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Hallo Herbst!

Gestern war offizieller Herbstanfang! Und obwohl ich ganz ganz grosser Sommerfan bin, versuche ich nun das beste daraus zu machen. Denn so gesehen, war der Sommer für mich lang. Sehr lang. Er fing nämlich schon auf meiner Rundreise in Italien im April an. Dort konnte man bereits auch Nachts im Kleid und Sandalen rumstreunen, während es in der Schweiz geschneit hatte. Nun wird es Zeit sich einzukuscheln, Kürbis Rezepte auszuprobieren, zu basteln und es einfach mal gemütlicher zu nehmen. Denn im Sommer war ich so gut wie nie zuhause.

Herbst in der Kita

Schön wäre es, wenn Eltern daran denken würden den Kindern Regensachen mit in die Kita, Spielgruppe oder Kids zu geben. Bitte anschreiben. Bitte. Fast jedes Kind hat die gleichen Regensachen. Ehrlich. Es ist jedes Jahr vorgekommen, dass man den Eltern jeden Tag dieses Lied hoch und runter singen musste. Das beinhaltet:

  • eine passende Regenhose
  • passende Regenstiefel
  • und ebenso eine passende Regenjacke
  • evtl Mütze und Schal

Ich wiederhole mich bewusst, mit dem „passend“, da es auch Eltern gab, die einfach davon ausgingen, dass die Sachen vom letzen Jahr ihren Kindern noch passten. Nichts ist unangenehmer als in zu kleinen Schuhen zu laufen! Zu kleine Kleidung, das wissen auch wir erwachen, ist auch mühsam.

Aktivitäten im Herbst

Für uns Nannys bedeutet der Herbst auch, dass wir uns für unsere Schützlinge ein Programm für schlechte Tage suchen müssen. Ich habe mich entschlossen mit der kleinen die Kreativ Werkstatt zu besuchen zwei mal die Woche, zusätzlich zum Singen. Auch Schifffahrten stehen auf dem Programm sowie Indoor Spielplätze. Kleinere als in Deutschland gibt es hier in den Gemeinschaftszentren der Stadt.

Im GZ kann sie malen, schneiden, kleben usw. Es kostet wenig, man muss keine Materialien kaufen, man muss sich nicht vorher anmelden und das beste: Man muss den Dreck danach nicht aufräumen. Gibt es sowas auch in eurer Stadt, oder was habt ihr euch überlegt um die langen regnerischen Tage schöner zu gestalten?

Denn klar, man kann auch noch im Herbst viel draussen machen, aber wir kennen auch Tage an dem es nonstop regnet und uns die Decke auf den Kopf fällt. Die Gemeinschaftszentren die solche Aktivitäten anbieten, geben den Kinder und uns Nannys auch die Chance andere Kinder und Nannys bzw Mütter zu treffen. Für euch zusätzlich habe ich ein paar Ideen wieder zusammen getragen, zum basteln, kochen und backen – There we go:

100 & 1 Bastelidee zum Thema Herbst

Ein schönes, sonniges Wochenende euch allen und viel Spass beim ausprobieren ❤
                                                                    
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Wie „dick“ darf eine Erzieherin sein?

Nein, ich möchte heute kein Body Shaming betreiben oder das 90-60-90 in den Krippen und Kitas einführen. Es geht mir  um eine Aussage von einer Mutter in England, die sich aufgrund des extremen Übergewichtes der Erzieherin entschlossen hat ihr Kind nicht in deren Obhut zu geben. Den ganzen Artikel in englisch findet ihr hier.

