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Methoden zur Umsetzung – Positive Disziplin

Was es mit der Positiven Disziplin auf sich hat, haben wir in den letzen Beiträgen ja schon klären können und auf welchen Grundpfeilern diese Methode steht. Heute soll es darum gehen, wie man das ganze umsetzt. Ich werde anhand ein paar Beispielen erklären, wie es gelingt Positive Disziplin in den Alltag zu integrieren. Diese Informationen sind angelehnt an das Buch von Dr. Jane Nelsen „Positive Discipline, The first three years“

1.Kinder mit einbinden in den Alltag 

A)  Routine zusammen erschaffen
B) Mehrere Möglichkeiten geben
C) Gelegenheiten zum mithelfen geben

A) Kinder lernen unter anderem durch ständige Wiederholungen und Konsequenzen.  Beim lernen ist es sehr hilfreich für das Kind, wenn es Routinen gibt. Am besten man kreiert diese gemeinsam mit den Kindern, wenn sie alt genug sind.

Routine ist überall: Beim aufstehen oder schlafen gehen, beim Essen, einkaufen und so weiter. Dr Jane Nielsen empfiehlt auch eine „graphische“ Darstellung der Routineabläufe, wenn das Kind alt genug ist. So kann das Kind, wenn es ein bestimmtes Alter erreicht hat, dem Erwachsenen selber sagen, was als nächstes ansteht, wenn es zum Beispiel ums essen geht…oder ums raus gehen. So lernt es sich selber zu managen und die diversen Abläufe. Nicht zu verwechseln mit einem Sticker Chart.

B) Karoline ist fünf Jahre alt. Jeden Morgen stellt sie die Mutter vor die gleiche Frage vor dem Kleiderschrank: „Was möchtest Du heute anziehen?“ Das Mädchen ist still und schweig vor sich hin. Die Mutter, wie jeden Morgen, hat es eilig und keine Nerven für die unentschlossene Karoline. Sie nimmt etwas aus dem Schrank und befiehlt: „Wenn du dich nicht entscheiden kannst, entscheide ich für dich. Zieh das nun an, wir haben nicht den ganzen Tag Zeit!“ Das junge Mädchen fängt an zu weinen…der Konflikt, bevor der Tag begonnen hat, ist schon vorprogrammiert.

Ich kenne Frauen mit dreissig Jahren, die wissen morgens immer noch nicht was sie anziehen möchten. Die Mutter überfordert das junge Kind mit so einer Frage. Besser wäre es dem Kind mehrere Möglichkeiten zu geben, aus einer Auswahl die man bereits im Vorfeld  für das Kind getroffen hat. So suggeriert man dem Kind, dass es mit entscheiden darf, ein Mitspracherecht hat, z.B: „Wollen wir erst die Socken anziehen oder das T-shirt? Du entscheidest!“ „Würdest du gern den blauen oder roten Pullover anziehen? Du entscheidest!“

C) Erschafft Gelegenheiten, in denen eure kleinen Lieblinge euch helfen können. Ob es beim einräumen der Söckchen in die Schublade geht oder einfach nur etwas kleines tragen. Sie möchten mit eingebunden werden und mithelfen. Es stärkt auch ihr Selbstbewusstsein.  Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

2. Nur ein Kind, dass respektiert wird, respektiert  

„Wie man in den Wald ruft, so hallt es hinaus!“, besagt ein alter Spruch. Gleich verhält es sich mit dem Respekt. Viele Eltern glauben ihre Kinder müssten sie respektieren ohne, dass die Eltern das gleiche für ihre Kinder tun. Quasi eine Einbahnstrasse. Kinder lernen aber durch Nachahmung und vor allem was ihnen zuhause vorgelebt wird. Wenn Konflikte immer durch schreien gelöst werden kann man als Elternteil nicht erwarten, dass die Kinder es anders lösen werden in naher Zukunft.

