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Hallo Herbst!

Gestern war offizieller Herbstanfang! Und obwohl ich ganz ganz grosser Sommerfan bin, versuche ich nun das beste daraus zu machen. Denn so gesehen, war der Sommer für mich lang. Sehr lang. Er fing nämlich schon auf meiner Rundreise in Italien im April an. Dort konnte man bereits auch Nachts im Kleid und Sandalen rumstreunen, während es in der Schweiz geschneit hatte. Nun wird es Zeit sich einzukuscheln, Kürbis Rezepte auszuprobieren, zu basteln und es einfach mal gemütlicher zu nehmen. Denn im Sommer war ich so gut wie nie zuhause.

Herbst in der Kita

Schön wäre es, wenn Eltern daran denken würden den Kindern Regensachen mit in die Kita, Spielgruppe oder Kids zu geben. Bitte anschreiben. Bitte. Fast jedes Kind hat die gleichen Regensachen. Ehrlich. Es ist jedes Jahr vorgekommen, dass man den Eltern jeden Tag dieses Lied hoch und runter singen musste. Das beinhaltet:

  • eine passende Regenhose
  • passende Regenstiefel
  • und ebenso eine passende Regenjacke
  • evtl Mütze und Schal

Ich wiederhole mich bewusst, mit dem „passend“, da es auch Eltern gab, die einfach davon ausgingen, dass die Sachen vom letzen Jahr ihren Kindern noch passten. Nichts ist unangenehmer als in zu kleinen Schuhen zu laufen! Zu kleine Kleidung, das wissen auch wir erwachen, ist auch mühsam.

Aktivitäten im Herbst

Für uns Nannys bedeutet der Herbst auch, dass wir uns für unsere Schützlinge ein Programm für schlechte Tage suchen müssen. Ich habe mich entschlossen mit der kleinen die Kreativ Werkstatt zu besuchen zwei mal die Woche, zusätzlich zum Singen. Auch Schifffahrten stehen auf dem Programm sowie Indoor Spielplätze. Kleinere als in Deutschland gibt es hier in den Gemeinschaftszentren der Stadt.

Im GZ kann sie malen, schneiden, kleben usw. Es kostet wenig, man muss keine Materialien kaufen, man muss sich nicht vorher anmelden und das beste: Man muss den Dreck danach nicht aufräumen. Gibt es sowas auch in eurer Stadt, oder was habt ihr euch überlegt um die langen regnerischen Tage schöner zu gestalten?

Denn klar, man kann auch noch im Herbst viel draussen machen, aber wir kennen auch Tage an dem es nonstop regnet und uns die Decke auf den Kopf fällt. Die Gemeinschaftszentren die solche Aktivitäten anbieten, geben den Kinder und uns Nannys auch die Chance andere Kinder und Nannys bzw Mütter zu treffen. Für euch zusätzlich habe ich ein paar Ideen wieder zusammen getragen, zum basteln, kochen und backen – There we go:

100 & 1 Bastelidee zum Thema Herbst

Ein schönes, sonniges Wochenende euch allen und viel Spass beim ausprobieren ❤
                                                                    
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Wie „dick“ darf eine Erzieherin sein?

Nein, ich möchte heute kein Body Shaming betreiben oder das 90-60-90 in den Krippen und Kitas einführen. Es geht mir  um eine Aussage von einer Mutter in England, die sich aufgrund des extremen Übergewichtes der Erzieherin entschlossen hat ihr Kind nicht in deren Obhut zu geben. Den ganzen Artikel in englisch findet ihr hier.

Und es war nicht irgendeine Mutter, sondern diese:

Dr. Pamela Peeke is a nationally renowned physician, scientist, expert and thought leader in the fields of integrative and preventive medicine. Dr. Peeke is a Pew Foundation Scholar in Nutrition and Metabolism, Assistant Professor of Medicine at the University of Maryland, holds dual masters’ degrees in public health and policy, and is a Fellow of both the American College of Physicians and the American College of Sports Medicine. Dr. Peeke is featured in the National Institutes of Health’s “Changing Face of Medicine” exhibit on the history of women physicians at the National Library of Medicine. She has been named one of America’s top physicians by the Consumers Research Council of America. Dr. Peeke has received national recognition from the fitness and nutrition industries for her continuing leadership and expertise.

