Woran man eine gute Kita erkennt

Schönen guten Tag!

Ich wünsche euch allen ein gesundes, erfolgreiches neues Jahr! Zum Jahresbeginn möchte ich euch heute erzählen, aus meiner Sicht, woran man eine gute Kita erkennt.

Denn nur all zu oft höre ich Beschwerden oder unzufriedene Eltern, die sich anfangs vielleicht nicht so viele Gedanken gemacht haben, sondern froh waren in ihrer Nähe schnell etwas gefunden zu haben.

Wie einige von euch wissen war ich bereits Gruppenleitung für Kinder von 3 Monaten – in den Kindergarteneintritt und auch Stellv. Krippenleitung. Und in den ganzen Jahren mit Kindern habe ich einiges selber erlebt & von Kolleginnen und Kollegen gehört. Schönes und nicht so Schönes. Denn es bringt nichts, schnell eine Kita zu haben in der man dann ständig unzufrieden ist.

Mir ist bewusst, dass es schwierig ist eine gute Krippe zu finden, die dann all diese Punkte erfüllt. Jeder hat seine eigenen Schwerpunkte, auf die er Wert legt. Diese Liste dient nur zur Orientierung. 

     1. Das Konzept

Nach welchen Grundlagen wird das Kind erzogen? Wo liegt der Schwerpunkt? Gibt es Portofolio Arbeit? Wie sieht so ein „normaler“ Tag in der Kita aus? Wie werden Kinder behandelt, die sich nicht an die Regeln halten? (Natürlich dem Alter entsprechend.) Gibt es Konsequenzen? Wie sehen diese aus? Wie werden diese umgesetzt? Wie sieht die Eingewöhnung / das Eingewöhnungsmodell/  ausserdem aus? Gibt es altersgemischte Gruppen?

Hat die Kita auch einen Hygieneplan? Der besagt was, wann und wie gereinigt und desinfiziert werden muss? Hier mal ein Musterbeispiel aus Hamburg. Oder ein Notfallkonzept? Damit jeder in der Kita weis, was im Notfall zu tun ist? Dieser Plan sollte auch alle Telefonnummern der Eltern beinhalten, sowie Infos zu allen Allergien usw. die Kinder haben. Weiss jeder in der Kita, wie z.B ein EpiPen angewendet werden soll, wenn ein Kind das braucht. Sowas eben.

Klar, ihr werdet das nicht komplett ansehen dürfen, aber lasst es euch doch einfach zeigen von der Krippenleitung, wenn ihr euch die Krippe anschaut. Man erkennt recht schnell, wenn man die richtigen Fragen stellt, ob der Mensch gegenüber perplex ist und erst überlegen muss, was er sagt, oder ob er kompetent und ruhig auf alle Fragen eingeht.

     2. Die Angestellten

Wie viele Angestellte hat die Kita? Hat es genug ausgebildetes Personal? Wie ist der Personalschlüssel? Seit wann sind die MitarbeiterInnen da? Eine hohe Fluktuation in der Kita oder viele Angestellte, die erst seit kurzem da sind, kann nichts Gutes bedeuteten und lässt auf Probleme innerhalb des Teams schliessen. Hospitiert mal lieber einen Tag oder einen halben (ja, ich weiss, die Organisation ist schwierig) und schaut euch an wie der Umgang untereinander und mit den Kindern ist. Wie spricht man zu den Kindern? Auf Augenhöhe oder eher als Polizist?

Achtet darauf, ob Absprachen usw. eingehalten werden. Sowas bekommt man innerhalb von wenigen Stunden raus, auch wenn die Angestellten noch so bemüht sind. Fragt auch morgens dabei gleich andere Eltern, in einem lockeren Gespräch, wie der Informationsfluss ist den Eltern gegenüber. Oder hört euch in der Nachbarschaft um, wenn die Kita in der Nähe ist.

     3. Die Verpflegung der Kinder

Informiert euch im Vorfeld, wie die Kinder verpflegt werden. Einige Krippen gingen nur all zu gut, um wahr zu sein. z.B Gemäss Vertrag stehen bio Produkte auf dem Plan, in Wahrheit gab es aber Lebensmittel vom Billigdiscounter. Fragt, ob ihr einen Blick in die Küche haben dürft, z.B in den Kühlschrank. Niemand rechnet damit, aber ihr habt dann ein unverfälschtes Bild – gerade von Frühstück und Zwischenverpflegung.

Einige Kitas werden auch beliefert. Wenn euer Kind Allergien, Lebensmittelunverträglichkeiten ect. hat, informiert euch bitte im Vorfeld, ob darauf Rücksicht genommen werden kann und wie das erfolgen wird. Top wäre natürlich eine eigene Köchin! Auch eine gute Frage wäre, wie sie mit Kindern umgehen die, gewisse Dinge nicht essen wollen. Oder wenn sie mal gar nicht essen möchten.

