oder eine Diskussion, oder gar einen Machtkampf vom Zaun bricht.

Wenn das Kind, z.B immer noch nicht runter kommen will z.B von der Schaukel, obwohl man vereinbart hatte, dass es nur noch ein paar Minuten  aus schaukeln darf, bis man gehen muss, empfiehlt sich, das Kind wortlos runter zu nehmen. Keine weiteren Erklärungen, keine Diskussion, kein „ich habe es dir bereits x mal gesagt!“ keine Machtspielchen und so weiter und so fort.

Freundlich aber bestimmt, die Konsequenzen ziehen.

 

6. Sei geduldig

Das Verhalten des Kindes nie persönlich nehmen! Wir sind die Erwachsenen, die verstehen müssen, das kindliche Verhalten uns gegenüber ist  wirklich nichts persönliches. Das Kind verhält sich nur altersentsprechend und macht nichts „extra“  oder um uns zu ärgern. Wir müssen Geduld aufbringen und verstehen, ein Kind muss Dinge wieder und wieder erleben um sie zu verstehen, um sie zu erlernen. Deswegen sind Rituale so wichtig. Sie geben nicht nur Sicherheit, sondern sind auch ständige Wiederholungen für das Kind. Aus eigenen Lernprozessen wissen wir von uns selbst, wie lange es manchmal dauern kann, bis etwas gelerntes richtig sitzt oder wir es richtig gut können. Es braucht Zeit. Alles. Darum seid geduldig mit den kleinsten, schliesslich fangen sie von vorne an, bei null.

 

Mehr zu den Methoden um PF in den Alltag einzubringen, bald, hier!

 

Liebe Grüsse,

 

 

Nanny Anny

 

Pic: Unsplash

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Blogparade – Traust du dich?

Endlich habe ich mal eine Blogparade entdeckt, die thematisch einigermassen zu meinem Blog passt. Tamara, von https://ichmeinwas.wordpress.com lud dazu ein. Die Blogparade, die noch bis zum 6. Juni läuft, dreht sich um Reflexion und Ehrlichkeit!

Und los gehts:

Welche Meinung habe ich von mir selbst? Wie sehe ich mich selbst? Was macht mich aus?

Ich habe eine sehr gute Meinung von mir selbst, auch wenn mein Selbstbild aufgrund meiner fehlgeleiteten Erziehung schwankt. Ich sehe mich dementsprechend meist als Gewinner im Leben, doch habe auch ich ein paar Momente in dem ich mir wie der letzte Loser vorkomme, wenn etwas mal nicht so will wie ich es gerne hätte. Ich bin ehrlich, fleissig und verbissen wenn ich etwas erreichen möchte. Der Ehrgeiz den ich habe, kann mich manchmal auch überfordern und ich lade mir zuviel auf. Zum Glück wurde das besser die letzten Jahre und ich lege regelmässig Pausen ein. Wenn ich aber etwas anfange, dann gebe ich 100 % und bin zuverlässig in der Ausführung.  Meine gute Laune und mein positives Denken machen mich aus.

 

Bitte ich um Hilfe, wenn ich Unterstützung brauche? ( z.B.: beim Möbel aufbauen usw.)

Ja, ich kann zwar vieles, aber Möbel aufbauen gehört nicht dazu. Auch bei meinem Umzug habe ich mir ein professionelles Unternehmen einbestellt. Aber ich tendiere schon dazu, nicht gleich los zu rennen, wenn etwas nicht gleich klappt. Ich mag mich noch erinnern, wie ich meine zweite Wohnung alleine tapezieren wollte. Das Wohnzimmer sah echt lustig aus…beim Schlafzimmer holte ich mich dann Hilfe. Ich bin es eher gewohnt auf mich alleine gestellt zu sein.

 

Welche Menschen tun mir gut? Verbringe ich mit ihnen genug Zeit? Falls nein, warum nicht?

Meine engsten Freunde tun mir gut. Einige habe ich seit 20 Jahren, andere erst seit dem ich in der Schweiz bin und andere sind Bekannte. „Genug Zeit“..ist glaube ich subjektiv. Für mich reicht es, den ich habe mit allen Projekten genug um die Ohren und reise noch viel umeinander, wenn ich frei habe, aber am liebsten alleine.

Welche positiven Eigenschaften habe ich?

Meine gute Laune, mein Optimismus, meine Hilfsbereitschaft, ich bin sehr neugierig, möchte viel lernen und erfahren. Auch kann ich Leute schnell für etwas begeistern und mitreissen.

