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Mein Kind – Selbstständig und Selbstbewusst! Aber wie? Teil.3

Heute kommen wir zum letzten Teil dieser Reihe und ich habe mich gefragt, ob Eltern eigentlich so richtig bewusst ist, dass die ersten 4. Jahre, mit die wichtigsten sind im Leben. Man lernt als  kleines Individum soviel, wie nie wieder in seinem Leben. Ob jeder, der ein Kind bekommt, sich im klaren ist, was genau passiert? Wie oft hörte ich Eltern in der Krippe sagen:“ Ach, ihr habt heute nur gespielt? So ein Leben möchte ich auch haben, den ganzen Tag nichts tun!“

Ähmm, ja?! Kinder lernen durch Spiel, nur mal so am Rande. Und das ist manchmal alles andere als einfach bzw es ist die Arbeit der kleinen und sehr anstrengend. Oder warum meint ihr sind die Kinder am Abend, nach der Krippe fix und foxi?  Es ist also Zeit auch in diesem Feld Aufklärung zu betreiben.

Eine kleine Definition zum Freispiel:  „komplexes Spielgeschehen während einer bestimmten Zeitdauer, das sich jedes Mal neu aus dem spontanen Tätigwerden der Kinder und der zurückhaltenden Aktivität der Erzieher/-innen entwickelt“

Quelle: http://www.erzieherin.de

Dieser Bericht ist äussert Lesenswert, wenn man verstehen möchte, warum das Spiel bzw das Freispiel für die Kindliche Entwicklung sehr wichtig ist.

http://www.kindergarten-homepage.de/paedagogik/freispiel2.html

Und so durchforstete ich die Weiten des Internets und fand eine wetere ganz tolle Seite, die ich bis dato noch nicht kannte. Die Bildungsdirektion des Kanton Zürich hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit dieser Seite, im richtig grossen Stil aufzuzeigen, wie Lernen mit allen Sinnen in den ersten 4.Jahren aussieht. Und das ganze in Sage und Schreibe 13! Sprachen. Es lohnt sich auf jeden Fall rein zu schauen.

http://www.kinder-4.ch

Hier ein kleiner Auszug zum Thema „Spielend Lernen“: http://www.kinder-4.ch/de/filme_themen#single/952

Zum Abschluss dieses Themas möchte ich nur noch mal Anmerken: Je mehr Kinder alleine erfahren und begreifen dürfen, desto Selbstständiger werden sie. Je mehr man ihnen zutraut, sie lobt, auch für die Mühe, nicht nur das Ergebniss, desto mehr wachsen sie über sich hinaus und werden Selbstbewusst und Selbstständig. Je mehr man ihnen abnimmt, aus welchen Gründen auch immer, desto unselbstständiger und unsicherer werden sie. Eltern helfen also NICHT wenn sie dem Kind jenste Frustration ersparen wollen. Und es muss nicht immer 24/7

Entertainment sein, aus Langeweile entsteht meist was ganz grosses! Denn wie sollen kleine Kinder lernen sich selbst zu beschäftigen wenn wir sie rund um die Uhr beschäftigen? Ich kenne Erwachsene die wissen mit mitte 30 noch nichts mit sich selber anzufangen, dass muss man sich mal vorstellen. Gebt eurem Kind die Freiheit allein was auf die Beine zu stellen, lasst es am Spielplatz laufen anstatt ständig daneben zu stehen. Hebt es nicht auf Geräte, wo es selber noch nicht hoch kann. (Unfallgefahr)

Ja es wird eine Weile dauern, gerade wenn es gewohnt ist ständig „bespasst“ zu werden, doch es lohnt sich die Geduld aufzubringen und vor allem den Mut. Traut euren Kindern mehr zu, damit sie sich auch mehr zu trauen!

Alles Gute und bis nächste Woche

Nanny Anny

Lob, Kritik, Anregungen? Bitte an: M.Poppins@gmx.ch

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Mein Kind – Selbstbewusst und Selbstständig! Aber wie? Teil.2

Kinder helfen im Haushalt! Selbstverständlich, oder?

