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Methoden zur Umsetzung – Positive Disziplin

Was es mit der Positiven Disziplin auf sich hat, haben wir in den letzen Beiträgen ja schon klären können und auf welchen Grundpfeilern diese Methode steht. Heute soll es darum gehen, wie man das ganze umsetzt. Ich werde anhand ein paar Beispielen erklären, wie es gelingt Positive Disziplin in den Alltag zu integrieren. Diese Informationen sind angelehnt an das Buch von Dr. Jane Nelsen „Positive Discipline, The first three years“

1.Kinder mit einbinden in den Alltag 

A)  Routine zusammen erschaffen
B) Mehrere Möglichkeiten geben
C) Gelegenheiten zum mithelfen geben

A) Kinder lernen unter anderem durch ständige Wiederholungen und Konsequenzen.  Beim lernen ist es sehr hilfreich für das Kind, wenn es Routinen gibt. Am besten man kreiert diese gemeinsam mit den Kindern, wenn sie alt genug sind.

Routine ist überall: Beim aufstehen oder schlafen gehen, beim Essen, einkaufen und so weiter. Dr Jane Nielsen empfiehlt auch eine „graphische“ Darstellung der Routineabläufe, wenn das Kind alt genug ist. So kann das Kind, wenn es ein bestimmtes Alter erreicht hat, dem Erwachsenen selber sagen, was als nächstes ansteht, wenn es zum Beispiel ums essen geht…oder ums raus gehen. So lernt es sich selber zu managen und die diversen Abläufe. Nicht zu verwechseln mit einem Sticker Chart.

B) Karoline ist fünf Jahre alt. Jeden Morgen stellt sie die Mutter vor die gleiche Frage vor dem Kleiderschrank: „Was möchtest Du heute anziehen?“ Das Mädchen ist still und schweig vor sich hin. Die Mutter, wie jeden Morgen, hat es eilig und keine Nerven für die unentschlossene Karoline. Sie nimmt etwas aus dem Schrank und befiehlt: „Wenn du dich nicht entscheiden kannst, entscheide ich für dich. Zieh das nun an, wir haben nicht den ganzen Tag Zeit!“ Das junge Mädchen fängt an zu weinen…der Konflikt, bevor der Tag begonnen hat, ist schon vorprogrammiert.

Ich kenne Frauen mit dreissig Jahren, die wissen morgens immer noch nicht was sie anziehen möchten. Die Mutter überfordert das junge Kind mit so einer Frage. Besser wäre es dem Kind mehrere Möglichkeiten zu geben, aus einer Auswahl die man bereits im Vorfeld  für das Kind getroffen hat. So suggeriert man dem Kind, dass es mit entscheiden darf, ein Mitspracherecht hat, z.B: „Wollen wir erst die Socken anziehen oder das T-shirt? Du entscheidest!“ „Würdest du gern den blauen oder roten Pullover anziehen? Du entscheidest!“

C) Erschafft Gelegenheiten, in denen eure kleinen Lieblinge euch helfen können. Ob es beim einräumen der Söckchen in die Schublade geht oder einfach nur etwas kleines tragen. Sie möchten mit eingebunden werden und mithelfen. Es stärkt auch ihr Selbstbewusstsein.  Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

2. Nur ein Kind, dass respektiert wird, respektiert  

„Wie man in den Wald ruft, so hallt es hinaus!“, besagt ein alter Spruch. Gleich verhält es sich mit dem Respekt. Viele Eltern glauben ihre Kinder müssten sie respektieren ohne, dass die Eltern das gleiche für ihre Kinder tun. Quasi eine Einbahnstrasse. Kinder lernen aber durch Nachahmung und vor allem was ihnen zuhause vorgelebt wird. Wenn Konflikte immer durch schreien gelöst werden kann man als Elternteil nicht erwarten, dass die Kinder es anders lösen werden in naher Zukunft.

Ein Kind gehört auch respektiert mit seinen Bedürfnissen und Wünschen. Wenn ich also z.B etwas von dem Kind möchte, z.B ihm mitteilen will, dass wir nun einkaufen gehen müssen, verlange ich nicht, dass es alles stehen und liegen lässt, und mir folgt. Frustration auf beiden Seiten wäre damit vorprogrammiert.