Ein Kind gehört auch respektiert mit seinen Bedürfnissen und Wünschen. Wenn ich also z.B etwas von dem Kind möchte, z.B ihm mitteilen will, dass wir nun einkaufen gehen müssen, verlange ich nicht, dass es alles stehen und liegen lässt, und mir folgt. Frustration auf beiden Seiten wäre damit vorprogrammiert.

Ich kann z.B höflich sagen: „Wir müssen in fünf Minuten einkaufen gehen, würdest du bitte langsam zum Schluss kommen mit deinem Spiel?“ Oder am Spielplatz: „Du darfst noch drei mal rutschen, oder eine Sandburg bauen, dann müssen wir gehen. Verabschiede dich bitte von deinen Freunden!“ oder je nach dem.

Auch eine kleine Eieruhr kann hilfreich sein, um dem Kleinkind als zeitliche Orientierung zu dienen, die es neben sich hat oder eben in der Hosentasche.

Ein Kind das respektiert wird, ist dazu geneigt sich auch respektvoll gegenüber dem Erwachsenen zu verhalten und kooperativ zu sein. Freundlichkeit und Strenge, ein angemessenes Verhalten, der Situation entsprechend zeigt nicht nur Respekt für die Würde des Kindes, sondern auch der eigenen Würde gegenüber.

3. Humor

„Lachen ist die beste Medizin!“ auch in der Erziehung. Ja, auch mir ist nicht jeden Tag zum Lachen, aber Humor macht wirklich einiges leichter. Da kann es schon mal vorkommen, dass das Kitzelmonster zu den Kindern kommt, die ihre Spielzeuge nicht aufgeräumt haben. Humor ist eine Wunderwaffe! Man kann aus jeder noch so langweiligen Aktivität ein Spiel machen, das Spass macht. „Ich wette du kannst die Spielzeuge vom Boden nicht aufräumen bis ich bis 10 zähle…oder dein Lieblingslied singe…“ Der Phantasie und der Kreativität hier sind auch hier keine Grenzen gesetzt. Niemand sagte, dass Elternschaft einfach sein würde, aber auch niemand behauptete, dass Erziehung bierernst sein muss.

Sicher geht das alles nicht von heute auf morgen und niemand it perfekt,  aber wie heisst es so schön: „Übung macht den Meister!“ 

Mehr zur Positiven Disziplin hier in Kürze.

Schönes Wochenende,

Nanny Anny

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Positive Disziplin – Die 5. Grundpfeiler

Ich möchte nun endlich anknüpfen an die Beiträge über positive Disziplin. Wir wissen nun, was es mit dem ganzen auf sich hat und das es „positiv lernen“ bedeutet. Wenn nicht, bitte die vorherigen Beiträge hier z.B  anklicken. Nun ja, jetzt ist ja das Leben nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen und positiv, wie soll das also gehen? Soll ich nun meinem Kind alles erlauben?

Welches Erziehungsziel haben wir als Eltern, als Erzieher?

Als erstes, bevor das Kind das Licht der Welt erblickt, sollte man sich mit seinem Partner hinsetzten und sich Gedanken machen, was man seinem Kind mit auf dem Weg geben möchte. Welche Werte einem selber wichtig sind. Ihr werdet staunen, wie viele werdende Eltern länger über die Kinderzimmerausstattung diskutieren, statt über die wirklich wichtigen Dinge. Aber zurück zum Thema. Wie soll mein Kind sein? Selbstständig und Selbstbewusst? Soll es selber Entscheidungen treffen können? Sich behaupten können im Leben? Sich  durchsetzen? Emphatisch und Hilfsbereit sein? Durchhaltevermögen besitzen?

Hilfreiche Strafen?

Jedem Elternpaar ist etwas anderes wichtig. Was war es bei euch? Ein Kind mit der Methode der positiven Disziplin zu erziehen, bedeutet nicht, dass alles immer rosa und toll ist. Es bedeutet lediglich, dass ich das Kind Grenzen aufzeige, liebevoll. Ohne zu Strafen. Denn wir haben diese komische Vorstellung von Strafen und was sie bewirken sollen.

