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Über Anstand, Respekt und Wertschätzung gegenüber Nannys

Allgemein lässt sich die Tage beobachten, wie der gegenseitige Respekt und die Wertschätzung den Bach runter gehen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch hier in der Schweiz. Zumindest empfinde ich das in meinem Beruf so. Die Wertschätzung gegenüber Erzieherinnen oder Nannys läuft gegen 0. Aber wehe sie sind dann mal nicht da, dann ist das Geschrei gross. Man erinnere sich nur an die Demos der Erzieherinnen und das Gejammer der Eltern und anderen Menschen als die Krippen und Kitas dicht machten.  Ich werde heute ein paar Punkte aufzählen die so gar nicht gehen, aus meinem Nanny Leben.

22:30 Uhr

„Ich dachte du bist eine Nachteule!“ so entschuldigte sich eine Mutter, die mich gegen 22:30 Uhr anrief, nach dem sie mich am  Vortag versetzt hatte.  Um den nächsten Einsatz zu besprechen. Aber von vorne. Ich betreute sie mit ihrem 4 Monate alten Sohn, eine bis drei Nächte die Woche. Normalerweise läuft das über die Agentur, aber sie fragte weiter Termine einfach so bei mir an, alles mündlich. Ich hätte am Mittwoch um 8 Uhr morgens bei ihr sein sollen für ein paar Stunden zur Entlastung. Den Abend davor war ich in der Stadt auf einem Konzert, ging eher nachhause, um am nächsten Tag fit zu sein.

21 Uhr kam dann eine SMS, gerade als ich zur Türe rein kam, sie benötige meine Hilfe doch nicht, die grosse sei krank, schon die ganze Woche. Ja, danke auch.  Schön, fällt dir das nicht mal 12 Std vor Einsatzbeginn auf und ein.

Abend versaut & eine finanzielle Einbusse.

Dann rief sie auch noch spät abends an am nächsten Tag…Sorry, gehts noch?! 22:30 Uhr!! Ich hatte schon fast geschlafen. Das geht nicht. Respekt, Anstand, Wertschätzung…vermisste ich in dem Augenblick sehr. Sehr. Denn das Thema des Telefonats hatte noch eine Woche Zeit gehabt zum besprechen. Es eilte nicht. So gar nicht.

Habe ihr dann mitgeteilt am Donnerstagmorgen sie wende sich doch für weitere Anfragen in Zukunft direkt an die Agentur. Hat sich zwar entschuldigt, aber das war bereits das zweite mal, dass sie mich versetzte. Das erste mal, schickte sie mich nach einer Std bereits nach Hause. Tochter war krank, weinerlich, Einsatz unmöglich.  Hätte man das schriftlich gemacht über die Agentur im Vorfeld, hätte sie 3 volle Stunden zahlen müssen. Einmal..ok. Zweimal…in zwei Wochen. Nope! In anderen Berufen wäre das so auch nicht gegangen.

Dass sie sich nie wieder meldete, brauche ich nicht zu erwähnen. Aber so geht niemand mit mir und meiner Zeit um.

Eltern die sich nicht entscheiden können

Eine andere Mutter die ich über ein paar Einsätze über die Agentur kennenlernte rief mich in meinem Urlaub an. Ok, geschenkt, die paar Minuten. Verwickelte mich dan in eine 45 Minuten Unterhaltung, auch easy. Brauche jemanden für den Mittwoch und am Weekend, kein Problem. Einigten uns dann, dass ich mich melde, wenn ich wieder da bin um den Vertrag schriftlich festzuhalten. Mündlich war ja alles geklärt. 3 Tage vor Arbeitsbeginn sagte sie mir ab. Meldete sich aber 2 Monate später mit der gleichen Anfrage. Sagte ihr, sie solle sich mit der Agentur zusammensetzen, ich hätte kein Interesse mehr.

Eine andere Mutter – fragte an, war auch alles geklärt, mündlich,  nur damit sie mir 2 Tage vorher absagt. Aussage: „Haben nun jemanden vom roten Kreuz für die nächsten drei Wochen, melden uns danach nochmal!“ Nö, für mich ist es hier erledigt. Ich kann keine Tage reservieren, Standby – kostenlos versteht sich, schon wieder, und wenn sie dann jemanden günstigeren gefunden haben, sagen sie mir wieder ab.

Ich verstehe Eltern die es sich nicht leisten können, aber man muss uns Kinderbetreuer auch verstehen. Standby ist nicht. Wir verdienen so unser Geld, unsere Brötchen, unseren Lebensunterhalt. Für Miete, Lebensmittel und Co. Da wir nicht „ordentlich“ bezahlt werden für das was wir leisten, können wir es uns nicht leisten einfach so Tage auf gut Glück für Familien zu reservieren, kostenlos, sondern nehmen Anfragen rein wie sie kommen. Zusätzlich zu unseren festen Jobs. Da ist kurz vor Einsatzbeginn absagen einfach nicht so toll.

Man stelle sich nur vor, wir Nannys würden so mit den Familien umspringen. Man verlangt von der Nanny und anderen Kinderbetreuern unter anderem Zuverlässigkeit. Und dann benimmt man sich so.

Die, die auf Portalen nicht antworten

„DRINGEND! Suchen wir einen Babysitter / Nanny etc.“ 

So die meisten Suchanfragen auf Kinderbetreuungs Portalen. Von ihnen hat sich noch NIEMAND die mühe gemacht ein kurzes Feedback auf die Bewerbung zu geben. Dann wundern sich aber die Eltern, warum sich auch niemand mehr die grosse Mühe dort macht sich zu bewerben. Das hat für mich auch viel mit Wertschätzung, Respekt und Anstand zu tun.

