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Über Anstand, Respekt und Wertschätzung gegenüber Nannys

Allgemein lässt sich die Tage beobachten, wie der gegenseitige Respekt und die Wertschätzung den Bach runter gehen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch hier in der Schweiz. Zumindest empfinde ich das in meinem Beruf so. Die Wertschätzung gegenüber Erzieherinnen oder Nannys läuft gegen 0. Aber wehe sie sind dann mal nicht da, dann ist das Geschrei gross. Man erinnere sich nur an die Demos der Erzieherinnen und das Gejammer der Eltern und anderen Menschen als die Krippen und Kitas dicht machten.  Ich werde heute ein paar Punkte aufzählen die so gar nicht gehen, aus meinem Nanny Leben.

22:30 Uhr

„Ich dachte du bist eine Nachteule!“ so entschuldigte sich eine Mutter, die mich gegen 22:30 Uhr anrief, nach dem sie mich am  Vortag versetzt hatte.  Um den nächsten Einsatz zu besprechen. Aber von vorne. Ich betreute sie mit ihrem 4 Monate alten Sohn, eine bis drei Nächte die Woche. Normalerweise läuft das über die Agentur, aber sie fragte weiter Termine einfach so bei mir an, alles mündlich. Ich hätte am Mittwoch um 8 Uhr morgens bei ihr sein sollen für ein paar Stunden zur Entlastung. Den Abend davor war ich in der Stadt auf einem Konzert, ging eher nachhause, um am nächsten Tag fit zu sein.

21 Uhr kam dann eine SMS, gerade als ich zur Türe rein kam, sie benötige meine Hilfe doch nicht, die grosse sei krank, schon die ganze Woche. Ja, danke auch.  Schön, fällt dir das nicht mal 12 Std vor Einsatzbeginn auf und ein.

Abend versaut & eine finanzielle Einbusse.

Dann rief sie auch noch spät abends an am nächsten Tag…Sorry, gehts noch?! 22:30 Uhr!! Ich hatte schon fast geschlafen. Das geht nicht. Respekt, Anstand, Wertschätzung…vermisste ich in dem Augenblick sehr. Sehr. Denn das Thema des Telefonats hatte noch eine Woche Zeit gehabt zum besprechen. Es eilte nicht. So gar nicht.

Habe ihr dann mitgeteilt am Donnerstagmorgen sie wende sich doch für weitere Anfragen in Zukunft direkt an die Agentur. Hat sich zwar entschuldigt, aber das war bereits das zweite mal, dass sie mich versetzte. Das erste mal, schickte sie mich nach einer Std bereits nach Hause. Tochter war krank, weinerlich, Einsatz unmöglich.  Hätte man das schriftlich gemacht über die Agentur im Vorfeld, hätte sie 3 volle Stunden zahlen müssen. Einmal..ok. Zweimal…in zwei Wochen. Nope! In anderen Berufen wäre das so auch nicht gegangen.

Dass sie sich nie wieder meldete, brauche ich nicht zu erwähnen. Aber so geht niemand mit mir und meiner Zeit um.

Eltern die sich nicht entscheiden können

Eine andere Mutter die ich über ein paar Einsätze über die Agentur kennenlernte rief mich in meinem Urlaub an. Ok, geschenkt, die paar Minuten. Verwickelte mich dan in eine 45 Minuten Unterhaltung, auch easy. Brauche jemanden für den Mittwoch und am Weekend, kein Problem. Einigten uns dann, dass ich mich melde, wenn ich wieder da bin um den Vertrag schriftlich festzuhalten. Mündlich war ja alles geklärt. 3 Tage vor Arbeitsbeginn sagte sie mir ab. Meldete sich aber 2 Monate später mit der gleichen Anfrage. Sagte ihr, sie solle sich mit der Agentur zusammensetzen, ich hätte kein Interesse mehr.

Eine andere Mutter – fragte an, war auch alles geklärt, mündlich,  nur damit sie mir 2 Tage vorher absagt. Aussage: „Haben nun jemanden vom roten Kreuz für die nächsten drei Wochen, melden uns danach nochmal!“ Nö, für mich ist es hier erledigt. Ich kann keine Tage reservieren, Standby – kostenlos versteht sich, schon wieder, und wenn sie dann jemanden günstigeren gefunden haben, sagen sie mir wieder ab.

Ich verstehe Eltern die es sich nicht leisten können, aber man muss uns Kinderbetreuer auch verstehen. Standby ist nicht. Wir verdienen so unser Geld, unsere Brötchen, unseren Lebensunterhalt. Für Miete, Lebensmittel und Co. Da wir nicht „ordentlich“ bezahlt werden für das was wir leisten, können wir es uns nicht leisten einfach so Tage auf gut Glück für Familien zu reservieren, kostenlos, sondern nehmen Anfragen rein wie sie kommen. Zusätzlich zu unseren festen Jobs. Da ist kurz vor Einsatzbeginn absagen einfach nicht so toll.

Man stelle sich nur vor, wir Nannys würden so mit den Familien umspringen. Man verlangt von der Nanny und anderen Kinderbetreuern unter anderem Zuverlässigkeit. Und dann benimmt man sich so.