Quelle

Kurz fürs Verständnis, ich bin 1.60 und wiege momentan um die 71 Kg. Mein BMI ist bei 27.7 – ich habe also selber Übergewicht. Ab 30 gilt man bereits als adipös, also Fettleibig.

Ich bin also keine Skinny B… die nun auf dickere Mitmenschen einhaut!

Nichts desto trotz habe ich mich durch die Kommentarspalten gekämpft und so gar kein Verständnis für die Mutter finden können. Denn eins ihrer Bedenken sind klar verständlich, zumindest für mich:

  • Kann die Erzieherin mein Kind aus einer brenzligen Lage befreien, wenn es schnell gehen muss? Zur Erinnerung: Die Erzieherin atmete schwer, bewegte sich schwerfällig und lief beim normalen Schritttempo in der Kita schon rot an. Mit 20 Jahren!

Wie mobil ist man mit übermässigem Gewicht?

Also meine 15 Kg mehr auf den Rippen behindern mich in keinster Weise. Ich kann dem Kind nachrennen, schnell reagieren, Fussball spielen, den ganzen Tag wandern gehen. Keine Atemnot, kein jappsen nach Luft, ich laufe nicht mal rot an. Doch wie sieht es aus, wenn jemand stark übergewichtig ist? Wenn wir hier nicht von 15 oder 20 Kg mehr sprechen sondern von 50 oder gar noch mehr?

Ist der Mensch auch so flexibel? Es ist ein sehr schwieriges Thema, das ist mir bewusst. Und egal was man sagt, es ist falsch. Doch was würde man sagen, wenn das Kind weg läuft, direkt auf die Strasse und die Erzieherin wäre nicht imstande dem Kind nachzurennen, weil es in der Krippe schon im Laufen nach Luft schnappt?

Dick ist auch nicht gleich dick

Und ja, auch das ist mir bewusst. Doch wir gehen mal nur von dem Fall aus dem Artikel aus. Ich kenne auch genug Menschen die beleibt sind und viel mehr Sport machen als ich oder andere, mit weniger Gewicht. Aber so einen roten Kopf vom laufen bekommt man nicht von 15 oder 20 kg Übergewicht, wenn wir ehrlich sind. Nicht mit 20 Jahren.

Dicker Diätkoch – nein danke.

Würdet ihr einen Diätkoch engagieren, der selber Übergewicht hat? Sorry, also ich würde es nicht tun. Ich würde mich auch nicht von einer Kosmetikerin behandeln lassen, die selber unreine Haut hat. Oder einer Friseurin mit zerstörtem Haar. Klar, eine Erzieherin muss nun kein Model sein oder übermässig sportlich, aber sie ist auch Vorbild.

Und so lange es nicht krankhaft ist, das Übergewicht, muss man sich dann schon fragen, was sie dem Kind vorlebt? Schliesslich sehen manche Kinder die Erzieherin mehr, als die eigenen Eltern.

Man sollte Eltern einfach mal selber überlassen auf was sie wert legen bei den Menschen, denen sie ihre Kinder anvertrauen. Manche wollen keine Erzieherinnen mit Piercings, alle wollen Nichtraucherinnen und manche wollen eben Erzieherinnen die jung sind und nicht kurz vor der Rente stehen, andere wollen genau das Gegenteil. Bei den Nannys genau das gleiche.

Ja, das ist Diskriminierung, ich weiss. Doch es sind ihre Kinder. Und Eltern brauchen ein gutes Gefühl, wenn sie aus der Krippe oder Kita raus gehen und keine Bedenken und Misstrauen in die Betreuungspersonen. Und ihre Bedenken sollten sie auch äussern können ohne dafür an den Prager gestellt zu werden.

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Über Anstand, Respekt und Wertschätzung gegenüber Nannys

Allgemein lässt sich die Tage beobachten, wie der gegenseitige Respekt und die Wertschätzung den Bach runter gehen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch hier in der Schweiz. Zumindest empfinde ich das in meinem Beruf so. Die Wertschätzung gegenüber Erzieherinnen oder Nannys läuft gegen 0. Aber wehe sie sind dann mal nicht da, dann ist das Geschrei gross. Man erinnere sich nur an die Demos der Erzieherinnen und das Gejammer der Eltern und anderen Menschen als die Krippen und Kitas dicht machten.  Ich werde heute ein paar Punkte aufzählen die so gar nicht gehen, aus meinem Nanny Leben.