Ich kann z.B höflich sagen: „Wir müssen in fünf Minuten einkaufen gehen, würdest du bitte langsam zum Schluss kommen mit deinem Spiel?“ Oder am Spielplatz: „Du darfst noch drei mal rutschen, oder eine Sandburg bauen, dann müssen wir gehen. Verabschiede dich bitte von deinen Freunden!“ oder je nach dem.

Auch eine kleine Eieruhr kann hilfreich sein, um dem Kleinkind als zeitliche Orientierung zu dienen, die es neben sich hat oder eben in der Hosentasche.

Ein Kind das respektiert wird, ist dazu geneigt sich auch respektvoll gegenüber dem Erwachsenen zu verhalten und kooperativ zu sein. Freundlichkeit und Strenge, ein angemessenes Verhalten, der Situation entsprechend zeigt nicht nur Respekt für die Würde des Kindes, sondern auch der eigenen Würde gegenüber.

3. Humor

„Lachen ist die beste Medizin!“ auch in der Erziehung. Ja, auch mir ist nicht jeden Tag zum Lachen, aber Humor macht wirklich einiges leichter. Da kann es schon mal vorkommen, dass das Kitzelmonster zu den Kindern kommt, die ihre Spielzeuge nicht aufgeräumt haben. Humor ist eine Wunderwaffe! Man kann aus jeder noch so langweiligen Aktivität ein Spiel machen, das Spass macht. „Ich wette du kannst die Spielzeuge vom Boden nicht aufräumen bis ich bis 10 zähle…oder dein Lieblingslied singe…“ Der Phantasie und der Kreativität hier sind auch hier keine Grenzen gesetzt. Niemand sagte, dass Elternschaft einfach sein würde, aber auch niemand behauptete, dass Erziehung bierernst sein muss.

Sicher geht das alles nicht von heute auf morgen und niemand it perfekt,  aber wie heisst es so schön: „Übung macht den Meister!“ 

Mehr zur Positiven Disziplin hier in Kürze.

Schönes Wochenende,

Nanny Anny

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Nanny Anny zu Gast bei „UGLY TRUTH“

Ja, anhand meiner Augenringe kann man mir die Last der letzten Wochen deutlich ansehen. Aber hey..noch 4. Tage und dann geht es für mich auch endlich in den wohlverdienten Urlaub. Wellness, Entspannen und all das..yeah! Aber bevor es soweit ist, habe ich meinen Blog hier auch in meiner Sendung vorgestellt.

Aufklärungsbedarf

Weil es immer noch Aufklärungsbedarf gibt, zwischen Eltern und Nannys. Gerade vor ein paar Tagen musste ich eine Familie abmahnen, und das Arbeitsverhältnis kündigen von einem kleineren Job. Die dachten auch man lasse sich ewig alles gefallen und fielen bestimmt aus allen Wolken, als der Brief ins Haus flatterte.

Ausgangspunkt war, ich komme jeden Mittwoch für 10.5 Std rein, sie haben 5. Wochen Ferien, vertraglich geregelt. Dumm nur, dass es seit beginn nach ihrer Lust und Laune ging. Mal Ja, mal Nein, mal vielleicht, mal wussten sie es nicht genau, ob sie mich am Mittwoch brauchten. Aber gezahlt, für dieses hin und her haben sie nie. Nur die effektiven Stunden die ich da war, was so nicht rechtens ist. Man kann schliesslich nicht jeden Mittwoch im Monat besetzen und dann nur einen in Anspruch nehmen, und nur den zahlen,  obwohl per Vertrag alles geregelt ist. Das habe ich dann angesprochen- es wurde ignoriert. Man behandelte mich als hätte ich einen Vertrag auf Abruf.

„Reiss dich zusammen, ich habe Verpflichtungen!“

Als ich dann mal krank wurde, sprach mir die Dame des Hauses aufs Band: „Du musst Dich zusammen reissen, ich habe schliesslich Verpflichtungen!“

Das muss man sich mal vorstellen! Sie erhielt darauf eine SMS von mir mit der Kündigung, und eine Aufforderung die ausstehenden Stunden zu begleichen. Ich hatte nun genug Geduld und Kulanz bewiesen. Schliesslich hatten sie auch nur einmal geschafft pünktlich zu zahlen..in 7 Monaten! Man ist auch nur ein Mensch..und, wenn es mich nur hier und da braucht…dann kann man sich schließlich nun anders organisieren. Jeder der mich kennt, weiss, ich bleibe nicht wegen ein wenig Kopfweh oder Schnupfen zu Hause.

