Ist ihr Kind ein „Picky eater“ ?

Die Idee für diesen Blog kam, eines Morgens diese Woche, als ich so einige meiner Mitmenschen mit Bananen in der Hand gesichtet habe auf dem Weg in die Arbeit Morgens um, ausnahmsweise, 9 Uhr. Dabei musste ich schmunzeln, denn jemand der mir mal sehr Nahe stand, mochte diese herrlichen gelben Dinger überhaupt nicht. Was ich absolut nicht nachvollziehen konnte. Aber manche meiner Mitmenschen können auch nicht verstehen, wie man keine Zwiebel mögen kann…(Wenn ihr mich nicht so gern habt, so könnt ihr mich mit Zwiebeln jagen) also, das Thema heute wird sein: Essen =)

(Ach ja, die Bananen, hatten sie alle von einer Chiquita Promotion am Bahnhof wie sich dann später herausgestellt hat.)

Gerade am Anfang, muss man das ja alles noch kennenlernen, ausprobieren. Wie fühlt sich das an, in der Hand (ja, manche Eltern Rümpfen jetzt evtl. die Nase) im Mund? Wie schmeckt es? Wie ist die Konsistenz? Während es am Anfang noch recht „eintönig“ zugeht, sind Kinder m Schnitt mit 2. Jahren schon an das ein oder andere gewöhnt. Manche sind sogenannte „gute Esser“ während andere von mir liebevoll „picky eater“ genannt werden. Manche mögen nur Gemüse (ja, diese Kinder soll es tatsächlich geben) andere wiederum würden sich am liebsten von blanker Pasta oder Brot ernähren andere wiederrum essen nichts was nicht akkurat getrennt ist auf dem Teller (Ja, jede Zutat braucht da seine eigene Nische auf dem Teller) und so weiter.

Doch wie bringe ich mein Kind dazu, neues auszuprobieren ohne Druck auszuüben oder ohne zu verzweifeln? Ich habe meine Abneigung gegen Zwiebeln entwickelt, weil man mich regelrecht zwang sie aufzuessen und jede Mahlzeit zu einem Machtkampf ausartete, was für beide, Eltern und Kinder sehr, sehr anstrengend wird auf Dauer. Es gibt bestimmt kein Patentrezept, da jedes Kind anders ist, ich kann euch nur meine „Methode“ vorstellen. Man muss natürlich auch immer akzeptieren, dass Kinder, wie wir Erwachsene gewisse Sachen einfach nicht mögen und sie dann zwar hier und da wieder anbieten, aber ohne Zwang und Druck. Ich z.B. lasse die Kinder probieren, einfach einen Bissen in den Mund, wenn es nicht schmeckt, darf man es in eine Serviette ausspucken und gut ist. Kindergeschmäcker ändern nämlich noch recht oft und was letzte Woche „fein“ war, kann diese Woche „Pfui, dass esse ich nicht!“ sein. Wenn man Zeit hat, kann man das Essen auch schön und Kindgerecht anrichten, denn bekanntlich isst das Auge mit, gerade bei den kleinen. Und so als hilfreichen Tipp ergänzend: Es kommt immer drauf an wie man das Essen „verkauft“ Gemüse isst sich viel leichter schön angerichtet und unter dem Phantasienamen. Manchmal, wenn neue Lebensmittel auf dem Tisch stehen und meine „picky eater“ mit dabei waren,und alt genug um zu verstehen, sagte ich ihnen schlicht und einfach:“Das ist nur für mich,nicht für dich, weil ich schon gross bin!“ Das machte das Kind meist neugierig und es wollte schliesslich probieren. Spielerisch an die Sache ran gehen, half mir und den Kindern ungemein. Und klar auch: Vorbild sein. Ich kann den Blumenkohl nicht anpreisen, aber ich selber esse ihn nicht. Lustig fand ich auch den Gruppendruck in der Krippe. Es gab wirklich Kinder die zu Hause das Gemüse nicht mal mit der Zange anfassten aber in der Gruppe, wenn diese Gemüse gegessen hatte, waren die besagten Kinder kräftig am mitmampfen. Für die Eltern unvorstellbar! Vor ein paar Jahren erschien auch ein toller Artikel zum Thema Kinder und Ernährung, hier ein kleiner Auszug:

ZEITmagazin: Schon Kleinkinder werden skeptisch, wenn ihre Eltern schwärmen: »Mh, dieser Brokkoli, fantastisch!« Die merken sofort, dass man sie belehren will.

Ellrott: Was man sagt, ist zwar auch wichtig, aber vor allem werden Eltern von ihren Kindern daran gemessen, was sie tun. Wenn sie selbst den Brokkoli nicht essen, können sie noch so toll darüber reden, wie lecker der ist, die Kinder werden es nicht glauben. Der Genuss muss glaubwürdig und authentisch sein, ganz entspannt. Das gilt auch für die Situation am Tisch – Eltern müssen sich klarmachen, wie wichtig die ist.

ZEITmagazin: Worauf kommt es bei den Mahlzeiten an?

Ellrott: Die Eltern müssen mit am Tisch sitzen. Das zeigt den Kindern: Gemeinschaft ist wichtig. Die Kinder lernen überhaupt sehr viel beim Essen: Es geht um Kommunikation, Toleranz, um Bindungen, also lauter ganz wichtige Dinge. Wann sitzt die Familie denn sonst schon mal zusammen? Beim gemeinsamen Essen kann die Familie über die Zukunft reden, den nächsten Ausflug, den anstehenden Geburtstag von Oma, die nächste Mathearbeit. Und wenn es mal richtig Streit gibt, sollte man sagen: Das besprechen wir nachher. So verhindert man, dass das gemeinsame Essen negativ besetzt wird.“

Quelle: Zeit

Und wenn wir schon beim Thema sind, hier gibt es Rezepte für und von Kindern:

Kochen mit Kindern

Auf dieser Seite schicken Kinder ihre Rezepte ein

Kreatives Essen? Hier!

Dann wünsche ich euch mal ein schönes Wochenende und Guten Appetit =)

Kritik, Lob, Vorschläge, Anregungen? Immer gern gesehen, entweder gleich hier oder unter: M.Poppins@gmx.ch

Eure Nanny Anny

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