Alle Jahre wieder…das gleiche Lied

Sonntag 10:30 Uhr, 13.12.20015, dritter Advent. Ich habe ein schönes Bad genommen, hatte eine Gesichtsmaske auf und bereitete mich vor auf den Adventsbrunch im Emo Bistro und Wellness an dem ich später noch gehen sollte. Die Woche war lang, ich habe auch Freitag- und Samstagabend gearbeitet und das ist eigentlich mein einziger freier Tag bis am 23.12. Soweit so gut, ich stand also im Bad und das Telefon klingelte. (es war nur im Bad, weil ich Musik darüber hörte) Da ich die Nummer nicht kannte ging ich ran, man weiss ja nie. Am Telefon eine Mami, die meine Nummer über eine Plattform für Betreuer hatte. Ich habe mein Profil immer noch online, um den Markt etwas im Auge zu behalten und ab und an nehme ich auch eine Notfallanfrage entgegen. Sie fragte ob ich Zeit hätte an Silvester von 23 Uhr bis 8 Uhr morgens ihre Kinder in Zürich zu betreuen. Natürlich erzählte ich ihr dann, dass ich ab dem 23.12 bis zum 4.01 in den Ferien sei, sie würde das sicher verstehen, gerade um diese Zeit. Daraufhin fragte sie, ob ich denn nicht alternativen für sie hätte. Natürlich hatte ich die! Es gibt Agenturen die haben Nannys, diese nennen sich Notfall Nannys und bestimmt würde sich eine Dame finden die ihren Ansprüchen entspreche. „Die sind mir viel zu teuer!“ „Ganz ehrlich Frau XY, wenn ich Zeit hätte, würde ich auch nicht unter 35 CHF die Stunde kommen!“ Darauf in verabschiedete sie sich freundlich, aber ich hörte wie sie ihre Enttäuschung runter schluckte.

 

Jedes Jahr das gleiche Lied…von überzogenen Ansprüchen

Ich mag mich noch erinnern, vor ein paar Jahren um die gleiche Zeit. Ich sass bereits im Auto, als Beifahrerin, kurz vor der Grenze zu Deutschland da klingelte das Telefon. Durch eine Empfehlung war eine Mama dran, die fragte ob ich am gleichen Abend fürs Babysitten frei wäre. Ich verneinte und erklärte ihr dass ich bereits kurz vor der Grenze sei, auf dem Weg zu meiner Familie. Daraufhin hatte die Dame wirklich die Nerven mich zu fragen, ob ich denn nicht bitte umdrehen würde, sie hätte sich darauf verlassen. Man habe ihr gesagt ich sei flexibel. „Wissen Sie, ich bin schon flexibel, aber ich bin nun in den Ferien und drehe sicherlich nicht um!“ damit hatte sich das Gespräch für mich beendet. Die Dame meldete sich ein paar Monate später, doch ich hatte auch da, keine Zeit und ehrlich gesagt auch kein Interesse.

 

Nannys sind auch nur Menschen

Das sind nur einige von vielen Anfragen die während oder um die Weihnachtszeit / Neujahr bei mir eintrudeln. Das erste Mal habe ich mich sehr geärgert, nun versuche ich ruhiger zu bleiben. Doch ich muss nun trotzdem fragen: Was denken sich solche Menschen? Nannys bzw. Kinderbetreuer allgemein sind auch nur Menschen. Viele haben Familie, ja richtig, so etwas soll es tatsächlich geben, haben ein Privatleben und auch mal Ferien. Mir würde nie im Leben einfallen jemanden abends, ohne einen „Notfall“ zu haben, nach 21 Uhr anzurufen, (ja, gab es auch schon) Oder Wochenende, morgens, vor allem nicht, wenn ich die betreffende Person nicht persönlich kenne. Ich meine, selbst wenn ich oder jemand anders an z.B. Silvester Zeit hätte, wie fühlt sich das zu betreuende Kind? Es knallt draussen, es wacht auf und plötzlich steht da eine fremde Person am Bettchen…Es ist ja nicht so, dass man es nicht schon im Vorfeld wüsste, dass am 31.12 Silvester ist. Und spontan, ja spontan kann man mit Kindern nicht mehr sein, wenn man kein „Backup“ hat, Oma, Opa, Nachbarn, Freunde oder ja, einen Babysitter. Den sollte man aber am besten schon im Vorfeld kennen, damit sich das Kind an ihn gewöhnen kann. Es ist zwar schön, dass Eltern in gewisse Plattformen vertrauen haben, doch mir als Nanny ist es auch lieber, ich lerne die Eltern und die Kinder vorher auch kennen. Sicher ist es anders mit Notfalleinsätzen, aber das ist ein Kapitel für sich.