Schliesslich sei ich weder auf Abruf noch zu ihren Diensten wann sie es für nötig hält. Wir haben schliesslich einen Vertrag der bindend ist. Das war, die für sie, unschöne Wahrheit. Wir konnten uns einigen und sie zahlen mir nun den Betrag und den erst, denn ich wurde freigestellt für die Kündigungsfrist. Ohne Möglichkeit mich von den Kindern zu verabschieden. So weit so gut. Es sind ihre Kinder. Nur finde ich es verdammt Schade. Schliesslich habe ich diesen ERROR nicht herbeigerufen.

Liebe Nannys, lasst euch nichts gefallen

Habt keine Angst für eure Rechte einzustehen. Wenn euch einer deswegen nicht einstellen möchte, würde es mich eh stutzig machen. Denn wer sich fair verhält, muss auch nichts fürchten. Und sorry, wir sind weder Leibeigene,  noch eure „Sklaven“ die so tanzen wie ihr es wollt. Man hat nicht umsonst Verträge, die bindend sind und Gesetze erlassen! So wie ihr als Arbeitnehmer Rechte habt in eurer Firma, so haben wir sie auch, wenn wir angestellt sind bei euch! Und by the way: Wenn wir auch nach Lust und Laune zu Arbeit erscheinen würden..na ich weiss nicht wie lange die Eltern das mitmachen würden.

 

Viel Spass beim ansehen und wenn ihr Fragen habt- nur zu! Schreibt mir:

M. Poppins@gmx.ch 

 

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Studie «Paare werden Eltern»

Bevor ich euch nun auf den Wecker gehe, lasse ich die Studie und ihre Ergebnisse für sich sprechen.

Denn als ich mich mal erdreistet habe zu sagen. „Mit Kindern ändert sich alles!“ war man recht gehässig und ich hätte ja keine Ahnung…Stimmt, nach über 15 Jahren in diesem Beruf, als Erzieherin und Nanny, hat man keine Ahnung, nie hinter die Kulissen gesehen und überhaupt…Auch gehässig war man gegenüber Eltern die es bereuen Kinder bekommen zu haben…darüber schrieb ich mal hier unter Regretting Parenthood

Wir müssen über diese Sachen offen reden. Kinder bekommen ist kein Spaziergang durch den Park und das Kind läuft nun mal nicht so nebenbei. Kinder verändern alles. Ob einige das wahrhaben möchten oder nicht.

Studie «Paare werden Eltern»

Das Ziel dieser Studie besteht darin, herauszufinden, inwieweit die Paarkompetenzen von werdenden Eltern gestärkt werden können, um die Partnerschaftszufriedenheit beim Übergang zur Elternschaft und auch längerfristig auf einem stabilen Niveau zu halten oder gar zu verbessern.

Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem psychologischen Institut der Universität Zürich (Lehrstuhl Klinische Psychologie Kinder/ Jugendliche & Paare/Familien) und dem Institut für Soziale Arbeit und Gesundheit der Fachhochschule Nordwestschweiz erarbeitet.

Die Studie wird vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung und von der Gesundheitsförderung Schweiz finanziell unterstützt.

www.paarewerdeneltern.ch

 

Quelle und ganzer Beitrag: Tagesanzeiger 

Anmerkung: Zu einer Pause riet ich den Eltern bereits hier. 

Schönen Sonntag Abend,

 

Nanny Anny

 

Bild: Pexels

 

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Über Rechtfertigungen im sozialen Beruf

  • Würde man den Architekten hinterfragen? Ihm unterstellen er hätte keine Ahnung von Hausbau, da er evtl. selber kein Haus besitzt?
  • Würde man den Gärtner in Frage stellen, nur weil man ein paar Pflanzen zu Hause hat oder einen kleinen Garten und es somit besser weiss?
  • Würde man sich als Experte für Hunde bezeichnen, der es besser weiss als der Tierarzt, nur weil man einen Hund oder eine Katze zu Hause hätte?
  • Würde man dem Bänker über die Schulter schauen und ihm die Kompetenz absprechen unser Geld zu verwalten, weil er evtl. selber nicht so viel Geld anlegen kann?
  • Würde man dem Arzt seine Fähigkeiten absprechen uns zu helfen, weil er die Krankheit XY selber noch nicht hatte?
  • Würde man dem Koch in einem Restaurant gute Tipps geben, nur weil man selbst zu Hause den Kochlöffel schwingt?