Die, die auf Portalen nicht antworten

„DRINGEND! Suchen wir einen Babysitter / Nanny etc.“ 

So die meisten Suchanfragen auf Kinderbetreuungs Portalen. Von ihnen hat sich noch NIEMAND die mühe gemacht ein kurzes Feedback auf die Bewerbung zu geben. Dann wundern sich aber die Eltern, warum sich auch niemand mehr die grosse Mühe dort macht sich zu bewerben. Das hat für mich auch viel mit Wertschätzung, Respekt und Anstand zu tun.

 

Man nahm mir so klar Worte schon mal übel

Ich habe schon mal zu solchen Eltern position bezogen auf meiner Facebookseite. Das nahm mir eine Mutter sehr übel. „Dich würde ich so nicht einstellen wollen für meine Kinder!“ Ja, easy, kein Problem. Wenn es nicht ok ist in deinen Augen FAIR zu sein und das auch einzufordern, dann möchte ich da eh nicht arbeiten. In anderen Berufen kann man auch nicht sich beliebig Tage reservieren und dann nach Lust und Laune absagen. Kein Handwerker, Monteur, Arzt würde das mitmachen. Auch hier bei Ärzten muss man 24 Stunden vorher absagen, sonst wird das berechnet. Krankheit und Co sind noch mal was anderes! Wertschätzung ist keine Einbahnstrasse.

 

Eltern vertrauen uns ihre Kinder an

Behandeln uns aber teilweise unter aller Kanone, denn das sind nur ein paar Beispiele. Und ja, das darf man nach aussen kommunizieren, damit sich einige den Kopf machen und ihr Verhalten hinterfragen. Auch der Rest der Welt darf wissen, wie mit uns umgesprungen wird.  Warum sollte ich schweigen zu alle dem?

Klar, es gibt auch tolle Familien, das steht ausser Frage. Doch je mehr ich mich mit anderen Nannys und Babysitter auseinandersetze, desto mehr erlebe und höre ich, das Gegenteil. Auch am eigenen Leib. Und das ist schade. Man bezahlt seiner Putzfrau auch teilweise mehr, und ist bereits zu verbindlicheren Abmachungen, als der Frau die auf das eigene Fleisch und Blut aufpasst und es gegebenenfalls auch erziehen soll. Das muss man erst mal sacken lassen.

 

 

Schönes Wochenende ihr lieben,

 

 

Nanny Anny

 

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Nanny Anny zu Gast bei „UGLY TRUTH“

Ja, anhand meiner Augenringe kann man mir die Last der letzten Wochen deutlich ansehen. Aber hey..noch 4. Tage und dann geht es für mich auch endlich in den wohlverdienten Urlaub. Wellness, Entspannen und all das..yeah! Aber bevor es soweit ist, habe ich meinen Blog hier auch in meiner Sendung vorgestellt.

Aufklärungsbedarf

Weil es immer noch Aufklärungsbedarf gibt, zwischen Eltern und Nannys. Gerade vor ein paar Tagen musste ich eine Familie abmahnen, und das Arbeitsverhältnis kündigen von einem kleineren Job. Die dachten auch man lasse sich ewig alles gefallen und fielen bestimmt aus allen Wolken, als der Brief ins Haus flatterte.

Ausgangspunkt war, ich komme jeden Mittwoch für 10.5 Std rein, sie haben 5. Wochen Ferien, vertraglich geregelt. Dumm nur, dass es seit beginn nach ihrer Lust und Laune ging. Mal Ja, mal Nein, mal vielleicht, mal wussten sie es nicht genau, ob sie mich am Mittwoch brauchten. Aber gezahlt, für dieses hin und her haben sie nie. Nur die effektiven Stunden die ich da war, was so nicht rechtens ist. Man kann schliesslich nicht jeden Mittwoch im Monat besetzen und dann nur einen in Anspruch nehmen, und nur den zahlen,  obwohl per Vertrag alles geregelt ist. Das habe ich dann angesprochen- es wurde ignoriert. Man behandelte mich als hätte ich einen Vertrag auf Abruf.

„Reiss dich zusammen, ich habe Verpflichtungen!“

Als ich dann mal krank wurde, sprach mir die Dame des Hauses aufs Band: „Du musst Dich zusammen reissen, ich habe schliesslich Verpflichtungen!“

Das muss man sich mal vorstellen! Sie erhielt darauf eine SMS von mir mit der Kündigung, und eine Aufforderung die ausstehenden Stunden zu begleichen. Ich hatte nun genug Geduld und Kulanz bewiesen. Schliesslich hatten sie auch nur einmal geschafft pünktlich zu zahlen..in 7 Monaten! Man ist auch nur ein Mensch..und, wenn es mich nur hier und da braucht…dann kann man sich schließlich nun anders organisieren. Jeder der mich kennt, weiss, ich bleibe nicht wegen ein wenig Kopfweh oder Schnupfen zu Hause.

Schliesslich sei ich weder auf Abruf noch zu ihren Diensten wann sie es für nötig hält. Wir haben schliesslich einen Vertrag der bindend ist. Das war, die für sie, unschöne Wahrheit. Wir konnten uns einigen und sie zahlen mir nun den Betrag und den erst, denn ich wurde freigestellt für die Kündigungsfrist. Ohne Möglichkeit mich von den Kindern zu verabschieden. So weit so gut. Es sind ihre Kinder. Nur finde ich es verdammt Schade. Schliesslich habe ich diesen ERROR nicht herbeigerufen.

