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Ist ihr Kind ein „Picky eater“ ?

Die Idee für diesen Blog kam, eines Morgens diese Woche, als ich so einige meiner Mitmenschen mit Bananen in der Hand gesichtet habe auf dem Weg in die Arbeit Morgens um, ausnahmsweise, 9 Uhr. Dabei musste ich schmunzeln, denn jemand der mir mal sehr Nahe stand, mochte diese herrlichen gelben Dinger überhaupt nicht. Was ich absolut nicht nachvollziehen konnte. Aber manche meiner Mitmenschen können auch nicht verstehen, wie man keine Zwiebel mögen kann…(Wenn ihr mich nicht so gern habt, so könnt ihr mich mit Zwiebeln jagen) also, das Thema heute wird sein: Essen =)

(Ach ja, die Bananen, hatten sie alle von einer Chiquita Promotion am Bahnhof wie sich dann später herausgestellt hat.)

Gerade am Anfang, muss man das ja alles noch kennenlernen, ausprobieren. Wie fühlt sich das an, in der Hand (ja, manche Eltern Rümpfen jetzt evtl. die Nase) im Mund? Wie schmeckt es? Wie ist die Konsistenz? Während es am Anfang noch recht „eintönig“ zugeht, sind Kinder m Schnitt mit 2. Jahren schon an das ein oder andere gewöhnt. Manche sind sogenannte „gute Esser“ während andere von mir liebevoll „picky eater“ genannt werden. Manche mögen nur Gemüse (ja, diese Kinder soll es tatsächlich geben) andere wiederum würden sich am liebsten von blanker Pasta oder Brot ernähren andere wiederrum essen nichts was nicht akkurat getrennt ist auf dem Teller (Ja, jede Zutat braucht da seine eigene Nische auf dem Teller) und so weiter.

Doch wie bringe ich mein Kind dazu, neues auszuprobieren ohne Druck auszuüben oder ohne zu verzweifeln? Ich habe meine Abneigung gegen Zwiebeln entwickelt, weil man mich regelrecht zwang sie aufzuessen und jede Mahlzeit zu einem Machtkampf ausartete, was für beide, Eltern und Kinder sehr, sehr anstrengend wird auf Dauer. Es gibt bestimmt kein Patentrezept, da jedes Kind anders ist, ich kann euch nur meine „Methode“ vorstellen. Man muss natürlich auch immer akzeptieren, dass Kinder, wie wir Erwachsene gewisse Sachen einfach nicht mögen und sie dann zwar hier und da wieder anbieten, aber ohne Zwang und Druck. Ich z.B. lasse die Kinder probieren, einfach einen Bissen in den Mund, wenn es nicht schmeckt, darf man es in eine Serviette ausspucken und gut ist. Kindergeschmäcker ändern nämlich noch recht oft und was letzte Woche „fein“ war, kann diese Woche „Pfui, dass esse ich nicht!“ sein. Wenn man Zeit hat, kann man das Essen auch schön und Kindgerecht anrichten, denn bekanntlich isst das Auge mit, gerade bei den kleinen. Und so als hilfreichen Tipp ergänzend: Es kommt immer drauf an wie man das Essen „verkauft“ Gemüse isst sich viel leichter schön angerichtet und unter dem Phantasienamen. Manchmal, wenn neue Lebensmittel auf dem Tisch stehen und meine „picky eater“ mit dabei waren,und alt genug um zu verstehen, sagte ich ihnen schlicht und einfach:“Das ist nur für mich,nicht für dich, weil ich schon gross bin!“ Das machte das Kind meist neugierig und es wollte schliesslich probieren. Spielerisch an die Sache ran gehen, half mir und den Kindern ungemein. Und klar auch: Vorbild sein. Ich kann den Blumenkohl nicht anpreisen, aber ich selber esse ihn nicht. Lustig fand ich auch den Gruppendruck in der Krippe. Es gab wirklich Kinder die zu Hause das Gemüse nicht mal mit der Zange anfassten aber in der Gruppe, wenn diese Gemüse gegessen hatte, waren die besagten Kinder kräftig am mitmampfen. Für die Eltern unvorstellbar! Vor ein paar Jahren erschien auch ein toller Artikel zum Thema Kinder und Ernährung, hier ein kleiner Auszug:

ZEITmagazin: Schon Kleinkinder werden skeptisch, wenn ihre Eltern schwärmen: »Mh, dieser Brokkoli, fantastisch!« Die merken sofort, dass man sie belehren will.