Und es war nicht irgendeine Mutter, sondern diese:

Dr. Pamela Peeke is a nationally renowned physician, scientist, expert and thought leader in the fields of integrative and preventive medicine. Dr. Peeke is a Pew Foundation Scholar in Nutrition and Metabolism, Assistant Professor of Medicine at the University of Maryland, holds dual masters’ degrees in public health and policy, and is a Fellow of both the American College of Physicians and the American College of Sports Medicine. Dr. Peeke is featured in the National Institutes of Health’s “Changing Face of Medicine” exhibit on the history of women physicians at the National Library of Medicine. She has been named one of America’s top physicians by the Consumers Research Council of America. Dr. Peeke has received national recognition from the fitness and nutrition industries for her continuing leadership and expertise.

Quelle

Kurz fürs Verständnis, ich bin 1.60 und wiege momentan um die 71 Kg. Mein BMI ist bei 27.7 – ich habe also selber Übergewicht. Ab 30 gilt man bereits als adipös, also Fettleibig.

Ich bin also keine Skinny B… die nun auf dickere Mitmenschen einhaut!

Nichts desto trotz habe ich mich durch die Kommentarspalten gekämpft und so gar kein Verständnis für die Mutter finden können. Denn eins ihrer Bedenken sind klar verständlich, zumindest für mich:

  • Kann die Erzieherin mein Kind aus einer brenzligen Lage befreien, wenn es schnell gehen muss? Zur Erinnerung: Die Erzieherin atmete schwer, bewegte sich schwerfällig und lief beim normalen Schritttempo in der Kita schon rot an. Mit 20 Jahren!

Wie mobil ist man mit übermässigem Gewicht?

Also meine 15 Kg mehr auf den Rippen behindern mich in keinster Weise. Ich kann dem Kind nachrennen, schnell reagieren, Fussball spielen, den ganzen Tag wandern gehen. Keine Atemnot, kein jappsen nach Luft, ich laufe nicht mal rot an. Doch wie sieht es aus, wenn jemand stark übergewichtig ist? Wenn wir hier nicht von 15 oder 20 Kg mehr sprechen sondern von 50 oder gar noch mehr?

Ist der Mensch auch so flexibel? Es ist ein sehr schwieriges Thema, das ist mir bewusst. Und egal was man sagt, es ist falsch. Doch was würde man sagen, wenn das Kind weg läuft, direkt auf die Strasse und die Erzieherin wäre nicht imstande dem Kind nachzurennen, weil es in der Krippe schon im Laufen nach Luft schnappt?

Dick ist auch nicht gleich dick

Und ja, auch das ist mir bewusst. Doch wir gehen mal nur von dem Fall aus dem Artikel aus. Ich kenne auch genug Menschen die beleibt sind und viel mehr Sport machen als ich oder andere, mit weniger Gewicht. Aber so einen roten Kopf vom laufen bekommt man nicht von 15 oder 20 kg Übergewicht, wenn wir ehrlich sind. Nicht mit 20 Jahren.

Dicker Diätkoch – nein danke.

Würdet ihr einen Diätkoch engagieren, der selber Übergewicht hat? Sorry, also ich würde es nicht tun. Ich würde mich auch nicht von einer Kosmetikerin behandeln lassen, die selber unreine Haut hat. Oder einer Friseurin mit zerstörtem Haar. Klar, eine Erzieherin muss nun kein Model sein oder übermässig sportlich, aber sie ist auch Vorbild.

Und so lange es nicht krankhaft ist, das Übergewicht, muss man sich dann schon fragen, was sie dem Kind vorlebt? Schliesslich sehen manche Kinder die Erzieherin mehr, als die eigenen Eltern.

Man sollte Eltern einfach mal selber überlassen auf was sie wert legen bei den Menschen, denen sie ihre Kinder anvertrauen. Manche wollen keine Erzieherinnen mit Piercings, alle wollen Nichtraucherinnen und manche wollen eben Erzieherinnen die jung sind und nicht kurz vor der Rente stehen, andere wollen genau das Gegenteil. Bei den Nannys genau das gleiche.

Ja, das ist Diskriminierung, ich weiss. Doch es sind ihre Kinder. Und Eltern brauchen ein gutes Gefühl, wenn sie aus der Krippe oder Kita raus gehen und keine Bedenken und Misstrauen in die Betreuungspersonen. Und ihre Bedenken sollten sie auch äussern können ohne dafür an den Prager gestellt zu werden.