Aber kein Kind der Welt hat sich besser verhalten, weil es bestraft wurde. Das Verhalten wurde nur „korrigiert“ aus einer Angst heraus, vor einer möglichen Strafe. Es wurde ihm nicht beigebracht,  warum es falsch war sich so zu verhalten. Das Kind lernt dadurch nur,  sich eben nicht erwischen zu lassen.

Auch haben Eltern meist nicht hinter das Verhalten geschaut. Warum benimmt sich mein Kind so, dass ich es „bestrafen“ muss? Welche Bedürfnisse habe ich als Elternteil nicht wahrgenommen, dass sich mein Kind so verhält? Strafen als solches, fordert ausserdem nicht die Kooperation des Kindes sondern den Widerstand.

Was möchte die positive Disziplin erreichen?

Glückliche, selbstbewusste, verantwortungsvolle Menschen, die ohne das Konstrukt der Strafe und ohne Machtspielchen aufwachsen. Die respektvoll erzogen werden, in Kooperation mit den Eltern. Positive Disziplin möchte den Kindern das Gefühl geben, dazuzugehören und, dass ihre Stimme zählt. Positive Disziplin ist streng aber liebevoll.

„A child that feels better, does better!“

Übersetzt in etwa…ein Kind, dass sich besser fühlt, benimmt sich auch besser. Strafen mag zwar das Benehmen sofort stoppen, aber das Kind lernt auf lange Sicht nicht wirklich etwas daraus.

Was sind nun also die Grundpfeiler der Positiven Disziplin?

  1. PD ist Liebevoll aber streng. Liebevoll auf die Bedürfnisse der Kinder eingehend, aber auch streng der Situation entsprechend
  2. Das Kind lernt durch PD Zugehörigkeit und von Bedeutung zu sein
  3. Methoden der positiven Disziplin wirken auf Langzeitbasis
  4. Erlernen von Soft Skills / Lösungsorientiertes denken durch PD
  5. Kinder lernen, dass sie selber fähig sind Dinge anzugehen

Hört sich das gut an? Das ist es auch, ich arbeite seit ein paar Jahren mit dieser wundervollen Methode.  Mehr über Positive Disziplin, bald hier.

Sonnige Grüsse aus Sizilien,

Nanny Anny

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Nanny Anny zu Gast bei „UGLY TRUTH“

Ja, anhand meiner Augenringe kann man mir die Last der letzten Wochen deutlich ansehen. Aber hey..noch 4. Tage und dann geht es für mich auch endlich in den wohlverdienten Urlaub. Wellness, Entspannen und all das..yeah! Aber bevor es soweit ist, habe ich meinen Blog hier auch in meiner Sendung vorgestellt.

Aufklärungsbedarf

Weil es immer noch Aufklärungsbedarf gibt, zwischen Eltern und Nannys. Gerade vor ein paar Tagen musste ich eine Familie abmahnen, und das Arbeitsverhältnis kündigen von einem kleineren Job. Die dachten auch man lasse sich ewig alles gefallen und fielen bestimmt aus allen Wolken, als der Brief ins Haus flatterte.

Ausgangspunkt war, ich komme jeden Mittwoch für 10.5 Std rein, sie haben 5. Wochen Ferien, vertraglich geregelt. Dumm nur, dass es seit beginn nach ihrer Lust und Laune ging. Mal Ja, mal Nein, mal vielleicht, mal wussten sie es nicht genau, ob sie mich am Mittwoch brauchten. Aber gezahlt, für dieses hin und her haben sie nie. Nur die effektiven Stunden die ich da war, was so nicht rechtens ist. Man kann schliesslich nicht jeden Mittwoch im Monat besetzen und dann nur einen in Anspruch nehmen, und nur den zahlen,  obwohl per Vertrag alles geregelt ist. Das habe ich dann angesprochen- es wurde ignoriert. Man behandelte mich als hätte ich einen Vertrag auf Abruf.