 

Man nahm mir so klar Worte schon mal übel

Ich habe schon mal zu solchen Eltern position bezogen auf meiner Facebookseite. Das nahm mir eine Mutter sehr übel. „Dich würde ich so nicht einstellen wollen für meine Kinder!“ Ja, easy, kein Problem. Wenn es nicht ok ist in deinen Augen FAIR zu sein und das auch einzufordern, dann möchte ich da eh nicht arbeiten. In anderen Berufen kann man auch nicht sich beliebig Tage reservieren und dann nach Lust und Laune absagen. Kein Handwerker, Monteur, Arzt würde das mitmachen. Auch hier bei Ärzten muss man 24 Stunden vorher absagen, sonst wird das berechnet. Krankheit und Co sind noch mal was anderes! Wertschätzung ist keine Einbahnstrasse.

 

Eltern vertrauen uns ihre Kinder an

Behandeln uns aber teilweise unter aller Kanone, denn das sind nur ein paar Beispiele. Und ja, das darf man nach aussen kommunizieren, damit sich einige den Kopf machen und ihr Verhalten hinterfragen. Auch der Rest der Welt darf wissen, wie mit uns umgesprungen wird.  Warum sollte ich schweigen zu alle dem?

Klar, es gibt auch tolle Familien, das steht ausser Frage. Doch je mehr ich mich mit anderen Nannys und Babysitter auseinandersetze, desto mehr erlebe und höre ich, das Gegenteil. Auch am eigenen Leib. Und das ist schade. Man bezahlt seiner Putzfrau auch teilweise mehr, und ist bereits zu verbindlicheren Abmachungen, als der Frau die auf das eigene Fleisch und Blut aufpasst und es gegebenenfalls auch erziehen soll. Das muss man erst mal sacken lassen.

 

 

Schönes Wochenende ihr lieben,

 

 

Nanny Anny

 

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Nanny Anny zu Gast bei „UGLY TRUTH“

Ja, anhand meiner Augenringe kann man mir die Last der letzten Wochen deutlich ansehen. Aber hey..noch 4. Tage und dann geht es für mich auch endlich in den wohlverdienten Urlaub. Wellness, Entspannen und all das..yeah! Aber bevor es soweit ist, habe ich meinen Blog hier auch in meiner Sendung vorgestellt.

Aufklärungsbedarf

Weil es immer noch Aufklärungsbedarf gibt, zwischen Eltern und Nannys. Gerade vor ein paar Tagen musste ich eine Familie abmahnen, und das Arbeitsverhältnis kündigen von einem kleineren Job. Die dachten auch man lasse sich ewig alles gefallen und fielen bestimmt aus allen Wolken, als der Brief ins Haus flatterte.

Ausgangspunkt war, ich komme jeden Mittwoch für 10.5 Std rein, sie haben 5. Wochen Ferien, vertraglich geregelt. Dumm nur, dass es seit beginn nach ihrer Lust und Laune ging. Mal Ja, mal Nein, mal vielleicht, mal wussten sie es nicht genau, ob sie mich am Mittwoch brauchten. Aber gezahlt, für dieses hin und her haben sie nie. Nur die effektiven Stunden die ich da war, was so nicht rechtens ist. Man kann schliesslich nicht jeden Mittwoch im Monat besetzen und dann nur einen in Anspruch nehmen, und nur den zahlen,  obwohl per Vertrag alles geregelt ist. Das habe ich dann angesprochen- es wurde ignoriert. Man behandelte mich als hätte ich einen Vertrag auf Abruf.

„Reiss dich zusammen, ich habe Verpflichtungen!“

Als ich dann mal krank wurde, sprach mir die Dame des Hauses aufs Band: „Du musst Dich zusammen reissen, ich habe schliesslich Verpflichtungen!“

Das muss man sich mal vorstellen! Sie erhielt darauf eine SMS von mir mit der Kündigung, und eine Aufforderung die ausstehenden Stunden zu begleichen. Ich hatte nun genug Geduld und Kulanz bewiesen. Schliesslich hatten sie auch nur einmal geschafft pünktlich zu zahlen..in 7 Monaten! Man ist auch nur ein Mensch..und, wenn es mich nur hier und da braucht…dann kann man sich schließlich nun anders organisieren. Jeder der mich kennt, weiss, ich bleibe nicht wegen ein wenig Kopfweh oder Schnupfen zu Hause.

Schliesslich sei ich weder auf Abruf noch zu ihren Diensten wann sie es für nötig hält. Wir haben schliesslich einen Vertrag der bindend ist. Das war, die für sie, unschöne Wahrheit. Wir konnten uns einigen und sie zahlen mir nun den Betrag und den erst, denn ich wurde freigestellt für die Kündigungsfrist. Ohne Möglichkeit mich von den Kindern zu verabschieden. So weit so gut. Es sind ihre Kinder. Nur finde ich es verdammt Schade. Schliesslich habe ich diesen ERROR nicht herbeigerufen.