Ellrott: Was man sagt, ist zwar auch wichtig, aber vor allem werden Eltern von ihren Kindern daran gemessen, was sie tun. Wenn sie selbst den Brokkoli nicht essen, können sie noch so toll darüber reden, wie lecker der ist, die Kinder werden es nicht glauben. Der Genuss muss glaubwürdig und authentisch sein, ganz entspannt. Das gilt auch für die Situation am Tisch – Eltern müssen sich klarmachen, wie wichtig die ist.

ZEITmagazin: Worauf kommt es bei den Mahlzeiten an?

Ellrott: Die Eltern müssen mit am Tisch sitzen. Das zeigt den Kindern: Gemeinschaft ist wichtig. Die Kinder lernen überhaupt sehr viel beim Essen: Es geht um Kommunikation, Toleranz, um Bindungen, also lauter ganz wichtige Dinge. Wann sitzt die Familie denn sonst schon mal zusammen? Beim gemeinsamen Essen kann die Familie über die Zukunft reden, den nächsten Ausflug, den anstehenden Geburtstag von Oma, die nächste Mathearbeit. Und wenn es mal richtig Streit gibt, sollte man sagen: Das besprechen wir nachher. So verhindert man, dass das gemeinsame Essen negativ besetzt wird.“

Quelle: Zeit

Und wenn wir schon beim Thema sind, hier gibt es Rezepte für und von Kindern:

Kochen mit Kindern

Auf dieser Seite schicken Kinder ihre Rezepte ein

Kreatives Essen? Hier!

Dann wünsche ich euch mal ein schönes Wochenende und Guten Appetit =)

Kritik, Lob, Vorschläge, Anregungen? Immer gern gesehen, entweder gleich hier oder unter: M.Poppins@gmx.ch

Eure Nanny Anny

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Enuresis, oder: Wenn Pipi machen in die Hose geht

Als Enuresis oder Enurese – von griech. en „in“ und ourein „Urin lassen“ – wird unwillkürliches Einnässen nach dem 3. bzw. 4. Lebensjahr bezeichnet, ohne dass eine körperliche Ursache vorliegt.

Quelle: Wikipedia

In einem Familienforum entdeckte ich kürzlich die Frage von einer besorgten Mama:

„Unsere siebenjährige Tochter braucht nachts noch Pampers, da sie in der Nacht noch nicht trocken ist und fast jede Nacht einnässt. So weit so gut; wir machen daraus kein grosses Tamtam und auch für unsere Tochter ist es nicht wirklich ein Thema… Es ist halt einfach noch nicht ganz so weit, und wir sind zuversichtlich dass sich das früher oder später ändern wird. Dies deckt sich auch mit der Meinung des Kinderarztes, der darüber Bescheid weiss.

Gestern kam das Thema kurz in einem Gespräch beim Essen auf und dabei fanden wir mehr zufällig heraus, dass sie offenbar immer wieder am Morgen, wenn sie bereits wach ist, in die Pampers macht – aus Bequemlichkeit wenn sie noch nicht aufstehen will und sonst halt alles abziehen müsste etc… Offenbar sei das gleiche auch schon vor dem Einschlafen vorgekommen…

ich meinte ziemlich deutlich, dass ich das gar keine gute Idee fände und das ab sofort nicht mehr vorzukommen habe! sie meinte dann nur „die muss man eh fortschmeissen weil sie schon nass sind von der Nacht, da kommt`s auch nicht mehr drauf an“… wobei sie mir regelrecht den Wind aus den Segeln genommen hatte, weil es wirklich stimmt. sie ist wirklich sozusagen jede Nacht nass – im Schlaf. Auf dieses so simple Argument hatte ich keine gescheite Gegenantwort.