Würde man nicht, oder etwa doch? Nun gut, bei den Ärzten passiert das auch häufig, da viele denken, mit ein paar Recherchen im Internet hätten sie natürlich mehr Wissen angehäuft als der Arzt in seinem jahrelangem Studium.

Doch warum stelle ich euch heute all diese Fragen? Weil ich das Gefühl habe, nur im Sozialen Bereich, gerade mit Kindern müssen sich Pädagogen ständig rechtfertigen oder sich und ihre Arbeit verteidigen, da einige Eltern es immer besser zu wissen scheinen.

Weder verbittert noch wütend

Wenn man dann etwas Luft ablässt, so wie ich in meinem letzten Beitrag, klingt man gleich verbittert und wütend. Ich bin beides nicht. Ich bin genervt. Genervt, dass man uns nicht vertraut , unsere Kompetenzen ausser acht lässt und stattdessen der Nachbarin ihrer Cousine und deren ihr Wort mehr Bedeutung schenkt. Oder irgendwelchen Beiträgen in der Zeitung / Internet.

Beispiele – In der Krippe

In der Krippe wird nicht genug gefördert / zu wenig gefördert…Sinnlos im Kreis drehende Diskussionen vorprogrammiert. Ich kann mich noch erinnern, dass wir uns in der Krippe ständig erklären mussten, da die Eltern die Sendung“ Die Super Nanny mit Katja Saalfrank“ die im TV Kinder disziplinierte, mehr glaubten als uns. Die stille Treppe sei ja was ganz tolles und warum benutzen wir diese Methode nicht war nur ein Beispiel von vielen.

Dabei weiss man längst, dass Frühförderung kontraproduktiv ist und nichts bringt ausser unzufriedene Kinder, dessen Kindheit man dadurch raubt. Auch die stille Treppe ist pädagogisch so sinnvoll wie das Kind einmal abzuwatschen im Affekt.

Im Kindergarten

Sollte das Kind am besten Lesen und Schreiben lernen, damit es in der Schule einen Vorteil hat. Dass es dann in der Schule zum Störenfried wird, weil da erst gerade diese Dinge beigebracht werden für alle, scheint dabei ausser acht gelassen zu werden. Und am besten noch eine Fremdsprache dazu lernen. Eine, die Eltern zu Hause nicht sprechen, Chinesisch, z.B. Da kann man sich dann den Mund fusselig reden, die Eltern wissen es besser.

Man nimmt dem Kind dann die Freude am lernen, die es aber braucht um lernen nicht als „doof“ oder gar „sch….“ zu empfinden, in dem man ihm keine Zeit lässt seine eigenen Talente zu entdecken, sondern ihn beschäftigt mit Nachhilfe und sonstigen Aktivitäten von morgens bis abends.

In der Schule wird nur Unterricht im Plenum als „wahrer“ Unterricht erachtet, Freistunde ist keine Unterrichtsmethode und überhaupt, die Kinder spielen zu viel…

Und es könnte ewig so weiter gehen…

Wie würden sich die Eltern fühlen, würde sich ständig jemand in ihre Arbeit einmischen, es besser wissen, sie sich ständig erklären und verteidigen müssten? Wäre das noch eine schöne Arbeit? Würde man sich noch motiviert weiterbilden? Unterrichten nach den neusten Wissenschaftlichen Erkenntnissen und nicht wie um 1900 rum? Würde man sich nicht irgendwann überlegen was anderes zu machen? Oder ab und an mal sich Luft machen?

Und dann wundert man sich in einigen Bundesländern in Deutschland, dass niemand mehr Bock hat auf diese Berufe. Erzieherinnen und Lehrerinnen werden, glaub ich, gerade über all händeringend gesucht. Tja..man kann es niemanden übel nehmen, dass er nicht die Nerven und die Kraft aufbringt sich dieser Herausforderung zu stellen.

Früher, wenn das Kind schlecht war in einem Fach, musste es eben mehr dafür  lernen. Heute, wenn ein Schüler schlecht ist in einem Fach, drohen Eltern gleich mit Anwalt.

Es geht ja schliesslich soweit, dass Lehrer sich nicht trauen „richtig“ zu bewerten, sondern stets die bessere Note geben um sich den Stress mit den Eltern zu ersparen. Ich schrieb bereits vor ein paar Monaten darüber. 