„Eine repräsentative Umfrage von Familienzeit, die Findus in Zusammenarbeit mit dem LINK Institut durchgeführt hat enthüllt Schweizer Trends und regionale Unterschiede bei Freizeitbeschäftigung, Erziehungstaktiken und Haushaltsführung. Hier ein kleiner Ausschnitt der Ergebnisse:

Ostschweizer Kinder sind von klein auf fleissig
Ostschweizer haben die fleissigsten Kinder. Die Hälfte der befragten Ostschweizer lassen ihre Kinder bereits vor dem 6. Altersjahr im Haushalt mithelfen. Neben Zimmer-Aufräumen und Geschirr-Abräumen, gehört Staubsaugen zu den drei wichtigsten Haushaltspflichten. In anderen Regionen sind es nur knapp 43 Prozent, die zum Staubsauger greifen müssen. Auch in der Zentralschweiz sind Kinder schon von klein auf emsig am Werk: 39 Prozent packen schon vor dem 6. Lebensjahr im Haushalt fleissig mit an. Demgegenüber pflegen die Romands, was die Haushaltspflichten betrifft, einen lockeren Umgang mit ihrem Nachwuchs. Knapp ein Drittel ist der Meinung, dass Kinder erst ab dem 9. Lebensjahr mithelfen sollten. Etwa ein Viertel der Romands lassen ihre Kinder sogar erst ab zwölf Jahren Hausarbeiten verrichten.“

Quelle: Swissfamily Magazin

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer!“ besagt ein altes Sprichwort. Und ganz unter uns, es stimmt in den meisten Fällen. Heute geht’s um die Mithilfe im Haushalt, bzw dem 2.ten Teil: Kinder, Selbstständig und Selbstbewusst! Aber wie? Wie viele Eltern die Jugendliche zu Hause haben Ärgern sich jeden Tag grün und blau weil diese nicht mit anpacken wollen?! Auf Nachfrage erfährt man dann, dass diese bis vor ein paar Monaten nie angehalten wurden nur einen Finger zu krümmen im Haushalt. Also was tun? Und wieso meinen Eltern man darf Kinder erst nach Hilfe fragen wenn diese schon ein bestimmtes Alter erreicht haben?

Da sich dieser Blog eher an Eltern richtet die jüngere Kinder haben, fangen wir doch da an. Kleiner Kinder lieben es im Haushalt mit zu helfen, doch meistens fehlt den Erwachsenen die Geduld. Klar am Anfang bedeutet das mehr Arbeit, aber auf lange Sicht gesehen profitieren beide. Wenn man einem Kind von Anfang an die Spielregeln beibringt, erleichtert sich das Miteinander um einiges. z.B. können Kinder ab ca. 3. Jahren mit helfen den Tisch zu decken, Blumen zu giessen und ihr Spielzeug aufräumen wenn sie fertig gespielt haben. Man kann im Sommer unter Aufsicht mit ihnen Unkraut jäten im Garten, kleinere Einkäufe tragen lassen, Staubsaugen oder Staub wischen mit dem Wedel. Das stärkt das Selbstbewusstsein in dem man dem Kind signalisiert: Ich trau dir das zu, ich glaube an dich, dass du das schaffst.

Wie stolz sie dann sind wenn sie etwas geschafft haben. Viele Kinder kommen dann meist von selbst und fragen ob sie helfen können. Wenn bei uns die Putzfrau kommt, also an dem Ort wo ich als Nanny tätig bin, fragt die 7.jährige auch immer: „Darf ich bitte helfen?“ Dann schwingt sie den Putzlappen und man sieht ihr an wieviel Freude sie hat etwas zu tun, dass meistens den grossen vorenthalten bleibt. Viel Freude hat sie auch am Kochen und Backen. Und ehrlich gesagt sind wir grossen ja auch sehr stolz, wenn unser Besuch, Freunde; Familie, Freund uns sagt wie toll der selbstgebackene Kuchen schmeckt oder das gekochte Gericht.

