Liebe Eltern – gönnt euch mal eine Pause!

Ich musste schon sehr schmunzeln als ich den Beitrag einer Blogger Kollegin las die Tage. Anbei der Artikel

Feind Nr.1  – Das schlechte Gewissen

Ihr solltet kein schlechtes Gewissen haben, weil ihr Menschen seid. Niemand erwartet von euch, dass ihr 24/7 funktioniert. Und Menschen brauchen hier und da mal eine Pause. Gönnt euch die Pause, sprecht euch ab mit dem Partner, Oma, Opa, Tante, Onkel, Babysitter. Gönnt euch was, eine Pediküre, ein tolles Buch oder ein Abendessen mit den liebsten. Vergesst das schlechte Gewissen, eure kleinen süssen Schätzchen haben bestimmt auch eine wundervolle Zeit, ohne euch und bekommen so auch mehrere Bezugspersonen. Pfeifft drauf, wenn andere euch ein schlechtes Gewissen einreden wollen Sie haben kein recht sich einzumischen. Auch oft beobachtet wird, dass Mütter sich mehr erklären müssen, wenn sie ohne Kinder unterwegs sind wie Väter. Warum eigentlich? Und verabschiedet euch bitte vom Perfektionismus, das nagt auch noch zusätzlich an einem. Nobody is perfect! Und alle die es doch behaupten, alles ganz wunderbar hinzubekommen lügen euch dreist ins Gesicht! Ehrlich…

Feind Nr.2 – Das Zeitmanagment

Das spielt sicher auch eine grosse Rolle, wenn es darum geht sich mal eine Auszeit zu gönnen. Vernetzt euch mit anderen Müttern, Babysittern, mit der Familie. Ich glaube es ist keine Schande mal nach Hilfe zu fragen, wenn sie nötig ist. Und niemand hat etwas davon, wenn ihr am Limit lauft. Auch in den Familienzentren gibt es aushänge von Babysittern oder ganze Babysitterlisten mit Telefonnummern. Ein Abend oder ein Nachmittag in der Woche sollte schon drin liegen. Auch wenn es nur ein paar Stunden sind. Und auch hier nochmal: Weg mit dem Perfektionismus.

Feind Nr.3 – Die Gesellschaft

Viele sind immer noch der Meinung; dass die Elternschaft eine totale Selbstaufgabe zur Folge haben muss. Wie ein gewisser Herr in einem Forum der fragte:

Sind Kinder nur da, um sich davon Auszeit zu nehmen? Anmerk. Frage verkürzt

Die Antworten liessen nicht lange auf sich warten, diese zwei sprechen mir aus der Seele:
„Nein. Kinder sind nicht nur da, um sich davon Auszeit zu nehmen. Aber Auszeiten sind notwendig, für die Mutter allein und auch für beide Eltern, damit sie einmal wieder Paar sein können und nicht nur Muddi und Vaddi. Die Paarebene ist wichtig für die Beziehung. Schon mal versucht, Liebe zu machen, wenn ein, nur ein quicklebendiges Kind immer wieder ins Zimmer springt?

Heute werden Frauen geschmäht, die sich für Familienarbeit entschieden haben und nicht außer Haus berufstätig sind. Man bezeichnet sie als faul und bequem. Sie wollen angeblich nur auf dem Rücken des Mannes ausruhen.

Teilzeitarbeit ist auch nicht recht, da könnte man doch noch mehr machen.
Die Volllzeit arbeitende Mutter oder gar Karrierefrau ist – eine Rabenmutter.

Frauen können es anscheinend heute niemandem mehr recht machen.
Es besteht geradezu eine Pflicht, trotz Kind ganz schnell wieder arbeiten zu gehen.
Manchmal ist es schlicht finanziell auch notwendig.
Ist das Kind etwa keine Arbeit?

In einem anderen Forum verkündete eine Frau die Geburt ihres gerade 4 Tage alten Babys. Ein Kommentar dazu lautete: „Glückwunsch. Und? Wann gehst Du wieder arbeiten?“

Da läuft gerade übrigens hier im EP-Forum ein interessanter, hier zum Thema passender Nebenstrang.
„Hausfrauen: Warum bleiben Männer bei solchen Frauen“ lautet der anklagende Titel, gefolgt von einem sehr abfälligen Text über – „Hausmuddis und deren bißchen Arbeit“, also Frauen, die sich mit ihrem Mann für das alte Familienmodell entschieden haben, dabei immer ganz dick und schlampig werden und verblöden, etcetera blabla. (Ich hoffe, die Mod. gestattet diesen Hinweis).