„Reiss dich zusammen, ich habe Verpflichtungen!“

Als ich dann mal krank wurde, sprach mir die Dame des Hauses aufs Band: „Du musst Dich zusammen reissen, ich habe schliesslich Verpflichtungen!“

Das muss man sich mal vorstellen! Sie erhielt darauf eine SMS von mir mit der Kündigung, und eine Aufforderung die ausstehenden Stunden zu begleichen. Ich hatte nun genug Geduld und Kulanz bewiesen. Schliesslich hatten sie auch nur einmal geschafft pünktlich zu zahlen..in 7 Monaten! Man ist auch nur ein Mensch..und, wenn es mich nur hier und da braucht…dann kann man sich schließlich nun anders organisieren. Jeder der mich kennt, weiss, ich bleibe nicht wegen ein wenig Kopfweh oder Schnupfen zu Hause.

Schliesslich sei ich weder auf Abruf noch zu ihren Diensten wann sie es für nötig hält. Wir haben schliesslich einen Vertrag der bindend ist. Das war, die für sie, unschöne Wahrheit. Wir konnten uns einigen und sie zahlen mir nun den Betrag und den erst, denn ich wurde freigestellt für die Kündigungsfrist. Ohne Möglichkeit mich von den Kindern zu verabschieden. So weit so gut. Es sind ihre Kinder. Nur finde ich es verdammt Schade. Schliesslich habe ich diesen ERROR nicht herbeigerufen.

Liebe Nannys, lasst euch nichts gefallen

Habt keine Angst für eure Rechte einzustehen. Wenn euch einer deswegen nicht einstellen möchte, würde es mich eh stutzig machen. Denn wer sich fair verhält, muss auch nichts fürchten. Und sorry, wir sind weder Leibeigene,  noch eure „Sklaven“ die so tanzen wie ihr es wollt. Man hat nicht umsonst Verträge, die bindend sind und Gesetze erlassen! So wie ihr als Arbeitnehmer Rechte habt in eurer Firma, so haben wir sie auch, wenn wir angestellt sind bei euch! Und by the way: Wenn wir auch nach Lust und Laune zu Arbeit erscheinen würden..na ich weiss nicht wie lange die Eltern das mitmachen würden.

 

Viel Spass beim ansehen und wenn ihr Fragen habt- nur zu! Schreibt mir:

M. Poppins@gmx.ch 

 

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Studie «Paare werden Eltern»

Bevor ich euch nun auf den Wecker gehe, lasse ich die Studie und ihre Ergebnisse für sich sprechen.

Denn als ich mich mal erdreistet habe zu sagen. „Mit Kindern ändert sich alles!“ war man recht gehässig und ich hätte ja keine Ahnung…Stimmt, nach über 15 Jahren in diesem Beruf, als Erzieherin und Nanny, hat man keine Ahnung, nie hinter die Kulissen gesehen und überhaupt…Auch gehässig war man gegenüber Eltern die es bereuen Kinder bekommen zu haben…darüber schrieb ich mal hier unter Regretting Parenthood

Wir müssen über diese Sachen offen reden. Kinder bekommen ist kein Spaziergang durch den Park und das Kind läuft nun mal nicht so nebenbei. Kinder verändern alles. Ob einige das wahrhaben möchten oder nicht.

Studie «Paare werden Eltern»

Das Ziel dieser Studie besteht darin, herauszufinden, inwieweit die Paarkompetenzen von werdenden Eltern gestärkt werden können, um die Partnerschaftszufriedenheit beim Übergang zur Elternschaft und auch längerfristig auf einem stabilen Niveau zu halten oder gar zu verbessern.

Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem psychologischen Institut der Universität Zürich (Lehrstuhl Klinische Psychologie Kinder/ Jugendliche & Paare/Familien) und dem Institut für Soziale Arbeit und Gesundheit der Fachhochschule Nordwestschweiz erarbeitet.