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Methoden zur Umsetzung – Positive Disziplin

Was es mit der Positiven Disziplin auf sich hat, haben wir in den letzen Beiträgen ja schon klären können und auf welchen Grundpfeilern diese Methode steht. Heute soll es darum gehen, wie man das ganze umsetzt. Ich werde anhand ein paar Beispielen erklären, wie es gelingt Positive Disziplin in den Alltag zu integrieren. Diese Informationen sind angelehnt an das Buch von Dr. Jane Nelsen „Positive Discipline, The first three years“

1.Kinder mit einbinden in den Alltag 

A)  Routine zusammen erschaffen
B) Mehrere Möglichkeiten geben
C) Gelegenheiten zum mithelfen geben

A) Kinder lernen unter anderem durch ständige Wiederholungen und Konsequenzen.  Beim lernen ist es sehr hilfreich für das Kind, wenn es Routinen gibt. Am besten man kreiert diese gemeinsam mit den Kindern, wenn sie alt genug sind.

Routine ist überall: Beim aufstehen oder schlafen gehen, beim Essen, einkaufen und so weiter. Dr Jane Nielsen empfiehlt auch eine „graphische“ Darstellung der Routineabläufe, wenn das Kind alt genug ist. So kann das Kind, wenn es ein bestimmtes Alter erreicht hat, dem Erwachsenen selber sagen, was als nächstes ansteht, wenn es zum Beispiel ums essen geht…oder ums raus gehen. So lernt es sich selber zu managen und die diversen Abläufe. Nicht zu verwechseln mit einem Sticker Chart.

B) Karoline ist fünf Jahre alt. Jeden Morgen stellt sie die Mutter vor die gleiche Frage vor dem Kleiderschrank: „Was möchtest Du heute anziehen?“ Das Mädchen ist still und schweig vor sich hin. Die Mutter, wie jeden Morgen, hat es eilig und keine Nerven für die unentschlossene Karoline. Sie nimmt etwas aus dem Schrank und befiehlt: „Wenn du dich nicht entscheiden kannst, entscheide ich für dich. Zieh das nun an, wir haben nicht den ganzen Tag Zeit!“ Das junge Mädchen fängt an zu weinen…der Konflikt, bevor der Tag begonnen hat, ist schon vorprogrammiert.

Ich kenne Frauen mit dreissig Jahren, die wissen morgens immer noch nicht was sie anziehen möchten. Die Mutter überfordert das junge Kind mit so einer Frage. Besser wäre es dem Kind mehrere Möglichkeiten zu geben, aus einer Auswahl die man bereits im Vorfeld  für das Kind getroffen hat. So suggeriert man dem Kind, dass es mit entscheiden darf, ein Mitspracherecht hat, z.B: „Wollen wir erst die Socken anziehen oder das T-shirt? Du entscheidest!“ „Würdest du gern den blauen oder roten Pullover anziehen? Du entscheidest!“

C) Erschafft Gelegenheiten, in denen eure kleinen Lieblinge euch helfen können. Ob es beim einräumen der Söckchen in die Schublade geht oder einfach nur etwas kleines tragen. Sie möchten mit eingebunden werden und mithelfen. Es stärkt auch ihr Selbstbewusstsein.  Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

2. Nur ein Kind, dass respektiert wird, respektiert  

„Wie man in den Wald ruft, so hallt es hinaus!“, besagt ein alter Spruch. Gleich verhält es sich mit dem Respekt. Viele Eltern glauben ihre Kinder müssten sie respektieren ohne, dass die Eltern das gleiche für ihre Kinder tun. Quasi eine Einbahnstrasse. Kinder lernen aber durch Nachahmung und vor allem was ihnen zuhause vorgelebt wird. Wenn Konflikte immer durch schreien gelöst werden kann man als Elternteil nicht erwarten, dass die Kinder es anders lösen werden in naher Zukunft.