Liebe Nannys, lasst euch nichts gefallen

Habt keine Angst für eure Rechte einzustehen. Wenn euch einer deswegen nicht einstellen möchte, würde es mich eh stutzig machen. Denn wer sich fair verhält, muss auch nichts fürchten. Und sorry, wir sind weder Leibeigene,  noch eure „Sklaven“ die so tanzen wie ihr es wollt. Man hat nicht umsonst Verträge, die bindend sind und Gesetze erlassen! So wie ihr als Arbeitnehmer Rechte habt in eurer Firma, so haben wir sie auch, wenn wir angestellt sind bei euch! Und by the way: Wenn wir auch nach Lust und Laune zu Arbeit erscheinen würden..na ich weiss nicht wie lange die Eltern das mitmachen würden.

 

Viel Spass beim ansehen und wenn ihr Fragen habt- nur zu! Schreibt mir:

M. Poppins@gmx.ch 

 

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Erfahrungen mit Nannyagenturen in der Schweiz Teil 1.

Jeder Familie die schon mal professionell eine Nanny gesucht hat kommt nicht um sie herum: Die Nanny Agenturen. Agenturen die sich darauf spezialisiert haben Nannys zu vermitteln. Wie man sich vorstellen kann, gibt es etliche und die Unterschiede könnten gravierender nicht sein.  Heute, im ersten Teil, werde ich euch meine Erfahrungen schildern.

Als ich 2007 in die Schweiz kam, passierte das über eine Agentur in London, ziemlich schnell und unkompliziert, seit dem habe ich mir etliche Agenturen angesehen in der Schweiz und muss sagen, irgendwie haben nur zwei Agenturen bis jetzt 100% meine Erwartungen erfüllt. Über den ersten Kontakt, die Angebote, über das Vorstellungsgespräch und die Nachbetreuung nach Vertragsabschluss. Einige Agenturen verlangen sogar Geld um als Nanny in ihren Nanny Pool aufgenommen zu werden, obwohl die Eltern meist ein ganzes Bruttogehalt bei Vertragsabschluss mit der Nanny über die Agentur erhalten. Einige bieten in diesem Beitrag den man zahlen muss eine Haftpflichtversicherung an, immer hin, damit lässt es sich leben. Mit der letzteren arbeite ich hier und da immer noch zusammen und kann sie bei Nachfragen via Email empfehlen.

Mit einer der grösste Agenturen, die sogar von der Stadt Zürich ein „Qualitätssiegel“ trägt ereinigte sich mal folgendes Szenario: Da ich zwei, ja eigentlich drei „Muttersprachen“ habe trug ich das unter der Rubrik: „Sprachen“ auch ein. Meine gesamten Arbeitszeugnisse zu der Zeit, insgesamt über sechs Jahre waren in Englisch verfasst, da ich dort auch als englisch sprechende Fachkraft eingesetzt wurde. Mein Diplom als Kleinkinderzieherin stammt aus Deutschland.

„Auf welchem Niveau sprechen sie denn die Muttersprache?“

Eines Tages rief mich eine Mitarbeiterin der besagten Agentur an und wollte wissen auf welchem Niveau ich diese drei Sprachen beherrsche und ob ich mich mit den Familien in Deutsch oder englisch verhandlungssicher unterhalten kann. Ich verstand erst mal die Frage nicht richtig. Die Dame fuhr fort, sie sehe ja, dass ich in Rumänien geboren sei und müsste deswegen schon mal genauer nachfragen. Nicht, dass wir uns in perfektem Hochdeutsch unterhalten hätten die ganze Zeit über, nein, aber sei es drum.

Ich war genervt, sehr. Ich fragte, ob sie sich denn überhaupt meine Unterlagen angesehen hätte, die vielen Referenzen, Zeugnisse usw. Sie verneinte. Ich wurde rasend. Da bekam also diese Agentur einen ganzen Bruttolohn bei Vertragsabschluss von der Familie, und sie machte sich nicht mal die Mühe meine Unterlagen genau anzusehen? Entschuldigung?

Ausserdem wollte ich wissen, was genau muss man unter Muttersprache erklären muss? So ungewöhnlich ist es nicht, dass man heutzutage mehrere Sprachen beherrscht, oder etwa doch? Sprechen deutsche Zeugnisse und langjährige Referenzen in Englisch nicht eine eindeutige Sprache?  Ich erklärte der Frau am Telefon, dass ich absolut kein Interesse mehr habe mich von ihrer Agentur vermitteln zu lassen, denn wenn das so schon anfängt – total desinteressiert und auch irgendwie rassistisch, möchte ich nichts mit dieser Agentur zu tun haben.

Stehen gelassen

Ein anderes „Vorstellungsgespräch“ endete damit, dass mich die Dame von der Agentur mit der ich verabredet war, im Regen stehen liess. Zu viel Stress im Büro als Ursache, ich fuhr deswegen extra nach Zug, (die Fahrt dauert je nach Zug 35-45 Minuten) wartete dort 30 Minuten, rief an. Man sagte mir es sei gerade recht stressig, ich sollte doch ins Büro kommen, man hole mich vom Bus ab. Neue Fahrtkarte für den Bus gekauft, fix angerufen als ich los gefahren bin, wir vereinbarten, dass sie mich abholt. An der Bushaltestelle wartete ich dann 1. Stunde und fuhr dann wieder heim. Auf erneutem Nachfragen via SMS sagte man mir, man ging in der Annahme aus, ich melde mich noch mal wenn ich angekommen sei. Man muss aber dazu sagen, die Busfahrt dauerte nicht mehr als 10 Minuten, was sollte ich erneut anrufen, wenn ich die besagte Dame bereits informierte beim einsteigen? Anstatt gleich Verantwortung zu übernehmen, machte man mich zur Schuldigen. Auch ihr musste ich sagen, dass ich kein Interesse habe. Geld und Zeit verschwendet, denn mit keinem Ton wurden mir als Entschuldigung wenigstens angeboten die Fahrtkosten zu erstatten. Plus: Ich hatte mir extra einen Tag frei genommen.