Die Studie wird vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung und von der Gesundheitsförderung Schweiz finanziell unterstützt.

www.paarewerdeneltern.ch

 

Quelle und ganzer Beitrag: Tagesanzeiger 

Anmerkung: Zu einer Pause riet ich den Eltern bereits hier. 

Schönen Sonntag Abend,

 

Nanny Anny

 

Bild: Pexels

 

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Schlafmittel für schreiende Babys…

„Weder Trösten noch der Nuggi hilft: Das Baby schreit die halbe Nacht durch. Das bringt einige Eltern an den Rand der Verzweiflung. «Es gibt solche, bei denen der Leidensdruck mit schreienden Babys so gross ist, dass sie Medikamente gegen Juckreiz wie Fenistil-Tropfen verabreichen», sagt Susanne Fischer, Leiterin der Zürcher Familienpraxis Stadelhofen Schlafberatung. Ihr sei sogar ein Elternpaar bekannt, das sich für sein Kleinkind vom Arzt Ritalin habe verschreiben lassen.“

Quelle: 20.min

Das Leben verändert sich grundlegend mit Kindern

Wenn man Eltern sagt, dass sich das Leben mit Kindern von Grund auf verändert, wird man mit Beschimpfungen eingedeckt. Man hätte ja keine Ahnung, da kinderlos und ausserdem wissen sie ja von XY, dass sie trotzdem noch reisen gegangen sind und nach 3.Monaten ging es für beide retour in den Job. Die 17. Jahre Berufserfahrung, die ich habe Aus- und Weiterbildung zählen da nichts! Eltern wissen es besser- weil sie Eltern sind!

So sieht also die Realität aus, Eltern wollen zwar Kinder, aber es soll doch bitte alles so laufen wie davor und überhaupt, man richte sich doch nicht nach einem Kind. Das Kind hat sich dem Lebensstil der Eltern gefälligst anzupassen, am besten gleich am ersten Tag. Es muss gefälligst funktionieren!

Das eigene Kind betäuben….muss das sein?

Aber wie herzlos muss man sein, wenn man seinem eigenen Fleisch und Blut Medikamente gibt damit es endlich mal die Fresse hält? Ja, das ist überspitzt formuliert, aber seinem Kind beruhigende Mittel geben ist einfach Misshandlung. Darüber hinaus, wissen es diese Eltern ja eh meist besser, da sie den Expertenschein für Kinder erworben haben bei der Geburt ihres Kindes und sich meist Beratungsresistent oder holen sich im Vorfeld auch niemanden mit ins Boot der wirklich Ahnung hat. Ja, ich verstehe den Leidensdruck, aber warum holt man sich keine Hilfe? Oder hat man dazu keine Zeit und es ist bequemer Mittelchen zu verabreichen?!

Warum man überhaupt Kinder bekommt, wenn man sich nicht darauf einstellen mag bleibt mir folglich immer ein Rätsel. Und ja, ich kenne das, wenn ein Kind durch schreit und sich nicht beruhigen lässt, ich war auch Nachtnanny, da die Eltern es eben nicht mehr aushielten. War ein harter Job, aber nach ein paar Monaten hat man dann eine Strategie wie das Kind durchschlafen kann oder man holt sich Hilfe beim Kinderarzt und geht ins Schlaflabor. Und ja, es geht auch ohne Schlafmittel und ähnliches, ehrlich!

Es ist keine Schande sich Hilfe zu holen 

Ja, ich kann verstehen, dass man sich das leichter vorgestellt hat, da die Mutter vom XY immer erzählt, dass ihr Baby nach 2. Monaten durch schlief. Und bei der Tante vom „Sowieso“ war das ähnlich. Auch die Nachbarin äusserte sich in diese Richtung. Und auch eine Mutter, die mal bei mir nachfragte ob ich nicht für 100 CHF die Nacht später auf ihre Ungeborenen Zwillinge Nachts aufpassen würde, war felsenfest der Meinung, diese Summe sei gerechtfertigt, da man eh die meiste Zeit schlief und die Babys 2-3 mal maximal (!) und er Nacht aufwachen würden. Nun ja, man kann es den Leuten wenig verübeln, wenn sie die Realität nicht kommen sehen, da viele Eltern auch lügen um sich und ihre Sprösslinge besser da stehen zu lassen. Das Kind quasi als Egoverlängerung.