Am besten lässt man das Kind etwas im Haushalt tun was es gern hat. Manche mögen Staubsaugen, andere Geschirr einräumen, jedes Kind ist da Individuell. Ab dem 6.ten Lebensjahr empfiehlt es sich ein festes Ämtli dem Kind zu übertragen und eine Zeit festzulegen wann dieses erledigt werden muss. So kollidieren Freizeitaktivitäten oder Wünsche des Kindes nicht mit dem Ämtli. Kinder in der Primarschule sind schon in der Lage ihr Zimmer aufzuräumen, Müll runter zu bringen, beim kochen zu helfen usw. Je früher man Anfängt sein Kind mit einzubeziehen desto einfacher und selbstverständlicher helfen diese mit. Auch als Jugendliche…Man verhindert auch ein gewisses Anspruchs- bzw Konsumverhalten a la: Ich erwarte gebügelte, gewaschene Wäsche in meinem Schrank oder ein sauberes Zimmer, vollen Kühlschrank usw. Man lernt, dass jeder dazu etwas beitragen muss in der Gemeinschaft.

Dabei sollte man nicht den Fehler begehen, Mädchen mehr einzubinden als Buben. Der Vater hat dort auch seine Vorbildsfunktion. Denn wenn die Mutter putzt, kocht, einkauft und die Wäsche macht, signalisiert das, dass Frauen für alles zuständig sind, während das andere Geschlecht auf dem Sofa sitzen darf und in die Glotze starrt. Denn Kinder ahmen ab dem 1.ten Lebensjahr die Erwachsenen nach. Was aber tun wenn die Kinder trotz allem streiken? Es empfiehlt sich Konsequenzen einzuleiten die mit dem Ämtli zu tun haben. Unter keinen Umständen sollte man es selber erledigen! Man gibt dem Kind sonst zu verstehen, wenn es sich nur fest genug verweigert, erledigt das jemand anderes für ihn. In ganz heftigen Fällen, dürfen die Erwachsenen auch mal streiken. Ich bin ein grosser Fan von Konsequenzen, allerdings müssen sie auch immer auf die Situation bezogen sein und keine Strafe darstellen.

Probiert es aus! Seid Geduldig und Nachsichtig und denkt dran: Übung macht den Meister!

Anbei habe ich auf Youtube ein tolles Video zum Thema gefunden…Aus der Sicht eines Jugendlichen. Und ich würde gern in der Umfrage wissen, wie ihr es habt mit euren kleinen. Dürfen sie im Haushalt mithelfen?

Anregungen, Lob, Kritik? Immer gern- M.Poppins@gmx.ch. Ansonsten freue ich mich übers teilen und weiter sagen.

Bis nächste Woche

Nanny Anny

 

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Mein Kind – Selbstständig und Selbstbewusst! Aber wie? Teil.1

Hallo ihr lieben

Auf Nachfrage wird sich der heutige Blog um Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit drehen, eins meiner Lieblingsthemen. Doch zuerst mal wollen wir den Begriff genauer anschauen:

Selbstbewusstsein ist ein Begriff, der in mehreren Fachdisziplinen verwendet wird. Nach allgemeiner Auffassung ist dieser Begriff zuerst in der Philosophie definiert worden. Er spielt aber auch in der Soziologie, Psychologie und Geschichtswissenschaft stets eine bedeutende Rolle. Der Begriff Selbstbewusstsein hat mehrere Bedeutungsebenen. Es gibt ein Selbstbewusstsein des Individuums, aber auch ein kollektives Gruppenselbstbewusstsein.

Zum einen wird darunter das aktive durch innere Denkvorgänge herbeigeführte Erkennen der eigenen Persönlichkeit verstanden (Selbsterfahrung, englisch „self-awareness“). Die Frage: „Wer oder was bin ich?“ kann als Ergebnis dieses Denkvorgangs beantwortet werden. Auch eine passive Zuschreibung, die Attribuierung durch andere denkende Lebewesen der Gruppe, führt zum Erkennen und Definieren der eigenen Person bzw. Persönlichkeit, dem Selbstkonzept.