Liebe Nannys, lasst euch nichts gefallen

Habt keine Angst für eure Rechte einzustehen. Wenn euch einer deswegen nicht einstellen möchte, würde es mich eh stutzig machen. Denn wer sich fair verhält, muss auch nichts fürchten. Und sorry, wir sind weder Leibeigene,  noch eure „Sklaven“ die so tanzen wie ihr es wollt. Man hat nicht umsonst Verträge, die bindend sind und Gesetze erlassen! So wie ihr als Arbeitnehmer Rechte habt in eurer Firma, so haben wir sie auch, wenn wir angestellt sind bei euch! Und by the way: Wenn wir auch nach Lust und Laune zu Arbeit erscheinen würden..na ich weiss nicht wie lange die Eltern das mitmachen würden.

 

Viel Spass beim ansehen und wenn ihr Fragen habt- nur zu! Schreibt mir:

M. Poppins@gmx.ch 

 

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Erfahrungen mit Nannyagenturen in der Schweiz Teil 1.

Jeder Familie die schon mal professionell eine Nanny gesucht hat kommt nicht um sie herum: Die Nanny Agenturen. Agenturen die sich darauf spezialisiert haben Nannys zu vermitteln. Wie man sich vorstellen kann, gibt es etliche und die Unterschiede könnten gravierender nicht sein.  Heute, im ersten Teil, werde ich euch meine Erfahrungen schildern.

Als ich 2007 in die Schweiz kam, passierte das über eine Agentur in London, ziemlich schnell und unkompliziert, seit dem habe ich mir etliche Agenturen angesehen in der Schweiz und muss sagen, irgendwie haben nur zwei Agenturen bis jetzt 100% meine Erwartungen erfüllt. Über den ersten Kontakt, die Angebote, über das Vorstellungsgespräch und die Nachbetreuung nach Vertragsabschluss. Einige Agenturen verlangen sogar Geld um als Nanny in ihren Nanny Pool aufgenommen zu werden, obwohl die Eltern meist ein ganzes Bruttogehalt bei Vertragsabschluss mit der Nanny über die Agentur erhalten. Einige bieten in diesem Beitrag den man zahlen muss eine Haftpflichtversicherung an, immer hin, damit lässt es sich leben. Mit der letzteren arbeite ich hier und da immer noch zusammen und kann sie bei Nachfragen via Email empfehlen.

Mit einer der grösste Agenturen, die sogar von der Stadt Zürich ein „Qualitätssiegel“ trägt ereinigte sich mal folgendes Szenario: Da ich zwei, ja eigentlich drei „Muttersprachen“ habe trug ich das unter der Rubrik: „Sprachen“ auch ein. Meine gesamten Arbeitszeugnisse zu der Zeit, insgesamt über sechs Jahre waren in Englisch verfasst, da ich dort auch als englisch sprechende Fachkraft eingesetzt wurde. Mein Diplom als Kleinkinderzieherin stammt aus Deutschland.

„Auf welchem Niveau sprechen sie denn die Muttersprache?“

Eines Tages rief mich eine Mitarbeiterin der besagten Agentur an und wollte wissen auf welchem Niveau ich diese drei Sprachen beherrsche und ob ich mich mit den Familien in Deutsch oder englisch verhandlungssicher unterhalten kann. Ich verstand erst mal die Frage nicht richtig. Die Dame fuhr fort, sie sehe ja, dass ich in Rumänien geboren sei und müsste deswegen schon mal genauer nachfragen. Nicht, dass wir uns in perfektem Hochdeutsch unterhalten hätten die ganze Zeit über, nein, aber sei es drum.

Ich war genervt, sehr. Ich fragte, ob sie sich denn überhaupt meine Unterlagen angesehen hätte, die vielen Referenzen, Zeugnisse usw. Sie verneinte. Ich wurde rasend. Da bekam also diese Agentur einen ganzen Bruttolohn bei Vertragsabschluss von der Familie, und sie machte sich nicht mal die Mühe meine Unterlagen genau anzusehen? Entschuldigung?

Ausserdem wollte ich wissen, was genau muss man unter Muttersprache erklären muss? So ungewöhnlich ist es nicht, dass man heutzutage mehrere Sprachen beherrscht, oder etwa doch? Sprechen deutsche Zeugnisse und langjährige Referenzen in Englisch nicht eine eindeutige Sprache?  Ich erklärte der Frau am Telefon, dass ich absolut kein Interesse mehr habe mich von ihrer Agentur vermitteln zu lassen, denn wenn das so schon anfängt – total desinteressiert und auch irgendwie rassistisch, möchte ich nichts mit dieser Agentur zu tun haben.