Jede Frau ist gut beraten, zumindest per Teilzeit einen Fuß im Berufsleben zu behalten. Und da hat
dann das Kind eine Auszeit in der Kita, bei Oma. Außerdem hat sie eigenen Verdienst und nicht nur die lieben Kleinen den ganzen Tag um die Nase. Sie kann auch mal ein Erwachsenengespräch führen. Wie sagte eine Freundin: „Manchmal dachte ich, ich verblöde und spreche nur noch Glllluu-Gllu-Blu, Gick. Und von der anderen Seite schreit es Mamaaaaaaaaaa, im Alarmsirenenton, weil ich nicht gleich mit dem Apfel herbeispringe. Geschlafen habe ich auch nur wieder 4 Stunden mit Unterbrechungen.“

Daher sind Auszeiten nötig. Für Mütter, berufstätig oder nicht, und für Paare.“

Auch diese Dame brachte es auf den Punkt, nach dem der Herr mit der Frage dich bestätigt sah und den Damen in den Mund legten sie würden sich, wegen dem schlechten Gewissen, nun verteidigen:

„Finde ich klasse, dass Antworten die dir nicht passen gleich etwas mit schlechtem Gewissen zu tun haben müssen.

Keine der Frauen, die hier geantwortet hat, hat ein schlechtes Gewissen oder müsste es haben. Warum auch? Es ist völlig normal und gut für Mutter und Kind, wenn diese nicht 24 Std. aufeinander kleben. Für eine Kind ist es meist schlimmer, wenn es eine Übermutter hat als wenn es ab und zu fremdbetreut wird.

Wie hier schon geschrieben wurde: Fremdbetreuung ist kein Neuzeitmodell, seit Jahrtausenden werden Kinder von den Müttern „abgeschoben“. Meine Mutter war eines von 10 Kindern auf einem Bauernhof. Die Mutter war meist auf dem Feld oder in der Küche. Die Kinder sind von der Oma,der Tante oder den größeren Geschwistern betreut worden. In den reichen Familien gab es eine Kinderfrau. Der Adel hat die Erziehung der Kinder immer von anderen Menschen erledigen lassen.

Aber DU willst hier Frauen einreden, sie würden sich nicht um ihre Kinder kümmern, weil sie berufstätig sind und das Kind in der Kita ist. Gerade Einzelkinder brauchen aber soziale Kontakte außerhalb der Kernfamilie, woher sollen sie diese bekommen.
Also halt mal den Ball flach und denk erstmal nach.“

Lasst euch nix einreden, gönnt euch Pausen. Schliesslich seid ihr auch nur Menschen mit Bedürfnissen. Und auch eine Partnerschaft will gepflegt werden.

 

5 Gedanken zu “Liebe Eltern – gönnt euch mal eine Pause!

  1. Wir haben selbst auch 2 Kinder, bald 3.
    Viele Freunde von uns sind auch mittlerweile Eltern. Wir sind mit denen gut vertraut und vernetzt. Manchmal holen wir Ihre Kinder von Kindergarten mit ab und mach mal Sie unsere. Das sind dann auch kleine Pausen die man sich gönnen kann und sich mal auf andere Sachen konzentrieren kann.
    Natürlich sind wir Eltern, wir sind aber auch Menschen sowie Mann und Frau!

    Toller Beitrag
    Gruß

    Gefällt 1 Person

  2. Ich habe auch oft das Gefühl, dass man als Mutter sowieso etwas falsch macht. Entweder man ist nur zuhause und dumme Hausfraumuddi, die allen auf der Tasche liegt, oder man ist die Rabenmutter, weil man das Kind zu früh abgibt, arbeiten geht oder sch selbst verwirklichen will.
    Ich habe für mich entschieden, dass ich keine Lust mehr habe, mir von anderen einreden zu lassen, was richtig oder was falsch ist. Für mich ist richtig, was sich im Moment richtig anfühlt. Ich bin im Moment mit meiner Tochter (11 Monate) zuhause, mein Sohn (3) geht seit dem Sommer halbtags in den Kindergarten.
    Der Papa ist auch viel zu Hause (wir sind beide Studenten, ich im Urlaubssemster, er fängt ab Mitte Oktober mit seiner Masterarbeit an). Daher können wir uns gegenseitig viele Pausen ermöglichen. Im Moment haben wir ein wechselseitiges Modell. Die Zeit, die in der Woche neben Studium, Job und sonstigen Terminen übrig bleibt (das ist im Moment noch recht viel, wird sich aber bald ändern), wechseln wir uns so ab, dass jeder mal jedes Kind betreut, also exklusive Papa-Sohn-Zeit/Mama-Sohn-Zeit/Papa-Tocher-Zeit usw., oder einer beide Kinder nimmt und der andere entsprechend eine Pause hat. Funktioniert prima. Wenn mein Freund mit seiner Masterarbeit beginnt und ich mir wieder einen Job für ein paar Stunden in der Woche suche, werden wir schauen, wie gut wir das Modell weiterführen können. Ich merke jedenfalls, dass ich nach einer Pause, in der ich alleine zum Sport gehen oder einfach mal in Ruhe ein Buch lesen kann, viel energiegeladener bin und mich nicht so leicht von den Kindern stressen lasse.

    Viele Grüße
    Christin

    Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Studie «Paare werden Eltern» | Der wahre Super Nanny Blog

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