Mein Mann meinte später auch, ich solle das etwas gelassener angehen – aber ich weiss nicht. mich stört einfach dieser Gedanke, dass sie einfach, weil sie noch nicht gerade aufstehen möchte, frisch fröhlich in die Pampers puschert…
was denkt ihr? was soll ich machen? ich meine, nachprüfen kann man es ja doch nicht wirklich…“

Meinte Antwort lautete wie folgt:

Ich weiss ja nicht was bei euch in der Familie sonst so los ist, aber wenn ich so zurück blicke auf die letzten 16 Jahren in meiner Arbeit mit Kindern hat es meist Gründe warum Kinder einnässen in dem Alter. Und wenn man körperliche Gründe ausschliesst muss man sich nach den Ursachen im Umfeld ansehen. Du scheinst mir auch sehr viel Druck auszuüben, (Zitat: ich meinte ziemlich deutlich, dass ich das gar keine gute Idee fände und das ab sofort nicht mehr vorzukommen habe!) was ich so an dem Text raus lesen kann. Darf deine Tochter selbstbestimmt handeln oder triffst du die meisten Entscheidungen für sie? Entschuldige die direkte Frage, aber es könnte sein, dass die Tochter auf dem Wege versucht etwas zu bewirken, weil sie evtl. sonst nichts zuhause zu melden hat bzw. Aufmerksamkeit will, weil sie irgendwo zu kurz kommt. Wenn ich mir deine Schilderung so durchlese klingt das für mich nach einem Machtspiel. Sind natürlich alles nur Mutmassungen und Gedankengänge, ich möchte nicht dass du das Persönlich nimmst. Ich versuche nur mögliche Ursachen aufzuzeigen. Mit dem Psychologen würde ich erstmal warten, das kann das Ganze in dem Alter noch schlimmer machen, weil das Kind dann das Gefühl bekommt es stimme etwas nicht mit ihm. Wurde sie irgendwann mal trocken oder seid wann besteht das Problem? Gab es grosse Veränderungen, Familiär oder seid ihr umgezogen, neues Geschwisterchen usw.? Ich würde dir empfehlen erst mal die Situation anzusehen, die Windel weg zu lassen. Sie kann dir auch helfen das Bett jeden Tag neu zu beziehen, ich finde sie ist gross genug dazu. Ja, es ist mühsam, aber es ist konsequent, in dem Alter eine Windel, behebt das Problem auf jeden Fall nicht, sondern wie du sagst, verleitet zur „Bequemlichkeit“ (wobei ich das Wort falsch gewählt finde) und man schiebt die Problematik vor sich hin.
Vielleicht hilft ein „Ich bin jetzt ein grosses Mädchen“ Ritual sich von der Windel zu verabschieden in dem man neue Unterhöschen kauft, es attraktiv macht ohne Windel zu schlafen, evtl. neue Bettbezüge und all das und nimmt so auch den Druck von ihr. Wie gesagt, alles nur meine Meinung und meine Erfahrungen.

Das hier ist natürlich nur ein Einzelfall denn jedes Kind ist individuell. Ich habe auch mal einen Jungen, 6 Jahre alt, betreut, jeden Tag von 7 Uhr morgens bis 19 Uhr abends, er hatte noch eine kleine Schwester, 5 Tage die Woche, manchmal auch über das Wochenende wenn die Eltern verreist waren. Sie kamen aus England und waren seit einem halben Jahr in der Schweiz als ich bei ihnen anfing. Ich war bereits die zweite, Live In Nanny. Es hatte eine Zeit lang gedauert, bis die Kinder und ich warm wurden, sie Integriert wurden, denn die vorherige Nanny war selber neu in der Schweiz und hatte noch selbst kein Bild sich machen können wo alles ist, geschweige denn hatte sie Kontakte zu anderen Nannys in der kurzen Zeit knüpfen können.

Erschwerend kam noch dazu, dass die Kinder nur englisch konnten. Gesagt getan, ein weiteres halbes Jahr zog ins Land, die Kinder waren fröhlich, hatten neue Freundschaften geknüpft und fühlten sich wohl, alles also Bestens. Davon mal abgesehen, dass die Eltern unter der Woche die Kinder nur zu Bett brachten. Und am Wochenende schleiften sie die Kinder durch halb Europa. Nach 6. Monaten eröffneten mir die Eltern, dass sie nach Dubai ziehen werden. Für mich und für die Kinder ein Schock, aber der grosse freute sich sehr, zumindest am Anfang. Klar ist es auf den ersten Blick verlockend dahin zu ziehen. Denn er fing an einzunässen. Mal in der Schule, mal über Nacht. Klar wusste ich woher das kam. Aus Angst vor der neuen Situation. Es lag klar auf der Hand. Die Eltern aber, als sie das Gespräch suchten, meinten nur er wäre zu faul auf die Toilette zu gehen, meine Meinung liessen sie trotz nachfragen nicht gelten. Wie es weiter ging, weiss ich nicht, denn der Kontakt brach nach dem Umzug komplett ab.