 

Für welche Dinge in meinem Leben bin ich besonders dankbar?

Für meine Resilenz und die Menschen die immer da waren, wenn man sie gebraucht hat.

 

Was versüßt mir mein Leben?

Bücher, Spaziergänge im Wald oder am Meer, Musik, Festivals, Schokolade und Glace, Kuchen oder Muffins backen, die Kinder mit denen ich arbeite, Schreiben und Dichten, Reisen und sich treiben lassen durch fremde Städte. Praktisch verloren gehen um neues zu entdecken. Und klar: Mein Einhorn!

 

Hinterfrage ich meine Handlungen?

Jeden Tag. Ohne Hinterfragen kann man auch nicht an sich arbeiten oder sich und seine Handlungen wahrnehmen. Oder?

 

Was hast du für einen Traum? Und was hindert dich daran, ihn zu leben?

Ich lebe meine Träume. Ich wollte mit Kindern arbeiten – ich wurde Kleinkinderzieherin. Ich bin ausgewandert in die Schweiz vor 10 Jahren, ich schreibe nun seit knapp 2. Jahren an 2. Blogs. Ich reise regelmässig und entwickle mich ständig weiter.

 

Stehe ich mir selbst im Weg?

Ich wünschte ich könnte früher ins Bett, damit ich am morgen früher aufstehen kann und zum Sport. Aber ich bin nun mal eine Eule und keine Lerche. Evtl. wird es ja im Sommer nun besser, wenn er denn mal endlich los geht. Auch das Ding mit den Süssigkeiten..ich nasche einfach zu gern.  Gerade, wenn ich Stress habe…oder müde bin 😉

 

Bin ich gut genug?

Aber Hallo!

 

Angenommen, ich könnte von vorne beginnen: Was würde ich anders machen?

Das kommt drauf an, was man unter „vor vorne beginnen“ versteht.

 

 

So, das waren meine Antworten..wenn du auch mitmachen möchtest, hier wären die Fragen:

  1. Welche Meinung habe ich von mir selbst? Wie sehe ich mich selbst? Was macht mich aus?
  2. Bitte ich um Hilfe, wenn ich Unterstützung brauche? ( z.B.: beim Möbel aufbauen usw.).
  3. Welche Menschen tun mir gut? Verbringe ich mit ihnen genug Zeit? Falls nein, warum nicht?
  4. Welche positiven Eigenschaften habe ich?
  5.  Für welche Dinge in meinem Leben bin ich besonders dankbar?
  6. Was versüßt mir mein Leben? (mind. 5 Angaben)
  7. Hinterfrage ich meine Handlungen?
  8. Was hast du für einen Traum? Und was hindert dich daran, ihn zu leben?
  9. Stehe ich mir selbst im Weg? (beschreibe es)
  10. Bin ich gut genug?
  11. Angenommen, ich könnte von vorne beginnen: Was würde ich anders machen?

 

 

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Methoden zur Umsetzung – Positive Disziplin

Was es mit der Positiven Disziplin auf sich hat, haben wir in den letzen Beiträgen ja schon klären können und auf welchen Grundpfeilern diese Methode steht. Heute soll es darum gehen, wie man das ganze umsetzt. Ich werde anhand ein paar Beispielen erklären, wie es gelingt Positive Disziplin in den Alltag zu integrieren. Diese Informationen sind angelehnt an das Buch von Dr. Jane Nelsen „Positive Discipline, The first three years“

1.Kinder mit einbinden in den Alltag 

A)  Routine zusammen erschaffen
B) Mehrere Möglichkeiten geben
C) Gelegenheiten zum mithelfen geben

A) Kinder lernen unter anderem durch ständige Wiederholungen und Konsequenzen.  Beim lernen ist es sehr hilfreich für das Kind, wenn es Routinen gibt. Am besten man kreiert diese gemeinsam mit den Kindern, wenn sie alt genug sind.

Routine ist überall: Beim aufstehen oder schlafen gehen, beim Essen, einkaufen und so weiter. Dr Jane Nielsen empfiehlt auch eine „graphische“ Darstellung der Routineabläufe, wenn das Kind alt genug ist. So kann das Kind, wenn es ein bestimmtes Alter erreicht hat, dem Erwachsenen selber sagen, was als nächstes ansteht, wenn es zum Beispiel ums essen geht…oder ums raus gehen. So lernt es sich selber zu managen und die diversen Abläufe. Nicht zu verwechseln mit einem Sticker Chart.

