Dein Kind- der Wutzwerg!

Letztens in einem beliebigen Forum für Eltern:

Mama geht mit Papa und Kind, 4 Jahre alt einkaufen. Kind hat keine Lust auf das, bockt dem entsprechend rum, fängt irgendwann an zu schreien, dass kein gutes zu reden mehr Hilft. Es lässt sich von Papa durch den Supermarkt im Einkaufswagen schieben, während Mama die Lebensmittel rein packt und das Gebrülle des Kindes ignoriert. Da erdreistet sich eine Frau zur Mutter zu sagen: „Gehen sie doch bitte mit dem Kind raus bis es sich beruhigt!“ Mutter natürlich nun auch Wutentbrannt, fängt Diskussion an und schildert diese, aus ihrer Sicht, unmögliche Gegebenheit dem besagten Forum. Nun sind die Lager wie immer gespalten. Was würdet ihr tun? Verständnis haben für die Eltern und das Kind oder doch für die Frau, die sich durch das Geschrei belästigt fühlt?

Auch wenn ich Kinder liebe und sie meine Berufung sind, muss ich euch sagen: Ich verstehe die Frau, die sich belästigt fühlt nur all zu gut. Es braucht keine 2. Erwachsene um einen Einkauf zu tätigen und warum meinen gewisse Eltern auch, dass jeder ihren trotzigen Spross und seine Eskapaden ertragen muss? Ich bin nicht kinderfeindlich, auf gar keinen Fall. Doch habe ich und viele andere das Recht, in Ruhe einkaufen zu können, oder im Restaurant, Cafe, Tram usw zu sitzen. Dem Kind tut man ja auch keinen Gefallen, wenn man es mitschleift gegen seinen Willen, und ihn den genervten Blicken der Mitmenschen bei seinem Wutanfall aussetzt, oder seh ich da etwas falsch?

Es ist auch ok, dass Kinder ihre Trotzphasen ausleben, doch darf man nicht erwarten, dass andere Menschen es tolerieren müssen. Kurz das Kind rausnehmen, denn auch das Kind ist mit der Wut überfordert, nicht nur die Erwachsenen. Das Kind seine Wut ausleben lassen, ihm mitteilen dass man da ist. Verständnis zeigen für die Wut, wenn sich das Kind beruhigt hat, in den Arm nehmen und trösten. Wutanfälle sind für beide Seiten richtig anstrengend, doch sie gehören einfach dazu. Man darf sich auch nicht von anderen verunsichern lassen, wenn man sich eine Auszeit gönnt vor dem Supermarkt, oder wo auch immer. Denn immer mehr Mütter lassen sich durch andere, durch doofes Glotzen oder sonst was unnötig verunsichern oder schämen sich für die Kinder.

Das Babycenter hat ein paar wertvolle Tipps zusammen gestellt, die auch ich so nur empfehlen kann:

„Versuchen Sie gar nicht erst, mit Ihrem Kind vernünftig zu sprechen. Während eines Wutanfalls verliert Ihr Kind sprichwörtlich den Verstand – Vernunft hat jetzt keine Chance.“

Schreien Sie nicht zurück. Wut steckt an. Es kann gut sein, dass Sie mit jeder Minute, die Ihr Kind länger brüllt, selbst ärgerlicher werden. Bleiben Sie ruhig. Sollten Sie auch ausflippen, dann wird Ihr Kleines – just in dem Moment, wenn es selbst ruhiger wird – den Ärger in Ihrer Stimme wahrnehmen. Das reicht, um einen neuen Wutausbruch anzufachen.“

Lassen Sie nicht zu, dass sich Ihr Kleines für einen Wutausbruch bestraft (oder belohnt) fühlt. Ihr Kind sollte nicht das Gefühl haben, dass die Wutanfälle, unter denen es selbst leidet, irgendetwas beeinflussen können – weder im negativen noch im positiven Sinne. Falls Ihr Kind einen Wutausbruch bekommt, weil es nicht in den Garten durfte, dann bleiben Sie auch hinterher dabei. Und falls Sie vor dem Koller einen schönen Spielplatzbesuch geplant hatten, dann gehen Sie auch zum Spielplatz, sobald sich Ihr Kind beruhigt hat.“