Rückzahlung

Ich arbeitete mal eine Zeit lang bei einer Agenturchefin. Der Vertrag war begrenzt und ich sollte sie als Mothershelp unterstützen mit ihrere frisch geborenen Tochter und ihren 7  jährigen Sohn. Alles war wunderbar, wir verstanden uns sehr gut, der Vertrag lief aus, super Zeugnis, nix zu motzen. Eines Tages, so knapp ein paar Monate später erhielt ich von ihr eine SMS, an einem Feiertag um 21 Uhr. Man hätte falsch abgerechnet bei der Steuer, ich müsste ihr noch knapp 200 CHF nachzahlen. Wir vereinbarten, dass sie mir die Unterlagen zusenden würde. Ich war schon bisschen sauer, dass sie mich an einem Feiertag via SMS über so einen Fehler, ihrerseits informierte. Der Hammer kam aber noch. Als ich ihren Brief erhielet, war da nur ein Blanko Einzahlungsschein. Keine Unterlagen die ihre Aussage beweisen, nichts. Dass ich nichts überwiesen habe, brauche ich euch nicht erzählen. Da kann ja jeder kommen und irgendwas retour fordern ohne mir die Unterlagen zu zeigen. Und so ganz unter uns, als Agentur Chefin sollte man schon wissen, wie man eine Nanny richtig abrechnet oder wie man den Fehler danach behebt. Ein Blank Einzahlungsschein schicken, entsprach nicht meinen Vorstellungen, weil ja auch was anderes vereinbart wurde, geschweige den diesen Fehler um 21 Uhr via SMS melden. Nee, sorry!  Fehler passieren, das ist ok. Aber wenigstens den Bescheid hätte ich gern gesehen – so hinterliess das ganze einen recht unprofessionellen  und chaotischen Eindruck.

Selber um das Gehalt verhandelt – NO GO!

Durch meine erste Agentur hier in der Schweiz fand ich eine Familie aus London. Bevor ich mich aber dazu entschied den Vertrag zu unterschreiben, sah ich mir eine zweite Familie an. Beide waren toll, beide Arbeitsstellen waren attraktiv, beide Familien wussten voneinander und ich wusste nicht so recht für welche ich mich entscheiden sollte.Die eine Familie hatte ich selber gefunden, die andere kam über eine Agentur. Zum Schluss sollte das Gehalt entscheiden, denn leider kann ich Rechnungen nicht mit Kinderlachen und Liebe bezahlen. Die Familie A die ich gefunden hatte zahlte 1000 CHF mehr als die Familie B die über die Agentur kam. Fam. B wohnte aber so schön am See und hatte einen tollen grossen Garten. Ich war also offen udn sagte den Leuten, es läge am Geld, dass ich mich doch für Fam. A entscheide, 1000 CHF mehr im Monat ist ein guter Grund dazu. So beschlossen sie, ihr Gehalt auch auf die gleiche Summe anzuheben wie die andere Familie, evtl war es sogar ein wenig mehr. Als es dann zum Vertragsabschluss kam, rief ich die Agentur an und gab Bescheid, dass sie den Vertrag abändern müssten, da sich das Gehalt verändert hatte. Ui! Wie war man erbost! „Was fällt dir ein deinen Vertrag selber zu verhandeln?“ War nur einer der Sätze die ich mir anhören musste. Fand das damals schon unverschämt und sagte der Agenturchefin auch klipp und klar meine Meinung. Schliesslich muss ich ja dort arbeiten für das Geld und sie bekäme nun mehr Provision. Anscheinend hatte man Angst, dass ihnen der Kunde, aka die Familie komplett den Rücken zudreht bei meinen höheren Lohnforderungen. Doch unter uns…wenn ich schon 55 Stunden die Woche wo sein muss, sollte es sich auch lohnen.

Fortsetzung folgt….

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Über Rechtfertigungen im sozialen Beruf

  • Würde man den Architekten hinterfragen? Ihm unterstellen er hätte keine Ahnung von Hausbau, da er evtl. selber kein Haus besitzt?
  • Würde man den Gärtner in Frage stellen, nur weil man ein paar Pflanzen zu Hause hat oder einen kleinen Garten und es somit besser weiss?
  • Würde man sich als Experte für Hunde bezeichnen, der es besser weiss als der Tierarzt, nur weil man einen Hund oder eine Katze zu Hause hätte?
  • Würde man dem Bänker über die Schulter schauen und ihm die Kompetenz absprechen unser Geld zu verwalten, weil er evtl. selber nicht so viel Geld anlegen kann?
  • Würde man dem Arzt seine Fähigkeiten absprechen uns zu helfen, weil er die Krankheit XY selber noch nicht hatte?
  • Würde man dem Koch in einem Restaurant gute Tipps geben, nur weil man selbst zu Hause den Kochlöffel schwingt?

Würde man nicht, oder etwa doch? Nun gut, bei den Ärzten passiert das auch häufig, da viele denken, mit ein paar Recherchen im Internet hätten sie natürlich mehr Wissen angehäuft als der Arzt in seinem jahrelangem Studium.