Auch ein neues Geschwisterchen, ein Umzug, veränderte Lebensbedingungen, Umzug, irgendwas, dass das Kind seelisch belastet, all das kann auch zu Bettnässen führen. Sicher muss man, wenn all das nicht gegeben ist, auch mal das Kind durch checken lassen um herauszufinden, ob körperlich alles in Ordnung ist, doch sollte man sich erst mal in Ruhe die Situation ansehen, keinen Druck erzeugen oder gar gleich zum Psychologen rennen.

Einen sehr schönen, ausführlichen Bericht darüber fand ich hier, da ich das Thema nur angeschnitten habe:

http://www.kinderarzt-online.org/de/ratgeber/Enuresis.php

Schönes Wochenende

Nanny Anny

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„Du bist aber streng!“ „Ich bin nicht streng, ich bin konsequent

Konsequenz (von lateinisch consequi ‚folgen‘, ‚erreichen‘) ist eine – oft zwingende, mindestens jedoch mögliche – Folgerung. Je nach Kontext sind spezifischere Redeweisen üblich.

Umgangssprachlich beschreibt „konsequent“ u. a. die Zielstrebigkeit des Handelns einer Person, ein gegenteiliges Verhaltensmuster würde dann „inkonsequent“ genannt, etwa, wenn eine angekündigte Handlung unterlassen wird.

Heute stelle ich mir die Frage, warum viele Eltern nicht konsequent sein können bzw warum viele konsequenz mit Strenge verwechseln, oder gar mit schreien oder noch schlimmer: Schlagen. Und schon mal vorab: Ja, konsequent sein ist anstrengend, kostet Zeit aber es lohnt sich. Denn wenn ich die Regeln von Anfang an klar kommuniziere muss ich nicht jeden Tag darum verhandeln. Sicher werden sie angepasst im Laufe der Zeit, doch der rote Faden bleibt. Und ja, Kinder brauchen einen Roten Faden an dem sie sich orientieren können.

Als erstes ist es wichtig, dass sich Eltern Gedanken machen nach welchen Grundsätzen sie das Kind erziehen wollen. Dabei ist es wichtig mit dem Partner zu sprechen, damit sich beide einig sind. Nichts ist schlimmer, als ein Kind dass Mutter gegen Vater ausspielt oder umgekehrt. Die Masche guter Cop, böser Cop ist in der Erziehung fehl am Platz. Erziehungsgrundsätze könnten sein; Wir gehen Respektvoll miteinander um, wir unterstützen uns so weit wie möglich.

Wenn Kinder alt genug sind kann man sie miteinbeziehen, wenn es um das Finden von Familienregeln geht wie z.B die Schuhe werden vor der Haustüre ausgezogen, jeder räumt sein eigenes Geschirr auf nach dem Essen usw. Es fällt Kindern einfacher sich an Regeln zu halten wenn sie ein gewisses Mitspracherecht haben. Wenn die Regeln nicht eingehalten werden, sollte man sich überlegen warum das passiert ist. Auch Konsequenzen sollten nicht gleich folgen sondern nach einer Vorwarnung.

Auch solltet ihr liebe Eltern auch meinen was ihr sagt. Wie oft sehe ich euch z.B an Spielplätzen leere Drohungen aussprechen. „ Max, wenn du nicht aufhörst mit Sand zu werfen dann gehen wir Heim!“ Nach dem 10 mal nimmt Max seine Mutter natürlich nicht mehr Ernst, aber das Fehlverhalten bleibt. In so einem Fall denke ich würde es doch reichen, es einmal zu sagen, das nächste Mal zu verwarnen und auch zu betonen, dass man es nicht noch einmal sagt und beim dritten Mal gehen. Meist (sorry liebe Mamas) sind es ja gerade Mütter die dann mit ihrer Freundin weiter quatschen möchten und deswegen nicht gehen. Inkonsequenz aus Bequemlichkeit. Aber beim nächsten Fehlverhalten rumjammern das Kind nehme einen nicht Ernst 😉

