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Über Anstand, Respekt und Wertschätzung gegenüber Nannys

Allgemein lässt sich die Tage beobachten, wie der gegenseitige Respekt und die Wertschätzung den Bach runter gehen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch hier in der Schweiz. Zumindest empfinde ich das in meinem Beruf so. Die Wertschätzung gegenüber Erzieherinnen oder Nannys läuft gegen 0. Aber wehe sie sind dann mal nicht da, dann ist das Geschrei gross. Man erinnere sich nur an die Demos der Erzieherinnen und das Gejammer der Eltern und anderen Menschen als die Krippen und Kitas dicht machten.  Ich werde heute ein paar Punkte aufzählen die so gar nicht gehen, aus meinem Nanny Leben.

22:30 Uhr

„Ich dachte du bist eine Nachteule!“ so entschuldigte sich eine Mutter, die mich gegen 22:30 Uhr anrief, nach dem sie mich am  Vortag versetzt hatte.  Um den nächsten Einsatz zu besprechen. Aber von vorne. Ich betreute sie mit ihrem 4 Monate alten Sohn, eine bis drei Nächte die Woche. Normalerweise läuft das über die Agentur, aber sie fragte weiter Termine einfach so bei mir an, alles mündlich. Ich hätte am Mittwoch um 8 Uhr morgens bei ihr sein sollen für ein paar Stunden zur Entlastung. Den Abend davor war ich in der Stadt auf einem Konzert, ging eher nachhause, um am nächsten Tag fit zu sein.

21 Uhr kam dann eine SMS, gerade als ich zur Türe rein kam, sie benötige meine Hilfe doch nicht, die grosse sei krank, schon die ganze Woche. Ja, danke auch.  Schön, fällt dir das nicht mal 12 Std vor Einsatzbeginn auf und ein.

Abend versaut & eine finanzielle Einbusse.

Dann rief sie auch noch spät abends an am nächsten Tag…Sorry, gehts noch?! 22:30 Uhr!! Ich hatte schon fast geschlafen. Das geht nicht. Respekt, Anstand, Wertschätzung…vermisste ich in dem Augenblick sehr. Sehr. Denn das Thema des Telefonats hatte noch eine Woche Zeit gehabt zum besprechen. Es eilte nicht. So gar nicht.

Habe ihr dann mitgeteilt am Donnerstagmorgen sie wende sich doch für weitere Anfragen in Zukunft direkt an die Agentur. Hat sich zwar entschuldigt, aber das war bereits das zweite mal, dass sie mich versetzte. Das erste mal, schickte sie mich nach einer Std bereits nach Hause. Tochter war krank, weinerlich, Einsatz unmöglich.  Hätte man das schriftlich gemacht über die Agentur im Vorfeld, hätte sie 3 volle Stunden zahlen müssen. Einmal..ok. Zweimal…in zwei Wochen. Nope! In anderen Berufen wäre das so auch nicht gegangen.

Dass sie sich nie wieder meldete, brauche ich nicht zu erwähnen. Aber so geht niemand mit mir und meiner Zeit um.

Eltern die sich nicht entscheiden können

Eine andere Mutter die ich über ein paar Einsätze über die Agentur kennenlernte rief mich in meinem Urlaub an. Ok, geschenkt, die paar Minuten. Verwickelte mich dan in eine 45 Minuten Unterhaltung, auch easy. Brauche jemanden für den Mittwoch und am Weekend, kein Problem. Einigten uns dann, dass ich mich melde, wenn ich wieder da bin um den Vertrag schriftlich festzuhalten. Mündlich war ja alles geklärt. 3 Tage vor Arbeitsbeginn sagte sie mir ab. Meldete sich aber 2 Monate später mit der gleichen Anfrage. Sagte ihr, sie solle sich mit der Agentur zusammensetzen, ich hätte kein Interesse mehr.

Eine andere Mutter – fragte an, war auch alles geklärt, mündlich,  nur damit sie mir 2 Tage vorher absagt. Aussage: „Haben nun jemanden vom roten Kreuz für die nächsten drei Wochen, melden uns danach nochmal!“ Nö, für mich ist es hier erledigt. Ich kann keine Tage reservieren, Standby – kostenlos versteht sich, schon wieder, und wenn sie dann jemanden günstigeren gefunden haben, sagen sie mir wieder ab.