Wir Pädagogen lieben Kinder, sonst würden wir diesen Beruf nicht ausüben. Wir wollen unsere „Schüler“ fördern und das beste aus ihnen herausholen. Ihre Talente erkennen, ihnen Raum geben zum Entfalten und sie über all unterstützen wo sie unsere Hilfe benötigen, in Zusammenarbeit mit den Eltern. Dafür haben wir uns jahrelang Wissen angeeignet, Praktika, Ausbildung oder Studium absolviert & Weiterbildungen besucht. Es wäre schön zusammen mit den Eltern einen Weg zu finden, eine Basis zu schaffen für all das. Aber dafür, müsste man unsere Kompetenzen erkennen und wertschätzen. Uns und unsere Arbeit respektieren. Ihren Wert erkennen. Und vor allem: Uns vertrauen. Ohne, dass wir ständig in Deckung gehen müssen, oder uns Wut oder gar Verbitterung an den Kopf geworfen wird wenn wir mal den Mund deswegen aufmachen.

Guten Wochenstart meine lieben,

Nanny Anny

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Was ist das Ziel im Leben?

Foto: Paula Deme

Foto: Paula Deme

«Wir dachten, das Leben sei eine Reise, die zu einem wunderbaren Ziel führt. Doch wir haben uns grässlich getäuscht. Es war vielmehr etwas Musikalisches, zu dem man hätte singen und tanzen sollen, solange die Musik gespielt hat.»

Ich habe diese Woche intensiv überlegt, was ich zu diesem Video schreiben soll, doch ich finde das Video und die Message dahinter sprechen für sich. Inspiriert wurde dieser Post vom Mama Blog

Nun will ich euch das Video nicht mehr länger vorenthalten

Alan Watts – Why Your Life Is Not a Journey from David Lindberg on Vimeo.

Lasst es auf euch wirken und macht euch eure Gedanken. Gerade in der heutigen Zeit wo der Druck für die kleinen ins unermessliche steigt und so mancher daran zerbricht ist es wichtig sich gewisse Sachen in Erinnerung zu rufen.

 Für mich heisst es bald: Herbstferien! Entschleunigung!

Und ich freue mich sehr auf Bukarest & meine Begleitung. Der Umzug ist geschafft, die letzten Aufnahmen  sind im Kasten für die erste Staffel meiner kleinen Sendung und neue Projekte sind am Start. Eine davon wird meine erste grosse Lesung sein im November. Anbei noch ein kleines Gedicht, passend zum Thema:

Rush…rush

Wie sie nur hetzen
Wie sie nur rennen
Wann kommt die Einsicht?
Wann das Erkennen?
„Beschäftigt“ sind alle
Alle zu Gange
So sehr da wird einem
Gleich Angst und Bange
Niemand hat Zeit
Denn sie steht nie still
Drehen sich im Kreis
Gefangen im Drill
Sie haben zu lachen verlernt
Denn ernst geht es zu in der Welt
Und haben vor lauter beschäftigt sein
Vergessen, was man „Leben“ nennt

Und  für alle die noch Inspiration suchen was den Herbst anbetrifft hätte ich hier ein paar Ideen:

Basteln mit Kinder im Herbst:

Herbstliche Rezepte:

 

Zum Guten Schluss würde ich gern von euch wissen: Wie geht ihr mit eurem Leben um, mit dem Leben eurer Kinder? Geht`s darum glücklich zu sein oder um einen guten Abschluss und einen „gescheiten“ Beruf? Dürfen die Kinder, Kinder sein? Oder ist es wichtiger drei Fremdsprachen zu können beim Schuleintritt? Rast ihr auf der Karriereleiter hoch mit einem gewissen Ziel? Oder sind euch andere Dinge wichtiger? Lasst uns diskutieren!

Dann wünsche ich euch noch eine schöne Zeit und bis nächste Woche,

 

Nanny Anny

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Kinderfotos im Internet

imageStellen wir uns vor: Wir, unvorteilhaft auf ein paar Bildern von der letzen Firmenfeier. Wir, auf der Toilette, mit dem Kopf voran. Wir beim schlafen, ansabbern der Bettwäsche, wir krank im Bett. Wir auf der letzen Party um 6 Uhr morgens, wir mitten in der Nacht auf Schlafentzug. Wir, nackt in der Wanne, am Strand, im Garten.  Wir, auf etlichen Bildern im Internet, für alle ersichtlich, ohne das wir etwas dagegen tun könnten.