Ein Kind gehört auch respektiert mit seinen Bedürfnissen und Wünschen. Wenn ich also z.B etwas von dem Kind möchte, z.B ihm mitteilen will, dass wir nun einkaufen gehen müssen, verlange ich nicht, dass es alles stehen und liegen lässt, und mir folgt. Frustration auf beiden Seiten wäre damit vorprogrammiert.

Ich kann z.B höflich sagen: „Wir müssen in fünf Minuten einkaufen gehen, würdest du bitte langsam zum Schluss kommen mit deinem Spiel?“ Oder am Spielplatz: „Du darfst noch drei mal rutschen, oder eine Sandburg bauen, dann müssen wir gehen. Verabschiede dich bitte von deinen Freunden!“ oder je nach dem.

Auch eine kleine Eieruhr kann hilfreich sein, um dem Kleinkind als zeitliche Orientierung zu dienen, die es neben sich hat oder eben in der Hosentasche.

Ein Kind das respektiert wird, ist dazu geneigt sich auch respektvoll gegenüber dem Erwachsenen zu verhalten und kooperativ zu sein. Freundlichkeit und Strenge, ein angemessenes Verhalten, der Situation entsprechend zeigt nicht nur Respekt für die Würde des Kindes, sondern auch der eigenen Würde gegenüber.

3. Humor

„Lachen ist die beste Medizin!“ auch in der Erziehung. Ja, auch mir ist nicht jeden Tag zum Lachen, aber Humor macht wirklich einiges leichter. Da kann es schon mal vorkommen, dass das Kitzelmonster zu den Kindern kommt, die ihre Spielzeuge nicht aufgeräumt haben. Humor ist eine Wunderwaffe! Man kann aus jeder noch so langweiligen Aktivität ein Spiel machen, das Spass macht. „Ich wette du kannst die Spielzeuge vom Boden nicht aufräumen bis ich bis 10 zähle…oder dein Lieblingslied singe…“ Der Phantasie und der Kreativität hier sind auch hier keine Grenzen gesetzt. Niemand sagte, dass Elternschaft einfach sein würde, aber auch niemand behauptete, dass Erziehung bierernst sein muss.

Sicher geht das alles nicht von heute auf morgen und niemand it perfekt,  aber wie heisst es so schön: „Übung macht den Meister!“ 

Mehr zur Positiven Disziplin hier in Kürze.

Schönes Wochenende,

Nanny Anny

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Positive Disziplin – Die 5. Grundpfeiler

Ich möchte nun endlich anknüpfen an die Beiträge über positive Disziplin. Wir wissen nun, was es mit dem ganzen auf sich hat und das es „positiv lernen“ bedeutet. Wenn nicht, bitte die vorherigen Beiträge hier z.B  anklicken. Nun ja, jetzt ist ja das Leben nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen und positiv, wie soll das also gehen? Soll ich nun meinem Kind alles erlauben?

Welches Erziehungsziel haben wir als Eltern, als Erzieher?

Als erstes, bevor das Kind das Licht der Welt erblickt, sollte man sich mit seinem Partner hinsetzten und sich Gedanken machen, was man seinem Kind mit auf dem Weg geben möchte. Welche Werte einem selber wichtig sind. Ihr werdet staunen, wie viele werdende Eltern länger über die Kinderzimmerausstattung diskutieren, statt über die wirklich wichtigen Dinge. Aber zurück zum Thema. Wie soll mein Kind sein? Selbstständig und Selbstbewusst? Soll es selber Entscheidungen treffen können? Sich behaupten können im Leben? Sich  durchsetzen? Emphatisch und Hilfsbereit sein? Durchhaltevermögen besitzen?

Hilfreiche Strafen?