Ich verstehe Eltern die es sich nicht leisten können, aber man muss uns Kinderbetreuer auch verstehen. Standby ist nicht. Wir verdienen so unser Geld, unsere Brötchen, unseren Lebensunterhalt. Für Miete, Lebensmittel und Co. Da wir nicht „ordentlich“ bezahlt werden für das was wir leisten, können wir es uns nicht leisten einfach so Tage auf gut Glück für Familien zu reservieren, kostenlos, sondern nehmen Anfragen rein wie sie kommen. Zusätzlich zu unseren festen Jobs. Da ist kurz vor Einsatzbeginn absagen einfach nicht so toll.

Man stelle sich nur vor, wir Nannys würden so mit den Familien umspringen. Man verlangt von der Nanny und anderen Kinderbetreuern unter anderem Zuverlässigkeit. Und dann benimmt man sich so.

Die, die auf Portalen nicht antworten

„DRINGEND! Suchen wir einen Babysitter / Nanny etc.“ 

So die meisten Suchanfragen auf Kinderbetreuungs Portalen. Von ihnen hat sich noch NIEMAND die mühe gemacht ein kurzes Feedback auf die Bewerbung zu geben. Dann wundern sich aber die Eltern, warum sich auch niemand mehr die grosse Mühe dort macht sich zu bewerben. Das hat für mich auch viel mit Wertschätzung, Respekt und Anstand zu tun.

 

Man nahm mir so klar Worte schon mal übel

Ich habe schon mal zu solchen Eltern position bezogen auf meiner Facebookseite. Das nahm mir eine Mutter sehr übel. „Dich würde ich so nicht einstellen wollen für meine Kinder!“ Ja, easy, kein Problem. Wenn es nicht ok ist in deinen Augen FAIR zu sein und das auch einzufordern, dann möchte ich da eh nicht arbeiten. In anderen Berufen kann man auch nicht sich beliebig Tage reservieren und dann nach Lust und Laune absagen. Kein Handwerker, Monteur, Arzt würde das mitmachen. Auch hier bei Ärzten muss man 24 Stunden vorher absagen, sonst wird das berechnet. Krankheit und Co sind noch mal was anderes! Wertschätzung ist keine Einbahnstrasse.

 

Eltern vertrauen uns ihre Kinder an

Behandeln uns aber teilweise unter aller Kanone, denn das sind nur ein paar Beispiele. Und ja, das darf man nach aussen kommunizieren, damit sich einige den Kopf machen und ihr Verhalten hinterfragen. Auch der Rest der Welt darf wissen, wie mit uns umgesprungen wird.  Warum sollte ich schweigen zu alle dem?

Klar, es gibt auch tolle Familien, das steht ausser Frage. Doch je mehr ich mich mit anderen Nannys und Babysitter auseinandersetze, desto mehr erlebe und höre ich, das Gegenteil. Auch am eigenen Leib. Und das ist schade. Man bezahlt seiner Putzfrau auch teilweise mehr, und ist bereits zu verbindlicheren Abmachungen, als der Frau die auf das eigene Fleisch und Blut aufpasst und es gegebenenfalls auch erziehen soll. Das muss man erst mal sacken lassen.

 

 

Schönes Wochenende ihr lieben,

 

 

Nanny Anny

 

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Wer trägt die Verantwortung für die Erziehung der Kinder?

Ein Kind zu bekommen ist das schönste der Welt, für die werdenden Eltern. So zumindest höre ich das meistens heraus. Man kauft für das Baby Kleidung, diskutiert mit dem Partner über das Kinderzimmer, nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig soll es sein, was man da rein stellt. Nicht zu kitschig, nicht zu kalt.

Dann braucht man noch einen Kinderwagen. Und das erfordert auch etliche Besuche im Fachhandel oder man hat Freunde, die einem den Wagen vererben / verkaufen. Alles in allem mach das Baby, noch bevor es da ist eine Menge Arbeit. Man muss ich um die Betreuung kümmern, am besten noch bevor das Kind da ist, seine finanzielle Situation überlegen, kann man es sich leisten zu Hause zu bleiben, oder arbeiten beide weiter, oder, ob ein Teilzeitmodell in Frage käme.

 

Erziehung planen?

Alles wird durchdacht und geplant im besten Falle, bis auf eine klitzekleine Angelegenheit: Die Erziehung

Welche Werte haben wir?

Was wollen wir für das Kind? – Selbstständigkeit, Eigenverantwortung, Mündigkeit?

Was ist beiden Partner wichtig, wo unterscheiden sich die Meinungen?

Wie werden wir in Zukunft mit diesen Unterschieden umgehen?

Wie wollen wir die Erziehungsziele erreichen?

Wie ist es mit der Entwicklung des Kindes? Ist mir bewusst, dass nicht jedes Kind gleich ist? 

Ich weiss nicht wie es euch geht, aber ich habe keine Eltern kennengelernt, die sich mit  Erziehung und Erziehungszielen wirklich auseinander gesetzt haben.