Doch warum stelle ich euch heute all diese Fragen? Weil ich das Gefühl habe, nur im Sozialen Bereich, gerade mit Kindern müssen sich Pädagogen ständig rechtfertigen oder sich und ihre Arbeit verteidigen, da einige Eltern es immer besser zu wissen scheinen.

Weder verbittert noch wütend

Wenn man dann etwas Luft ablässt, so wie ich in meinem letzten Beitrag, klingt man gleich verbittert und wütend. Ich bin beides nicht. Ich bin genervt. Genervt, dass man uns nicht vertraut , unsere Kompetenzen ausser acht lässt und stattdessen der Nachbarin ihrer Cousine und deren ihr Wort mehr Bedeutung schenkt. Oder irgendwelchen Beiträgen in der Zeitung / Internet.

Beispiele – In der Krippe

In der Krippe wird nicht genug gefördert / zu wenig gefördert…Sinnlos im Kreis drehende Diskussionen vorprogrammiert. Ich kann mich noch erinnern, dass wir uns in der Krippe ständig erklären mussten, da die Eltern die Sendung“ Die Super Nanny mit Katja Saalfrank“ die im TV Kinder disziplinierte, mehr glaubten als uns. Die stille Treppe sei ja was ganz tolles und warum benutzen wir diese Methode nicht war nur ein Beispiel von vielen.

Dabei weiss man längst, dass Frühförderung kontraproduktiv ist und nichts bringt ausser unzufriedene Kinder, dessen Kindheit man dadurch raubt. Auch die stille Treppe ist pädagogisch so sinnvoll wie das Kind einmal abzuwatschen im Affekt.

Im Kindergarten

Sollte das Kind am besten Lesen und Schreiben lernen, damit es in der Schule einen Vorteil hat. Dass es dann in der Schule zum Störenfried wird, weil da erst gerade diese Dinge beigebracht werden für alle, scheint dabei ausser acht gelassen zu werden. Und am besten noch eine Fremdsprache dazu lernen. Eine, die Eltern zu Hause nicht sprechen, Chinesisch, z.B. Da kann man sich dann den Mund fusselig reden, die Eltern wissen es besser.

Man nimmt dem Kind dann die Freude am lernen, die es aber braucht um lernen nicht als „doof“ oder gar „sch….“ zu empfinden, in dem man ihm keine Zeit lässt seine eigenen Talente zu entdecken, sondern ihn beschäftigt mit Nachhilfe und sonstigen Aktivitäten von morgens bis abends.

In der Schule wird nur Unterricht im Plenum als „wahrer“ Unterricht erachtet, Freistunde ist keine Unterrichtsmethode und überhaupt, die Kinder spielen zu viel…

Und es könnte ewig so weiter gehen…

Wie würden sich die Eltern fühlen, würde sich ständig jemand in ihre Arbeit einmischen, es besser wissen, sie sich ständig erklären und verteidigen müssten? Wäre das noch eine schöne Arbeit? Würde man sich noch motiviert weiterbilden? Unterrichten nach den neusten Wissenschaftlichen Erkenntnissen und nicht wie um 1900 rum? Würde man sich nicht irgendwann überlegen was anderes zu machen? Oder ab und an mal sich Luft machen?

Und dann wundert man sich in einigen Bundesländern in Deutschland, dass niemand mehr Bock hat auf diese Berufe. Erzieherinnen und Lehrerinnen werden, glaub ich, gerade über all händeringend gesucht. Tja..man kann es niemanden übel nehmen, dass er nicht die Nerven und die Kraft aufbringt sich dieser Herausforderung zu stellen.

Früher, wenn das Kind schlecht war in einem Fach, musste es eben mehr dafür  lernen. Heute, wenn ein Schüler schlecht ist in einem Fach, drohen Eltern gleich mit Anwalt.

Es geht ja schliesslich soweit, dass Lehrer sich nicht trauen „richtig“ zu bewerten, sondern stets die bessere Note geben um sich den Stress mit den Eltern zu ersparen. Ich schrieb bereits vor ein paar Monaten darüber. 

Wir Pädagogen lieben Kinder, sonst würden wir diesen Beruf nicht ausüben. Wir wollen unsere „Schüler“ fördern und das beste aus ihnen herausholen. Ihre Talente erkennen, ihnen Raum geben zum Entfalten und sie über all unterstützen wo sie unsere Hilfe benötigen, in Zusammenarbeit mit den Eltern. Dafür haben wir uns jahrelang Wissen angeeignet, Praktika, Ausbildung oder Studium absolviert & Weiterbildungen besucht. Es wäre schön zusammen mit den Eltern einen Weg zu finden, eine Basis zu schaffen für all das. Aber dafür, müsste man unsere Kompetenzen erkennen und wertschätzen. Uns und unsere Arbeit respektieren. Ihren Wert erkennen. Und vor allem: Uns vertrauen. Ohne, dass wir ständig in Deckung gehen müssen, oder uns Wut oder gar Verbitterung an den Kopf geworfen wird wenn wir mal den Mund deswegen aufmachen.

Guten Wochenstart meine lieben,

Nanny Anny

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Was ist das Ziel im Leben?

Foto: Paula Deme

Foto: Paula Deme

«Wir dachten, das Leben sei eine Reise, die zu einem wunderbaren Ziel führt. Doch wir haben uns grässlich getäuscht. Es war vielmehr etwas Musikalisches, zu dem man hätte singen und tanzen sollen, solange die Musik gespielt hat.»