Weiteres Szenario

Jeder unserer Tage wird im Internet dokumentiert. Wieviel wir wiegen, was wir essen, welche Wörter wir so benutzen, wie unser Verhalten ist. Jeder kann diese Dokumentation inklusiver Fotos von uns lesen – jeder darf seinen Senf dazu geben. Jeder darf uns mit anderen vergleichen, ohne dass wir uns dagegen wehren können.

Würde uns das passen?

Wie würden wir uns fühlen, wenn unser Partner jeden unserer Schritte im Netz mit der Welt teilt, ohne dass wir ein Mitspracherecht hätten? „XY hat nun 2 kg mehr auf den Rippen, vielleicht sollten wir mehr auf ihr Ernährung achten!“ wäre doch eine nette Bildunterschrift für ein Bild von uns in Unterwäsche, oder nicht?

Teenie verklagt nun  Eltern

„Eine 18-jährige Schülerin aus Kärnten in Österreich hat ihre Eltern verklagt. Der Grund: Sie stellten seit bald sechs Jahren fast täglich Fotos von ihr auf einen eigenen Facebook-Account. «Sie haben mich nie gefragt, ob mir das recht sei», wird die junge Frau auf Ganzewoche.at zitiert.

«Sie kannten keine Scham und keine Grenze. Ob ich auf dem WC saß oder nackt im Kinderbettchen lag – jeder Schritt wurde fotografisch festgehalten und nachträglich öffentlich gemacht», sagt die 18-Jährige. Der Account der Eltern ist von 700 Freunden abonniert. Die Fotos habe sie erst gesehen, als sie sich mit 14 selbst bei Facebook angemeldet habe, sagt sie.

Vater: «Es ist ein Familienalbum»

Der Vater hat dafür offenbar nur wenig Verständnis. Denn: Die Fotos seiner Tochter zu löschen, kommt für ihn nicht in Frage, wie er bei Ganzewoche.at zu Protokoll gibt: «Ich sehe es als mein Recht an, diese Fotos zu veröffentlichen.»

Schließlich sei das sein Kind, und es sei für seine Frau und ihn ein schönes Familienalbum. Voraussichtlich im November wird er sich für den Vorfall vor Gericht verantworten müssen. Laut dem Medienanwalt Daniel Bauer muss der Vater mit Konsequenzen rechnen. Nach dem Datenschutzrecht droht den Eltern eine Strafe von bis zu 10.000 Euro.“

Quelle und ganzer Bericht

 

Falls es den Fall so wirklich gibt, ist das ja schon die Höhe, wenn ihr mich fragt. Der Vater steht stellvertretend für etliche Eltern a la „Mein Kind!“ Aber Stop! Das Kind ist nicht das Eigentum der Eltern, es hat selber Persönlichkeitsrechte die es zu achten gibt. Bedenkt man wie grausam Kinder sein können, machen Eltern ihre Kinder mit solchen Aktionen auch zum Ziel von Mobbing. Von der Peinlichkeit der Bilder mal ganz abgesehen.

Ich hoffe sehr, dass es diesen Fall gibt, damit manche Eltern mal aufwachen. Denn auch ich verwies des öfteren Mütter auf den Persönlichkeitsschutz der Kinder und wurde darauf beschimpft und beleidigt (Warum sind manche Mütter immer so agressiv wenn man sie auf etwas aufmerksam macht?) Auch Aussagen wie: „Ich frage mein Kind ob es ihm Recht ist, dass ich die Bilder veröffentliche!“ zählen nicht. Kein Kleinkind oder Kind der Welt ist sich der Tragweite bewusst. Nicht mal manche Erwachsene sind sich dessen im Klaren.