Klar, viel lesen Erziehungsratgeber, besuchen Geburtsvorbereitungskurse etc. Doch die meisten Streitigkeiten bezüglich der Kinder, sind immer noch in der verschiedenen Sichtweise der Partner in Sachen Erziehung. Denn im Alltag werden meist Feuerwehrübungen betrieben, man entscheidet dann so Situativ heraus, was an sich ja nicht schlecht ist, doch manche Grundpfeiler sollten schon sein, damit die Erziehung einen roten Faden hat. Denn viele „einfache, schnelle Lösungen“ scheinen auf den ersten Augenblick bequem, ziehen aber unbequeme Konsequenzen nach sich.

 

Kinder brauchen einen roten Faden

Kinder brauchen Sicherheit, sie müssen erfahren, was heute gültig und richtig ist, ist es morgen und übermorgen auch noch.  Beständigkeit gibt Sicherheit und sollte nicht unterschätzt werden. Man kann Ausnahmen machen, doch eben, sollten sie Ausnahmen bleiben. Man möchte ja sein Kind mit bestem Wissen und Gewissen erziehen, damit es später fähig ist sein Leben alleine zu bestreiten. Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen, Sozialkompetent zu sein, all das was es eben braucht um in der Welt selbstständig zu bestehen.

 

Eltern sind Vorbilder

In erster Linie tragen Eltern die Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder, niemand sonst. Und man ist dem Kind ein Vorbild, ob einem das bewusst ist oder nicht. Wenn zuhause Konflikte aggressiv gelöst werden, kann man nicht vom Kind erwarten, dass es ruhig und besonnene an Konfliktsituationen ran geht.  Wer zuhause keine Tischmanieren an den Tag legt, kann das auch nicht von seinem Kind erwarten. Wer sich abfällig über alles und jeden äussert, wird sich noch wundern, wenn das Kind mal in der Pubertät ist, was es da so ablassen kann. Wir müssen uns immer vor Augen halten, was Eltern den Kindern auf den Weg geben wollen, müssen sie selber erst Vorleben.  Man kann nicht von Kita, Krippe oder Schule erwarten, dass sie einem das Kinder im wahrsten Sinne des Wortes erziehen. Zumindest nicht die Dinge, für die die Eltern und nur die Eltern verantwortlich sind.

 

Erziehung – zum Wohle des Kindes, oder?

Wenn gewisse Situationen eintreten, reagieren Kinder. Wobei, Kinder reagieren immer auf ihre Umwelt. Sei es Scheidung der Eltern, ein neues Geschwisterchen oder, dass sie einfach keine Grenzen gesetzt bekommen haben als Kleinkinder. Das ist „ok“, so lange die Kinder klein sind, da hat man sie noch „einigermassen“ im Griff, gerade, wenn sie mit einem zuhause sind. ABER: Wenn diese Kinder dann in Kita oder Schule kommen, geht der „Spass“ erst los.

Wenn sie anderen Kinder und Erzieher treten und schlagen, weil die nicht so wollen wie das Kind. Wenn das Kind nur noch tobt, weil es seinen Willen nicht bekommt, so wie er sich das von zuhause gewöhnt ist. Dann wird das zum Problem. Das Kind wird zum „Problemkind“, wird von anderen Kindern gemieden, das wiederum macht das betroffene Kind agressiv, und so dreht sich der Teufelskreis und zieht immer grössere Bahnen, bis hin ins Erwachsenenalter.

Viele Eltern scheinen gewisse logische Konsequenzen auch nicht für bare Münze zu nehmen. „Ach, das Kind nässt nur wieder ein, weil es zu faul ist auf Toilette zu gehen!“ Dass aber die Entwicklung, z.B auch Rückläufig sein kann, bei Ausnahmesituationen wird einfach zur Seite geschoben.  „Ach, mein Kind ist zuhause ganz lieb, ich kann mir das nicht erklären, warum er bei euch so aggressiv ist, wer weiss was ihm die anderen Kindern tun, während die ErzieherInnen weg sehen!“ 

 

Im äussersten Fall – Jugendamt oder KESB

Wenn die Situation ausser Kontrolle gerät, aus welchen gravierenden Fällen auch immer, wird im äussersten Fall die Kinder- und Erwachsenen Schutzbehörde = KESB oder in Deutschland, das Jugendamt eingeschaltet. Die suchen mit den Eltern eine Lösung, hören sich die Probleme an, reden mit dem Kind. Und, wenn es gar nicht anders geht, nimmt man auch die Kinder raus aus den Familien. So etwas passiert NIE, ich wiederhole NIE aus nichtigen Gründen, wie einer einzigen Ohrfeige. Sondern, hat eine lange Vorgeschichte. Das Interview mit einer Jugendamts-Mitarbeiterin findet ihr hier