Stehen gelassen

Ein anderes „Vorstellungsgespräch“ endete damit, dass mich die Dame von der Agentur mit der ich verabredet war, im Regen stehen liess. Zu viel Stress im Büro als Ursache, ich fuhr deswegen extra nach Zug, (die Fahrt dauert je nach Zug 35-45 Minuten) wartete dort 30 Minuten, rief an. Man sagte mir es sei gerade recht stressig, ich sollte doch ins Büro kommen, man hole mich vom Bus ab. Neue Fahrtkarte für den Bus gekauft, fix angerufen als ich los gefahren bin, wir vereinbarten, dass sie mich abholt. An der Bushaltestelle wartete ich dann 1. Stunde und fuhr dann wieder heim. Auf erneutem Nachfragen via SMS sagte man mir, man ging in der Annahme aus, ich melde mich noch mal wenn ich angekommen sei. Man muss aber dazu sagen, die Busfahrt dauerte nicht mehr als 10 Minuten, was sollte ich erneut anrufen, wenn ich die besagte Dame bereits informierte beim einsteigen? Anstatt gleich Verantwortung zu übernehmen, machte man mich zur Schuldigen. Auch ihr musste ich sagen, dass ich kein Interesse habe. Geld und Zeit verschwendet, denn mit keinem Ton wurden mir als Entschuldigung wenigstens angeboten die Fahrtkosten zu erstatten. Plus: Ich hatte mir extra einen Tag frei genommen.

Rückzahlung

Ich arbeitete mal eine Zeit lang bei einer Agenturchefin. Der Vertrag war begrenzt und ich sollte sie als Mothershelp unterstützen mit ihrere frisch geborenen Tochter und ihren 7  jährigen Sohn. Alles war wunderbar, wir verstanden uns sehr gut, der Vertrag lief aus, super Zeugnis, nix zu motzen. Eines Tages, so knapp ein paar Monate später erhielt ich von ihr eine SMS, an einem Feiertag um 21 Uhr. Man hätte falsch abgerechnet bei der Steuer, ich müsste ihr noch knapp 200 CHF nachzahlen. Wir vereinbarten, dass sie mir die Unterlagen zusenden würde. Ich war schon bisschen sauer, dass sie mich an einem Feiertag via SMS über so einen Fehler, ihrerseits informierte. Der Hammer kam aber noch. Als ich ihren Brief erhielet, war da nur ein Blanko Einzahlungsschein. Keine Unterlagen die ihre Aussage beweisen, nichts. Dass ich nichts überwiesen habe, brauche ich euch nicht erzählen. Da kann ja jeder kommen und irgendwas retour fordern ohne mir die Unterlagen zu zeigen. Und so ganz unter uns, als Agentur Chefin sollte man schon wissen, wie man eine Nanny richtig abrechnet oder wie man den Fehler danach behebt. Ein Blank Einzahlungsschein schicken, entsprach nicht meinen Vorstellungen, weil ja auch was anderes vereinbart wurde, geschweige den diesen Fehler um 21 Uhr via SMS melden. Nee, sorry!  Fehler passieren, das ist ok. Aber wenigstens den Bescheid hätte ich gern gesehen – so hinterliess das ganze einen recht unprofessionellen  und chaotischen Eindruck.

Selber um das Gehalt verhandelt – NO GO!

Durch meine erste Agentur hier in der Schweiz fand ich eine Familie aus London. Bevor ich mich aber dazu entschied den Vertrag zu unterschreiben, sah ich mir eine zweite Familie an. Beide waren toll, beide Arbeitsstellen waren attraktiv, beide Familien wussten voneinander und ich wusste nicht so recht für welche ich mich entscheiden sollte.Die eine Familie hatte ich selber gefunden, die andere kam über eine Agentur. Zum Schluss sollte das Gehalt entscheiden, denn leider kann ich Rechnungen nicht mit Kinderlachen und Liebe bezahlen. Die Familie A die ich gefunden hatte zahlte 1000 CHF mehr als die Familie B die über die Agentur kam. Fam. B wohnte aber so schön am See und hatte einen tollen grossen Garten. Ich war also offen udn sagte den Leuten, es läge am Geld, dass ich mich doch für Fam. A entscheide, 1000 CHF mehr im Monat ist ein guter Grund dazu. So beschlossen sie, ihr Gehalt auch auf die gleiche Summe anzuheben wie die andere Familie, evtl war es sogar ein wenig mehr. Als es dann zum Vertragsabschluss kam, rief ich die Agentur an und gab Bescheid, dass sie den Vertrag abändern müssten, da sich das Gehalt verändert hatte. Ui! Wie war man erbost! „Was fällt dir ein deinen Vertrag selber zu verhandeln?“ War nur einer der Sätze die ich mir anhören musste. Fand das damals schon unverschämt und sagte der Agenturchefin auch klipp und klar meine Meinung. Schliesslich muss ich ja dort arbeiten für das Geld und sie bekäme nun mehr Provision. Anscheinend hatte man Angst, dass ihnen der Kunde, aka die Familie komplett den Rücken zudreht bei meinen höheren Lohnforderungen. Doch unter uns…wenn ich schon 55 Stunden die Woche wo sein muss, sollte es sich auch lohnen.

Fortsetzung folgt….

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So läuft euch jede Nanny weg… Garantiert!

 

Bevor man eine Nanny einstellt, druckt man sich einfach einen Standard Vertrag aus dem Internet aus. Schliesslich hat jede Familie die gleichen Bedürfnisse, die gleiche Anzahl an Kindern und die gleichen Wünsche an die Nanny. Schreibt um Gottes Willen bloss nicht ihre Aufgaben da rein, oder was man von ihr erwartet, schliesslich kann jede gute Nanny hellsehen, was die Familie sich wünscht und kümmert sich ab dem ersten Tag ganz selbstständig darum. Um die Versicherungen braucht man sich auch nicht kümmern, die melden sich dann von selbst bei der Nanny und dem Arbeitgeber, kostet zwar dann ein wenig, aber gerade am Anfang hat man ja nicht so Lust auf Papierkram sondern braucht endlich jemanden der auf Kind und Haus achtgibt.