Ich habe diese Woche intensiv überlegt, was ich zu diesem Video schreiben soll, doch ich finde das Video und die Message dahinter sprechen für sich. Inspiriert wurde dieser Post vom Mama Blog

Nun will ich euch das Video nicht mehr länger vorenthalten

Alan Watts – Why Your Life Is Not a Journey from David Lindberg on Vimeo.

Lasst es auf euch wirken und macht euch eure Gedanken. Gerade in der heutigen Zeit wo der Druck für die kleinen ins unermessliche steigt und so mancher daran zerbricht ist es wichtig sich gewisse Sachen in Erinnerung zu rufen.

 Für mich heisst es bald: Herbstferien! Entschleunigung!

Und ich freue mich sehr auf Bukarest & meine Begleitung. Der Umzug ist geschafft, die letzten Aufnahmen  sind im Kasten für die erste Staffel meiner kleinen Sendung und neue Projekte sind am Start. Eine davon wird meine erste grosse Lesung sein im November. Anbei noch ein kleines Gedicht, passend zum Thema:

Rush…rush

Wie sie nur hetzen
Wie sie nur rennen
Wann kommt die Einsicht?
Wann das Erkennen?
„Beschäftigt“ sind alle
Alle zu Gange
So sehr da wird einem
Gleich Angst und Bange
Niemand hat Zeit
Denn sie steht nie still
Drehen sich im Kreis
Gefangen im Drill
Sie haben zu lachen verlernt
Denn ernst geht es zu in der Welt
Und haben vor lauter beschäftigt sein
Vergessen, was man „Leben“ nennt

Und  für alle die noch Inspiration suchen was den Herbst anbetrifft hätte ich hier ein paar Ideen:

Basteln mit Kinder im Herbst:

Herbstliche Rezepte:

 

Zum Guten Schluss würde ich gern von euch wissen: Wie geht ihr mit eurem Leben um, mit dem Leben eurer Kinder? Geht`s darum glücklich zu sein oder um einen guten Abschluss und einen „gescheiten“ Beruf? Dürfen die Kinder, Kinder sein? Oder ist es wichtiger drei Fremdsprachen zu können beim Schuleintritt? Rast ihr auf der Karriereleiter hoch mit einem gewissen Ziel? Oder sind euch andere Dinge wichtiger? Lasst uns diskutieren!

Dann wünsche ich euch noch eine schöne Zeit und bis nächste Woche,

 

Nanny Anny

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Überwachung? Nein, danke!

Diese Woche verfolgte ich gespannt eine Diskussion in einer deutschen Facebook Gruppe für Eltern. Da fragte eine Mutter nach, ob denn jemand bereits Erfahrung hatte mit einer GPS Uhr für Kinder für schlappe 160 Euro. Das Ding sah putzig aus, ich geb es ja zu. Aber die Funktion und die Kommentare die ich zu Gesicht bekam waren es weniger…

„…Und meine Mutter meinte, wir sind früher auch ab 4-5 Jahren im Dorf rumgezogen und hätte sie die Möglichkeit gehabt zu erfahren wo wir stecken, hätte sie es auch gern genutzt, so hatte sie halt immer ein mulmiges Gefühl und konnte nicht gescheit denken bis wir wieder da waren…

Hmm, ja und wie man sieht hat diese Dame es überlebt. Und ich glaube die Mutter auch. Ich bin kein Fan von „Früher war alles besser!“ aber in diesem Fall, glaube ich fest daran dass es früher besser war, zumindest in dieser Beziehung. Man ging nach dem Mittagessen raus und kam abends wieder heim. Man machte seine Erfahrungen, wuchs an ihnen und vor allem: Man überlebte! Mein Gott, wie haben wir das nur früher geschafft ohne Überwachung, GPS und Handys?

„24/7-Überwachung… Wenn ich das schon lese… Ich bin einfach kein Fan davon, einem Kind unter 10 Jahren schon ein Handy zu kaufen. Da finde ich solche Uhren, die nicht nur der Ortung dienen, sondern mit denen die Kinder die Eltern auch anrufen können (und evtl. auch umgekehrt) gar nicht verkehrt. Muss vielleicht keine so teure sein wie die oben vorgestellte. Aber die Idee an sich finde ich gut! Wer lieber keinen Plan hat, wo sich seine Kinder aufhalten oder sie lieber erst gar nicht von der Hand oder aus den Augen lässt, der muss sich so ein Ding ja nicht zulegen.“

Da wird also impliziert, Erwachsene die ihre Kinder nicht überwachen sind schlechte Eltern ja? Oder gar Helikopter Eltern, da sie ihre Kinder nie alleine laufen lassen. Interessant. Wie wäre es mit Erziehung und Vertrauen? So als Alternative? Denn ein Perverser lässt sich durch so eine Uhr nicht abschrecken, das Kind zu entführen, oder sich vor dem Kind zu entblössen oder das Kind anzufassen. Diese Überwachung via GPS lässt euch lediglich wissen wo das Kind ist. Das ist aber auch schon alles. Und falls es entführt werden sollte, glaube ich kaum, dass heutzutage noch jemand nicht weiss, dass diese XXL Uhren auch einen GPS Sender drin haben 😉 24/7 Überwachung..dazu werden Eltern dann wohl neigen, wenn das Kind mal 17 / 18 Jahre ist und mal über Nacht weg bleibt. Denn wer kein Vertrauen in sich und seine Erziehung hat und kaum los lassen kann, der wird das auch nicht tun, wenn das Kind älter wird, im Gegenteil.

