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Wenn das Glück dich doppelt trifft

Die Geburt eines Kindes ist aufregend, anstrengend und stellt das bisherige Leben auf den Kopf. Wie sieht es aber aus, wenn das Glück einen doppelt trifft? Sarah von Mamani bloggt wird uns heute einen kleinen Einblick gewähren. Danke Sarah für deinen Beitrag und allen Eltern die mitgemacht haben. Heute vor genau 6. Monaten entstand mein erster Beitrag =)  Hach..wie die Zeit vergeht!

Da saß ich nun, lädiert und etwas überfordert im Sessel. Soeben kam ich nach 8 Tagen Klinik mit meinen neugeborenen Zwillingen bei meiner Mutter an, wo wir die ersten Wochen bleiben sollten. Die Mäuse schliefen in meinem alten Kinderzimmer, das meine Mutter als Überraschung in einer Nacht und Nebelaktion in ein supersüßes Babyzimmer verwandelt hatte. Noch war ich allein in der Wohnung und so konnte ich erstmal in aller Ruhe heulen. Hormone und so. Ihr kennt das.

 

Jede Mutter weiss, dass die erste Zeit nach der Geburt nicht immer ein Zuckerschlecken ist, besonders nach einem Kaiserschnitt. Neben dem ganzen Babyzauber und den rosa Einhörnern gibt’s da noch Dinge wie Wochenfluss, Hormonschwankungen und keinen Schlaf. Bei Zwillingen nehme man alles Mal zwei. Ich konnte leider nicht stillen, also gab ich alle 3 Stunden Fläschchen. Beidhändig. Nachts dazu meistens mit dem Gesicht im Kissen und im Halbkoma. Ich sah nämlich schnell ein, dass es frisch operiert gar nicht so einfach war, nachts aus dem Bett zu kommen. Meine Mutter sah das ähnlich, nach ein paar Nächten in denen nicht nur 2 Babies schrien, sondern auch noch Ich brüllte: „MAMA! ICH KOMM NICHT HOCH!“

Also starte ich meine Liste der „Wie überlebe ich die erste Zeit “ – Dinge gleich damit:

 

Familien/Beistellbett

Ernsthaft, was Besseres könnt ihr zum Wohlergehen aller nicht tun. Sie brüllen. Sie brüllen oft. Und ihr seid müde. Sehr müde.

 

Familienhilfe

Klingt erstmal abschreckend, ist es aber nicht. Ich hatte eine ganz tolle Helferin die mir im Haushalt half und mich super mit den Kindern unterstützte.

Einmal schickte sie mich morgens zurück ins Bett und ließ mich 4 (!!) Stunden schlafen.

Dafür liebe ich sie heute noch.

 

Das sind die beiden, in meinen Augen, hilfreichsten 2 Dinge die man tun kann wenn man alleinerziehende Mama ist, egal ob Zwillinge oder „nur“ ein Baby. Unterstützung ist das A und O, um selber nach der Geburt wieder auf die Beine zu kommen. Was bei mir Dank einer lockeren Symphyse doppelt anstrengend war.

Generell ist Organisation mega wichtig. Ich habe die erste Zeit Buch geführt, welches Baby wieviel getrunken hat und um wieviel Uhr. Das ist auch für die Hebamme und den Kinderarzt wichtig zu wissen, da Zwillinge ja oftmals kleine Leichtgewichte sind.

 

Bei mir lief es im Nachhinein wirklich gut, es gibt nur eines was ich anders gemacht hätte.  Ich hätte definitiv vorkochen sollen, denn sind die Kinder erstmal daheim kommt man zu nichts mehr . Der Pizzadienst hat in der Zeit gut verdient an mir!

Also füllt eure Vorratsschränke, kocht vor, friert ein und befiehlt den Besuchern lieber einen Topf Suppe mitzubringen als das 367. Kapuzenbadetuch.

 

Und kauft Schokolade.

Viel Schokolade.

Ihr habt sie verdient!

 

 

 

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Über das Stillen in der Öffentlichkeit oder: Der Untergang der Diskussion

Seit eh und je immer wieder mal ein Thema: Stillen in der Öffentlichkeit. Ja, leider und nicht nur die Gegner wissen sich manchmal nur mit einem Shitstorm zu helfen um ihren Standpunkt zu verteidigen, sondern auch die Mütter. Schade, wann genau hat der Shitstorm die Diskussionkultur abgelöst? Dass Mütter ihre Kinder stillen müssen ist soweit jedem klar und verständlich.

Über das wo und wie wird allerdings recht heftig diskutiert

Eine Mutter wurde letzte Woche in Berlin gebeten im hinteren Bereich des Cafes ihr Baby zu stillen, da sie sehr exponiert war an dem grossen Schaufenster, wo sie sass. Das Cafe ist auch bekannt dafür, dass es nicht so Familienfreundlich ist. Jeder Wirt hat nun mal sein Hausrecht, das es zu akzeptieren gilt. Ich gehe auch nicht in ein Familienfreundliches Lokal um mich dort über die Lautstärke zu beschweren. Gerade in dem Eck von Berlin gibt es x Cafes und familienfreundliche Betriebe.

Die Dame weigerte sich, verliess das Cafe und startete eine Petition. Völlig übertrieben meinten ich und andere. Denn hat man mit einem Neugeborenen Inc. Studium nicht schon genug um die Ohren? Ist es für das Neugeborene förderlich wenn sich nun die Presse die Türklinke in die Hand drückt?