Den Lohn nur nicht zu hoch ansetzen, schliesslich wusste diese Person auf was sie sich einlässt als sie diesen Beruf ergriff. Ausserdem ist Kinderliebe doch der höchste Lohn! Schreibt auch bloss nicht rein, wenn ihr öfter in den Urlaub fahrt als der Nanny Ferien zustehen. Das kann sie ja schliesslich zusätzlich zu ihrem Pensum ein- und nacharbeiten. Kann ja froh sein, dass sie so oft frei hat. Auch stellt es kein Problem dar, dass ihr als Familie immer den Zeitpunkt bestimmt und ihr die freien Tage erst immer eine Woche im Voraus kommuniziert. Die Nanny ist es ja gewohnt Situationsbedingt zu reagieren und zu agieren.

Da diese Damen meistens keine eigenen Kinder haben sind sie recht flexibel und können nach eurer Lust und Laune arbeiten kommen. Flexibilität ist schliesslich so wichtig und gibt etwas schöneres, als seine Zeit mit Kindern zu verbringen?

Beim Kennenlernen ist es nicht nötig, dass die Kinder dabei sind, schliesslich ist eine Nanny, eine Spezialistin und kann mit jedem Kind sehr gut auskommen. Kinder lieben ausserdem Nannys, das harmoniert automatisch, nur keine Sorge! Auch auf die Eingewöhnungszeit kann man getrost verzichten, wie soll man sonst dem Chef erklären, dass man erneut ein paar Tage zu Hause bleiben müsste? Nein, das geht wahrlich nicht.

Lob wird total überbewertet, also nur kein Lobendes Wort, wenn etwas richtig gut  geklappt hat oder sie euch mit einem drei Gänge Menü überrascht. Aber bitte nicht an Kritik sparen, schliesslich kann man daraus was lernen. Haltet diese so kurz wie möglich. Ein Beispiel:“ Das Essen schmeckt nicht, mach es nächstes Mal bitte anders!“ oder: „Ich möchte die Hemden anders gebügelt bekommen!“  Wie das genau aussehen oder schmecken soll, weiss die Nanny intuitiv. Sie stellt sich manchmal nur so an um euch Arbeitgeber zu ärgern, mit voller Absicht!

Alles was das Kind betrifft, liegt in der Verantwortlichkeit der Nanny. Muss das Kind ins Krankenhaus und die Nanny hat frei? Dann wartet man gefälligst bis die Nanny wieder da ist. Wer will schon stundenlang im Krankenhaus mit dem Kind sitzen? Gleich verhält es sich mit den  Arzt Terminen. Nicht zu empfehlen bei sehr hohem Fieber, als Ausnahme kann ja der Partner gehen.  Ausserdem wartet man mit dem Baden, Nägel schneiden und der Körperpflege immer auf die Nanny, dafür wird sie ja schliesslich bezahlt.

Kommt immer auf den letzten Drücker abends nach Hause. Schliesslich hat die Nanny nach der Arbeit nichts vor und hält gerne noch mit euch ein halbstündiges Schwätzchen. Man will ja schliesslich wissen wie der Tag des kleinen war, welche Konsistenz seine Kaki hatte und wieviel Gramm Pasta er gegessen hat. Ausserdem wie seine motorischen Fortschritte sind und welcher Förderung man heute nachgegangen ist.

Fragt sie ja nicht nach ihrem Wohlbefinden. Ihre privaten Probleme  und Befindlichkeiten bleiben schliesslich an der Türe und sie ist immer ein strahlender Sonnenschein der es nie schlecht geht. Privater Smalltalk nach der Arbeit mit eurer Untergebenen setzt euch als Boss herab, auf die Ebene mit dem Fussvolk, der Nanny und sie könnte den Respekt verlieren. Also bloss nicht!

Wenn sie kränkeln sollte, haltet ihr etliche Vitaminpräparate unter die Nase, die sie sich aus der Apotheke holen soll, und gebt gute Ratschläge ab, damit sie ja nicht krank wird. Das hiesse ja, ihr müsstet euch mit dem, meist auch, krankem Kind abgeben. Frei nehmen, Ärger mit dem Chef riskieren und evtl. auch noch krank werden. Gott bewahre. Wozu hat man denn die Nanny?  Dafür wird sie ja bezahlt und es ist eine Ehre, für euch, in jedem Zustand, zu arbeiten.

Sie auch immer daran erinnern, dass andere Nannys noch schlechter gestellt sind als sie, falls sie sich beschweren sollte über ihre Arbeitsbedingungen. Ihr seid der Chef, ihr macht die Regeln. Notfalls werden diese auch immer geändert, schliesslich ist jeder Tag anders! Konflikte werden immer vor den Kindern ausgetragen, keine Ausnahmen. Schliesslich müssen auch die sehen, wer hier im Haus die Hosen an hat. Und das seid ihr, verdammt nochmal! Auch braucht ihr nicht „Bitte“ sagen, wozu? Es ist ihr Job. Ein einfaches Danke genügt auch, wenn sie euch einen (X ten)  Gefallen getan hat, wie zum Beispiel extra am Samstagabend reinkommen obwohl sie tagsüber schon beschäftigt war, für eure Gäste kochen und zu eurem Geburtstag Kuchen backen für das Büro, auf euren Wunsch hin. Ihr habt euch ja das „Allround Paket“  angestellt, das muss man ausnutzen, ein Danke reicht da vollkommen. Nur nicht verleiten lassen mal extra Geld zu zahlen oder gar ein kleines Geschenk der Wertschätzung!