Einige der betroffenen Eltern hier in der Schweiz haben gar eine Gruppe gegründet, in der sie versuchen gegen die KESB vorzugehen. Denn wie in Deutschland, hört man in den Medien immer nur von den negativen Fällen, nie aber von den positiven. Und klar, kam die KESB auch immer aus dem nichts, und riss den armen Eltern die Kinder aus der Hand.  Wenn ich mich dann für das Jugendamt positioniere, weil ich froh war um deren Massnahmen und ich einige mehr Menschen kenne, die genau so froh waren nicht mehr bei ihren Familien sein zu müssen, werde ich als bezahlter Troll beschimpft oder man unterstellt mir Geld zu bekommen, damit ich diese Aussagen treffe. Was absolut nicht wahr ist!

 

Miteinander satt gegeneinander, bitte!

Ich komme aus einer Familie, die recht zerrüttet ist und war. Ich bin mit 17 Jahren in eine kleine Wohnung gezogen im Rahmen vom „Betreuten Wohnen“, mein mittlerer Bruder wurde fremdplatziert zu einer Pflegefamilie. Mein kleiner Bruder blieb bis zum Schluss bei meiner Mutter. So. Ich war selber betroffen. Wir Kinder haben einen langen Weg hinter uns, bis man uns ENDLICH da rausgenommen hat.

Meine Mutter sieht bis heute nicht ein, warum das passier ist. Wir sind die schlimmen Kinder. Sie trifft keine Schuld. So denken auch die meisten Eltern in dieser Gruppe. Das macht mich etwas traurig, denn man kämpft gegen Windmühlen, gegen die Behörde, die nur das beste für das eigene Kind will, weil man selber, aus welchen Gründen auch immer nicht dazu imstande ist, sich um das Kind gebührend zu kümmern.

Fehler passieren, ja, auch bei den Behörden. Das will ich auch niemanden absprechen. Aber ich würde mir wünschen, dass sich die Eltern mal selber ins Gewissen nehmen, sich professionelle Hilfe holen, zum Wohle ihrer Kinder.  Wo liegt mein Teil, dass es so weit kommen konnte? Was kann ich in Zukunft besser machen? Lasst uns mit den Behörden nach einem Lösungsweg suchen, statt nach Schuldzuweisungen.

 

Denn wie gesagt. Eltern sind verantwortlich für ihre Kinder. Eine Dame hat mir heute gesagt:

Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf!

Ok, warum kämpfen dann aber genau die gleichen Menschen, die sich so äussern, gegen die Hilfe von aussen? Gegen das „Dorf“? Wieso heisst es meist: „Die Erziehung meines Kindes, das kann ich am besten! DAs geht niemanden was an!“ „Haben sie Kinder? Nein? Dann haben sie keine Ahnung und können mir nicht helfen!“

Seltsam, ich habe noch nie jemanden sagen gehört zu einem Arzt: „Hatten Sie schon mal x beliebige Krankheit? Nein? Dann können Sie mir auch nicht helfen!“

 

 

Schönes Wochenende meine lieben,

 

 

Nanny Anny

 

 

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Alle Beiträge zur Blogparade „Was wurde aus deinen Kindheitsträumen?“

Wie unglaublich schnell zwei Monate vergehen können! Gestern endete meine Blogparade und ich darf euch nun in der Zusammenfassung alle Beiträge präsentieren. Es waren sehr interessante Einblicke in verschiedene Kindheitsträume und ich danke allen für die intimen Einblicke in ihre Welt.  ❤

 

Fangen wir an mit dem Beitrag von:

Big Bear Planet, der einen ganz witzigen Artikel für uns geschrieben hat.

The life of A – ihr Beitrag ist leider nicht mehr verfügbar, da Anna technische Schwierigkeiten hatte. Sorry! Einen kleinen Auszug, könnt ihr aber noch bei mir nachlesen, hier.

Einen sehr ausführlichen Blogbeitrag, mit ein paar interessanten Gedankenanstössen findet ihr hier von Sebastian, der den Blog Reiki Ausbildung Hamburg   führt.

 „Thelifeisapresent“ führt Stefi, und auch sie teilt mit uns ihren Kindheitstraum. Sie wollte nämlich immer Erzieherin werden, aber lest selbst.