Bitte, informiert euch bevor ihr Kinder zeugt!

Was braucht ein Kind? Wie ist der Entwicklungsstand? Was mache ich wenn ich nicht stillen kann? Was mache ich wenn mein Kind nicht durch schläft? Nicht richtig trinkt? Was gibt es für Kinderkrankheiten? Ab wann spricht man von Fieber? Was mache ich bei Verdauungsstörungen? Wie muss ich mein Leben gestalten, dass ein Kind darin Platz hat? Und nicht das Kind muss sich seiner Umwelt anpassen, sondern die Umwelt an das Kind zumindest für die erste Zeit. Geht das in Ordnung mit meinem Berufs- und Privatleben? Welche Hilfe und Unterstützung gibt es? Bin ich bereit Opfer zu bringen? Wie organisiere ich mich? Was für Hilfsangebote gibt es bei Problemen?

Das sind nur einige der Fragen die es man sich stellen sollte bevor man ein Kind in die Welt setzt. Für alles gibt es eine Gebrauchsanleitung, Schulungen, Aus- und Fortbildungen…aber nicht für Kinder und wie man mit ihnen umgeht. Deswegen ist es die Pflicht der Eltern, dem Kind gegenüber sich schlau zu machen!

„Aber früher ging es auch ohne!“

Früher starb die Mutter auch teilweise bei der Geburt des Kindes….

Nun ja, früher, da wohnten die Generationen noch alle unter einem Dach und man profitierte vom Wissen der älteren. Das ist heute leider nicht mehr so. Und wehe die Erzieherinnen oder die eigenen Eltern sagen etwas, dann ist man beleidigt und lässt sich sowieso nichts sagen! Weil man es als Mutter oder Vater eh besser weiss. Also würde das Modell „Früher“ heute gar nicht mehr funktionieren.

Hier habe ich ein spannendes Interview mit einem Kinderarzt vom Kinderspital Zürich gefunden zum Thema Schlafstörungen bei Kindern:

Wie werden Eltern im Kinderspital Zürich beraten?

„Wichtigstes Arbeitsinstrument ist das Schlafprotokoll. In dieses werden die Schlafgewohnheiten des Kindes eingetragen. Zusätzlich füllen die Eltern einen Fragebogen aus. In der Schlafsprechstunde wird dann mit den Eltern eine ausführliche Anamnese durchgeführt. Dabei erfährt der Arzt vieles über die Schwangerschaft, Geburt, familiäre Situation und Rollenverteilung innerhalb der Familie. Weiter wird das Kind klinisch untersucht. Anschliessend werden die Eltern beraten.“

Ganzes Interview, hier

Ich kann euch leider auch kein Geheimrezept verraten, da jedes Kind anders ist und was bei A klappt, kann bei B verkehrt sein. Nur BITTE, Medikamente verabreichen ist in gar keinem Fall ok. Sucht euch Hilfe, einen Babysitter, wechselt euch ab, eine Tagesmutter im Tagesmutter Verein, eine Studentin…was auch immer. Aber tut das euren Kindern nicht an.

 

 

Schönes Weekend,

 

Nanny Anny

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“Der wird ja ganz grooooooß!” – Über kindliche Sexualität, “Doktorspiele” und veraltete Tabus — BABYKRAM & KINDERKACKE

******** TRIGGERWARNUNG: 1. Dieser Artikel ist emotional, besserwisserisch und stellenweise klingt er bestimmt ziemlich von oben herab formuliert. Das liegt daran, dass mir das Thema wirklich am Herzen liegt und an die Nieren geht, wie damit “normalerweise” umgegangen wird. Seht es mir nach, es ist eines meiner Steckenpferd-Themen, auch im Studium. 2. Es geht um […]

über “Der wird ja ganz grooooooß!” – Über kindliche Sexualität, “Doktorspiele” und veraltete Tabus — BABYKRAM & KINDERKACKE

Hallo ihr lieben!