Die Regeln die sie im Haus aufstellt für die Kinder, können umgangen werden, sobald die Nanny das Haus verlässt, schliesslich seid ihr der Boss und konsequent sein ist so richtig anstrengend. Braucht doch kein Mensch nach Feierabend so einen Quatsch, da kann sich die Nanny darum kümmern, schliesslich bezahlt ihr sie dafür. Auch die Sache mit der Selbstständigkeit bei euren Kindern dürft ihr getrost vergessen, kann sie sich auch darum kümmern, wenn sie wieder da ist. Füttert eure Kinder, auch wenn sie nun bald drei Jahre alt werden. Räumt euren Kindern die Zimmer auf, auch wenn diese acht Jahre alt sind und es selber tun könnten. Dieses ewige warten und die Diskussionen könnt ihr nicht gebrauchen in eurer wertvollen Freizeit!

Ich hoffe ich konnte euch genügend Tipps geben, wie ihr eure Nanny auf sicher sehr bald los seid, diese Undankbare Person!

Ps. Der Geheimtipp schlechthin: Immer im Imperativ sprechen, hilft, von der ersten Sekunde an!

 

Schönes Wochenende

 

Nanny Anny

 

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Eltern gegen Pädagogen – muss das sein ?

In unserer Familie hat noch nie jemand eine 4 im Zeugnis gehabt!“ „Mein Kind muss gar nichts wenn es nicht will!“ „Es hiess: „Jedes Kind wird dort abgeholt wo es steht!“ „Warum muss mein Kind mit 5 Jahren denn eine Schere halten können, immer dieser Druck von den Erzieherinnen!“

Noch nie habe ich so viele Beschwerden von Eltern zu lesen bekommen wie in diesen Tagen. Ich weiss nicht woher diese Einstellung kommt doch werde ich versuchen ihr heute auf den Grund zu gehen. Eltern wollen nur das Beste für ihre Kinder. Genauso wie Erzieher, Lehrer usw. Doch immer mehr kommt es zu Konflikten, die so nicht sein müssten. Denn nur wenn man gemeinsam an einem Strick zieht, kommt man vorwärts. 

Für die Eltern ist das eigene Kind natürlich das schlauste, schönste, begabteste und beste Kind überhaupt. Sie haben meist keinen Vergleich und keine Erfahrung und niemand kann es ihnen verübeln. Wir Betreuer haben da einen meist nicht so verklärten Blick und sind nicht emotional eingebunden. Wenn mir dann eine Mutter, nach ihrem ersten Kind, dass gerade mal 22 Monate und 4 Tage alt ist, sagen möchte, dass sie nun Erziehungsexpertin ist muss ich einfach nur schmunzeln. Auch ich würde mich nach 17 Jahren mit Kindern nicht als Expertin bezeichnen, aber gut.

Man kann nicht überall gleich gut sein

Schade finde ich es, wenn Erzieherinnen, Betreuer und Lehrer persönlich angegriffen werden wegen den schlechten Leistungen ihrer Kinder. Manche Eltern scheinen nicht begreifen zu wollen, dass man eben nicht in jedem Fach brillieren kann. Und was genau benotet wird, entscheiden auch nicht die Lehrer, sondern das Schulsystem. Man hat Lehrpläne und Vorgaben. Stattdessen gehen Eltern auf Lehrer und Erzieher los, drohen gar mit Anwalt. Oder schleifen das Kind von einer Förderung zur nächsten, was mehr Schaden anrichtet, als was es hilft. „Warum muss mein Kind im Morgenkreis sitzen?“ Ja, wenn es da nicht sitzen (und sich konzentrieren) lernt mit 5 Jahren für 20 Minuten, wie will es dann bald in der Schule sitzen, 45 Minuten am Stück, für ein paar Stunden?

Diese „Königskinder“ die nur das machen auf was sie Lust haben

Werden später auch grosse Probleme haben, denn das „Nach Lust und Laune Prinzip“ funktioniert in der Welt nicht. Und das kann man auch nicht auf die Betreuungspersonen abschieben, die das wieder gerade biegen sollen. Denn man kann bei einer 25 Schüler grossen Klasse niemanden da abholen wo er steht, wenn man erst anfangen muss die Kinder von Grund auf zu erziehen. Bei vielen mangelt es an Respekt, denn zu Hause haben sie ja die Hosen an. Wie soll da ein Pädagoge gegen ankämpfen, wenn er noch weitere 24 Kinder hat für die er zuständig ist? Herrscht nicht schon seit Jahrzehnten immer wieder Grundschullehrer Mangel. Noch nie überlegt warum? Wer tut sich das denn noch freiwillig an? 25 Kinder, wenn da nur 3 meinen sie machen nur auf was sie Lust haben, na dann viel Spass.