22:30 Uhr

„Ich dachte du bist eine Nachteule!“ so entschuldigte sich eine Mutter, die mich gegen 22:30 Uhr anrief, nach dem sie mich am  Vortag versetzt hatte.  Um den nächsten Einsatz zu besprechen. Aber von vorne. Ich betreute sie mit ihrem 4 Monate alten Sohn, eine bis drei Nächte die Woche. Normalerweise läuft das über die Agentur, aber sie fragte weiter Termine einfach so bei mir an, alles mündlich. Ich hätte am Mittwoch um 8 Uhr morgens bei ihr sein sollen für ein paar Stunden zur Entlastung. Den Abend davor war ich in der Stadt auf einem Konzert, ging eher nachhause, um am nächsten Tag fit zu sein.

21 Uhr kam dann eine SMS, gerade als ich zur Türe rein kam, sie benötige meine Hilfe doch nicht, die grosse sei krank, schon die ganze Woche. Ja, danke auch.  Schön, fällt dir das nicht mal 12 Std vor Einsatzbeginn auf und ein.

Abend versaut & eine finanzielle Einbusse.

Dann rief sie auch noch spät abends an am nächsten Tag…Sorry, gehts noch?! 22:30 Uhr!! Ich hatte schon fast geschlafen. Das geht nicht. Respekt, Anstand, Wertschätzung…vermisste ich in dem Augenblick sehr. Sehr. Denn das Thema des Telefonats hatte noch eine Woche Zeit gehabt zum besprechen. Es eilte nicht. So gar nicht.

Habe ihr dann mitgeteilt am Donnerstagmorgen sie wende sich doch für weitere Anfragen in Zukunft direkt an die Agentur. Hat sich zwar entschuldigt, aber das war bereits das zweite mal, dass sie mich versetzte. Das erste mal, schickte sie mich nach einer Std bereits nach Hause. Tochter war krank, weinerlich, Einsatz unmöglich.  Hätte man das schriftlich gemacht über die Agentur im Vorfeld, hätte sie 3 volle Stunden zahlen müssen. Einmal..ok. Zweimal…in zwei Wochen. Nope! In anderen Berufen wäre das so auch nicht gegangen.

Dass sie sich nie wieder meldete, brauche ich nicht zu erwähnen. Aber so geht niemand mit mir und meiner Zeit um.

Eltern die sich nicht entscheiden können

Eine andere Mutter die ich über ein paar Einsätze über die Agentur kennenlernte rief mich in meinem Urlaub an. Ok, geschenkt, die paar Minuten. Verwickelte mich dan in eine 45 Minuten Unterhaltung, auch easy. Brauche jemanden für den Mittwoch und am Weekend, kein Problem. Einigten uns dann, dass ich mich melde, wenn ich wieder da bin um den Vertrag schriftlich festzuhalten. Mündlich war ja alles geklärt. 3 Tage vor Arbeitsbeginn sagte sie mir ab. Meldete sich aber 2 Monate später mit der gleichen Anfrage. Sagte ihr, sie solle sich mit der Agentur zusammensetzen, ich hätte kein Interesse mehr.

Eine andere Mutter – fragte an, war auch alles geklärt, mündlich,  nur damit sie mir 2 Tage vorher absagt. Aussage: „Haben nun jemanden vom roten Kreuz für die nächsten drei Wochen, melden uns danach nochmal!“ Nö, für mich ist es hier erledigt. Ich kann keine Tage reservieren, Standby – kostenlos versteht sich, schon wieder, und wenn sie dann jemanden günstigeren gefunden haben, sagen sie mir wieder ab.

Ich verstehe Eltern die es sich nicht leisten können, aber man muss uns Kinderbetreuer auch verstehen. Standby ist nicht. Wir verdienen so unser Geld, unsere Brötchen, unseren Lebensunterhalt. Für Miete, Lebensmittel und Co. Da wir nicht „ordentlich“ bezahlt werden für das was wir leisten, können wir es uns nicht leisten einfach so Tage auf gut Glück für Familien zu reservieren, kostenlos, sondern nehmen Anfragen rein wie sie kommen. Zusätzlich zu unseren festen Jobs. Da ist kurz vor Einsatzbeginn absagen einfach nicht so toll.