    4. Die Dekoration in der Kita

Was? Das soll wichtig sein? Ja. Nehmen wir nur alleine Fensterbilder. Sind sie schön? Ergo von Erwachsenen gemalt worden, um nach aussen ein schönes Bild abzugeben? Oder wurden sie von Kindern gestaltet, die die Möglichkeit bekamen ihrer Kreativität Ausdruck zu verleihen? Für mich persönlich hat eine Kita schon verloren, wenn man den Kindern nicht erlaubt „ihren“ Ort selber zu gestalten, sondern von den Erwachsen vorgegeben wird, wie es auszusehen hat.

Das beginnt und endet meist nicht nur an der Deko, sondern auch im Allgemeinen. Wenn es schön sein muss, ist es meist nicht kreativ oder von den Angestellten vorgegeben, wie eine künstlerische Arbeit zu sein hat.

    5. Die Ausstattung / Einrichtung

Hier wäre mir als Erstes wichtig, ob die Kita sauber ist. Wie sieht die Küche aus, der Eingang, die Toiletten, die Gruppenräume?

Hat es an allem, was die Kinder brauchen? Könnten sie basteln, malen, sich anderweitig kreativ austoben? Ist die Kita kindgerecht? Bietet es den Kindern eine gewisse Sicherheit? Kindersichere Tore vor Treppen, so als Stichpunkt. Können die Kinder an die Eingangstüre und die selbstständig öffnen?

Wenn die Kita keinen Garten hat würde ich mich auch informieren, wo sie mit den Kindern raus gehen, wenn ihr die Gegend nicht kennt. Gibt es einen Schlafraum? Wie wird das ablaufen, wie viele Kinder schlafen dort?

Schaut auch, ob Steckdosen Kindersicherungen drin haben. Es sind Kleinigkeiten, ich weiss. Doch meistens sind die Kitas unterbesetzt und eine Angestellte kann ihre Augen nicht überall haben. Wenn es Fenster gibt in Kinderhöhe, sind diese gesichert?

Vieles erscheint kleinlich, aber in den letzten Jahren seit 1999 gibt es nichts, was ich noch nicht gesehen und gehört habe in Bezug auf all das.

    6. Die Elternarbeit

Wie stark sind die Eltern mit eingebunden in den Kita Alltag? Gibt es einen Elternbeirat? Wie viele „Veranstaltungen“ kommen auf einen zu? Wer organisiert die? Wie viele Eltern Sprechtage gibt es? Findet halbjährlich ein Standortgespräch satt oder nur jährlich? Ich finde, das ist auch ein sehr wichtiger Punkt der leider nur all zu oft in Vergessenheit gerät.

    7. Ferienzeiten / Betreuungszeiten

Wann ist die Kita geschlossen? Gibt es feste Zeiten oder hat sie das ganze Jahr über auf und nur an Feiertagen geschlossen? Und wie flexibel ist man in den Betreuungszeiten? Kann man die Zeiten anpassen, nach Bedarf? Wie viel vorher muss man da Bescheid geben? Sind zusätzliche Tage möglich? Was ist machbar in der Richtung?

 

Aber am allerwichtigsten ist euer Gefühl. Fühlt ihr euch wohl bei dem Gedanken, das Kind dort zu lassen? 

 

Wenn jemanden noch einfällt, dass hier rein muss, seid so lieb und lasst es mich wissen!

Einen schönen Sonntag,

Nanny Anny

2 Gedanken zu “Woran man eine gute Kita erkennt

  1. Toll, danke für diese Übersicht. Mir war ehrlich gesagt nicht immer klar, worauf ich achten sollte. Ob die Erzieher einem sympathisch sind ist vielleicht auch nicht der beste Anhaltspunkt. Allerdings kann man sich nur wirklich daran orientieren, wenn man eine Wahl hat – bei uns in Berlin kann man anscheinend froh sein, wenn man überhaupt einen Platz irgendwo bekommt, da kann man dann nicht mehr wählerisch sein. Ich suche seit dem 5. SS-Monat, der Kleine wird nächste Woche 1 Jahr alt. Ich habe wieder angefangen zu arbeiten – und wir haben immer noch keine Tagesmutter/Kita gefunden. Wir versuchen jetzt selbst zu betreuen und uns Unterstützung über eine private Tagesmutter zu holen. Aber für alle, die es sich aussuchen können, gute Anhaltspunkte! Ann-Katrin von inspiriermich.de

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