Ich ging auf die Facebook Seite vom Betreiber und liess dort eine positive Bewertung samt Kommentar. Dass, der nicht nur Applaus ernten würde war mir bewusst, dass ich allerdings aufs schlimmste beleidigt und persönlich angegriffen wurde, das hat mich aus den Schuhen gehauen.

Da es mir sehr unter den Fingern juckte verfasste ich kurzerhand einen   Beitrag für die Huffington Post Deutschland wo ich als Gastautorin veröffentlichen darf. Und für die reisserische Überschrift kann ich wirklich nichts. Bevor der Beitrag veröffentlicht wird, bearbeitet man ihn oder korrigiert Tipper.

Heute möchte ich erläutern, aus pädagogischer und wissenschaftlicher Sicht, warum stillen für das Baby wichtig ist und warum ich persönlich finde, dass es ein intimer Moment zwischen Mutter und Kind ist, der nicht in Mitten von Lärm oder einem Schaufenster stattfinden sollte.

Die Vorteile des Stillens erklärt die Seite: Babycenter.de

„Die Muttermilch enthält tausende Substanzen, die für die Entwicklung des Babys nötig sind. Dazu gehören Wachstumsfaktoren, Immunstoffe und Vitamine. Die Flaschennahrung bietet weit weniger verschiedene Inhaltsstoffe. Außerdem ist die Mischung der Muttermilch perfekt an die Bedürfnisse Ihres Babys angepasst und dadurch auch gut verträglich.

In der Zeit zwischen der Geburt und dem vierten Monat enthält die Muttermilch alles, was Ihr Kleines braucht. Die Zusammensetzung ändert sich nicht nur im Übergang vom Kolostrum (der ersten Milch, die in der Mutterbrust produziert wird) zur echten Muttermilch. Auch im weiteren Verlauf der Monate ändert sich die Milchzusammensetzung immer wieder.

Zwei Faktoren tragen dazu bei, dass Ihr Baby weder jetzt noch später Gewichtsprobleme bekommt. Zum einen besteht durch die begrenzte Menge an Muttermilch nie die Gefahr einer Überfütterung. Wenn Sie dafür sorgen, dass Ihrem Baby an der Mutterbrust nur eine begrenzte Menge Milch pro Fütterung zur Verfügung steht, besteht nie die Gefahr der Überfütterung des Kindes und somit auch kein Risiko für Übergewicht. Außerdem enthält die Muttermilch das Hormon Leptin – es ist wichtig für den Fettstoffwechsel und signalisiert dem Körper, wenn man satt ist.

Zu den Stoffen in der Muttermilch gehören auch Antikörper, die dem Schutz vor Infektionen dienen. Entzündungen des Darms, der Atemwege und der Harnwege sind bei Stillbabys seltener als bei Flaschenkindern. Außerdem kommt es seltener zu Mittelohrentzündungen und Meningitis (bakterielle Hirnhautentzündung).

Die Substanzen in der Muttermilch beugen auch Allergien und Asthma vor. Nachdem mehrere Studien das immer wieder belegt haben, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO unter anderem aus diesem Grund vier bis sechs Monate ausschließlich zu stillen.“
Quelle: Babycenter.de

 

Doch das Stillen dient nicht nur zur Nahrungsaufnahme sondern ist auch ein intimer Moment zwischen Mutter und Kind und immens wichtig für die Mutter-Kind Bindung. Das Kind ist leicht abgelenkt, wenn es inmitten von Tumult gestillt wird. Ich empfehle immer einen leichten Schal darüber zu legen, um äussere Reize zu umgehen. Und ich spreche nicht von den Blicken der anderen, sondern die Reize die auf das Kind einwirken. So ähnlich wie die Empfehlung für Erwachsene nicht TV zu sehen bei der Nahrungsaufnahme sondern sich auf das Essen zu konzentrieren.

Umso unverständlicher ist es für mich, das Stillen gerade in einem Cafe, am Eingang, am Schaufenster stattfinden sollte. Das hat nicht mit Diskriminierung der stillenden Mutter zu tun, das sagt einem der gesunde Menschenverstand. Es gibt Lokalitäten die sind nichts für mich als ledige Frau ohne Kinder und Lokalitäten die sind nicht Familienfreundlich ausgerichtet. „Ich bin Mutter und ich stille wo ich will!“ dafür habe auch ich leider kein Verständnis, tut mir leid. Wenn ich weiss, dass ein Lokal, Hotel, Bar, Cafe usw. nicht meinen Bedürfnissen entspricht, sehe ich mich nach etwas um das mir mehr zusagt, ohne gleich überall Diskriminierung zu wittern. Oder gar eine Petition zu starten. Ich z.B (und bestimmt viele andere Singles) finde es total daneben, dass ich gewisse Angebote als alleinstehende Person nicht wahrnehmen kann, von den horrenden Aufpreisen in Hotels usw. ganz zu schweigen. Deswegen ein Fass aufmachen? Nee, da suche ich mir etwas, dass eben besser zu mir passt und meinem Budget zusagt.

Wenn ich ein Baby haben sollte, würde ich mich im Vorfeld informieren, bei anderen Müttern, wo es nette ruhige Ecken gibt in der ganzen Stadt, wo ich in Ruhe mein Kind stillen könnte. Vor dem rausgehen noch mal an die Brust legen, hält auch 1-3 Stunden bis zur nächsten Mahlzeit, irgendwann hat das Kind ja einen Rhythmus den die Mutter kennt und somit sich etwas organisieren kann. So nebenbei beim Kaffee trinken oder ähnlichem, ich weiss nicht ob ich das wollen würde. Die kleinen sind eine kurze Zeit in ihrem Leben so bedürftig und so nah bei einem, warum sollten sie dann nicht meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit bekommen, gerade in so einem intimen Moment?