NetLa

Deswegen finde ich es umso wichtiger Kinder und Jugendliche von Anfang an mit dem Internet und der Tragweite bekannt  machen. Zum Beispiel mit NetLa.So stellt sich die Kampagne auf ihrer Seite vor:

„Der Wert der eigenen Persönlichkeit

Wer den Wert der eigenen Persönlichkeit kennt, wird die Privatsphäre nicht ungewollt preisgeben. Kinder und Jugendliche sind im Internet oft alleine unterwegs. Deswegen ist entscheidend, dass sie sich der Situationen bewusst sind, in die sie beim Surfen im Internet geraten können. So kann die harmlos scheinende Freischaltung eines Fotos in einem sozialen Netzwerk ungeahnte Konsequenzen haben. Zum Beispiel bei der Suche nach einer Lehrstelle.“

Das Ziel

„NetLa – Meine Daten gehören mir!“ ist eine nationale Kampagne, initiiert vom Rat für Persönlichkeitsschutz. Sie steht unter der Schirmherrschaft von Hanspeter Thür, dem ehemaligen Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB). Das Bedürfnis nach Informationen zum Persönlichkeitsschutz im Internet ist hoch. Die Games und Comics regen zum Nachdenken und Diskutieren an, die Tipps und Tricks vermitteln wichtige Inhalte. Der bisherige Erfolg der Kampagne ist gross: In den ersten neun Monaten verzeichnete die Plattform Zehntausende von Besuchern und über zweieinhalb Millionen Seitenaufrufe.

Die Zielgruppen

Die Haupt-Zielgruppen sind Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 14 Jahren. Um die Nachhaltigkeit der Kampagne sicherzustellen, richtet sie sich auch an die wichtigsten Bezugspersonen: Eltern, Lehrpersonen und Mitarbeitende von Jugendverbänden. Diese vermitteln als wichtige Multiplikatoren Regeln für den Umgang mit persönlichen Daten.

Quelle

In dem Sinne, ein schönes Wochenende ihr lieben und bis bald!

 

Nanny Anny

 

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Überwachung? Nein, danke!

Diese Woche verfolgte ich gespannt eine Diskussion in einer deutschen Facebook Gruppe für Eltern. Da fragte eine Mutter nach, ob denn jemand bereits Erfahrung hatte mit einer GPS Uhr für Kinder für schlappe 160 Euro. Das Ding sah putzig aus, ich geb es ja zu. Aber die Funktion und die Kommentare die ich zu Gesicht bekam waren es weniger…

„…Und meine Mutter meinte, wir sind früher auch ab 4-5 Jahren im Dorf rumgezogen und hätte sie die Möglichkeit gehabt zu erfahren wo wir stecken, hätte sie es auch gern genutzt, so hatte sie halt immer ein mulmiges Gefühl und konnte nicht gescheit denken bis wir wieder da waren…

Hmm, ja und wie man sieht hat diese Dame es überlebt. Und ich glaube die Mutter auch. Ich bin kein Fan von „Früher war alles besser!“ aber in diesem Fall, glaube ich fest daran dass es früher besser war, zumindest in dieser Beziehung. Man ging nach dem Mittagessen raus und kam abends wieder heim. Man machte seine Erfahrungen, wuchs an ihnen und vor allem: Man überlebte! Mein Gott, wie haben wir das nur früher geschafft ohne Überwachung, GPS und Handys?

„24/7-Überwachung… Wenn ich das schon lese… Ich bin einfach kein Fan davon, einem Kind unter 10 Jahren schon ein Handy zu kaufen. Da finde ich solche Uhren, die nicht nur der Ortung dienen, sondern mit denen die Kinder die Eltern auch anrufen können (und evtl. auch umgekehrt) gar nicht verkehrt. Muss vielleicht keine so teure sein wie die oben vorgestellte. Aber die Idee an sich finde ich gut! Wer lieber keinen Plan hat, wo sich seine Kinder aufhalten oder sie lieber erst gar nicht von der Hand oder aus den Augen lässt, der muss sich so ein Ding ja nicht zulegen.“

Da wird also impliziert, Erwachsene die ihre Kinder nicht überwachen sind schlechte Eltern ja? Oder gar Helikopter Eltern, da sie ihre Kinder nie alleine laufen lassen. Interessant. Wie wäre es mit Erziehung und Vertrauen? So als Alternative? Denn ein Perverser lässt sich durch so eine Uhr nicht abschrecken, das Kind zu entführen, oder sich vor dem Kind zu entblössen oder das Kind anzufassen. Diese Überwachung via GPS lässt euch lediglich wissen wo das Kind ist. Das ist aber auch schon alles. Und falls es entführt werden sollte, glaube ich kaum, dass heutzutage noch jemand nicht weiss, dass diese XXL Uhren auch einen GPS Sender drin haben 😉 24/7 Überwachung..dazu werden Eltern dann wohl neigen, wenn das Kind mal 17 / 18 Jahre ist und mal über Nacht weg bleibt. Denn wer kein Vertrauen in sich und seine Erziehung hat und kaum los lassen kann, der wird das auch nicht tun, wenn das Kind älter wird, im Gegenteil.