„Als wir letztens im Playmobil Funpark waren wurde alle 2 Minuten ein anderes Kind ausgerufen. Die hätten mal lieber solche Uhren getragen. Ich finds eigt eine gute Idee. Besser, als wenn das Kind verschwunden wäre.“

Und dann geht man ins Internet mit dem Handy und sucht das Kind, auf dem Bildschirm. Und rennt alles über den Haufen was im Weg steht, da man ja diesen kleinen Punkt auf dem Monitor verfolgen muss. Aha. Meist wurde es, bis die Eltern da mal online sind und wie Ferngesteuert rumlaufen, abgegeben und ausgerufen. Ein Vergnügungspark ist gross, es laufen viele Kinder rum, das eigene gleich auf Anhieb zu finden nur aufgrund dieser Uhr halte ich für Utopisch und an den Haaren herbeigezogen. Ansonsten, ohne die Überwachungsuhr a la „Big Brother“ werden die Kinder abgegeben am Meetingpoint oder wo auch immer und beim nächsten mal (je nach Alter) benötigen die Eltern eine andere Organisation (2.jährige lässt man nie aus den Augen, sorry!) oder die Kinder lernen dazu und weichen in diesen Parks nie wieder aus den Augenwinkeln der Eltern.

Aber zum Glück gab es noch Eltern, die dieses „Ding“ ablehnten, zu recht wie ich finde.

Dürfen Kinder bei euch auch freie Kinder bleiben wo fängt es an wo hört es auf mein gott dann sollte man als Elternteil vllt mal überlegen ob man nicht vllt einfach ein paar mal mehr nach dem Kind schaut walkie talki finde ich ja noch ganz ok aber GPS Uhr jetzt mal ehrlich spinnt ihr das einzige wo ich das in Ordnung finde schul und Heimweg da ist es in Ordnung.“

„Meine (4) würde das Ding irgendwo liegen lassen und weg wäre es…“

„Go Pro Camera auf die Stirn, Problem gelöst!* Achtung!! Ironie

Der einzige Fall, wo diese Uhr gerechtfertigt ist, zumindest ein wenig…damit man Opa schneller findet, wenn der wieder aus dem Altersheim auf Entdecker Tour unterwegs ist.

Das hab ich auch schon in Erwägung gezogen für meine tochter…. und für meinen opa weil der langsam senil wird…“

Natürlich wollten die (99%)  Mütter nicht hören, was sie so beim Kind anstellen, mit ihrer Paranoia und das es halt einfach nichts bringt und kein Schutz ist, wenn man die Kids überwacht. Pochten auf Meiungsfreiheit (mal wieder) aber ich sollte gefälligst den Rand halten und weiter „gehen“. Ausserdem: Ich hab noch von keinem Kind gehört, dass in einem Notfall das Handy zückte: „Hallo Mama, da steht gerade ein Mann und lockt mich ins Auto!“ (Fügen Sie hier bitte ihr Horrorszenario ein!)  und natürlich stand die Mutter bereits am nächsten Eck parat, dank GPS und dem Anruf des Kindes über das Handy  und schlug den bösen schwarzen Mann in die Flucht! Habt ihr von solchen Situationen gehört?

Ich glaube nicht, dass wir in einer gefährlichen Zeit leben

Ich glaube die Zeit wirkt auf uns nur so gefährlich, weil mit unserer Angst Geld gemacht wird. Jedes Unglück, weltweit wird in ungefiltert und in Echtzeit in unser Wohnzimmer transportiert, früher wusste man nicht mal was im Nachbarsdorf passiert. Und wenn was passieren sollte, wird keine GPS Uhr der Welt und kein Handy und keine Kamera uns und unsere lieben davor schützen.

Ich denke wir sollten unsere Kinder so erziehen, dass sie wissen wie sie sich verhalten sollen, wenn ihnen jemand zu Nahe kommt. Und wir sollten ihnen und vor allem unserer Erziehung vertrauen, statt sie zu überwachen und so ein völlig falsches Signal zu senden.

Eure Meiungs ist wieder gefragt; Wie steht ihr dazu?

 

Bis bald,

 

Nanny Anny

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Motzeltern erstreiten bessere Noten für ihre Kinder

„Schulleistungen zu benoten, ist für Schweizer Lehrer oft eine Zitterpartie. Eltern wollen bei Prüfungs- und Zeugnisnoten vermehrt das letzte Wort haben. Eine Primarlehrerin gesteht in der Zeitschrift «Bildung Schweiz»: «Manchmal benote ich das Kind weniger streng, einfach, um meine Ruhe zu haben.» In Ruhe gelassen werden will sie von einem Elternpaar, das ihr den Berufsalltag zur Hölle macht. «Sie schauen mir genau auf die Finger, überprüfen die Lernziele, fragen nach Belegen für dies und jenes.“

„Lilo Lätzsch, Präsidentin des Zürcher Lehrerverbands, bestätigt: «Aus Angst vor einem grossen Elternknatsch machen Lehrer aus einer 4 eine 4,5 oder aus einer 4,5 eine 5.»Für die Lehrer sei es schwieriger geworden, Noten zu geben und Leistungen zu beurteilen.“

Quelle: 20min

Anmerkung : In der Schweiz ist die 6 Bestnote.