In der heutigen Zeit wird vieles Mal so nebenbei gemacht, aber das Stillen sollte meiner Meinung nach nicht dazugehören. Dieser Augenblick gehört mir und meinem Kind. Auch wäre es schön, wenn mehr Betreiber sich dazu entschliessen würden ein Stillzimmer speziell für Mütter einzurichten oder ein ruhiges Eck, mit einem gemütlichen Sessel oder einem Sofa, im Stillzimmer gar mit einem Wickeltisch. Ich finde es immer noch eine rechte Zumutung, die Wickeltische in den Toiletten.

Ausserdem sollte man auch gegenseitig Verständnis zeigen, denn nicht jeder empfindet es als angenehm wenn neben ihm eine Mutter ihr Kind stillt. Ja, manche sind peinlich berührt, da sie eben eine andere Schamgrenze haben als andere. Das sollte nicht dazu führen, dass man als „Kinderhasser“ degradiert wird oder schlimmeres. Gegenseitige Rücksichtnahme, eine klare und offene Kommunikation ist hier sehr wichtig, auch wenn es sich um die natürlichste Sache der Welt handelt. Wir deutschen und auch die Schweizer sind nicht „Kinderfeindlich“ eingestellt, nur so, wie Eltern „Kinderfreundliche Zonen“ fordern, sollte es nicht gleich verpönt sein, den anderen „Kinderfreie Bereiche“ zu gönnen.

 

Schönes Wochenende

 

Nanny Anny

 

 

 

 

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Interview Teil 2.

Wie versprochen kommt heute der 2.te Teil des Interviews mit Sigrid.

Sigrid blogt genau so lange wie ich, seit August 2015. Auch dir Sigrid: Herzlichen Glückwunsch zum kleinen halbjährigen Jubiläum! Sie ist Mutter von 2 Söhnen, war lange in der Elternarbeit tätig (Kindergarten, Grundschule und Gymnasium und ist nun pensioniert. Auf ihrem Blog geht es um Wandern, Reisen und Radeln. Ausserdem hat sie noch eine andere tolle Rubrik: Die Küchenplauderei. Aber schaut selbst!

Im 2.ten Teil geht es um das, für damals, späte Mutterglück und die Frage, ob sie selber ihre Kinder so erzogen hat, wie sie erzogen wurde, oder was sich änderte. Auch von ihrer  jahrelangen Arbeit als Elternvertreterin wird sie uns heute erzählen, wie sie die heutige Erziehung erlebt und was die den heutigen Eltern Rät…(oder eben nicht rät)

Viel Spass beim lesen und liebe Grüsse aus Bern!

Du wurdest ja spät Mutter, wie kam es dazu, man bekam ja früher noch relativ früh Kinder?

Das hatte sicher etwas mit meiner strengen Erziehung zu tun und auch, dass ich raus wollte, weg vom Land und viel erleben wollte, jedenfalls mehr als meine Eltern bzw. meine Mutter, die darin aufging Hausfrau und Mutter zu sein und die finanziell von meinem Vater abhängig war.  Sie hat das aber nie als Manko empfunden.  Für sie gab es keine andere Bestimmung als „Frau und Mutter“ zu sein, obwohl sie einen Beruf hatte.

Mein Wunsch war es dagegen Stewardess zu werden.  Damals ein absoluter Traumberuf für mich. Neben der Realschule lernte ich deshalb Spanisch. Englisch war ja Pflichtfach in der Realschule.  Leider musste ich früh erfahren, dass ich nicht die Standardmaße hatte. Ich war zu klein. Trotzdem lernte ich fleißig weiter und wollte Fremdsprachen-Korrespondentin werden. Das ging natürlich nicht ohne weitere schulische Bildung. Nach dem erfolgreichen Realschulabschluss setzte ich bei meinem Vater mit viel Überredungskunst durch, noch die Höhere Handelsschule besuchen zu dürfen.wo ich alles lernte, was für einen kaufmännischen Beruf wichtig war: Stenografie, Schreibmaschine schreiben, Buchhaltung, Volkswirtschaftslehre, Commercial English, Französisch und nebenbei noch eine komplette hauswirtschaftliche Ausbildung (kochen, nähen, stricken, häkeln).. Davon profitiere ich heute noch 🙂 Und auch „blind schreiben“ auf der Tastatur habe ich dort bereis mit 16 Jahren gelernt, was ich bis heute beherrsche und sogar später Realschülern in Kursen beigebracht habe.

Nachdem ich also so lange „gelernt“ hatte, wollte ich auch beruflich davon profitieren und erfolgreich sein. Vor allem aber finanziell unabhängig.   Als ich 21 Jahre alt war, zog ich erst mal zu Hause aus in eine eigene Wohnung. Das führte erst mal zu einem Bruch mit meinem Vater, der sich aber später wieder „kitten“ ließ.  Zudem zog ich kurze Zeit später mit meinem Freund zusammen – in „wilder Ehe“ und wir trotzten allen Überredungskünsten doch heiraten zu müssen. Zusammenleben ohne zu heiraten war Anfang der 70er Jahre zwar schon möglich, aber durchaus noch „unmoralisch“.

