So läuft euch jede Nanny weg… Garantiert!

 

Bevor man eine Nanny einstellt, druckt man sich einfach einen Standard Vertrag aus dem Internet aus. Schliesslich hat jede Familie die gleichen Bedürfnisse, die gleiche Anzahl an Kindern und die gleichen Wünsche an die Nanny. Schreibt um Gottes Willen bloss nicht ihre Aufgaben da rein, oder was man von ihr erwartet, schliesslich kann jede gute Nanny hellsehen, was die Familie sich wünscht und kümmert sich ab dem ersten Tag ganz selbstständig darum. Um die Versicherungen braucht man sich auch nicht kümmern, die melden sich dann von selbst bei der Nanny und dem Arbeitgeber, kostet zwar dann ein wenig, aber gerade am Anfang hat man ja nicht so Lust auf Papierkram sondern braucht endlich jemanden der auf Kind und Haus achtgibt.

Den Lohn nur nicht zu hoch ansetzen, schliesslich wusste diese Person auf was sie sich einlässt als sie diesen Beruf ergriff. Ausserdem ist Kinderliebe doch der höchste Lohn! Schreibt auch bloss nicht rein, wenn ihr öfter in den Urlaub fahrt als der Nanny Ferien zustehen. Das kann sie ja schliesslich zusätzlich zu ihrem Pensum ein- und nacharbeiten. Kann ja froh sein, dass sie so oft frei hat. Auch stellt es kein Problem dar, dass ihr als Familie immer den Zeitpunkt bestimmt und ihr die freien Tage erst immer eine Woche im Voraus kommuniziert. Die Nanny ist es ja gewohnt Situationsbedingt zu reagieren und zu agieren.

Da diese Damen meistens keine eigenen Kinder haben sind sie recht flexibel und können nach eurer Lust und Laune arbeiten kommen. Flexibilität ist schliesslich so wichtig und gibt etwas schöneres, als seine Zeit mit Kindern zu verbringen?

Beim Kennenlernen ist es nicht nötig, dass die Kinder dabei sind, schliesslich ist eine Nanny, eine Spezialistin und kann mit jedem Kind sehr gut auskommen. Kinder lieben ausserdem Nannys, das harmoniert automatisch, nur keine Sorge! Auch auf die Eingewöhnungszeit kann man getrost verzichten, wie soll man sonst dem Chef erklären, dass man erneut ein paar Tage zu Hause bleiben müsste? Nein, das geht wahrlich nicht.

Lob wird total überbewertet, also nur kein Lobendes Wort, wenn etwas richtig gut  geklappt hat oder sie euch mit einem drei Gänge Menü überrascht. Aber bitte nicht an Kritik sparen, schliesslich kann man daraus was lernen. Haltet diese so kurz wie möglich. Ein Beispiel:“ Das Essen schmeckt nicht, mach es nächstes Mal bitte anders!“ oder: „Ich möchte die Hemden anders gebügelt bekommen!“  Wie das genau aussehen oder schmecken soll, weiss die Nanny intuitiv. Sie stellt sich manchmal nur so an um euch Arbeitgeber zu ärgern, mit voller Absicht!

Alles was das Kind betrifft, liegt in der Verantwortlichkeit der Nanny. Muss das Kind ins Krankenhaus und die Nanny hat frei? Dann wartet man gefälligst bis die Nanny wieder da ist. Wer will schon stundenlang im Krankenhaus mit dem Kind sitzen? Gleich verhält es sich mit den  Arzt Terminen. Nicht zu empfehlen bei sehr hohem Fieber, als Ausnahme kann ja der Partner gehen.  Ausserdem wartet man mit dem Baden, Nägel schneiden und der Körperpflege immer auf die Nanny, dafür wird sie ja schliesslich bezahlt.

Kommt immer auf den letzten Drücker abends nach Hause. Schliesslich hat die Nanny nach der Arbeit nichts vor und hält gerne noch mit euch ein halbstündiges Schwätzchen. Man will ja schliesslich wissen wie der Tag des kleinen war, welche Konsistenz seine Kaki hatte und wieviel Gramm Pasta er gegessen hat. Ausserdem wie seine motorischen Fortschritte sind und welcher Förderung man heute nachgegangen ist.