„Bianca bloggt“, ihre Träume liessen sich fast alle erfüllen, bis auf den einen…

„Sind Kindheitsträume nur Schäume?“ fragt sich Ela und hat auch ihren Artikel zur Blogparade eingereicht.

Bernd schrieb und auch einen Beitrag und mich hat er zutiefst berührt.

 

Und meinen Artikel findet ihr hier

 

Schönen Sommer und wir lesen uns spätestens im September wieder 😀

 

Liebe Grüsse aus Berlin,

 

Nanny Anny

 

 

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Checkliste – Winter

Da gerade Winter ist, schien es mir nur all zu logisch, mit der Checkliste für den Winter anzufangen. Was das ganze soll, werden sich einige von euch nun fragen. Ja nu, ich mag mich erinnern, als ich noch in der Krippe gearbeitet habe, es ein Ding der Unmöglichkeit war, dass alle Kinder Wetter entsprechend gekleidet waren – kein Spass. Die Erzieherinnen unter uns werden nun eifrig mit dem Kopf schütteln…grins. Also, was braucht das Kind denn im Winter in der Kita?

  • Winterfeste Schuhe, heisst Warm UND Wasserfest!
  • Ski Anzug oder dicke Hose und Jacke
  • Handschuhe, lieber Fäustlinge als einzelne Finger bei kleineren Kindern
  • Mütze oder Kopfbedeckung
  • Ersatzklamotten (in der richtigen Grösse  und genug von allem) Bei kleinen Kindern braucht es natürlich etwas mehr als bei grösseren im Kindergarten z.B Bitte „praktische“ Kita Kleidung mitgeben, keine Knöpfe usw. z.B an Hosen oder Latzhosen. Wenn man mehrere Kinder mit solchen Hosen wickeln muss, wird es stressig für alle. Auch das „beste Hemd“ oder ein schönes Kleid, gehen bitte nicht mit in die Einrichtung, wenn sie nicht dreckig werden dürfen.
  • Kältecreme oder sonstige Creme die, die Haut vor Kälte schützt
  • Genug Nuggis, Nuschis, Windeln, Feuchttüchter, Kuscheltiere und was es sonst alles braucht um einzuschlafen
  • 10000 Karmapunkte und Lobgesang der Erzieherinnen erntet ihr wenn alles noch angeschrieben ist!

 

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Was macht Nanny Anny so gerade?

Bestimmt habt ihr mitbekommen, dass es ruhiger her geht als sonst hier. Das liegt an mehreren Gründen. Auf dem anderen Blog erscheint gerade das Weihnachts Special in Zusammenarbeit mit City Channel 1 – UGLY TRUTH. Jeden Tag ein Thema, dass von Zuschauern und Bloggern bestimmt wurde als Sendung und Beitrag. Das ist ne menge Arbeit sag ich euch, macht aber auch extrem viel Spass. Ausserdem war ich als Nanny wieder unterwegs und habe mal wieder einen Auftrag  von einer  tollen Agentur angenommen. Dieses Mal ging es zum „basteln“ mit Kindern in einem Café in Zürich und als Maskottchen „Topsy“ durfte ich auch Erwachsene zum schmunzeln bringen. Anbei ein paar Impressionen von den tollen 4. Tagen =)

 

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Nanny Anny mit Topsy 

 

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Nanny Anny als Topsy mit ehemaligem Kind aus der Krippe und ehemaligen Praktikantin

Hätte ich nur gewusst, wie gross der Kopf von Topsy ist…na ja. Auf jeden Fall hat es sehr viel Spass gemacht, klein und gross zum Lachen zu bringen. Ich bin dann auch immer vor an die Eisbahn an die Europa Allee und habe dort in dem Kostüm getanzt. Das war richtig lustig, denn ich würde am liebsten öfter einfach so auf der Strasse tanzen, aber ihr könnt euch ja vorstellen wie die Leute dann schauen würden. Mit dem Kostüm, konnte ich also endlich mal die „Sau“ raus lassen. Am lustigsten war es zu den Tunes von den Bee Gees „Stayin`Alive“ 

Mütter hielten ihre Handykamers drauf, Kinder tanzten an den Händen von Topsy mit. Alle Gesichter strahlten. Es war heiss…gerade mir in dem Kostüm, lach. Ich war am Abend fix und foxy, aber sehr sehr glücklich.

 

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Das Team an dem Tag! Es war wunderbar mit euch! 

Die Kinder hatten sehr viel Spass mit uns die Lebkuchen zu verzieren. Hier ein paar schöne  Kunstwerke:

 

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Von einem Mädchen aus Schweden 

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Da das ganze von der UBS Bank organisiert wurde, hatten wir alle UBS Pullis an. Ein Mädel machte extra diesen tollen Lebkuchen für uns, er war fein =) 

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Zum Schluss wurden alle Lebkuchen schön verpackt und mit Heim gegeben. 