B) Karoline ist fünf Jahre alt. Jeden Morgen stellt sie die Mutter vor die gleiche Frage vor dem Kleiderschrank: „Was möchtest Du heute anziehen?“ Das Mädchen ist still und schweig vor sich hin. Die Mutter, wie jeden Morgen, hat es eilig und keine Nerven für die unentschlossene Karoline. Sie nimmt etwas aus dem Schrank und befiehlt: „Wenn du dich nicht entscheiden kannst, entscheide ich für dich. Zieh das nun an, wir haben nicht den ganzen Tag Zeit!“ Das junge Mädchen fängt an zu weinen…der Konflikt, bevor der Tag begonnen hat, ist schon vorprogrammiert.

Ich kenne Frauen mit dreissig Jahren, die wissen morgens immer noch nicht was sie anziehen möchten. Die Mutter überfordert das junge Kind mit so einer Frage. Besser wäre es dem Kind mehrere Möglichkeiten zu geben, aus einer Auswahl die man bereits im Vorfeld  für das Kind getroffen hat. So suggeriert man dem Kind, dass es mit entscheiden darf, ein Mitspracherecht hat, z.B: „Wollen wir erst die Socken anziehen oder das T-shirt? Du entscheidest!“ „Würdest du gern den blauen oder roten Pullover anziehen? Du entscheidest!“

C) Erschafft Gelegenheiten, in denen eure kleinen Lieblinge euch helfen können. Ob es beim einräumen der Söckchen in die Schublade geht oder einfach nur etwas kleines tragen. Sie möchten mit eingebunden werden und mithelfen. Es stärkt auch ihr Selbstbewusstsein.  Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

2. Nur ein Kind, dass respektiert wird, respektiert  

„Wie man in den Wald ruft, so hallt es hinaus!“, besagt ein alter Spruch. Gleich verhält es sich mit dem Respekt. Viele Eltern glauben ihre Kinder müssten sie respektieren ohne, dass die Eltern das gleiche für ihre Kinder tun. Quasi eine Einbahnstrasse. Kinder lernen aber durch Nachahmung und vor allem was ihnen zuhause vorgelebt wird. Wenn Konflikte immer durch schreien gelöst werden kann man als Elternteil nicht erwarten, dass die Kinder es anders lösen werden in naher Zukunft.

Ein Kind gehört auch respektiert mit seinen Bedürfnissen und Wünschen. Wenn ich also z.B etwas von dem Kind möchte, z.B ihm mitteilen will, dass wir nun einkaufen gehen müssen, verlange ich nicht, dass es alles stehen und liegen lässt, und mir folgt. Frustration auf beiden Seiten wäre damit vorprogrammiert.

Ich kann z.B höflich sagen: „Wir müssen in fünf Minuten einkaufen gehen, würdest du bitte langsam zum Schluss kommen mit deinem Spiel?“ Oder am Spielplatz: „Du darfst noch drei mal rutschen, oder eine Sandburg bauen, dann müssen wir gehen. Verabschiede dich bitte von deinen Freunden!“ oder je nach dem.

Auch eine kleine Eieruhr kann hilfreich sein, um dem Kleinkind als zeitliche Orientierung zu dienen, die es neben sich hat oder eben in der Hosentasche.

Ein Kind das respektiert wird, ist dazu geneigt sich auch respektvoll gegenüber dem Erwachsenen zu verhalten und kooperativ zu sein. Freundlichkeit und Strenge, ein angemessenes Verhalten, der Situation entsprechend zeigt nicht nur Respekt für die Würde des Kindes, sondern auch der eigenen Würde gegenüber.

3. Humor

„Lachen ist die beste Medizin!“ auch in der Erziehung. Ja, auch mir ist nicht jeden Tag zum Lachen, aber Humor macht wirklich einiges leichter. Da kann es schon mal vorkommen, dass das Kitzelmonster zu den Kindern kommt, die ihre Spielzeuge nicht aufgeräumt haben. Humor ist eine Wunderwaffe! Man kann aus jeder noch so langweiligen Aktivität ein Spiel machen, das Spass macht. „Ich wette du kannst die Spielzeuge vom Boden nicht aufräumen bis ich bis 10 zähle…oder dein Lieblingslied singe…“ Der Phantasie und der Kreativität hier sind auch hier keine Grenzen gesetzt. Niemand sagte, dass Elternschaft einfach sein würde, aber auch niemand behauptete, dass Erziehung bierernst sein muss.