Fassen Sie Ihr Kind wegen eines drohenden Wutanfalls nicht mit Samthandschuhen an. Viele Eltern fürchten, dass Ihre Kinder gerade an öffentlichen Plätzen vor Wut losbrüllen könnten. Lassen Sie Ihr Kind diese Sorgen niemals spüren! Vielleicht nehmen Sie Ihr Kleines nicht gerne mit in den Supermarkt, weil es dort zwar keine Süßigkeiten, dafür aber einen Wutausbruch gibt? Vielleicht geben Sie, wenn Sie Besuch haben, bei Süßigkeiten schneller nach – weil auf ein Verbot ein Koller folgen könnte? Ihr Kind merkt sich das sehr schnell! Sobald Ihr Kleinkind versteht, dass seine plötzlichen unkontrollierbaren Wutausbrüche positive Auswirkungen auf Ihr Verhalten haben, lernt es, halb-freiwillige Wutausbrüche zu forcieren – ein typisches Verhalten für Vierjährige, die nicht altersgemäß erzogen wurden.“

Des weiteren wird beschrieben, dass es wirklich nur eine Phase ist:

„Ihr Kleinkind wird heranwachsen, größer und stärker werden und es kann schließlich die Dinge besser bewältigen. Das bedeutet, dass der Alltag weniger frustrierend für Ihr Kind sein wird. Es weiß und versteht inzwischen mehr. Deshalb gibt es auch nicht mehr so viele beängstigende neue Dinge in seiner Welt. Und wenn Ihr Kind nicht mehr so viel Angst hat, braucht es auch nicht mehr so viel beruhigende Rückversicherung von Ihnen. Nach und nach lernt Ihr Kleines flüssiger zu sprechen – nicht nur über das, was es sieht, sondern auch über das, was es denkt und sich vorstellt. Sobald Ihr Kind das kann, helfen manchmal auch tröstende und ermutigende Worte und Ihr Kleines ist vielleicht nicht mehr auf ständigen körperlichen Trost angewiesen. Sprache hilft, zwischen Realität und Fantasie zu unterscheiden. Sobald Ihr Kind alt genug dafür ist, wird es verstehen, dass viele der schlimmsten Ängste nichts mit dem realen Leben zu tun haben, und dass viele Verbote, die Sie aussprechen, vernünftig sind.
Ihr Kleinkind ist auf dem besten Weg, ein vernünftiger und kommunikativer Mensch zu werden. Geben Sie ihm nur ein wenig Zeit.“

„Kleinkinder haben es nicht leicht: Sie befinden sich in einer Achterbahn der Gefühle und schaukeln hin und her zwischen Angst und Wut. Eltern haben es auch nicht leicht: Denn sie versuchen, ein ausgeglichener fester Bezugspunkt zu sein – und das während der rasanten emotionalen Kleinkind-Achterbahnfahrt. Aber die Zeit arbeitet für uns! Wenn Ihr Kind erst einmal ins Vorschulalter kommt, dann hat es schon einen großen Teil der Verwandlung geschafft.“

Quelle und ganzer Bericht:
http://www.babycenter.de/a9744/wutanf%C3%A4lle-bew%C3%A4ltigen

Also liebe Eltern, tiiiiiiief Luft holen, Geduldig sein und dem Wutzwerg seine Plattform bieten, die es braucht, allerdings auch mit ein wenig Rücksicht auf die Umwelt. Viele Wutanfälle lassen sich aber auch durch Aufmerksamkeit dem Kind gegenüber, Mitspracherecht des Kindes und Einfühlungsvermögen seitens der Erwachsenen vermeiden.

Hier berichtet eine Mutter von ihrem Wutzwerg und wie dieser lernte mit seiner Wut umzugehen: http://wundertolles.de/dem-wutzwerg-aus-der-wut-helfen/

Kritik, Lob, Anmerkungen hier unter dem Blog oder unter: M.Poppins@gmx.ch

Bild: Dorothee Wolters

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende

Nanny Anny

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