Zum anderen beschreibt „Selbstbewusstsein“ etwas, was im Englischen „self-confidence“ oder „self-assurance“ heißt. „confidence“ heißt „Vertrauen, Zuversicht“; „assurance“ heißt „Gewissheit, Sicherheit, Vertrauen“. Ein selbstbewusster Mensch verspürt diese vier Dinge in so starkem Maße, dass er seiner Zukunft relativ[1] optimistisch, angstfrei, sorglos und unbekümmert entgegengeht. Das ist der Selbstwert.

Allgemein wird Selbstbewusstsein als „das Überzeugtsein von seinen Fähigkeiten, von seinem Wert als Person, das sich besonders in selbstsicherem Auftreten ausdrückt” definiert.[2]

Quelle: Wikipedia

Doch warum scheitern so viele Eltern bei der Erziehung diesbezüglich? Ich werde versuchen es an einem kleinen Beispiel zu erklären: Stellen wir uns jetzt kurz eine allseits bekannte Situation vor. Sagen wir mal ein 3. jähriges Kind und seine Mutter. Morgens, kurz bevor sie das Haus verlassen wollen. Das Kind soll sich die Schuhe anziehen. Die Mutter hat es eilig. Da das Kind natürlich Werte wie Zeit nicht so gut im Griff hat wie die Erwachsenen, trödelt es rum. „Jetzt komm, ich helf dir, das dauert ja ewig und wir sind spät dran!“ „Nein, ich will das alleine machen, lass mich! ICH WILL DAS MACHEN, HÖRST DU??“  Die Mutter zieht dem Kind schliesslich die Schuhe unter Protest des Kindes an und schleift es zur Haustüre.

Das ist eins der vielen Beispiele, die Kinder blockieren Selbstständig zu werden. Die Ungeduld der Eltern, nimmt dem Kind die Erfahrung es selbst zu tun, es zu lernen und daran zu wachsen. „Hilf mir es selbst zu tun“ ist der Leitfaden der den Eltern immer wieder in Gedächtnis gerufen werden sollte, er ist auch der Leitsatz der Montessoripädagogik. Also Hilfe zur Selbsthilfe. Einleuchtend oder?

http://www.montessori-deutschland.de/fileadmin/freigabe/dachverband/PDFs/Mo-Konzept_m_Bildern_B.Stein.pdf

Denn wie soll ein Kind Selbstständig werden und daraus Selbstbewusst aufwachsen wenn Erwachsene ihm ständig alles abnehmen? Siehe Helikopter Eltern und ihre Folgen. Wie soll er lernen, dass es auf sich und seine Fähigkeiten bauen kann, wenn alles im Keim erstickt wird? Wie ich ein Kind lernen zu laufen, wenn es ständig getragen wird?  Ihr versteht hoffentlich auf was ich hinaus möchte. Sicher braucht man jede menge Geduld, aber auf lange Sicht gesehen, ist es für die Eltern und vor allem für das Kind das Beste. Vorrausgesetze man möchte ein Selbstbewusstes, Selbstständiges Kind, versteht sich. Agression und Frustration gehört nun mal zum Lernprozess, das müsst ihr nun mal aushalten liebe Eltern. Doch wie stolz ist das Kind wenn es zum ersten Mal etwas alleine geschafft hat? Sehr!

Einen ganz tollen Bericht von Dr. med. Andrea Schmelz mit praktischen Tipps findet ihr hier. Auch kann man sich auf der Seite für einen Newsletter zum Thema eintragen:

http://www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/kind-stark-selbstbewusst/art/tipp/so-wird-ihr-kind-selbststaendig.html

Und ich kann mich der Meinung der Erziehungsberaterin Sarah Renold nur anschliessen. Sie rät:

  • Loben, loben, loben! «Toll, Jonas, dass du es gleich nochmal versucht hast!», oder «Danke, Laura, dass du den Tisch so schön gedeckt hast!» Lob lässt Kinder buchstäblich grösser werden. Geben Sie Belohnungen für Dinge, bei denen Ihr Kind sich grosse Mühe geben muss.
  • Reden Sie bei jeder Gelegenheit mit Ihrem Kind: Beim Spielen, Anziehen, Einkaufen. Antworten Sie auf Warumfragen mit einer Gegenfrage: «Was denkst denn du, wo die Sonne in der Nacht ist?». Das zeigt Interesse an seiner Sicht der Dinge. Ihr Kind fühlt sich ernst genommen.
  • Beziehen Sie Ihr Kind in alle Arbeiten im und ums Haus ein. Erteilen Sie kleine Aufgaben, aber immer nur eine aufs Mal. Mit der Zeit darfs auch ein festes Ämtli sein: Katzen füttern, Tisch decken, Salatsauce zubereiten.
  • Ermutigen Sie Ihr Kind zur Selbstständigkeit: Im Laden selber um einen Ballon bitten oder seine Glace bezahlen. Geht noch nicht? Kein Problem: Machen Sie es diesmal noch gemeinsam.
  • Hängen Sie Zeichnungen, Basteleien und andere Werke Ihres Kindes auf: im Wohnzimmer, beim Eingang oder auch im Gäste-WC – das macht stolz.
  • Heben Sie die guten Eigenschaften Ihres Kindes hervor. Wenn Ihr Kind ständig Schlechtes über sich hört, fühlt es sich bald als ganze Person ungeliebt. Vorsicht bei Telefonaten: Kinder hören mit.

Quelle: Familienleben.ch

Denn wie sagte Goethe einst: “ Zwei Dinge sollten Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzel und Flügel.“

Lob, Anregung, Kritik? Schreibt mir: M.Poppins@gmx.ch

Bis bald,

eure Nanny Anny

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Positive Disziplin

Was ist Disziplin?

Begriffserklärung: Disziplin (von lateinisch disciplina ‚Lehre‘, ‚Zucht‘, ‚Schule‘) bezeichnet

als Verhalten:

  • Selbstdisziplin, eine Form der bewussten Selbstregulierung
  • Gehorsam, die Ordnungsregulierung innerhalb eines Befehlsprinzips

Wenn ich früher von Disziplin hörte, versetze es in mir eigentlich nur in Abwehrhaltung. Disziplin klingt altbacken, überholt und Autoritär. Vielleicht ist das Wort bei mir auch nur so stark negativ behaftet, weil man mir das mit dem falschen Mitteln versucht hat zu vermitteln. Wie vielen anderen Kindern auch. Man versucht den Kindern teilweise immer noch Gehorsam beizubringen. Mit allen Mitteln. Wohin das führte, als eine ganze Generation so erzogen wurde, kann man in den Geschichtsbüchern nachlesen. Anmerkung: 2.ter Weltkrieg.

Heute ist mir schon bewusst, das Disziplin sein muss, aber auch wie man Disziplin richtig anwendet um das erwünschte Verhalten z.B bei Kindern hervorzubringen. Dass Gewalt dabei keine Rolle spielen sollte, verstehe ich von selbst. Doch wenn ich mich aber so in anderen Elternforen umhöre, stellen sich mir die Nackenhaare hoch. In der Schweiz, ist es per Gesetz noch erlaubt sein Kind körperlich zu züchtigen.

„Am 2. Dezember 2008 lehnte der Nationalrat  eine parlamentarische Initiative von Alt Nationalrätin Ruth Gaby Vermot zum verbesserten Schutz für Kinder vor Gewalt mit 102 zu 71 Stimmen abgelehnt. Die Initiative wollte die gewaltfreie Erziehung gesetzlich verankern und den Eltern einen klaren Orientierungsrahmen für die Erziehung geben. Dazu sollte mittels eines zusätzlichen Absatzes in Art. 302 des Zivilgesetzbuches (ZGB) ein Verbot der körperlichen Gewalt eingeführt werden.“

Quelle: http://www.humanrights.ch/de/menschenrechte-schweiz/inneres/gruppen/kinder/zuechtigungsverbot-schweiz