Sicher geht das alles nicht von heute auf morgen und niemand it perfekt,  aber wie heisst es so schön: „Übung macht den Meister!“ 

Mehr zur Positiven Disziplin hier in Kürze.

Schönes Wochenende,

Nanny Anny

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Positive Disziplin – Die 5. Grundpfeiler

Ich möchte nun endlich anknüpfen an die Beiträge über positive Disziplin. Wir wissen nun, was es mit dem ganzen auf sich hat und das es „positiv lernen“ bedeutet. Wenn nicht, bitte die vorherigen Beiträge hier z.B  anklicken. Nun ja, jetzt ist ja das Leben nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen und positiv, wie soll das also gehen? Soll ich nun meinem Kind alles erlauben?

Welches Erziehungsziel haben wir als Eltern, als Erzieher?

Als erstes, bevor das Kind das Licht der Welt erblickt, sollte man sich mit seinem Partner hinsetzten und sich Gedanken machen, was man seinem Kind mit auf dem Weg geben möchte. Welche Werte einem selber wichtig sind. Ihr werdet staunen, wie viele werdende Eltern länger über die Kinderzimmerausstattung diskutieren, statt über die wirklich wichtigen Dinge. Aber zurück zum Thema. Wie soll mein Kind sein? Selbstständig und Selbstbewusst? Soll es selber Entscheidungen treffen können? Sich behaupten können im Leben? Sich  durchsetzen? Emphatisch und Hilfsbereit sein? Durchhaltevermögen besitzen?

Hilfreiche Strafen?

Jedem Elternpaar ist etwas anderes wichtig. Was war es bei euch? Ein Kind mit der Methode der positiven Disziplin zu erziehen, bedeutet nicht, dass alles immer rosa und toll ist. Es bedeutet lediglich, dass ich das Kind Grenzen aufzeige, liebevoll. Ohne zu Strafen. Denn wir haben diese komische Vorstellung von Strafen und was sie bewirken sollen.

Aber kein Kind der Welt hat sich besser verhalten, weil es bestraft wurde. Das Verhalten wurde nur „korrigiert“ aus einer Angst heraus, vor einer möglichen Strafe. Es wurde ihm nicht beigebracht,  warum es falsch war sich so zu verhalten. Das Kind lernt dadurch nur,  sich eben nicht erwischen zu lassen.

Auch haben Eltern meist nicht hinter das Verhalten geschaut. Warum benimmt sich mein Kind so, dass ich es „bestrafen“ muss? Welche Bedürfnisse habe ich als Elternteil nicht wahrgenommen, dass sich mein Kind so verhält? Strafen als solches, fordert ausserdem nicht die Kooperation des Kindes sondern den Widerstand.

Was möchte die positive Disziplin erreichen?

Glückliche, selbstbewusste, verantwortungsvolle Menschen, die ohne das Konstrukt der Strafe und ohne Machtspielchen aufwachsen. Die respektvoll erzogen werden, in Kooperation mit den Eltern. Positive Disziplin möchte den Kindern das Gefühl geben, dazuzugehören und, dass ihre Stimme zählt. Positive Disziplin ist streng aber liebevoll.

„A child that feels better, does better!“

Übersetzt in etwa…ein Kind, dass sich besser fühlt, benimmt sich auch besser. Strafen mag zwar das Benehmen sofort stoppen, aber das Kind lernt auf lange Sicht nicht wirklich etwas daraus.

Was sind nun also die Grundpfeiler der Positiven Disziplin?

  1. PD ist Liebevoll aber streng. Liebevoll auf die Bedürfnisse der Kinder eingehend, aber auch streng der Situation entsprechend
  2. Das Kind lernt durch PD Zugehörigkeit und von Bedeutung zu sein
  3. Methoden der positiven Disziplin wirken auf Langzeitbasis
  4. Erlernen von Soft Skills / Lösungsorientiertes denken durch PD
  5. Kinder lernen, dass sie selber fähig sind Dinge anzugehen

Hört sich das gut an? Das ist es auch, ich arbeite seit ein paar Jahren mit dieser wundervollen Methode.  Mehr über Positive Disziplin, bald hier.