„Als wir letztens im Playmobil Funpark waren wurde alle 2 Minuten ein anderes Kind ausgerufen. Die hätten mal lieber solche Uhren getragen. Ich finds eigt eine gute Idee. Besser, als wenn das Kind verschwunden wäre.“

Und dann geht man ins Internet mit dem Handy und sucht das Kind, auf dem Bildschirm. Und rennt alles über den Haufen was im Weg steht, da man ja diesen kleinen Punkt auf dem Monitor verfolgen muss. Aha. Meist wurde es, bis die Eltern da mal online sind und wie Ferngesteuert rumlaufen, abgegeben und ausgerufen. Ein Vergnügungspark ist gross, es laufen viele Kinder rum, das eigene gleich auf Anhieb zu finden nur aufgrund dieser Uhr halte ich für Utopisch und an den Haaren herbeigezogen. Ansonsten, ohne die Überwachungsuhr a la „Big Brother“ werden die Kinder abgegeben am Meetingpoint oder wo auch immer und beim nächsten mal (je nach Alter) benötigen die Eltern eine andere Organisation (2.jährige lässt man nie aus den Augen, sorry!) oder die Kinder lernen dazu und weichen in diesen Parks nie wieder aus den Augenwinkeln der Eltern.

Aber zum Glück gab es noch Eltern, die dieses „Ding“ ablehnten, zu recht wie ich finde.

Dürfen Kinder bei euch auch freie Kinder bleiben wo fängt es an wo hört es auf mein gott dann sollte man als Elternteil vllt mal überlegen ob man nicht vllt einfach ein paar mal mehr nach dem Kind schaut walkie talki finde ich ja noch ganz ok aber GPS Uhr jetzt mal ehrlich spinnt ihr das einzige wo ich das in Ordnung finde schul und Heimweg da ist es in Ordnung.“

„Meine (4) würde das Ding irgendwo liegen lassen und weg wäre es…“

„Go Pro Camera auf die Stirn, Problem gelöst!* Achtung!! Ironie

Der einzige Fall, wo diese Uhr gerechtfertigt ist, zumindest ein wenig…damit man Opa schneller findet, wenn der wieder aus dem Altersheim auf Entdecker Tour unterwegs ist.

Das hab ich auch schon in Erwägung gezogen für meine tochter…. und für meinen opa weil der langsam senil wird…“

Natürlich wollten die (99%)  Mütter nicht hören, was sie so beim Kind anstellen, mit ihrer Paranoia und das es halt einfach nichts bringt und kein Schutz ist, wenn man die Kids überwacht. Pochten auf Meiungsfreiheit (mal wieder) aber ich sollte gefälligst den Rand halten und weiter „gehen“. Ausserdem: Ich hab noch von keinem Kind gehört, dass in einem Notfall das Handy zückte: „Hallo Mama, da steht gerade ein Mann und lockt mich ins Auto!“ (Fügen Sie hier bitte ihr Horrorszenario ein!)  und natürlich stand die Mutter bereits am nächsten Eck parat, dank GPS und dem Anruf des Kindes über das Handy  und schlug den bösen schwarzen Mann in die Flucht! Habt ihr von solchen Situationen gehört?

Ich glaube nicht, dass wir in einer gefährlichen Zeit leben

Ich glaube die Zeit wirkt auf uns nur so gefährlich, weil mit unserer Angst Geld gemacht wird. Jedes Unglück, weltweit wird in ungefiltert und in Echtzeit in unser Wohnzimmer transportiert, früher wusste man nicht mal was im Nachbarsdorf passiert. Und wenn was passieren sollte, wird keine GPS Uhr der Welt und kein Handy und keine Kamera uns und unsere lieben davor schützen.

Ich denke wir sollten unsere Kinder so erziehen, dass sie wissen wie sie sich verhalten sollen, wenn ihnen jemand zu Nahe kommt. Und wir sollten ihnen und vor allem unserer Erziehung vertrauen, statt sie zu überwachen und so ein völlig falsches Signal zu senden.

Eure Meiungs ist wieder gefragt; Wie steht ihr dazu?

 

Bis bald,

 

Nanny Anny