Bald ist ja schon Weihnachten =) Was habt ihr bis jetzt gebastelt? Gebacken? Habt ihr alle Geschenke schon beisammen?

 

Bis bald,

 

Nanny Anny

 

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Über Rechtfertigungen im sozialen Beruf

  • Würde man den Architekten hinterfragen? Ihm unterstellen er hätte keine Ahnung von Hausbau, da er evtl. selber kein Haus besitzt?
  • Würde man den Gärtner in Frage stellen, nur weil man ein paar Pflanzen zu Hause hat oder einen kleinen Garten und es somit besser weiss?
  • Würde man sich als Experte für Hunde bezeichnen, der es besser weiss als der Tierarzt, nur weil man einen Hund oder eine Katze zu Hause hätte?
  • Würde man dem Bänker über die Schulter schauen und ihm die Kompetenz absprechen unser Geld zu verwalten, weil er evtl. selber nicht so viel Geld anlegen kann?
  • Würde man dem Arzt seine Fähigkeiten absprechen uns zu helfen, weil er die Krankheit XY selber noch nicht hatte?
  • Würde man dem Koch in einem Restaurant gute Tipps geben, nur weil man selbst zu Hause den Kochlöffel schwingt?

Würde man nicht, oder etwa doch? Nun gut, bei den Ärzten passiert das auch häufig, da viele denken, mit ein paar Recherchen im Internet hätten sie natürlich mehr Wissen angehäuft als der Arzt in seinem jahrelangem Studium.

Doch warum stelle ich euch heute all diese Fragen? Weil ich das Gefühl habe, nur im Sozialen Bereich, gerade mit Kindern müssen sich Pädagogen ständig rechtfertigen oder sich und ihre Arbeit verteidigen, da einige Eltern es immer besser zu wissen scheinen.

Weder verbittert noch wütend

Wenn man dann etwas Luft ablässt, so wie ich in meinem letzten Beitrag, klingt man gleich verbittert und wütend. Ich bin beides nicht. Ich bin genervt. Genervt, dass man uns nicht vertraut , unsere Kompetenzen ausser acht lässt und stattdessen der Nachbarin ihrer Cousine und deren ihr Wort mehr Bedeutung schenkt. Oder irgendwelchen Beiträgen in der Zeitung / Internet.

Beispiele – In der Krippe

In der Krippe wird nicht genug gefördert / zu wenig gefördert…Sinnlos im Kreis drehende Diskussionen vorprogrammiert. Ich kann mich noch erinnern, dass wir uns in der Krippe ständig erklären mussten, da die Eltern die Sendung“ Die Super Nanny mit Katja Saalfrank“ die im TV Kinder disziplinierte, mehr glaubten als uns. Die stille Treppe sei ja was ganz tolles und warum benutzen wir diese Methode nicht war nur ein Beispiel von vielen.

Dabei weiss man längst, dass Frühförderung kontraproduktiv ist und nichts bringt ausser unzufriedene Kinder, dessen Kindheit man dadurch raubt. Auch die stille Treppe ist pädagogisch so sinnvoll wie das Kind einmal abzuwatschen im Affekt.

Im Kindergarten

Sollte das Kind am besten Lesen und Schreiben lernen, damit es in der Schule einen Vorteil hat. Dass es dann in der Schule zum Störenfried wird, weil da erst gerade diese Dinge beigebracht werden für alle, scheint dabei ausser acht gelassen zu werden. Und am besten noch eine Fremdsprache dazu lernen. Eine, die Eltern zu Hause nicht sprechen, Chinesisch, z.B. Da kann man sich dann den Mund fusselig reden, die Eltern wissen es besser.

Man nimmt dem Kind dann die Freude am lernen, die es aber braucht um lernen nicht als „doof“ oder gar „sch….“ zu empfinden, in dem man ihm keine Zeit lässt seine eigenen Talente zu entdecken, sondern ihn beschäftigt mit Nachhilfe und sonstigen Aktivitäten von morgens bis abends.

In der Schule wird nur Unterricht im Plenum als „wahrer“ Unterricht erachtet, Freistunde ist keine Unterrichtsmethode und überhaupt, die Kinder spielen zu viel…

Und es könnte ewig so weiter gehen…

Wie würden sich die Eltern fühlen, würde sich ständig jemand in ihre Arbeit einmischen, es besser wissen, sie sich ständig erklären und verteidigen müssten? Wäre das noch eine schöne Arbeit? Würde man sich noch motiviert weiterbilden? Unterrichten nach den neusten Wissenschaftlichen Erkenntnissen und nicht wie um 1900 rum? Würde man sich nicht irgendwann überlegen was anderes zu machen? Oder ab und an mal sich Luft machen?