Konsequent heisst: Heute so-Morgen genauso! Und nicht jeden Tag nach Lust und Laune die Regeln ändern, wie es für den Erwachsenen am bequemsten ist. Das Kind wird verunsichert und ab einem gewissen Punkt, weiss es nicht mehr was man von ihm verlangt. Man kann Kinder auch ermutigen etwas zu tun, ohne gleich Konsequenzen androhen zu müssen. Beispiel: Max möchte seine Schuhe nicht ausziehen beim rein kommen in die Wohnung. Man könnte ihm anbieten, dass er seine tollen Hausschuhe anziehen darf. Oder, dass man gemeinsam etwas spielen könnte in seinem Zimmer, aber dafür muss er die Strassenschuhe aus ziehen. Bzw. wenn er schon mit den dreckigen Schuhen in die Wohnung möchte, muss er dann selber den Dreck wegputzen als letzte Instanz.

Manchmal wollen Kinder mit negativem Verhalten auch einfach nur provozieren, lasst euch nicht aus der Reserve locken liebe Eltern. Manchmal bringt es mehr so ein verhalten zu ignorieren, es kommt natürlich auch immer auf die Situation drauf an. Ich hatte mal einen Ausflug mit den kleinen in der Krippe. Dabei waren auch 2 Kinder die in jeder Gelegenheit meinten sie müssten die Regeln austesten. Wir stiegen also in die Tram und ich hatte ihnen in der Krippe noch gesagt, dass wir in der Tram nicht rumschreien, wir sind ja schliesslich dort nicht auf dem Spielplatz. Und die Menschen dort wollen in Ruhe Tram fahren. Ich sagte ihnen auch, falls das nicht klappt, steigen wir aus und drehen um in die Krippe, zu Fuss. Als wir schliesslich eingestiegen sind, war es kurz leise, dann fing einer der besagten Kinder grundlos an rum zu brüllen. Einige Mitfahrer erschraken, da es wirklich ohne Vorankündigung geschah. Und jeder der mit Kindern zu tun hat, weiss, dass es nur einen braucht der den Affen macht und alle machen es nach. Also blieb es nicht bei dem einen Brüller, auch andere Kinder nahmen sich ein Beispiel und machten munter mit. Ich fragte in die Runde ob sie sich denn erinnern, was passiere, wenn sie weiter so rum schreien würden und erinnerte sich erneut daran. 1 Station hielten sie es aus, dann ging das Theater von vorne los. Ich betonte, dass es nun die letzte Warnung ist, und wenn es nicht sofort aufhört, wir austeigen und die drei Stationen zu Fuss zurück laufen würden, also ein Spaziergang statt Spielplatz. Bei der nächsten Station stiegen wir dann aus, da es anscheinend niemand von den Kindern glauben konnte, dass wir wirklich umdrehen würden. Es kam ja schliesslich bei den Erzieherinnen vor mir auch nie vor. Umso erschrockener waren sie als ich aufstand, die Türe sich öffnete und ich ihnen mitteilte, dass wir nun aussteigen. Klar war das erst mal ein Schock, aber meint ihr sie haben jemals wieder in der Tram, Bus, Zug usw rumgeschrien? Und es waren alles Kinder im Alter von 2.5-4 Jahren. Konsequenz statt strafen, es muss immer was mit der Sache zu tun haben damit die Kinder daraus lernen.

Genauso beim Essen; Kinder die anfingen mit Essen zu spielen, es auf den Boden warfen und all die Späße. Es wurde ihnen mitgeteilt, dass sie wohl fertig bzw. nicht mehr Hungrig  sein müssten wenn sie mit dem Essen so umgehen. Und dann wurde ihnen das Essen weg genommen, doch sie mussten sitzen bleiben bis alle fertig waren. (Auch hier sei angemerkt, dem Alter entsprechend)

Je klarer die Regeln, desto einfacher das Miteinander, desto einfacher können sich Kinder orientieren. Probiert es aus, aber konsequent 😉

Ideen für den Blog, Fragen, Anregungen? Immer her damit oder unter M.Poppins@gmx.ch

Liebe Grüsse aus dem grauen Prag

Nanny Anny

Ps. Der Blog erscheint nun immer Freitags!