Eigentlich sollte es heute um den Lernberg von Vera Birkenbihl gehen. Doch diese Schlagzeile, die heute auf der Titelseite der 20 Minuten, einer kostenlosen Zeitung die jeder Pendler unter anderem in der Hand hat morgens, prangerte ist mir einen Beitrag wert. Denn ich kann meine Entrüstung nicht zurück halten.

Auch ich habe eine Primarlehrerin kennengelernt die sich ähnlich geäussert hat. “Man muss vorsichtig sein was man sagt und wie man benotet!“ Ein anderer Lehrer auf einer Fortbildung meinte: „Die Eltern sollten viel weniger Sprachrecht in der Schule haben, es ist extrem mühsam!“ Ja, es ist schrecklich und das ist nicht untertrieben, denn auch in der Krippe mischten sie extrem mit, zum Leidwesen der Kinder und der Erzieherinnen. Man will das Beste für das Kind. Doch kann man das erzwingen? Anscheinend schon!

Mama und Papa werden es schon richten!

Werden diese Eltern, dann auch an die Uni kommen und den Professoren das Ohr abkauen, bis das Kind die gewünschte Note erreicht? Kommen diese Eltern mit in den Betrieb und schimpfen mit dem Ausbilder in der Lehre, wenn er das Kind nicht so gut beurteilt? Sollten Noten nicht nach der gebrachten Leistung erfolgen und nicht nach den Wünschen und Vorstellungen der Eltern? Über das Schulsystem lässt sich streiten, darum ging es auch in meinem letzten Beitrag.

 Was ist mit den Eltern, die den Lehrern und ihrem Urteil vertrauen?

Sind deren Kinder benachteiligt? Sieht ganz so aus! Und was suggeriert uns diese Schlagzeile? Sei aggressiv, geh den Lehrern auf die Nerven, die geben eh nach! Tut mir leid, dafür habe ich absolut kein Verständnis. Ja, es ist anstrengend mit gewissen Eltern immer wieder zu streiten und sich immer wieder zu erklären. Aber deswegen nachgeben um des Friedens willen?

 Was bringt man denn diesen Kindern bei?

Trete aggressiv auf, dann bekommst du was du möchtest? Oder: Mama und Papa retten dir immer deinen Hintern wenn es mal nicht so super lief! Knapp vorbei ist nicht immer ganz daneben, denn Muddi kommt und geht dem Lehrer so lange auf die Nerven, bis der keine Nerven mehr hat und du das bekommst was du möchtest, was dir „zusteht“?!

Liebe Eltern, aufwachen!

Ihr wollt sicher das Beste für euer Kind. Doch kann das Kind eben nicht überall die Bestnote haben. Das Kind kann nicht immer der Beste sein, überall. Jedes Kind hat seine Stärken und Schwächen. Und will man nicht, dass die Pädagogen das Kind fördern, wo es nötig ist? Das Kind beurteilen, nach eigenem Ermessen? Machen Pädagogen umsonst Jahrelang ein Studium, eine Ausbildung? Allgemein lässt sich beobachten, dass es Eltern es eh immer besser wissen. Der Psychologe sagt, das Kind sei nicht hochbegabt? Schleppen wir es zum nächsten, der erste muss sich geirrt haben. Noch absurder ist die Antiimpfbewegung. Jahrelange Studien werden ausgeblendet, Gerüchten im Internet und im Umfeld wird mehr geglaubt. Denn ausserdem hat man ja da öfter was gehört vom Schwager sein Nachbar, dessen Tochter hat doch da mal was in der Richtung geäussert…

Sorry liebe Eltern, ich bin einfach sauer. Denn kaum werdet ihr Eltern, glaubt ihr DIE Experten für alles zu sein was das Thema Kind betrifft.

 „Haben Sie Kinder?“ wird immer wieder mal gefragt, wenn man Eltern Empfehlungen oder seine Meinung abgibt. Auch auf Nachfragen der Eltern musste ich mir mal in einem Gespräch anhören: „Sind sie Ärztin? Woher wollen sie wissen, dass meine Tochter nicht altersgemäss entwickelt ist? Nun ja, die Tochter war drei Jahre alt und hatte den Entwicklungsstand einer einjährigen. Das darf man doch wohl äussern, dass sie eben nicht Altersgemäss entwickelt ist, auf Nachfragen der Eltern. Denn nach siebzehn Jahren mit Kindern, hat man wahrscheinlich mehr dreijährige zu Gesicht bekommen als die betroffenen Eltern. Und Nein, ich habe keine Therapie oder sonstiges empfohlen, da mir und anderen Erziehrinnen, das auch nicht zusteht.

 Sagt man denn einem Arzt:

„Haben sie (irgendeine beliebige Krankheit einfügen)? Nein? Dann können sie mir wohl kaum sagen, was ich jetzt tun soll. Sie haben keine Kompetenz mir zu sagen was ich tun soll, da sie nicht betroffen sind und ich es besser weiss! “ Macht man das? Nein? Warum wohl? Man vertraut seinem Urteil. Man vertraut darauf, dass er durch sein Studium, etlichen Fortbildungen plus durch seine Erfahrung genau weiss was zu tun ist, damit es einem besser geht.

Warum müssen sich Lehrer, oder allgemein Pädagogen ständig rechtfertigen, sich ducken?

Ich würde mir wünschen, dass man sich das mal durch den Kopf gehen lässt.

 

Schönes Wochenende

 

Nanny Anny

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