Und dann wundert man sich in einigen Bundesländern in Deutschland, dass niemand mehr Bock hat auf diese Berufe. Erzieherinnen und Lehrerinnen werden, glaub ich, gerade über all händeringend gesucht. Tja..man kann es niemanden übel nehmen, dass er nicht die Nerven und die Kraft aufbringt sich dieser Herausforderung zu stellen.

Früher, wenn das Kind schlecht war in einem Fach, musste es eben mehr dafür  lernen. Heute, wenn ein Schüler schlecht ist in einem Fach, drohen Eltern gleich mit Anwalt.

Es geht ja schliesslich soweit, dass Lehrer sich nicht trauen „richtig“ zu bewerten, sondern stets die bessere Note geben um sich den Stress mit den Eltern zu ersparen. Ich schrieb bereits vor ein paar Monaten darüber. 

Wir Pädagogen lieben Kinder, sonst würden wir diesen Beruf nicht ausüben. Wir wollen unsere „Schüler“ fördern und das beste aus ihnen herausholen. Ihre Talente erkennen, ihnen Raum geben zum Entfalten und sie über all unterstützen wo sie unsere Hilfe benötigen, in Zusammenarbeit mit den Eltern. Dafür haben wir uns jahrelang Wissen angeeignet, Praktika, Ausbildung oder Studium absolviert & Weiterbildungen besucht. Es wäre schön zusammen mit den Eltern einen Weg zu finden, eine Basis zu schaffen für all das. Aber dafür, müsste man unsere Kompetenzen erkennen und wertschätzen. Uns und unsere Arbeit respektieren. Ihren Wert erkennen. Und vor allem: Uns vertrauen. Ohne, dass wir ständig in Deckung gehen müssen, oder uns Wut oder gar Verbitterung an den Kopf geworfen wird wenn wir mal den Mund deswegen aufmachen.

Guten Wochenstart meine lieben,

Nanny Anny

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Schlafmittel für schreiende Babys…

„Weder Trösten noch der Nuggi hilft: Das Baby schreit die halbe Nacht durch. Das bringt einige Eltern an den Rand der Verzweiflung. «Es gibt solche, bei denen der Leidensdruck mit schreienden Babys so gross ist, dass sie Medikamente gegen Juckreiz wie Fenistil-Tropfen verabreichen», sagt Susanne Fischer, Leiterin der Zürcher Familienpraxis Stadelhofen Schlafberatung. Ihr sei sogar ein Elternpaar bekannt, das sich für sein Kleinkind vom Arzt Ritalin habe verschreiben lassen.“

Quelle: 20.min

Das Leben verändert sich grundlegend mit Kindern

Wenn man Eltern sagt, dass sich das Leben mit Kindern von Grund auf verändert, wird man mit Beschimpfungen eingedeckt. Man hätte ja keine Ahnung, da kinderlos und ausserdem wissen sie ja von XY, dass sie trotzdem noch reisen gegangen sind und nach 3.Monaten ging es für beide retour in den Job. Die 17. Jahre Berufserfahrung, die ich habe Aus- und Weiterbildung zählen da nichts! Eltern wissen es besser- weil sie Eltern sind!

So sieht also die Realität aus, Eltern wollen zwar Kinder, aber es soll doch bitte alles so laufen wie davor und überhaupt, man richte sich doch nicht nach einem Kind. Das Kind hat sich dem Lebensstil der Eltern gefälligst anzupassen, am besten gleich am ersten Tag. Es muss gefälligst funktionieren!

Das eigene Kind betäuben….muss das sein?

Aber wie herzlos muss man sein, wenn man seinem eigenen Fleisch und Blut Medikamente gibt damit es endlich mal die Fresse hält? Ja, das ist überspitzt formuliert, aber seinem Kind beruhigende Mittel geben ist einfach Misshandlung. Darüber hinaus, wissen es diese Eltern ja eh meist besser, da sie den Expertenschein für Kinder erworben haben bei der Geburt ihres Kindes und sich meist Beratungsresistent oder holen sich im Vorfeld auch niemanden mit ins Boot der wirklich Ahnung hat. Ja, ich verstehe den Leidensdruck, aber warum holt man sich keine Hilfe? Oder hat man dazu keine Zeit und es ist bequemer Mittelchen zu verabreichen?!