Jedem Elternpaar ist etwas anderes wichtig. Was war es bei euch? Ein Kind mit der Methode der positiven Disziplin zu erziehen, bedeutet nicht, dass alles immer rosa und toll ist. Es bedeutet lediglich, dass ich das Kind Grenzen aufzeige, liebevoll. Ohne zu Strafen. Denn wir haben diese komische Vorstellung von Strafen und was sie bewirken sollen.

Aber kein Kind der Welt hat sich besser verhalten, weil es bestraft wurde. Das Verhalten wurde nur „korrigiert“ aus einer Angst heraus, vor einer möglichen Strafe. Es wurde ihm nicht beigebracht,  warum es falsch war sich so zu verhalten. Das Kind lernt dadurch nur,  sich eben nicht erwischen zu lassen.

Auch haben Eltern meist nicht hinter das Verhalten geschaut. Warum benimmt sich mein Kind so, dass ich es „bestrafen“ muss? Welche Bedürfnisse habe ich als Elternteil nicht wahrgenommen, dass sich mein Kind so verhält? Strafen als solches, fordert ausserdem nicht die Kooperation des Kindes sondern den Widerstand.

Was möchte die positive Disziplin erreichen?

Glückliche, selbstbewusste, verantwortungsvolle Menschen, die ohne das Konstrukt der Strafe und ohne Machtspielchen aufwachsen. Die respektvoll erzogen werden, in Kooperation mit den Eltern. Positive Disziplin möchte den Kindern das Gefühl geben, dazuzugehören und, dass ihre Stimme zählt. Positive Disziplin ist streng aber liebevoll.

„A child that feels better, does better!“

Übersetzt in etwa…ein Kind, dass sich besser fühlt, benimmt sich auch besser. Strafen mag zwar das Benehmen sofort stoppen, aber das Kind lernt auf lange Sicht nicht wirklich etwas daraus.

Was sind nun also die Grundpfeiler der Positiven Disziplin?

  1. PD ist Liebevoll aber streng. Liebevoll auf die Bedürfnisse der Kinder eingehend, aber auch streng der Situation entsprechend
  2. Das Kind lernt durch PD Zugehörigkeit und von Bedeutung zu sein
  3. Methoden der positiven Disziplin wirken auf Langzeitbasis
  4. Erlernen von Soft Skills / Lösungsorientiertes denken durch PD
  5. Kinder lernen, dass sie selber fähig sind Dinge anzugehen

Hört sich das gut an? Das ist es auch, ich arbeite seit ein paar Jahren mit dieser wundervollen Methode.  Mehr über Positive Disziplin, bald hier.

Sonnige Grüsse aus Sizilien,

Nanny Anny

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Nanny Anny zu Gast bei „UGLY TRUTH“

Ja, anhand meiner Augenringe kann man mir die Last der letzten Wochen deutlich ansehen. Aber hey..noch 4. Tage und dann geht es für mich auch endlich in den wohlverdienten Urlaub. Wellness, Entspannen und all das..yeah! Aber bevor es soweit ist, habe ich meinen Blog hier auch in meiner Sendung vorgestellt.

Aufklärungsbedarf

Weil es immer noch Aufklärungsbedarf gibt, zwischen Eltern und Nannys. Gerade vor ein paar Tagen musste ich eine Familie abmahnen, und das Arbeitsverhältnis kündigen von einem kleineren Job. Die dachten auch man lasse sich ewig alles gefallen und fielen bestimmt aus allen Wolken, als der Brief ins Haus flatterte.

Ausgangspunkt war, ich komme jeden Mittwoch für 10.5 Std rein, sie haben 5. Wochen Ferien, vertraglich geregelt. Dumm nur, dass es seit beginn nach ihrer Lust und Laune ging. Mal Ja, mal Nein, mal vielleicht, mal wussten sie es nicht genau, ob sie mich am Mittwoch brauchten. Aber gezahlt, für dieses hin und her haben sie nie. Nur die effektiven Stunden die ich da war, was so nicht rechtens ist. Man kann schliesslich nicht jeden Mittwoch im Monat besetzen und dann nur einen in Anspruch nehmen, und nur den zahlen,  obwohl per Vertrag alles geregelt ist. Das habe ich dann angesprochen- es wurde ignoriert. Man behandelte mich als hätte ich einen Vertrag auf Abruf.