Ich habe bis jetzt noch keinen Beitrag von einem anderen Blogger geteilt, doch dieser erscheint mir sehr wichtig. Ich habe selber mal im anderen Blog das Thema aufgegriffen, allerdings ging es damals nur um den Aufklärungskoffer in der Schweiz und den Reaktionen der Eltern. Toller Artikel, absolut lesenswert.

Bis bald und einen schönen Abend,

 

Nanny Anny

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Überwachung? Nein, danke!

Diese Woche verfolgte ich gespannt eine Diskussion in einer deutschen Facebook Gruppe für Eltern. Da fragte eine Mutter nach, ob denn jemand bereits Erfahrung hatte mit einer GPS Uhr für Kinder für schlappe 160 Euro. Das Ding sah putzig aus, ich geb es ja zu. Aber die Funktion und die Kommentare die ich zu Gesicht bekam waren es weniger…

„…Und meine Mutter meinte, wir sind früher auch ab 4-5 Jahren im Dorf rumgezogen und hätte sie die Möglichkeit gehabt zu erfahren wo wir stecken, hätte sie es auch gern genutzt, so hatte sie halt immer ein mulmiges Gefühl und konnte nicht gescheit denken bis wir wieder da waren…

Hmm, ja und wie man sieht hat diese Dame es überlebt. Und ich glaube die Mutter auch. Ich bin kein Fan von „Früher war alles besser!“ aber in diesem Fall, glaube ich fest daran dass es früher besser war, zumindest in dieser Beziehung. Man ging nach dem Mittagessen raus und kam abends wieder heim. Man machte seine Erfahrungen, wuchs an ihnen und vor allem: Man überlebte! Mein Gott, wie haben wir das nur früher geschafft ohne Überwachung, GPS und Handys?

„24/7-Überwachung… Wenn ich das schon lese… Ich bin einfach kein Fan davon, einem Kind unter 10 Jahren schon ein Handy zu kaufen. Da finde ich solche Uhren, die nicht nur der Ortung dienen, sondern mit denen die Kinder die Eltern auch anrufen können (und evtl. auch umgekehrt) gar nicht verkehrt. Muss vielleicht keine so teure sein wie die oben vorgestellte. Aber die Idee an sich finde ich gut! Wer lieber keinen Plan hat, wo sich seine Kinder aufhalten oder sie lieber erst gar nicht von der Hand oder aus den Augen lässt, der muss sich so ein Ding ja nicht zulegen.“

Da wird also impliziert, Erwachsene die ihre Kinder nicht überwachen sind schlechte Eltern ja? Oder gar Helikopter Eltern, da sie ihre Kinder nie alleine laufen lassen. Interessant. Wie wäre es mit Erziehung und Vertrauen? So als Alternative? Denn ein Perverser lässt sich durch so eine Uhr nicht abschrecken, das Kind zu entführen, oder sich vor dem Kind zu entblössen oder das Kind anzufassen. Diese Überwachung via GPS lässt euch lediglich wissen wo das Kind ist. Das ist aber auch schon alles. Und falls es entführt werden sollte, glaube ich kaum, dass heutzutage noch jemand nicht weiss, dass diese XXL Uhren auch einen GPS Sender drin haben 😉 24/7 Überwachung..dazu werden Eltern dann wohl neigen, wenn das Kind mal 17 / 18 Jahre ist und mal über Nacht weg bleibt. Denn wer kein Vertrauen in sich und seine Erziehung hat und kaum los lassen kann, der wird das auch nicht tun, wenn das Kind älter wird, im Gegenteil.