Was ist nur los mit diesen Menschen? Jede körperliche Züchtigung, ist respektlos, erniedrigt das Kind und zeigt ihm nur: Gewalt ist wohl eine Lösung. Ich lerne, dass Mama und Papa es tun und da die beiden mir Vorbild sind, ahme ich sie nach. Ergo, wenn ich nicht mehr weiter weiss, darf ich zuschlagen. Oder: Das nächste mal lasse ich mich bei diesem oder jenem nicht mehr erwischen, dann schlagen sie mich auch nicht. Von lernen und Konsequenz, keine Spur. Gewalt ist nur für den moment eine Lösung-mit verheerenden Folgen. Überlegen sich diese Menschen nicht, dass diese Folgen noch weit bis ins Erwachsenenalter der geschlagegenen Kinder hineinreichen? Es ist oftmals nur durch eine Therapie und jede menge Arbeit möglich das Trauma der Kindheit und die Spirale der Gewalt zu überwinden um andere Verhaltensweisen zu erlernen. Erwachsene Menschen, die Opfer wurden von Gewalt, werden nicht selten auch zu Tätern. Dann beginnt das Leiden doppelt. Ein Teufelskreis öffnet sich. Der so nicht sein müsste!

Dabei wäre es im Grunde so einfach, wie vieles andere auch im Leben. Gerade mit Kindern. Sie kommen, bis auf die Erbanlagen, als ungeschriebenes Blatt auf die Welt. Sie lernen, ahmen nach und das gerade am Anfang, nur von den Eltern und ihrem näheren Umfeld. Woher kommt dieser Glaube, dass Eltern ihre Kinder schlagen dürften um sie zu disziplinieren? Ich rede hier bewusst nur von der körperlichen Gewalt, aber mir ist schon bewusst, dass es mehrere Arten von Gewalt gibt, die man einem Menschen antun kann.

Vor einigen Jahren entdeckte ich die Positive Disziplin von Dr Jane Nelsen. Leider gibt es viele ihrer Angebote nur in englischer Sprache, doch sie sind alle sehr empfehlenswert. Die Dame sagt nämlich u.a ; Statt Verbote, sollte man den Kindern Alternativen aufzeigen. Konsequent sein. Liebevoll und doch streng. Denn Kinder brauchen Eltern mit einem roten Faden, keine Partner. Es gibt Elternkurse, DVD`s usw. Denn ist es nicht komisch? Für alles brauchen wir eine Genehmigung, Ausweis, Gebrauchsanleitung, Ausbildung, Fortbildung, bla bla bla. Nur für mit eins der wichtigsten Sachen der Welt nicht: Die Kindererziehung! Warum eigentlich?

http://www.positivediscipline.com/

Auch über WikiHow gibt es ein paar Anregungen, Alternativen, in deutscher Sprache:

http://de.wikihow.com/Kinder-gewaltfrei-erziehen

Es gibt also 1001 Alternativen zu körperlicher Gewalt! Ich werde beim besten Willen nie verstehen können wir Eltern, aus welchen Gründen auch immer Hand an ihr eigen Fleisch und Blut legen. Und JA, der eine kleine klapps hier und da ist NICHT ok! Es zeigt nur eure Überforderung! Holt euch Hilfe, sprecht mit jemanden, nur stoppt diese Gewaltspirale bitte. Eure Kinder sind euch wirklich Dankbar!

Zum Schluss noch ein umfassendes Konzept zur Gewaltprävention für die Pädagogen unter uns: Gewalt+gegen+Kinder+Konzept+umfassende+Pr%C3%A4vention

Falls ihr Anregungen, Kritik, Lob usw habt, schreibt mir: M.Poppins@gmx.ch.

Ps. Teilen und weiter sagen erlaubt und erwüschnt =)

Bis bald, eure Nanny Anny

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Die Sache mit dem Respekt

Wenn ich mir einige Familien auf der Strasse ansehe wird mir manchmal richtig schlecht. Da ist also dieses kleine Kind, es schreit, warum auch immer. Einige Eltern denken doch wirklich, wenn sie zurück schreien, hört das Kind auf wie am Spiess zu brüllen. Teilweise wird gedroht, dass mir das Blut in den Adern gefriert und ich am liebsten hin gehen würde. Doch wir wissen ja alle wo das enden kann wenn sich eine fremde Person in die Erziehung mischt. Doch stellen wir uns mal die Frage: Wie reagieren wir, wenn uns jemand anschreit im Streit, oder gar droht? Beruhigen wir uns, oder macht es die Sache nicht nur noch schlimmer? Weil wir uns unverstanden fühlen, nicht Respektiert in unseren Wünschen.