Eltern sollten sich wieder vermehrt an ihren Erziehungsauftrag erinnern

Und Kindern die Basics des Miteinanders beibringen. Bitte, Danke sagen. Ausreden lassen, Respekt usw. Es ist nicht Aufgabe der Eltern, das Kind rund um die Uhr glücklich zu machen, sondern zu erziehen. Sie fit zu machen für das Leben da draussen. Eltern sind auch nicht die Kumpels ihrer Kinder, stattdessen sollten sie einen roten Faden haben! Ich bin auch kein Fan von Erziehungsratgebern, denn es gibt kein „Rezept“ mit dem das alles gelingt. Jeder muss individuell entscheiden was für ihn und sein Kind funktioniert und was nicht. Am Anfang, als ich diesen Blog anfing zu schreiben, fragten auch viele nach Praxisbeispielen, doch was bringt euch das? Nichts, denn was bei dem einen funktioniert, funktioniert beim nächsten nicht. Es sind nur Anregungen und Erfahrungen die man weiter geben kann.

Das Kind als Individuum mit verschiedenen Begabungen sieht das System nicht

Und statt sich stark zu machen für einen Wechsel, dreschen Eltern auf Erzieher und Lehrer ein, die am wenigsten dafür können. Was nichts bringt, ausser Frust auf beiden Seiten und immer weniger Leute die sich den Beruf Freiwillig antun. Man will zu jeder Zeit bessere Förderung. Vergisst aber mal auch gern aus den Augen, dass Förderung und Lernen nichts mit Frontalunterricht zu tun hat.

Als ich noch in der Krippe war, haben auch Eltern gefragt, warum wir die Kinder nicht mehr „Fördern“. Malen, Basteln, Freispiel und Singen sei ja keine Förderung in dem Sinne. Also versteckten wir Rausgehen und Freispiel unter: Motorische Frühförderung, Förderung des Sozialverhaltens und der Kreativität. Singen hiess nun Musikalische Frühförderung und Malen nannten wir Künstlerische Frühförderung. Alle waren glücklich, denn geändert hatte sich ja nichts, nur der Name. Das Ergebnis war gleich. Es klang aber mehr nach Arbeit, nach lernen, nach fördern. Manche beschwerten sich im Nachhinein, wir würden zu viel fördern, na ja.

Jedes Kind hat seine Stärken und Schwächen, so wie jeder Erwachsene

Die Schule bewertet aber nur einige Facetten nach Schema F und es gibt bei den meisten Tests auch nur eine mögliche Antwort. Und anstatt auf die Erzieher und Lehrer los zu gehen liebe Eltern, geht doch und schimpft dort wo es angebracht wäre, sammelt Unterschriften, empört euch! So wie viele von euch sich empören bei ihren Freundinnen über die doofe Erzieherin, Lehrerin oder sich auskotzen im Netzt in ihren Blogs oder in den Foren. Die wenigsten stellen aber das gesamte System in Frage. Oder machen sich stark für einen grösseren Personalschlüssel und besseren Arbeitsbedingungen was allen zugut kommt. Wenn wir es selber mal doch tun sollten, sind wir die grossen Idioten die es wagen für ihre Rechte auf die Strasse zu gehen. Denn auch wir Pädagogen finden das System nicht dufte, doch wir sind zu beschäftigt damit eure Kinder (nach) zu erziehen, euren Ansprüchen, den Kindern und denen unseren Vorgesetzten zu genügen. Nebenbei sollen wir eure Kinder noch fördern, die vorgegebenen Lernziele erreichen, in den Kitas jonglieren und rotieren, da ständig Personalmangel herrscht. Da bleibt keine Zeit mehr das System verändern zu wollen, weil wir auch keine Nerven mehr dafür haben. Und wenn wir es doch tun, stossen wir bei den Eltern nicht auf Sympathie, ganz im Gegenteil.

Bevor mancher von euch dann wieder auf die Kita, Schule usw. schimpfen will, bitte ich euch gewisse Punkte zu überdenken. Und wie sagte Einstein (es ist nicht zu 100% sicher ob es wirklich von ihm ist) so treffend:

“Jeder ist ein Genie! Aber wenn Du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist.”

Schönes Wochenende

 

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Nanny Anny

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Faire Anstellungsbedingungen für Kinderbetreuer & Kita Arbeit im Wandel der Zeit

Wie gross war wieder der Aufschrei der durch Deutschland ging letzte Woche als es hiess: Evtl. werden die Kitas wieder Streiken! Empörte Eltern, Ahnungslose und noch mehr Unwissende stritten also im Netz mit Erzieherinnen und anderen Pädagogen darüber, ob es den Leuten zusteht wieder in den Streik zu treten. Weil Arbeitsplätze dran hängen (verständlich) und weil viele einfach schlicht und ergreifend nicht wissen wohin mit dem Kind, falls es nochmal zum Streik kommen sollte. Wobei ich der Meinung bin, dass man sich organisieren kann, auch für wenig bis kein Geld, wenn man nur will. Der Beruf der Erzieherin hat sich aber auch in den letzten Jahren stark gewandelt. Ansprüche sind gestiegen, mehr Förderung wird verlangt, wenig Personal, viele Feuerwehrübungen (man versucht „Brände“ zu löschen statt sie zu beheben, z:b bei Personalengpass usw.) Es findet auch ein Wandel statt was die Ausbildung der Erzieherin betrifft, näheres zum Wandel der Kita Arbeit hier:

http://www.kitakram.de/Die-Entwicklung-der-Kitaarbeit

Ich bin der Meinung: Zufriedene Angestellte gehen mit einer ganz anderen Motivation in die Arbeit, wenn sie Wertgeschätzt und Fair bezahlt wird. Denn auch wir, die mit Kindern arbeiten, müssen Rechnungen zahlen und leben. Ich erinnere mich gut, als ich letztes Jahr eine Anstellung als Nanny suchte waren da einige Aussagen dabei, die ich nur noch Kopfschüttelnd hinnahm. Bis auf eine;