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Herbstspecial

Herbstspecial

Meine lieben, die Tage werden kürzer, die Temperaturen gehen in den Keller, die Blätter werden bunter-der Herbst ist da! Deswegen habe ich mir etwas tolles für euch überlegt: Ein Herbstspecial! Tolle Rezepte, Bastelideen, Kochrezepte und vieles mehr. Viel Spass beim stöbern!

Ich möchte mit einem tollen, leckeren Kuchen von Zucker, Zimt und Liebe anfangen:

Apfel Gugelhupf mit Zimt und Walnüssen
Zutaten:

340g Mehl
1/2 TL Backpulver
1 TL Natron
1 TL Zimt
1 Prise Salz
3 Eier
200g Zucker
240ml Sonnenblumenöl
2 mittelgroße Äpfel, geschält, entkernt und geraspelt (meine wogen vor dem Schälen, Entkernen und Raspeln zusammen ca. 350g)
50g Walnüsse, grob gehackt

Puderzucker

1.) Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Gugelhupfform fetten und ausmehlen.
2.) Mehl, Backpulver, Natron, Salz und Zimt mischen und beiseite stellen.
3.) Eier, Zucker und Öl mit dem Handrührgerät mischen, bis eine helle, cremige Masse entsteht. Nun mit einem Kochlöffel die Apfelhobel darunter heben.
4.) Die Mehlmischung darüber sieben und gemeinsam mit den Walnüssen unterheben, bis ein homogener Teig entsteht.
5.) Den Teig in die vorbereitete Form füllen und den Kuchen ca. 50-60 Minuten lang backen. Ob der Kuchen fertig ist, lässt sich leicht mithilfe eines hineingepieksten Holzstäbchens feststellen.
6.) Den Kuchen dann aus dem Ofen holen, leicht abkühlen lassen und auf ein Kuchengitter stürzen. Nach Lust und Laune mit Puderzucker oder Zuckerguss garnieren.
7.) Nein, es spricht nichts dagegen, das gleiche noch mal mit Birne zu versuchen.

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Guten Appetit =)

Auch ganz lecker:

Herbstlicher Nachtisch

Zutaten

250 gramm Mascarpone

250 gramm Magerquark

3 Äpfel

Weißen und braunen Zucker

Die Äpfel schälen und im Topf weich dünsten. Mit dem weißen und braunen Zucker abschmecken. Mascarpone und Magerquark mischen. Die gedünsteten Äpfel in ein Glas füllen, erkalten lassen und dann die Quarkmischung darauf verteilen. Etwas Zimt darüber….fertig !

Rezept: Lebe deinen Traum

Die etwas andere Lasagne, aber genau so fein=)

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Zutaten

Für 4 Portionen
750 g Hokaido Kürbis
2 St. Zwiebeln
3 El Olivenöl
Salz, Cayennepfeffer
0,5 Tl Zimtpulver1 El gehackten Thymian
500 g passierte Tomaten
275 ml Fleischbrühe
400 ml Milch geriebene Muskatnuss
3 El Saucenbinder
125 g fein geriebener Bergkäse
200 g Lasagneblätter
50 g grobe Semmelbrösel
4 Stiele Thymian
1. Kürbis waschen, halbieren, Kerngehäuse entfernen und das Kürbisfleisch ungeschält würfeln. Zwiebeln würfeln.

2. Olivenöl in einer großen beschichteten Pfanne erhitzen. Kürbis und Zwiebeln darin anbraten. Mit Salz, Cayennepfeffer, Zimt und Thymian würzen. Tomaten und 125 ml Brühe  . 8-10 Min. schmoren.

3. Milch und 150 ml Brühe in einen Topf geben. Mit Salz und Muskat würzen, aufkochen und mit Saucenbinder binden. Topf von der Herdplatte ziehen und die Hälfte vom Käse nach und nach unterrühren.

4. Lasagneblätter, Kürbissauce und Käsesauce abwechselnd in eine Auflaufform (20×25 cm) schichten. Mit Käsesauce abschließen. Restlichen Käse und Semmelbrösel darüberstreuen.