Von 18 bis 35 war ich ununterbrochen berufstätig  und habe sehr gut verdient.  Mein damaliger Freund studierte damals noch längere Zeit und ich sorgte durch mein gutes Einkommen für solide finanzielle Verhältnisse, die uns erlaubten viele Reisen zu unternehmen.  Als er dann auch verdiente, galt es erst mal das Leben zu genießen, Reisen zu machen, völlig unabhängig entscheiden zu können, was wir beruflich machen wollten. Wir hatten ja keine Existenzängste so ganz ohne Kinder.   Wir konnten uns vieles leisten und mussten auf nichts verzichten.

Ich war damals der Meinung – und bin es bis heute – dass man Kinder erst in die Welt setzen sollte, wenn man selbst beruflich und finanziell etwas erreicht hat, charakterlich gefestigt ist, den Kindern eine solide Basis bieten kann – für uns war es damals sogar das eigene Haus – das wir gekauft haben. Finanzielle Sicherheit war uns sehr wichtig bevor wir Kinder bekamen, denn wenn schon Kindern, dann wollten wir auch, dass ein Elternteil für sie voll und ganz da ist und die Kinder ein „Nest“ haben und nicht von anderen betreut werden müssen.  Deshalb bekam ich meine beiden Söhne mit 35 und 38 Jahren und war die älteste Mutter weit und breit.  Ich habe das nie bereut, hatte nie das Gefühl wegen der Kinder auf etwas verzichten zu müssen.  Finanziell gut gestellt in dem Alter, konnten wir auch weiterhin mit den Kindern Reisen unternehmen und ihnen Wünsche erfüllen, was mit einem kleineren Verdienst einfach nicht möglich gewesen wäre.

Hast du deine Kinder genauso erzogen wie du erzogen wurdest, oder was hatte sich in der Zwischenzeit verändert?

Manche Prinzipien habe ich tatsächlich von meinen Eltern übernommen, so z.B. dass ich glaube ich recht konsequent war, aber immer alles ausführlich mit meinen Jungs besprochen und unglaublich viel mit ihnen unternommen und gespielt habe. Die drei Z finde ich heute noch richtig: Zeit, Zuwendung, Zärtlichkeit. Genau hinhören, sich die Zeit nehmen, die ein Kind braucht, geduldig sein, viel schmusen und knuddeln, in den Arm nehmen, trösten, Verständnis zeigen, Talente und Fähigkeiten fördern, sei es in der Schule oder beim Sport.   Halt einfach eine liebevolle Erziehung mit ganz viel Verständnis, aber auch konsequent sein. Nein ist nein und darüber wird nicht diskutiert – z.B. Fernsehen,  lange aufbleiben, Hausaufgaben nicht erledigen.   Da war ich streng und darüber gab’s keine Diskussion.  Weil eines wollte ich nie: Dass mir die Kinder auf der Nase herum tanzen und überhaupt keine Regeln akzeptieren.  Denn Kinder brauchen Halt und Verlässlichkeit.

 

Wie hast du die Elternarbeit erlebt in den Schulen?

Da ich über einen langen Zeitraum Elternarbeit gemacht habe – ca. von 1991 bis bis 2007 – ist diese Frage zu allgemein.Anfangs in der Grundschule hat die Elternarbeit viel Freude gemacht, das Organisieren von Schulfesten, Ausflügen, Feiern war interessant, bereichernd und lehrreich.  Ich müsste also  weit ausholen, weil sich da so viel verändert hat, aber ganz allgemein gesagt, ich fand es zum Schluss – also am Gymnasium und kurz vor dem Abitur –  ungemein anstrengend, weil die Eltern sich viel häufiger und vehementer „eingemischt“ haben und die pädagogischen Fähigkeiten von Lehrern oft in Frage gestellt wurden, wenn die Noten nicht den Erwartungen entsprachen.

Mein Eindruck ist, dass sich die Einstellung der Eltern zu Schule und Lehrern sich sehr verändert hat, aber das mag subjektiv sein.

 

Elternarbeit im Kindergarten ist was völlig anderes als in der Grundschule und später im Gymnasium, wo alle unter Druck sind, gute Noten brauchen und Stress mit Lehrern sich auch direkt darauf niederschlägt.   Wie gesagt, waren im Kindergarten alle noch völlig entspannt, wurde das Klima zwischen Eltern und Lehrern später –  kurz vor den Abiturprüfungen –  viel rauer.

 

 

Wie erlebst du die Erziehung / Eltern / Kinder heute? (Enkelkinder?)

Keine Meinung, da ich keine Enkelkinder und wenig Einblick habe bei anderen Großeltern. Fast alle meine Freundinnen haben noch keine eigenen Enkelkinder und deshalb mag ich mir da keine Meinung bilden.

Was mich allerdings sprachlos gemacht hat:  Im Urlaub haben junge Eltern ihre Kinder mit Tablets (Video) bespaßt, um in Ruhe essen zu können.  Also Tablet aufgestellt, Video an  und Kind war ruhig gestellt – Kinder unter einem Jahr.  Wir haben uns gefragt, ob das wirklich nötig ist.

Was würdest du den Eltern heute raten?