Da erzählte mir die Mutter was sie denn alles so für Ansprüche hat: Das Haus putzen, Wäsche waschen und bügeln, Einkaufen, Kochen, 3. Kleinkinder betreuen und fördern plus mit dem Hund raus gehen 3. Mal am Tag. Also das Rundumwohlfühlpaket für den Arbeitgeber, täglich 10. Stunden. Als ich sie nach der Bezahlung fragte, nannte sie mir die Summe (3500 CHF Brutto), daraufhin konnte ich nur noch lachen. Ich sagte ihr deutlich, dass es weit unter dem Mindestlohn sei was sie da bezahlen möchte, für das grosse XXL Paket, dass sie da verlangt. Und dann, im ganz ernsten Ton bekam ich das zu hören: „Mögen Sie denn keine Kinder? Sie sind ja mega fest aufs Geld fixiert!“ „Doch doch ich liebe Kinder, antwortete ich genau so trocken zurück, aber wissen Sie Frau XY, mein Vermieter, meine Telefongesellschaft, meine Versicherungen und die Kassiererin beim Coop, die kann ich nicht mit Kinderliebe bezahlen. Und wenn ich schon Hundesitterin, Haushälterin, Köchin, Putzfrau und Nanny in einem bin, 10 Stunden pro Tag, Woche für Woche, möchte ich auch einen gerechten Lohn, denn auch meine Zeit ist kostbar!“ Die Dame legte nur noch auf und liess mich fassungslos zurück. Ist jetzt einer der hefigeren Fälle gewesen, aber sicher keine Ausnahme. (Eine andere Dame hätte mich z.B gern gehabt als Nacht Nanny für 100 CHF, Brutto / Nacht, 4 mal die Woche, von 21 Uhr bis 6 Uhr am morgen für ihre Neugeborenen Zwillinge)

Liebe Eltern, was denkt ihr euch eigentlich manchmal dabei? Wir Nannys machen das nicht aus einer Langweile heraus, es ist unser Beruf. Davon leben wir, damit verdienen wir unsere Brötchen, davon müssen wir alles bezahlen wie ihr auch. Und wenn die Ansprüche hoch sind, muss es das Gehalt auch sein. Ihr könnt nicht verlangen, dass wir für 15-20 CHF pro Stunde die Eierlegende Wollmilchsau sind. Denn ihr wisst selber, Haushalt, Einkauf, Kochen, Putzen, Waschen und Bügeln inc Kinderbetreuung und Förderung, das ist ein hartes Stück arbeit.

Vielen ist aber der Unterschied auch nicht geläufig, zwischen Tagesmutter, Babysitter, Aupair, Nanny (mit und ohne päd. Ausbildung), Kleinkinderzieherin, denn die Gehaltsspannnen hier klaffen gewaltig auseinander, aber dazu ein anderes mal mehr. Heute soll es um den Beruf der Nanny gehen. Die Stadt Zürich hat dazu ein sehr gutes, ausführliches Merkblatt raus gegeben :     13_nannys

Ich würde mir sehr wünschen, dass mehr Eltern sich erst mal richtig Informieren, bevor sie sich eine Nanny suchen. Denn wenn das nicht über eine Agentur passiert, kann es schnell passieren, dass man, gerade als junge Frau ausgenutz wird, schlicht und ergreifend, weil man es nicht besser weiss, auf beiden Seiten.  Viele Familien wissen auch einfach nicht, wo man zu welchen Fristen ihre Hausangestellten melden und anmelden muss. Oder wieviel man von ihren Angestellten zu erwarten hat, gerade wenn es sich um eine Live -In Nanny handelt.

Auch hier hilft dieses Merkblatt, oder einfach nachforschen, informieren, fragen. Im ersten Jahr in der Schweiz, musste ich eine Busse bezahlen, (die Familie auch) da sie vergassen mich richtig anzumelden. 400 CHF für alle, denn ohne Anmeldung, was die Pflicht des AG ist, ist es Schwarzarbeit und Unwissenheit schützt  bekanntlich vor Strafe nicht. Agenturen regeln das meistens viel besser, haben aber den Nachteil, dass sie für Famlien schlicht zu teuer sind. Im Zweifelsfall würde ich aber immer eine Anstellung über eine Agentur vorziehen. Gute Adressen gibts bei mir, denn auch unter den Agenturen hat es Schwarze Schafe.

Falls ihr Fragen zum Thema habt, Anregungen, Kritik, Lob, bitte an: M.Poppins@gmx.ch

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Schönes Wochenende

Nanny Anny