5. Im heißen Ofen bei 200° (Umluft 180°) auf der mittleren Schiene 30-35 Minuten backen und mit Thymian bestreut servieren.

Rezept: Essen und Trinken

Und noch 8 weiter leckere Rezepte:

8 Herbstrezepte der Salzburger Blogger

Da ich sehr musikalisch bin und die meisten Kinder singen lieben, auch noch ein paar Herbstlieder. Das erste gefällt mir besonders gut, da es ein Fingerspiel ist. Ich habe bewusst nicht nur die Texte genommen, da man meistens auch noch eine Melodie dazu braucht 😉

In der Krippe war auch das einer meiner Favouriten, auch daraus lässt sich ein Fingerspiel zaubern, aber das überlasse ich eurer Phantasie.

Auch dieser Klassiker darf nicht fehlen:

Und natürlich der Drache, hier die Bastelanleitung:

http://www.familie.de/diy/drachen-selbermachen-so-geht-s-539549.html

Etwas Deko gefällig? Himmelblau hat da was tolles für euch gebastelt.

Du benötigst: schöne bunte Blätter ( sind nicht getrocknet), Blumendraht oder auch Basteldraht ( nicht so breiten ) und eine Vase oder Gläser für Teelichter.
Die Blätter werden nun um das Gläser gelegt und mit dem Draht umwickelt. Nun Kerze oder Teelicht hinein und Fertig! Geht schnell und ist zauberhaft anzusehen!

 Hier gibts tolle Ausmalbilder:

http://www.gratismalvorlagen.com/natur/herbst.php

Einfache Bastelanleitungen für grössere Kinder findet ihr auch hier. Find das immer toll, wenn sich ein Bild auch so schön anfühlt wie es aussieht.

http://deavita.com/bastelideen/herbst-basteln-vorlagen-kinder-ideen.html

So, das war es erst mal von mir. Geniesst den Herbst meine lieben, ich tue es auf jeden Fall.

Liebe Grüsse aus Berlin

Nanny Anny

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Faire Anstellungsbedingungen für Kinderbetreuer & Kita Arbeit im Wandel der Zeit

Wie gross war wieder der Aufschrei der durch Deutschland ging letzte Woche als es hiess: Evtl. werden die Kitas wieder Streiken! Empörte Eltern, Ahnungslose und noch mehr Unwissende stritten also im Netz mit Erzieherinnen und anderen Pädagogen darüber, ob es den Leuten zusteht wieder in den Streik zu treten. Weil Arbeitsplätze dran hängen (verständlich) und weil viele einfach schlicht und ergreifend nicht wissen wohin mit dem Kind, falls es nochmal zum Streik kommen sollte. Wobei ich der Meinung bin, dass man sich organisieren kann, auch für wenig bis kein Geld, wenn man nur will. Der Beruf der Erzieherin hat sich aber auch in den letzten Jahren stark gewandelt. Ansprüche sind gestiegen, mehr Förderung wird verlangt, wenig Personal, viele Feuerwehrübungen (man versucht „Brände“ zu löschen statt sie zu beheben, z:b bei Personalengpass usw.) Es findet auch ein Wandel statt was die Ausbildung der Erzieherin betrifft, näheres zum Wandel der Kita Arbeit hier:

http://www.kitakram.de/Die-Entwicklung-der-Kitaarbeit

Ich bin der Meinung: Zufriedene Angestellte gehen mit einer ganz anderen Motivation in die Arbeit, wenn sie Wertgeschätzt und Fair bezahlt wird. Denn auch wir, die mit Kindern arbeiten, müssen Rechnungen zahlen und leben. Ich erinnere mich gut, als ich letztes Jahr eine Anstellung als Nanny suchte waren da einige Aussagen dabei, die ich nur noch Kopfschüttelnd hinnahm. Bis auf eine;