„Als wir letztens im Playmobil Funpark waren wurde alle 2 Minuten ein anderes Kind ausgerufen. Die hätten mal lieber solche Uhren getragen. Ich finds eigt eine gute Idee. Besser, als wenn das Kind verschwunden wäre.“

Und dann geht man ins Internet mit dem Handy und sucht das Kind, auf dem Bildschirm. Und rennt alles über den Haufen was im Weg steht, da man ja diesen kleinen Punkt auf dem Monitor verfolgen muss. Aha. Meist wurde es, bis die Eltern da mal online sind und wie Ferngesteuert rumlaufen, abgegeben und ausgerufen. Ein Vergnügungspark ist gross, es laufen viele Kinder rum, das eigene gleich auf Anhieb zu finden nur aufgrund dieser Uhr halte ich für Utopisch und an den Haaren herbeigezogen. Ansonsten, ohne die Überwachungsuhr a la „Big Brother“ werden die Kinder abgegeben am Meetingpoint oder wo auch immer und beim nächsten mal (je nach Alter) benötigen die Eltern eine andere Organisation (2.jährige lässt man nie aus den Augen, sorry!) oder die Kinder lernen dazu und weichen in diesen Parks nie wieder aus den Augenwinkeln der Eltern.

Aber zum Glück gab es noch Eltern, die dieses „Ding“ ablehnten, zu recht wie ich finde.

Dürfen Kinder bei euch auch freie Kinder bleiben wo fängt es an wo hört es auf mein gott dann sollte man als Elternteil vllt mal überlegen ob man nicht vllt einfach ein paar mal mehr nach dem Kind schaut walkie talki finde ich ja noch ganz ok aber GPS Uhr jetzt mal ehrlich spinnt ihr das einzige wo ich das in Ordnung finde schul und Heimweg da ist es in Ordnung.“

„Meine (4) würde das Ding irgendwo liegen lassen und weg wäre es…“

„Go Pro Camera auf die Stirn, Problem gelöst!* Achtung!! Ironie

Der einzige Fall, wo diese Uhr gerechtfertigt ist, zumindest ein wenig…damit man Opa schneller findet, wenn der wieder aus dem Altersheim auf Entdecker Tour unterwegs ist.

Das hab ich auch schon in Erwägung gezogen für meine tochter…. und für meinen opa weil der langsam senil wird…“

Natürlich wollten die (99%)  Mütter nicht hören, was sie so beim Kind anstellen, mit ihrer Paranoia und das es halt einfach nichts bringt und kein Schutz ist, wenn man die Kids überwacht. Pochten auf Meiungsfreiheit (mal wieder) aber ich sollte gefälligst den Rand halten und weiter „gehen“. Ausserdem: Ich hab noch von keinem Kind gehört, dass in einem Notfall das Handy zückte: „Hallo Mama, da steht gerade ein Mann und lockt mich ins Auto!“ (Fügen Sie hier bitte ihr Horrorszenario ein!)  und natürlich stand die Mutter bereits am nächsten Eck parat, dank GPS und dem Anruf des Kindes über das Handy  und schlug den bösen schwarzen Mann in die Flucht! Habt ihr von solchen Situationen gehört?

Ich glaube nicht, dass wir in einer gefährlichen Zeit leben

Ich glaube die Zeit wirkt auf uns nur so gefährlich, weil mit unserer Angst Geld gemacht wird. Jedes Unglück, weltweit wird in ungefiltert und in Echtzeit in unser Wohnzimmer transportiert, früher wusste man nicht mal was im Nachbarsdorf passiert. Und wenn was passieren sollte, wird keine GPS Uhr der Welt und kein Handy und keine Kamera uns und unsere lieben davor schützen.

Ich denke wir sollten unsere Kinder so erziehen, dass sie wissen wie sie sich verhalten sollen, wenn ihnen jemand zu Nahe kommt. Und wir sollten ihnen und vor allem unserer Erziehung vertrauen, statt sie zu überwachen und so ein völlig falsches Signal zu senden.

Eure Meiungs ist wieder gefragt; Wie steht ihr dazu?

 

Bis bald,

 

Nanny Anny