„Reiss dich zusammen, ich habe Verpflichtungen!“

Als ich dann mal krank wurde, sprach mir die Dame des Hauses aufs Band: „Du musst Dich zusammen reissen, ich habe schliesslich Verpflichtungen!“

Das muss man sich mal vorstellen! Sie erhielt darauf eine SMS von mir mit der Kündigung, und eine Aufforderung die ausstehenden Stunden zu begleichen. Ich hatte nun genug Geduld und Kulanz bewiesen. Schliesslich hatten sie auch nur einmal geschafft pünktlich zu zahlen..in 7 Monaten! Man ist auch nur ein Mensch..und, wenn es mich nur hier und da braucht…dann kann man sich schließlich nun anders organisieren. Jeder der mich kennt, weiss, ich bleibe nicht wegen ein wenig Kopfweh oder Schnupfen zu Hause.

Schliesslich sei ich weder auf Abruf noch zu ihren Diensten wann sie es für nötig hält. Wir haben schliesslich einen Vertrag der bindend ist. Das war, die für sie, unschöne Wahrheit. Wir konnten uns einigen und sie zahlen mir nun den Betrag und den erst, denn ich wurde freigestellt für die Kündigungsfrist. Ohne Möglichkeit mich von den Kindern zu verabschieden. So weit so gut. Es sind ihre Kinder. Nur finde ich es verdammt Schade. Schliesslich habe ich diesen ERROR nicht herbeigerufen.

Liebe Nannys, lasst euch nichts gefallen

Habt keine Angst für eure Rechte einzustehen. Wenn euch einer deswegen nicht einstellen möchte, würde es mich eh stutzig machen. Denn wer sich fair verhält, muss auch nichts fürchten. Und sorry, wir sind weder Leibeigene,  noch eure „Sklaven“ die so tanzen wie ihr es wollt. Man hat nicht umsonst Verträge, die bindend sind und Gesetze erlassen! So wie ihr als Arbeitnehmer Rechte habt in eurer Firma, so haben wir sie auch, wenn wir angestellt sind bei euch! Und by the way: Wenn wir auch nach Lust und Laune zu Arbeit erscheinen würden..na ich weiss nicht wie lange die Eltern das mitmachen würden.

 

Viel Spass beim ansehen und wenn ihr Fragen habt- nur zu! Schreibt mir:

M. Poppins@gmx.ch 

 

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Studie «Paare werden Eltern»

Bevor ich euch nun auf den Wecker gehe, lasse ich die Studie und ihre Ergebnisse für sich sprechen.

Denn als ich mich mal erdreistet habe zu sagen. „Mit Kindern ändert sich alles!“ war man recht gehässig und ich hätte ja keine Ahnung…Stimmt, nach über 15 Jahren in diesem Beruf, als Erzieherin und Nanny, hat man keine Ahnung, nie hinter die Kulissen gesehen und überhaupt…Auch gehässig war man gegenüber Eltern die es bereuen Kinder bekommen zu haben…darüber schrieb ich mal hier unter Regretting Parenthood

Wir müssen über diese Sachen offen reden. Kinder bekommen ist kein Spaziergang durch den Park und das Kind läuft nun mal nicht so nebenbei. Kinder verändern alles. Ob einige das wahrhaben möchten oder nicht.

Studie «Paare werden Eltern»

Das Ziel dieser Studie besteht darin, herauszufinden, inwieweit die Paarkompetenzen von werdenden Eltern gestärkt werden können, um die Partnerschaftszufriedenheit beim Übergang zur Elternschaft und auch längerfristig auf einem stabilen Niveau zu halten oder gar zu verbessern.

Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem psychologischen Institut der Universität Zürich (Lehrstuhl Klinische Psychologie Kinder/ Jugendliche & Paare/Familien) und dem Institut für Soziale Arbeit und Gesundheit der Fachhochschule Nordwestschweiz erarbeitet.

Die Studie wird vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung und von der Gesundheitsförderung Schweiz finanziell unterstützt.

www.paarewerdeneltern.ch

 

Quelle und ganzer Beitrag: Tagesanzeiger 

Anmerkung: Zu einer Pause riet ich den Eltern bereits hier. 

Schönen Sonntag Abend,

 

Nanny Anny

 

Bild: Pexels

 

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Schlafmittel für schreiende Babys…

„Weder Trösten noch der Nuggi hilft: Das Baby schreit die halbe Nacht durch. Das bringt einige Eltern an den Rand der Verzweiflung. «Es gibt solche, bei denen der Leidensdruck mit schreienden Babys so gross ist, dass sie Medikamente gegen Juckreiz wie Fenistil-Tropfen verabreichen», sagt Susanne Fischer, Leiterin der Zürcher Familienpraxis Stadelhofen Schlafberatung. Ihr sei sogar ein Elternpaar bekannt, das sich für sein Kleinkind vom Arzt Ritalin habe verschreiben lassen.“

Quelle: 20.min

Das Leben verändert sich grundlegend mit Kindern

Wenn man Eltern sagt, dass sich das Leben mit Kindern von Grund auf verändert, wird man mit Beschimpfungen eingedeckt. Man hätte ja keine Ahnung, da kinderlos und ausserdem wissen sie ja von XY, dass sie trotzdem noch reisen gegangen sind und nach 3.Monaten ging es für beide retour in den Job. Die 17. Jahre Berufserfahrung, die ich habe Aus- und Weiterbildung zählen da nichts! Eltern wissen es besser- weil sie Eltern sind!

So sieht also die Realität aus, Eltern wollen zwar Kinder, aber es soll doch bitte alles so laufen wie davor und überhaupt, man richte sich doch nicht nach einem Kind. Das Kind hat sich dem Lebensstil der Eltern gefälligst anzupassen, am besten gleich am ersten Tag. Es muss gefälligst funktionieren!

Das eigene Kind betäuben….muss das sein?

Aber wie herzlos muss man sein, wenn man seinem eigenen Fleisch und Blut Medikamente gibt damit es endlich mal die Fresse hält? Ja, das ist überspitzt formuliert, aber seinem Kind beruhigende Mittel geben ist einfach Misshandlung. Darüber hinaus, wissen es diese Eltern ja eh meist besser, da sie den Expertenschein für Kinder erworben haben bei der Geburt ihres Kindes und sich meist Beratungsresistent oder holen sich im Vorfeld auch niemanden mit ins Boot der wirklich Ahnung hat. Ja, ich verstehe den Leidensdruck, aber warum holt man sich keine Hilfe? Oder hat man dazu keine Zeit und es ist bequemer Mittelchen zu verabreichen?!

Warum man überhaupt Kinder bekommt, wenn man sich nicht darauf einstellen mag bleibt mir folglich immer ein Rätsel. Und ja, ich kenne das, wenn ein Kind durch schreit und sich nicht beruhigen lässt, ich war auch Nachtnanny, da die Eltern es eben nicht mehr aushielten. War ein harter Job, aber nach ein paar Monaten hat man dann eine Strategie wie das Kind durchschlafen kann oder man holt sich Hilfe beim Kinderarzt und geht ins Schlaflabor. Und ja, es geht auch ohne Schlafmittel und ähnliches, ehrlich!