Steht mir nicht zu Eltern was zu raten.  Heutzutage wachsen die Kinder in einer völlig anderen Umwelt auf als damals meine Söhne  – 1987 und 1989 – geboren sind sie  noch weitgehend ohne Medieneinflüsse aufgewachsen – Handys gab es glaube ich erst als die so 10 Jahre alt waren.  Fernsehen durften sie nur mit mir zusammen schauen und auch nur sehr, sehr selten. Erst als sie älter waren, wurde der Fernsehkonsum aufgestockt.  Eigene TV-Geräte im Zimmer gab es erst ab 15 Jahren.   Ich weiß nicht, wie es heute wäre, Kinder zu erziehen. Ich glaube schwieriger!

 

 

 

 

 

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Was hatte man früher für eine Vorstellung von Erziehung? Ein Interview

Heute habe ich für euch nun den ersten Teil des Interviews mit Sigrid. 

Sigrid blogt genau so lange wie ich, seit August 2015. Auch dir Sigrid: Herzlichen Glückwunsch zum kleinen halbjährigen Jubiläum? Sie ist Mutter von 2 Söhnen, war lange in der Elternarbeit tätig (Kindergarten, Grundschule und Gymnasium und ist nun pensioniert. Auf ihrem Blog geht es um Wandern, Reisen und Radeln. Ausserdem hat sie noch eine andere tolle Rubrik: Die Küchenplauderei. Aber schaut selbst!

Heute gehts um Erziehung  und was sie für Sigrid bedeutet. Wir erfahren wie Sigrid aufwuchs. welche Werte damals gelebt wurden und welche Dinge verpönt waren. Morgen, im zweiten Teil, wie Erziehung sich im Laufe der Zeit veränderte und wie die Elternarbeit als Elternvertreterin über so 16 Jahre sich gestaltete.

Mein erstes Interview ausserdem,  und der erste für den Blog! Danke.

Was bedeutet für dich Erziehung?

Erziehung bedeutet für mich, dass Kinder Werte vorgelebt und vermittelt bekommen, die für den Umgang miteinander und für das spätere Leben wichtig und sinnvoll sind:  Liebevoller Umgang miteinander, Rücksichtnahme, Verantwortung, Mitgefühl, Kompromissfähigkeit, Anstand, Manieren, Ehrlichkeit, Zuversicht, Verlässlichkeit, Toleranz, aber auch Fleiß, Regeln lernen und einhalten, Konsequenzen des eigenen Tuns aushalten, nicht nur fordern, auch bereit sein etwas dafür zu tun, wenn Ziele erreicht oder Träume verwirklicht werden sollen.
 

Wie haben dich deine Eltern erzogen, auf was wurde Wert gelegt?

Wenn ich zurückdenke, dann fällt mir vor allem ein, dass ich streng erzogen wurde.  Widerspruch und  Diskussionen gab es nicht, denn den Anweisungen der Eltern wurde Folge geleistet. „Gehorsam“ ist wohl das richtige Wort dafür. Wir Kinder hatten zu gehorchen, dann war alles gut.  Sag „danke“ und „bitte“, sei nicht frech, mach‘, was dir die Oma sagt ……Solche Ermahnungen hörte ich früher ständig.     Vor allem ich als Mädchen wurde früh zum „helfen“ erzogen und daneben standen als Erziehungsziel Höflichkeit, Fleiß, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit und Sauberkeit  an oberster Stelle. Die Eltern sorgten sich, waren immer für mich da, ich konnte unbeschwert aufwachsen, meine Mutter war zu Hause und kümmerte sich um mich und meine Geschwister. Diese Erziehung war einfach ganz normal in dieser Zeit.
Was heute einfach vielen mehr bewusst ist, damals in den 50er Jahren gab es überhaupt keine Medien – außer Radio.  Kinder orientierten sich an den Eltern, Großeltern, einfach den Familienangehörigen.  Was die vorlebten, wurde als „richtig“ empfunden und auch die Moralvorstellungen wurden übernommen. Als kleines Kind – aufgewachsen auf dem Land – konnte ich mir ja auch gar nicht vorstellen, dass andere Menschen ganz anders leben und denken oder womöglich anders erzogen werden.  Erziehung empfindet man als Kind doch nicht als Maßnahme, man durchlebt sie einfach.

 Erst so mit 10 Jahren habe ich mich auch an anderen orientieren können als ich die Schule wechselte und in einen anderen Ort fahren musste. Vom Land in die Stadt. Andere Mädchen aus anderen Verhältnissen mit Müttern, die evtl. berufstätig waren bzw. sein mussten, eröffneten auch neue Einblicke  und ab da auch öfter Widerstand in mir gegen die Ansichten meiner Eltern. Widerstand oder andere Meinungen bedeuteten aber Stress und Streit. Mein Vater passte ab da um so mehr auf mich auf, kam ich doch langsam ins Teenageralter und vom Mädchen zur jungen Frau.  Mit 13 oder 14 durfte ich zwar mal auf Mädchengeburtstage, aber sobald Jungs ins Spiel kamen, z.B. in der Tanzsstunde,  musste ich sofort danach nach Hause kommen. Mein Vater holte mich höchstpersönlich ab und einen Freund zu haben, wäre undenkbar gewesen.  Alles was damit zu tun hatte, war in dem Alter einfach noch undenkbar. So wurde ich auch nie aufgeklärt, sondern mir wurde ein Buch in die Hand gedrückt mit dem Titel „Woher kommen die kleinen Buben und Mädchen“. So das war’s.  Aber es gab ja schon damals die „Bravo“ und andere Mädchen und Freundinnen wussten auch besser Bescheid. Meine Erziehung war sehr prüde, denn Sexualität war ein Tabuthema.