Sonnige Grüsse aus Sizilien,

Nanny Anny

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Aufruf zur Teilnahme an der Studie von Fr. Prof. Dr. Stamm: „Mary Poppins“

Als ich letztes Jahr den Beitrag über Fr. Prof. Dr Stamm gelesen habe ich einer grossen Zeitung fiel mir eine ihrer Aussagen besonders ins Auge. Sie hatte im Jahr 2017  eine Studie über Nannys geplant! Ich schrieb ihr drauf hin eine Email und bot meine Hilfe an.

Es ist schön, dass die Arbeit der Nannys mal genauer unter die Lupe genommen wird und die daraus resultierende Verantwortung. Denn oft werden Nannys als einfache Babysitter abgetan und erfahren nicht die Anerkennung die ihnen zustehen würde.

Aber wer ist Frau Prof. Dr. Stamm? So stellt sie sich auf ihrer Webseite vor: 

„Bis 2012 war ich Lehrstuhlinhaberin für Pädagogische Psychologie und Erziehungswissenschaft an der Universität Fribourg (CH). Seit 2013 widme ich mich ganz dem Aufbau meines neuen Forschungsinstituts SWISS EDUCATION (Swiss Institute for Educational Issues). Es hat den Sitz in Bern und ist in der nationalen und  internationalen Bildungsforschung in verschiedenen Ländern tätig. Zudem bin ich Gastprofessorin an diversen Universitäten im In- und Ausland sowie in verschiedenen wissenschaftlichen Beiräten von nationalen und internationalen Organisationen. An der Universität Fribourg betreue ich weiterhin Doktorandinnen und Doktoranden.

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Fr. Prof. Dr. Stamm       Pressebild 

Bis Ende 2011 war ich Mitglied des Rats des Eidgenössischen Instituts für Berufsbildung EHB sowie Präsidentin des Departements Erziehungswissenschaften. Von 2011 bis 2012 baute ich das Leading House «Qualität der beruflichen Bildung» an der Universität Fribourg im Auftrag des BBT (heute: SBFI) auf. Zudem gründete ich im Jahr 2011 das Universitäre Zentrum für frühkindliche Bildung Fribourg ZeFF. Darüber hinaus war ich Stiftungsrätin von FORS (Swiss Centre Of Expertise in the Social Sciences) bis September 2012.“

Im Januar war das  Gespräch in Bern, ich habe mich sehr gefreut über die Einladung.

Und nun, nun geht es endlich los mit der Studie, mit freundlicher Genehmigung von Fr. Prof. Stamm darf ich ihren mir zugessandten Text für den Beitrag verwenden.

So stellt sich die Studie vor:

„Mary Poppins“

Nannys als vergessene Kategorie der familienergänzenden Betreuung 

Was will unsere Studie? 

Die Studie untersucht die Delegation mütterlicher Arbeit an Nannys und die damit verbundenen Chancen und Probleme. Im Mittelpunkt stehen Arbeitsbedingungen und Inhalte des Berufsalltags, die Beziehungen zwischen Nannys und Familie, die Beziehung zum Kind / Kinder sowie die Rahmenbedingungen.

Wie läuft die Studie ab? 

Im Mittelpunkt der Studie steht eine kurze einmalige und maximal 20 Minuten dauernde online-Befragung von Nannys sowie von Müttern und Vätern, welche Nannys eingestellt haben.

Was bekommen die Teilnehmenden von uns? 

Als Dankeschön für die Teilnahme gibt es nach Projektschluss ein Dossier mit den wichtigsten Studienergebnissen. Zudem nehmen Eltern und Nannys an der Verlosung einer Städtereise nach Paris für zwei Personen teil. 

Was garantieren wir Ihnen? 

Alle Daten werden selbstverständlich anonymisierten. Das bedeutet, dass alle Namen und die dazugehörigen Angaben unter einer Nummer abgespeichert werden. Meine Mitarbeitenden und ich verpflichten sich dem Datenschutz und auch dem Berufsgeheimnis.

Interessierte, die an der Studie teilnehmen wollen melden sich bitte direkt bei:

jeckelmannu@gmail.com

Ich wäre allen Nannys und Eltern sehr Dankbar, wenn sie fleissig mitmachen.  Teilen und weitersagen ist natürlich auch gern gesehen und wird mit gutem Karma belohnt!