Fragt sie ja nicht nach ihrem Wohlbefinden. Ihre privaten Probleme  und Befindlichkeiten bleiben schliesslich an der Türe und sie ist immer ein strahlender Sonnenschein der es nie schlecht geht. Privater Smalltalk nach der Arbeit mit eurer Untergebenen setzt euch als Boss herab, auf die Ebene mit dem Fussvolk, der Nanny und sie könnte den Respekt verlieren. Also bloss nicht!

Wenn sie kränkeln sollte, haltet ihr etliche Vitaminpräparate unter die Nase, die sie sich aus der Apotheke holen soll, und gebt gute Ratschläge ab, damit sie ja nicht krank wird. Das hiesse ja, ihr müsstet euch mit dem, meist auch, krankem Kind abgeben. Frei nehmen, Ärger mit dem Chef riskieren und evtl. auch noch krank werden. Gott bewahre. Wozu hat man denn die Nanny?  Dafür wird sie ja bezahlt und es ist eine Ehre, für euch, in jedem Zustand, zu arbeiten.

Sie auch immer daran erinnern, dass andere Nannys noch schlechter gestellt sind als sie, falls sie sich beschweren sollte über ihre Arbeitsbedingungen. Ihr seid der Chef, ihr macht die Regeln. Notfalls werden diese auch immer geändert, schliesslich ist jeder Tag anders! Konflikte werden immer vor den Kindern ausgetragen, keine Ausnahmen. Schliesslich müssen auch die sehen, wer hier im Haus die Hosen an hat. Und das seid ihr, verdammt nochmal! Auch braucht ihr nicht „Bitte“ sagen, wozu? Es ist ihr Job. Ein einfaches Danke genügt auch, wenn sie euch einen (X ten)  Gefallen getan hat, wie zum Beispiel extra am Samstagabend reinkommen obwohl sie tagsüber schon beschäftigt war, für eure Gäste kochen und zu eurem Geburtstag Kuchen backen für das Büro, auf euren Wunsch hin. Ihr habt euch ja das „Allround Paket“  angestellt, das muss man ausnutzen, ein Danke reicht da vollkommen. Nur nicht verleiten lassen mal extra Geld zu zahlen oder gar ein kleines Geschenk der Wertschätzung!

Die Regeln die sie im Haus aufstellt für die Kinder, können umgangen werden, sobald die Nanny das Haus verlässt, schliesslich seid ihr der Boss und konsequent sein ist so richtig anstrengend. Braucht doch kein Mensch nach Feierabend so einen Quatsch, da kann sich die Nanny darum kümmern, schliesslich bezahlt ihr sie dafür. Auch die Sache mit der Selbstständigkeit bei euren Kindern dürft ihr getrost vergessen, kann sie sich auch darum kümmern, wenn sie wieder da ist. Füttert eure Kinder, auch wenn sie nun bald drei Jahre alt werden. Räumt euren Kindern die Zimmer auf, auch wenn diese acht Jahre alt sind und es selber tun könnten. Dieses ewige warten und die Diskussionen könnt ihr nicht gebrauchen in eurer wertvollen Freizeit!

Ich hoffe ich konnte euch genügend Tipps geben, wie ihr eure Nanny auf sicher sehr bald los seid, diese Undankbare Person!

Ps. Der Geheimtipp schlechthin: Immer im Imperativ sprechen, hilft, von der ersten Sekunde an!

 

Schönes Wochenende

 

Nanny Anny

 

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5 Gedanken zu “So läuft euch jede Nanny weg… Garantiert!

  1. Super Text und sehr aufschlussreich in Bezug auf das, was Nannies wohl alles ertragen müssen. Wenn man dann als „Normalmutter“ mit Müttern konkurrieren muss, die solche „Allroundtalente“ rund um die Uhr durch ihr Haus wirbeln lassen und auch scheuchen, dann kann man natürlich nur einpacken, denn man backt noch selbst für die Kollegen und darunter leidet natürlich die Gesamtperformance… 😉

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