 

Fazit:  Als braves, fleißiges, gehorsames Mädchen erlebte ich  eine unbeschwerte, schöne, behütete Kindheit auf dem Land in einem großen Haus mit Garten, Hund, Hühnern und einem kleinen Bruder. Die Eltern duldeten keine Widerrede bei  Entscheidungen, sagten wo’s lang geht, was erlaubt ist und was nicht.  Streng aber gerecht – so würde ich meine Erziehung heute bezeichnen.  Bis heute habe ich sie nie in Frage gestellt, denn es war der damaligen Zeit geschuldet, dass die Eltern so streng waren. Hatten sie doch beide den Krieg erlebt und aus uns Kindern sollten rechtschaffene, ehrliche Menschen werden, die ein besseres Leben haben sollten. 

Was war Gesellschaftlich verpönt?

Damals gab es noch ganz andere Moralvorstellungen als heute. Wer von den jungen Leuten kann sich heute noch vorstellen, dass es nicht mal ein Fernsehgerät gab und deshalb die große, weite Welt auch außen vor war. Ich würde mal sagen, dass alles verpönt war, was nicht in die Norm und die Moralvorstellungen  passte in dieser Zeit. Mehr kann ich dazu allerdings nicht sagen, als Kind nimmt man das alles nicht so wahr, sondern hat nur noch Äußerungen in Erinnerung.  Später in den 70ern, als ich dann eine junge Frau war,  hat sich das alles unglaublich verändert.

 

 Morgen gibt es dann den zweten Teil des Interviews =)
Herzlich, Nanny Anny

 

 
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Eltern, gönnt euch mal eine Pause

Heute schreibt Denise von kidzchaos  warum es so wichtig ist, sich trotz Kind nicht zu vergessen.

Gestern las ich in Jesper Juuls Kolumne einen Satz, der ein unglaublich wichtiges Thema aufgreift. Er schrieb: „Kinder brauchen nicht so viel Aufmerksamkeit wie sie fordern“.

Eltern und meistens Mütter im Speziellen neigen dazu, ihre eigenen Bedürfnisse völlig hinter denen ihres Kindes anzustellen. Man nimmt sich kaum Zeit für die eigenen Interessen, man schläft zu wenig, selbst die eigene Ernährung steht in der Prioritätenliste eher weiter unten. Dabei haben weder wir noch unsere Kinder etwas davon, wenn wir uns jenseits unserer Belastungsgrenzen bewegen. Denn dann sind wir unzufrieden, leicht reizbar, nur noch minimal stressresistent, und krankheitsanfälliger. Außerdem haben wir bei andauerndem Schlafentzug oft permanent Kopfschmerzen und leiden an depressiven Verstimmungen.

Natürlich wollen wir zu jeder Tages- und Nachtzeit für die Bedürfnisse unserer Kinder da sein. Es soll den Kleinen an nichts fehlen. Ich denke gerade bei Müttern ist dieser Wunsch zu großen Teilen hormongesteuert. Wir sind von Natur aus darauf ausgelegt uns hinten anzustellen, wenn es um unsere Kinder geht.

Allerdings ist es für unsere körperliche und seelische Gesundheit enorm wichtig, dass wir auch auf uns achten, statt nur auf andere. Es ist wichtig, dass wir uns Hobbies bewahren, denen wir gerne nachgehen. Es ist wichtig, dass wir in Zeiten, in denen das Kind einen schlechten Schlaf hat, Hilfe zulassen und in Anspruch nehmen und wenn möglich den verlorenen Nachtschlaf tagsüber nachholen. Vergesst die Wäsche oder den schmutzigen Boden! Es ist wichtig, dass wir mit dem Partner an einen Strang ziehen und uns absprechen, damit jeder seine für den Geist nötigen Kinderauszeiten wahrnehmen kann. Niemand kann völlig gelassen einen ganzen Tag mit einem schlecht gelaunten Kleinkind hinter sich bringen. Irgendwann ist die Geduld und Gutmütigkeit einfach aufgebraucht. Es ist ok als Mama (oder Papa) auch Momente zu haben, in denen man lieber ohne Kind ist. In denen man von seinem Kind genervt ist und nur noch aus der Wohnung will. Wenn mein Chaoskind einen besonders schlechten Tag hat und ich ihm nichts Recht machen kann, flüchte ich für gewöhnlich sobald mein Mann die Türschwelle überschritten hat. Mit angemessener Verabschiedung, aber ich flüchte. Ich bin davon überzeugt, dass es jeder Mutter und jedem Vater ab und zu so geht. Nur spricht es niemand offen aus, um nicht als Rabenmutter bzw. Rabenvater dazustehen. Denn natürlich kümmern wir uns alle zu 1000% aufopferungsvoll um unser Kind.

Wir sind die Lieblingsmenschen unserer Kinder.

Natürlich fordern Kinder von uns so viel Aufmerksamkeit wie sie nur bekommen können und dahinter steht keine böse Absicht. Wir sind ihre Lieblingsmenschen, sie sind gern mit uns zusammen. Am liebsten eben 7 Tage 24h täglich. Das bedeutet aber nicht, dass sie einen seelischen Schaden davontragen, wenn wir uns auch einmal Zeit für uns selbst nehmen. Ein solches Verhalten unsererseits hat auch mit Authentizität zu tun. Wir vermitteln unserem Kind, dass es ganz menschlich ist, den Wunsch zu haben, auch für sich selbst zu sorgen. Dass die eigene seelische und körperliche Gesundheit wichtig ist.