Herzlich,

Nanny Anny

Bild: Pexels

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„Postive Disziplin“ – die Antworten

Ich hatte euch vor einigen Tagen gefragt, was ihr euch unter „Positiver Disziplin“ vorstellt. Gerne lasse ich euch nun teilhaben, was so als Antwort kam…

Die Antworten:

„Das ergibt für mich soviel Sinn wie liebevolle Strenge (oder die mildere Variante liebevolle Konsequenz) – nämlich gar keinen. Disziplin ist für mich neutral. Wenn man etwas will, dann hat man auch die Disziplin (im Sinne von Durchhaltevermögen, Organisations- und Ordnungswillen etc.). Wenn nicht, dann nicht. Disziplin ist in meinen Augen nicht zu erzwingen, Disziplin kommt von einem selbst oder gar nicht.“

„Für mich muss das nicht unbedingt ein Widerspruch sein. Eher, dass die Disziplin, die Regeln usw nicht mit etwas Schlechtem verbunden sind. Sie führt zB zu einem guten Zusammenleben, einem schönen Miteinander, einer guten Lernatmosphäre usw….Aber wie ich es genau ausdrücken soll, fällt mir auch schwer!“

„Ich könnte mir vorstellen dass positive Disziplin die Folge von intrinsischer Motivation ist. also wenn ich aus mir selbst heraus motiviert bin etwas zu tun, bleibe ich gerne diszipliniert dabei.“

„Das sagt sich so einfach…
Disziplin die Freude macht oder was positives auslöst weil man sich zusammen nimmt

„Positiv den „inneren Schweinehund“ überwinden.  Disziplin ist bei vielen wahrscheinlich eher negativ belastet. Dabei braucht es Disziplin, um an was dran zu bleiben. Wenn ich mir das Endresultat vorstelle (positiv und lösungsorientiert), dann schaffe ich es besser Disziplin aufzubringen… Hmmm, beispielsweise stelle ich mir gerade mein fertiges Englisch-Spiel vor und kann deshalb konzentriert an der Arbeit dran bleiben (ausser grad jetzt, wenn ich Pause mache ). In der „Erziehung“ wäre das für mich auch mit konsequentem und authentischem Verhalten – gewürzt mit Humor verbunden…oder auch was sein zu lassen, was mir (oder anderen) nicht gut tut. Braucht auch Disziplin.

Aufklärung:

Schauen wir uns nun erst mal das Wort Disziplin genauer an. Die meisten von uns assoziieren das Wort mit negativen Erfahrungen, sich zusammen reissen oder Gehorsam. Diszipliniert sein, wie das schon klingt. Autoritär, streng, einfach alles andere als positiv. Ich meine, es ist schon schön, diszipliniert zu sein, ich wäre es gern in Anbetracht meines Zuckerkonsums, aber ja.

Also..laut Definition bedeutet Disziplin, das vom lateinischen kommt  „Lehre“, „Zucht“, oder „Schule“

Nun machen die Wörter Positiv und Disziplin zusammen auch mehr Sinn, oder?

Positive Lehre / Positiv Lernen

Ein Wort, wie hier, kann eben mehrere Bedeutungen haben. Wie komme ich nun aber dazu euch hier so auf die Folter zu spannen? Ich wollte einen Beitrag schreiben über  Erziehungsziele. Doch wie fängt man damit an, ohne den mahnenden Zeigefinger zu heben? Am besten, nach dem Prinzip der Positiven Disziplin. Alternativen statt Verbote. Ich werde in den nächsten Beiträgen meine Erziehungsmethoden offen legen und ein wenig erklären. Denn nach diesem Prinzip arbeite ich seit ca. 4. Jahren.

Wenn ihr nun danach googelt – es gibt kaum bis gar keine Einträge über dieses Thema in der deutschen Sprache, das meiste ist in englisch, französisch, spanisch. Ich hatte letztens einen Anruf von jemanden, KC Hill um genau zu sein,  von PeaceWorks Coaching  der u.a „Positive Disziplin“ mit seiner Frau hier in der Schweiz unterrichtet. Er hat mich darauf hingewiesen, dass es kaum Menschen gibt, der dieses tolle Thema in deutscher Sprache behandelt.  Und daran sollte man etwas ändern =)

Ich hab mich etwas geärgert, dass ich das nicht schon früher ausführlicher darüber geschrieben habe, ich hatte es nur mal kurz angeschnitten,  nun ja, das will ich nun ändern. Somit bekommt der Blog nun auch eine genaue Richtung. Hier stellen sich die beiden vor:

 

Ich werde euch die nächsten Wochen in die Welt der Positiven Disziplin einführen und auch eure Fragen diesbezüglich beantworten.

 

Schönes Wochenende,

 

Nanny Anny

 

Bild- Unsplash