Es ist keine Schande sich Hilfe zu holen 

Ja, ich kann verstehen, dass man sich das leichter vorgestellt hat, da die Mutter vom XY immer erzählt, dass ihr Baby nach 2. Monaten durch schlief. Und bei der Tante vom „Sowieso“ war das ähnlich. Auch die Nachbarin äusserte sich in diese Richtung. Und auch eine Mutter, die mal bei mir nachfragte ob ich nicht für 100 CHF die Nacht später auf ihre Ungeborenen Zwillinge Nachts aufpassen würde, war felsenfest der Meinung, diese Summe sei gerechtfertigt, da man eh die meiste Zeit schlief und die Babys 2-3 mal maximal (!) und er Nacht aufwachen würden. Nun ja, man kann es den Leuten wenig verübeln, wenn sie die Realität nicht kommen sehen, da viele Eltern auch lügen um sich und ihre Sprösslinge besser da stehen zu lassen. Das Kind quasi als Egoverlängerung.

Bitte, informiert euch bevor ihr Kinder zeugt!

Was braucht ein Kind? Wie ist der Entwicklungsstand? Was mache ich wenn ich nicht stillen kann? Was mache ich wenn mein Kind nicht durch schläft? Nicht richtig trinkt? Was gibt es für Kinderkrankheiten? Ab wann spricht man von Fieber? Was mache ich bei Verdauungsstörungen? Wie muss ich mein Leben gestalten, dass ein Kind darin Platz hat? Und nicht das Kind muss sich seiner Umwelt anpassen, sondern die Umwelt an das Kind zumindest für die erste Zeit. Geht das in Ordnung mit meinem Berufs- und Privatleben? Welche Hilfe und Unterstützung gibt es? Bin ich bereit Opfer zu bringen? Wie organisiere ich mich? Was für Hilfsangebote gibt es bei Problemen?

Das sind nur einige der Fragen die es man sich stellen sollte bevor man ein Kind in die Welt setzt. Für alles gibt es eine Gebrauchsanleitung, Schulungen, Aus- und Fortbildungen…aber nicht für Kinder und wie man mit ihnen umgeht. Deswegen ist es die Pflicht der Eltern, dem Kind gegenüber sich schlau zu machen!

„Aber früher ging es auch ohne!“

Früher starb die Mutter auch teilweise bei der Geburt des Kindes….

Nun ja, früher, da wohnten die Generationen noch alle unter einem Dach und man profitierte vom Wissen der älteren. Das ist heute leider nicht mehr so. Und wehe die Erzieherinnen oder die eigenen Eltern sagen etwas, dann ist man beleidigt und lässt sich sowieso nichts sagen! Weil man es als Mutter oder Vater eh besser weiss. Also würde das Modell „Früher“ heute gar nicht mehr funktionieren.

Hier habe ich ein spannendes Interview mit einem Kinderarzt vom Kinderspital Zürich gefunden zum Thema Schlafstörungen bei Kindern:

Wie werden Eltern im Kinderspital Zürich beraten?

„Wichtigstes Arbeitsinstrument ist das Schlafprotokoll. In dieses werden die Schlafgewohnheiten des Kindes eingetragen. Zusätzlich füllen die Eltern einen Fragebogen aus. In der Schlafsprechstunde wird dann mit den Eltern eine ausführliche Anamnese durchgeführt. Dabei erfährt der Arzt vieles über die Schwangerschaft, Geburt, familiäre Situation und Rollenverteilung innerhalb der Familie. Weiter wird das Kind klinisch untersucht. Anschliessend werden die Eltern beraten.“

Ganzes Interview, hier

Ich kann euch leider auch kein Geheimrezept verraten, da jedes Kind anders ist und was bei A klappt, kann bei B verkehrt sein. Nur BITTE, Medikamente verabreichen ist in gar keinem Fall ok. Sucht euch Hilfe, einen Babysitter, wechselt euch ab, eine Tagesmutter im Tagesmutter Verein, eine Studentin…was auch immer. Aber tut das euren Kindern nicht an.

 

 

Schönes Weekend,

 

Nanny Anny