Ich frage mich wirklich, ist es nur die Situation die sie überfordert oder haben sie es nicht besser gelernt? Versetzen wir uns mal in die Lage des Kindes. Kein Kind ist böse und macht das mit Absicht. Es ist immer ein, für das Kind, guter Grund hinter dem Brüllen. Es gibt Wege, die wesentlich effektiver sind als sich auf die Stufe des Kindes zu begeben. Je nach dessen Alter versteht sich. Fangen wir nur alleine bei der Sprache an. Statt immer nur zu mahnen, drohen, verbieten, sollte man dem Kind Alternativen aufzeigen. Es bringt nichts einem 3 jährigen zu sagen: „Fass ja nichts an im Laden!“ Stattdessen: „ Guck doch mit den Augen!“ Es ist doch auch für uns Erwachsene viel schöner wenn wir genau wissen was der andere von uns verlangt, statt ständige Verbote zu hören. Ein „Nein!“ hat auch mehr Wirkung, wird es sparsam eingesetzt.

Es ist sicher eine Herausforderung und nicht leicht sich da erst mal umzustellen. Aber auf Dauer hilft schon nur eine positive Ausdrucksweise gepaart mit aufgezeigten Alternativen wirklich Wunder.   Konsequent durchgezogen macht man sich und vor allem dem Kind einen grossen Gefallen. (Anmerkung: Mehr über „Positive Disziplin“ dann im nächsten Blog.) Sicher gibt es Situationen wo einem die Pferde durch gehen. Wir sind alles nur Menschen und niemand ist perfekt.  Tief durchatmen, bis 10 zählen und versuchen es mit Humor zu nehmen. Gelassenheit und Humor haben schon so manch verzwickte Situation entschärft.

Hilfreich ist auch, wenn man auf Augenhöhe mit den Kindern redet. Geht in die Hocke, setz euch zu ihnen, schaut ihnen in die Augen beim reden. Eure Message kommt so viel besser an, als von oben herab. Zeigt dem Kind, dass es wichtig ist, dass es zählt, dass ihr es Respektiert, in seinen Wünschen, Bedürfnissen, seid ein Vorbild. Nur so werdet ihr auch Respektiert, in dem ihr es vorlebt. Das scheinen einige regelrecht unter dem Teppich zu kehren. Wenn es mal toben sollte, bringt es nichts dagegen anzuschreien. Zeigt Verständnis, doch bleibt Konsequent, gerade bei Trotzanfällen.

Gebt ihm eine Wahl, lasst es selbst Entscheidungen treffen. Nehmt das Kind in seinen Bedürfnissen ernst, statt es lächerlich zu machen oder gar blosszustellen. Anbei noch ein paar kleine Tipps: Morgens z.B. schon beim Anziehen, wählt 2. Outfits aus, bei kleineren Kindern. Zwischen denen dürfen sie dann entscheiden. Respektiert, wenn das Kind z.B. der Oma mal keinen Kuss geben will. Respektiert, wenn das Kind etwas alleine machen möchte (Schuhe binden, Tisch decken nur um ein paar kleine Beispiele zu nennen) Es wird durch all das lernen, dass seine Meinung zählt, dass es ernst genommen wird. Es darf auch mal ein paar Lebensmittel verweigern, wir mögen ja auch nicht alles, probieren sollte es aber trotzdem ect.

Probiert es aus, es lohnt sich. Und immer im Hinterkopf behalten: Nur ein Kind das respektiert wird kann respektieren.

Ihr habt Anregungen, Ideen oder Kritik? Schreibt mir: M.Poppins@gmx.ch

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Bis nächste Woche, eure Nanny Anny