Spontane Einsätze sind immer möglich, nur muss einem bewusst sein, dass man mit 25 CHF in dem Fall nicht weit kommt. Nein, auch nicht wenn es sich nur um ein Kind handelt. Unsere Zeit und die Flexibilität, sollte den Eltern schon etwas wert sein, schliesslich lässt man meist alles liegen und stehen und macht sich auf den Weg. Ich biete das an über eine Agentur, doch unter 30 CHF/Stunde, je nach Tageszeit, gehe ich auch nicht vor die Türe. Ausnahme sind natürlich immer die Familien, die ich schon seit Jahren regelmässig kenne, sei es nur 2.mal im Jahr, die dürfen sich auch mitten in der Nacht melden, wenn es sich um einen echten Notfall handelt.

 

Respekt und Wertschätzung bitte!

Es geht in erster Linie um das wichtigste in eurem Leben, liebe Eltern, achtet eure Kinder und vermeidet so gut es geht ihnen fremde Personen vor die Nase zu stellen. Man kann sich im Vorfeld organisieren, auch für den Notfall. Es ist immer angenehmer für beide Seiten, wenn man sich vorher mal beschnuppern kann. Respektiert bitte auch das Privatleben der Nannys, am Wochenende anrufen morgens, wegen Terminen die zwei Wochen in der Zukunft liegen, kann man auch noch am Montag besprechen. Ich persönlich würde für niemanden arbeiten wollen, der meine Privatsphäre nicht respektiert. Auch Anrufe am Abend gehören dazu. Euch Eltern würde es auch nicht gefallen, wenn der Chef um 21 Uhr anruft um irgendwas mit euch zu besprechen. In eurem Fall kennen wir euch nicht mal, und wenn das schon so anfängt, wollen die meisten von uns euch auch nicht kennenlernen, egal wie gut ihr zahlen würdet.

 

Denn wie ging der Spruch: Was du nicht willst das man dir tut, das füge keinem anderen zu.

Its that easy!

Ps. Nanny Anny ist auch auf Facebook zu finden, unter dem gleichen Namen und unter dem gleichen Logo =)

 

Guten Wochenstart

 

Nanny Anny

 

2 Gedanken zu “Alle Jahre wieder…das gleiche Lied

  1. Wirklich ziemlich unverschämt, dich zu fragen, ob du in deinen Ferien nicht einfach umdrehen kannst und zu ihr kommen kannst, flexibel ist für die wohl ein sehr dehnbarer Begriff lol Aber es gibt leider heutzutage zu viele Menschen, die einfach keinen Anstand mehr besitzen und Dinge von anderen Menschen verlangen, die sie selber nie machen würden.

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    • Hach, von den Unverschämtheiten könnte ich ein ganzes Buch füllen, die Eltern glauben manchmal Nannys seien Leibeigene und behandeln uns teilweise auch so. Als eine Mutter mal ihre Ansprüche gesagt hat am Telefon, hab ihr vorgehalten, dass sie nicht genug zahlt für das Allroundpaket Putzfrau, Hundesitter, Kinderbetreuerin, Köchin und Zugehfrau = 1. Nanny…also ich. Da antwortete sie mir, ja, ob ich keine Kinder mag, ich sei zu sehr aufs Geld fixiert…Ja nu, die Person würde ich gern sehen die für einen solchen Job 60 Std ihrer Zeit & Kraft opfert in der Woche für einen Hungerlohn…

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