Warum man überhaupt Kinder bekommt, wenn man sich nicht darauf einstellen mag bleibt mir folglich immer ein Rätsel. Und ja, ich kenne das, wenn ein Kind durch schreit und sich nicht beruhigen lässt, ich war auch Nachtnanny, da die Eltern es eben nicht mehr aushielten. War ein harter Job, aber nach ein paar Monaten hat man dann eine Strategie wie das Kind durchschlafen kann oder man holt sich Hilfe beim Kinderarzt und geht ins Schlaflabor. Und ja, es geht auch ohne Schlafmittel und ähnliches, ehrlich!

Es ist keine Schande sich Hilfe zu holen 

Ja, ich kann verstehen, dass man sich das leichter vorgestellt hat, da die Mutter vom XY immer erzählt, dass ihr Baby nach 2. Monaten durch schlief. Und bei der Tante vom „Sowieso“ war das ähnlich. Auch die Nachbarin äusserte sich in diese Richtung. Und auch eine Mutter, die mal bei mir nachfragte ob ich nicht für 100 CHF die Nacht später auf ihre Ungeborenen Zwillinge Nachts aufpassen würde, war felsenfest der Meinung, diese Summe sei gerechtfertigt, da man eh die meiste Zeit schlief und die Babys 2-3 mal maximal (!) und er Nacht aufwachen würden. Nun ja, man kann es den Leuten wenig verübeln, wenn sie die Realität nicht kommen sehen, da viele Eltern auch lügen um sich und ihre Sprösslinge besser da stehen zu lassen. Das Kind quasi als Egoverlängerung.

Bitte, informiert euch bevor ihr Kinder zeugt!

Was braucht ein Kind? Wie ist der Entwicklungsstand? Was mache ich wenn ich nicht stillen kann? Was mache ich wenn mein Kind nicht durch schläft? Nicht richtig trinkt? Was gibt es für Kinderkrankheiten? Ab wann spricht man von Fieber? Was mache ich bei Verdauungsstörungen? Wie muss ich mein Leben gestalten, dass ein Kind darin Platz hat? Und nicht das Kind muss sich seiner Umwelt anpassen, sondern die Umwelt an das Kind zumindest für die erste Zeit. Geht das in Ordnung mit meinem Berufs- und Privatleben? Welche Hilfe und Unterstützung gibt es? Bin ich bereit Opfer zu bringen? Wie organisiere ich mich? Was für Hilfsangebote gibt es bei Problemen?

Das sind nur einige der Fragen die es man sich stellen sollte bevor man ein Kind in die Welt setzt. Für alles gibt es eine Gebrauchsanleitung, Schulungen, Aus- und Fortbildungen…aber nicht für Kinder und wie man mit ihnen umgeht. Deswegen ist es die Pflicht der Eltern, dem Kind gegenüber sich schlau zu machen!

„Aber früher ging es auch ohne!“

Früher starb die Mutter auch teilweise bei der Geburt des Kindes….

Nun ja, früher, da wohnten die Generationen noch alle unter einem Dach und man profitierte vom Wissen der älteren. Das ist heute leider nicht mehr so. Und wehe die Erzieherinnen oder die eigenen Eltern sagen etwas, dann ist man beleidigt und lässt sich sowieso nichts sagen! Weil man es als Mutter oder Vater eh besser weiss. Also würde das Modell „Früher“ heute gar nicht mehr funktionieren.

Hier habe ich ein spannendes Interview mit einem Kinderarzt vom Kinderspital Zürich gefunden zum Thema Schlafstörungen bei Kindern:

Wie werden Eltern im Kinderspital Zürich beraten?

„Wichtigstes Arbeitsinstrument ist das Schlafprotokoll. In dieses werden die Schlafgewohnheiten des Kindes eingetragen. Zusätzlich füllen die Eltern einen Fragebogen aus. In der Schlafsprechstunde wird dann mit den Eltern eine ausführliche Anamnese durchgeführt. Dabei erfährt der Arzt vieles über die Schwangerschaft, Geburt, familiäre Situation und Rollenverteilung innerhalb der Familie. Weiter wird das Kind klinisch untersucht. Anschliessend werden die Eltern beraten.“

Ganzes Interview, hier

Ich kann euch leider auch kein Geheimrezept verraten, da jedes Kind anders ist und was bei A klappt, kann bei B verkehrt sein. Nur BITTE, Medikamente verabreichen ist in gar keinem Fall ok. Sucht euch Hilfe, einen Babysitter, wechselt euch ab, eine Tagesmutter im Tagesmutter Verein, eine Studentin…was auch immer. Aber tut das euren Kindern nicht an.

 

 

Schönes Weekend,

 

Nanny Anny