Dazu gehört unter anderem auch, dass man seinem Kind zeigen darf, wenn man überfordert, müde und energielos ist. Natürlich nie mit erhobenem Zeigefinger a la „Das ist alles deine Schuld“, aber auf diese Weise haben Kinder die Möglichkeit, den Umgang mit negativen Gefühlen zu erlernen.

Wer krampfhaft versucht die perfekte Hausfrau und Mutter zu sein, ohne sich selbst Auszeiten zuzugestehen, erleidet meiner Meinung nach in absehbarer Zeit einen Nervenzusammenbruch. Es gibt natürlich immer wieder Mütter, die einem ein schlechtes Gewissen machen, deren Wohnungen nach Museum aussehen und deren Kinder immer schön brav sind. Oder solche, die einen schräg anschauen, wenn sie einen ohne Kind antreffen nach dem Motto: „wie kannst du dein Kind nur allein (oder in meinem Fall beim Vater) lassen? Es braucht dich doch so sehr!“ (Ich übertreibe an dieser Stelle natürlich bewußt).

Es gibt nicht die perfekte Mutter, es gibt nur die ausreichend gute Mutter. Die Definition von ausreichend bestimmt jede Familie selbst.

Viel wichtiger als die perfekte Ehefrau und Mutter zu sein (das gilt natürlich auch für Ehemänner und Väter), ist es, ein ausgeglichenes, belastbares und positives Individuum zu sein. Das erreicht man, indem man sich Zeit für die eigenen Interessen nimmt.

Danke Denise für den tollen Beitrag! Ihr findet sie auch auf Facebook

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Die Rolle des Vaters

Heute gibt es einen Beitrag von einem Papa, auf den ich mich sehr freue. Danke Thommay!
Besonders gut gefällt mir, wie er schreibt, so locker von der Leber weg, aber schaut selber rein!
Gestern lief auf 3Sat der Film Elementarteilchen. Ich drücke mich um deutsche Liebeskomödien aber meine Frau kontrolliert die Fernbedienung. Manche Männer würden das nie zugeben – in der Kneipe lieber prahlen mit „Wenn Schalke spielt, hat die Alte ruhig zu sein und Bier zu holen.“ Wenn sie dann mit Bierfahne nach Hause kommen, verdrücken sie sich lieber heimlich auf die Couch, statt sich die verdiente Standpauke ihrer Frau anzuhören. Wer hat hier das Sagen? Ich gebe Entwarnung, die meisten Männer sind nicht so.
Auch der 3Sat-Film beginnt mit einer klischeehaften Szene – typisch deutsche Komödie eben – Moritz Bleibtreu alias Bruno verabreicht seinem Baby eine Viertel Schlaftablette, damit er in Ruhe weiter an seinem Manuskript arbeiten kann. Ich denke an die typischen Till Schweiger-Komödien. Mit seinem begrenzten schauspielerischen Talent bringt er 2009 in Zweiohrküken über 6 Millionen Zuschauer in die deutschen Kinos. Warum ist das so und warum ziehen scharenweise Frauen ihren Mann mit in den Kinosaal? Der Stern schreibt: „…weil er eine Gesellschaft propagiert, die es zum Glück nicht mehr gibt, die aber offensichtlich viele vermissen. Und nicht nur Männer…“
Weil es haufenweise solcher primitiven Beispiele in der deutschen Medienlandschaft gibt, die sich offensichtlich wunderbar kommerzialisieren lassen (Marion Bath füllt Stadien!), steht man als Vater in seiner Rolle erstmal ziemlich schlecht da. Als Vater hat man den Nachteil, dass man bei der Betreuung von Kindern erstmal aufholen muss. Geschlechterspezifisch hat die frischgebackene Mutter schon im frühen Kindheitsalter Puppen an- und ausgezogen, Papa hat im Sandkasten gebaggert. Und die Gesellschaft trichtert genau das dem jungen Vater in den Kopf ein: „Du bist eine zweitklassige Erziehungsperson!“ – Bist du nicht!
Manche Väter sehen das schnell ein. „Die Frau macht alles, kann eh besser wickeln, das Kind besser beruhigen, weiß es sowieso besser und gibt mir als Mann nen Anschiss, wenn ich was verkehrt mache. Da kann ich mich auch gleich auf meine Karriere konzentrieren. Elternzeit? Was für linke Spinner und Weicheier – für Frauenversteher.“ In meinem letzten Vorstellungsgespräch wollte der Abteilungsleiter mich damit werben: „Wenn Sie Kinder haben, dann ist dies der optimale Job für sie. Hier müssen sie oft und viel reisen und haben dann Ruhe vor dem Blag.“ Ich habe mich bedankt, das Jobangebot abgelehnt und bin zu meiner Tochter gefahren. Männer, seid ein Mann und nicht ein blöder Karrieretyp, der seine Angst bei der Kinderbetreuung zu versagen hinter einem hochpreisigem SUV versteckt. Traut Euch. Wickelt, betüdelt, schunkelt in den Schlaf – wischt die Kacke weg! Die Kinder danken es Euch. Jeder Tag wird zu einem Glückserlebnis, wenn meine kleine Tochter schon auf mich wartet wenn ich von der Arbeit komme und mich mit einem breiten Grinsen und einem liebevollen „Papa“ begrüßt wenn sich die Tür öffnet. Verdient Euch das! Dafür kann man auf 100 Kneipenabende mit Kumpels verzichten. Männer, werdet mutiger und nehmt die Verantwortung an!
Frauen, findet ihr einen nach Bier stinkenden Schalke-Fan, der einen kreditfinanzierten SUV fährt und blöde Sprüche kloppt wirklich sexier als einen fürsorglichen Familienvater? Dann geht ins Kino und schaut Euch Schweiger und Co. an, aber lasst uns Männer damit in Ruhe. Hört verdammt nochmal auf zu meckern, wenn wir etwas anders machen als ihr. Anders ist nicht falsch. Angeschnautzt zu werden, wenn man den Body verkehrt herum anzieht, die Windel eine Nummer zu groß ist oder man den falschen Brei eingekauft hat ist demotivierend und fördert den Kneipenbesucher in uns. Ihr müsst cooler werden, den Mann auch Fehler machen lassen.
Jetzt habe ich ganz schön moralapostelt. Aber mich nerven solche blöden Stereotypen im Fernsehen einfach an und noch mehr Leute die sich so oder so verhalten nur weil sie denken dies aufgrund ihres Geschlechtes so tun zu müssen. Sind dann schwule Paare vielleicht sogar die besseren Eltern? Könnte man jetzt fragen. Was soll die Diskussion? Gute Eltern sind welche, die die Herausforderung annehmen und sich liebevoll dem Kind zuwenden und ich glaube, dass dies selbst ein Till Schweiger tut und auch die meisten Schalke-Fans.
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Nun sind die Eltern dran!