Da erzählte mir die Mutter was sie denn alles so für Ansprüche hat: Das Haus putzen, Wäsche waschen und bügeln, Einkaufen, Kochen, 3. Kleinkinder betreuen und fördern plus mit dem Hund raus gehen 3. Mal am Tag. Also das Rundumwohlfühlpaket für den Arbeitgeber, täglich 10. Stunden. Als ich sie nach der Bezahlung fragte, nannte sie mir die Summe (3500 CHF Brutto), daraufhin konnte ich nur noch lachen. Ich sagte ihr deutlich, dass es weit unter dem Mindestlohn sei was sie da bezahlen möchte, für das grosse XXL Paket, dass sie da verlangt. Und dann, im ganz ernsten Ton bekam ich das zu hören: „Mögen Sie denn keine Kinder? Sie sind ja mega fest aufs Geld fixiert!“ „Doch doch ich liebe Kinder, antwortete ich genau so trocken zurück, aber wissen Sie Frau XY, mein Vermieter, meine Telefongesellschaft, meine Versicherungen und die Kassiererin beim Coop, die kann ich nicht mit Kinderliebe bezahlen. Und wenn ich schon Hundesitterin, Haushälterin, Köchin, Putzfrau und Nanny in einem bin, 10 Stunden pro Tag, Woche für Woche, möchte ich auch einen gerechten Lohn, denn auch meine Zeit ist kostbar!“ Die Dame legte nur noch auf und liess mich fassungslos zurück. Ist jetzt einer der hefigeren Fälle gewesen, aber sicher keine Ausnahme. (Eine andere Dame hätte mich z.B gern gehabt als Nacht Nanny für 100 CHF, Brutto / Nacht, 4 mal die Woche, von 21 Uhr bis 6 Uhr am morgen für ihre Neugeborenen Zwillinge)

Liebe Eltern, was denkt ihr euch eigentlich manchmal dabei? Wir Nannys machen das nicht aus einer Langweile heraus, es ist unser Beruf. Davon leben wir, damit verdienen wir unsere Brötchen, davon müssen wir alles bezahlen wie ihr auch. Und wenn die Ansprüche hoch sind, muss es das Gehalt auch sein. Ihr könnt nicht verlangen, dass wir für 15-20 CHF pro Stunde die Eierlegende Wollmilchsau sind. Denn ihr wisst selber, Haushalt, Einkauf, Kochen, Putzen, Waschen und Bügeln inc Kinderbetreuung und Förderung, das ist ein hartes Stück arbeit.

Vielen ist aber der Unterschied auch nicht geläufig, zwischen Tagesmutter, Babysitter, Aupair, Nanny (mit und ohne päd. Ausbildung), Kleinkinderzieherin, denn die Gehaltsspannnen hier klaffen gewaltig auseinander, aber dazu ein anderes mal mehr. Heute soll es um den Beruf der Nanny gehen. Die Stadt Zürich hat dazu ein sehr gutes, ausführliches Merkblatt raus gegeben :     13_nannys

Ich würde mir sehr wünschen, dass mehr Eltern sich erst mal richtig Informieren, bevor sie sich eine Nanny suchen. Denn wenn das nicht über eine Agentur passiert, kann es schnell passieren, dass man, gerade als junge Frau ausgenutz wird, schlicht und ergreifend, weil man es nicht besser weiss, auf beiden Seiten.  Viele Familien wissen auch einfach nicht, wo man zu welchen Fristen ihre Hausangestellten melden und anmelden muss. Oder wieviel man von ihren Angestellten zu erwarten hat, gerade wenn es sich um eine Live -In Nanny handelt.

Auch hier hilft dieses Merkblatt, oder einfach nachforschen, informieren, fragen. Im ersten Jahr in der Schweiz, musste ich eine Busse bezahlen, (die Familie auch) da sie vergassen mich richtig anzumelden. 400 CHF für alle, denn ohne Anmeldung, was die Pflicht des AG ist, ist es Schwarzarbeit und Unwissenheit schützt  bekanntlich vor Strafe nicht. Agenturen regeln das meistens viel besser, haben aber den Nachteil, dass sie für Famlien schlicht zu teuer sind. Im Zweifelsfall würde ich aber immer eine Anstellung über eine Agentur vorziehen. Gute Adressen gibts bei mir, denn auch unter den Agenturen hat es Schwarze Schafe.

Falls ihr Fragen zum Thema habt, Anregungen, Kritik, Lob, bitte an: M.Poppins@gmx.ch

Der Blog erscheint ab jetzt immer Freitags!

Schönes Wochenende

Nanny Anny