Hallo ihr lieben

In 10 Tagen feiert mein Blog sein halbjähriges Bestehen. Und da dachte ich mir, ich lasse nun auch mal die Eltern zu Wort kommen. In den nächsten Tagen werde ich ein paar Gastbeiträge veröffentlichen rund ums Thema: Kind & Erziehung und Alltag!  Danke allen die mitgemacht haben für die tollen, interessanten und spannenden Beiträge. Und Danke auch euch, meinen Lesern, für die tolle Unterstützung, den Input, den Austausch, die Kritik und  vor allem für die Treue. Es ist unglaublich wie schnell die Zeit vergangen ist!

Den Anfang macht heute  Gabriela

 

Der perfekte Tag mit meinem Kind – eine kleine Anleitung

Gibt es eine Anleitung für den perfekten Tag mit meinem Kind. So etwas wie ein Geheimrezept mit Erfolgsgarantie? Meiner Meinung nach kommt es nicht darauf an, dass man etwas ganz Besonderes macht. Vielmehr kommt es darauf an, dass man es macht. Einen Tag, wie er meinem Kind und mir gefällt. Keine Termine, keine Verpflichtungen, kein Haushalt – sondern den ganzen Tag nur Spiel, Spaß & Schabernack.

Wie sagt man so schön: Nichts muss, alles kann … Heute bin ich aufgewacht und habe gedacht: Es ist ein guter Tag für unseren perfekten Tag. Ich lasse mich nicht ablenken durch Pflichten im Haushalt, Einkäufe oder irgendwelche Termine, die sowieso warten können. Ich bin doch in Elternzeit. Deswegen widme ich heute diesen Tag voll & ganz und mit Herz & Seele meinem Kind. Gedacht, getan. Eigentlich haben wir nichts Außergewöhnliches unternommen. Aber es wurde sehr laut bei uns im Haus.

Wir haben schrill geschrien, gellend gelacht, mit voller Lautstärke gebrüllt, lauthals gesungen, kreischend gekitzelt und schallend getobt. Alle Spielzeugkisten wurden ausgeleert und ohne Sinn und Verstand in der ganzen Wohnung verteilt – und selbstverständlich blieb kein Zimmer von dieser Unordnung verschont. Die Musik wurde aufgedreht, um gemeinsam zu singen und zu tanzen. Auf dem Boden wurden wilde Krabbel-Wettkämpfe und frenetische Kuschel-Attacken ausgeführt und in der Badewanne geplanscht und gespritzt. Es wurde gekrümmelt, gekleckert und Dreck gemacht – egal, Hauptsache Spaß.

Das absolute Chaos wurde von uns perfektioniert und immer chaotischer. Doch auch ein perfekter Tag geht irgendwann zu ende – und eh wir uns versahen, war der Abend da. Mein kleiner Rabauke war so müde und geschafft, dass ihm am frühen Abend bei seinen heißgeliebten Haferflocken mit Banane die Augen zufielen. Ganz schnell und ohne Widerreden den Schlafanzug übergezogen, noch einmal ganz doll gedrückt, geknuscht und gekuschelt und ab ins Bett.

Und bereits beim Ablegen schlief mein kleiner Sohn ein – völlig zufrieden, schnarchend und mit einem kleinen Lächeln im Gesicht. Eine Anleitung für den perfekten Tag mit meinem Kind? Einfach machen! Und zwar ohne Plan und Programm, sondern mit viel Herz und Lebenslust auf Augenhöhe mit dem Nachwuchs. Und denk daran: Vergiss die Ordnung und die Pflichten – alles kann warten. Denn der perfekte Tag mit deinem Kind kann auch ein Tag sein, an den du dich – mit einem kleinen Lächeln im Gesicht – noch lange erinnern wirst.

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Schönes Wochenende ihr lieben, am Sonntag kommt der nächste Beitrag!

 

Nanny Anny