Man stelle sich nur vor, wir Nannys würden so mit den Familien umspringen. Man verlangt von der Nanny und anderen Kinderbetreuern unter anderem Zuverlässigkeit. Und dann benimmt man sich so.

Die, die auf Portalen nicht antworten

„DRINGEND! Suchen wir einen Babysitter / Nanny etc.“ 

So die meisten Suchanfragen auf Kinderbetreuungs Portalen. Von ihnen hat sich noch NIEMAND die mühe gemacht ein kurzes Feedback auf die Bewerbung zu geben. Dann wundern sich aber die Eltern, warum sich auch niemand mehr die grosse Mühe dort macht sich zu bewerben. Das hat für mich auch viel mit Wertschätzung, Respekt und Anstand zu tun.

 

Man nahm mir so klar Worte schon mal übel

Ich habe schon mal zu solchen Eltern position bezogen auf meiner Facebookseite. Das nahm mir eine Mutter sehr übel. „Dich würde ich so nicht einstellen wollen für meine Kinder!“ Ja, easy, kein Problem. Wenn es nicht ok ist in deinen Augen FAIR zu sein und das auch einzufordern, dann möchte ich da eh nicht arbeiten. In anderen Berufen kann man auch nicht sich beliebig Tage reservieren und dann nach Lust und Laune absagen. Kein Handwerker, Monteur, Arzt würde das mitmachen. Auch hier bei Ärzten muss man 24 Stunden vorher absagen, sonst wird das berechnet. Krankheit und Co sind noch mal was anderes! Wertschätzung ist keine Einbahnstrasse.

 

Eltern vertrauen uns ihre Kinder an

Behandeln uns aber teilweise unter aller Kanone, denn das sind nur ein paar Beispiele. Und ja, das darf man nach aussen kommunizieren, damit sich einige den Kopf machen und ihr Verhalten hinterfragen. Auch der Rest der Welt darf wissen, wie mit uns umgesprungen wird.  Warum sollte ich schweigen zu alle dem?

Klar, es gibt auch tolle Familien, das steht ausser Frage. Doch je mehr ich mich mit anderen Nannys und Babysitter auseinandersetze, desto mehr erlebe und höre ich, das Gegenteil. Auch am eigenen Leib. Und das ist schade. Man bezahlt seiner Putzfrau auch teilweise mehr, und ist bereits zu verbindlicheren Abmachungen, als der Frau die auf das eigene Fleisch und Blut aufpasst und es gegebenenfalls auch erziehen soll. Das muss man erst mal sacken lassen.

 

 

Schönes Wochenende ihr lieben,

 

 

Nanny Anny

 

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Methoden zur Umsetzung 2.0 – Positive Disziplin

Im letzten Beitrag über „Positive Disziplin“ (Abkürzung PD) habe ich euch schon ein paar Methoden verraten, wie man es in den Alltag einbinden kann. Heute soll es weitergehen!

4. Versetze dich in die Welt deines Kindes

Man muss sich bewusst machen, zu was das Kind bereits fähig ist und zu was noch nicht. Nur, weil Kinder fliessend sprechen können, macht sie das nicht zu kleinen Erwachsenen. Man muss sich genau anschauen: Was braucht mein Kind in dieser Phase? Was kann es schon? Was überfordert es? Empathie ist das Zauberwort, wenn es zu Trotz – und Wutanfällen kommt. Schliesslich muss das Kind noch lernen, wie es mit seinem Frust umgehen soll. Und meist ist es gefrustet, weil es etwas noch nicht kann. Empathie, bedeutet nicht, dass man das Kind vor jeder Enttäuschung bewahren soll. Empathie bedeutet: Sich in die Lage des Kindes versetzen und es verstehen.

So eine typische Situation ist, wenn man vom Spielplatz nach Hause möchte, aber das Kind nichts dergleichen hören will.  Eine mögliche Lösung wäre auf Augenhöhe, dem Kind in direkt die Augen sehen und mit ihm sprechen: „Ich verstehe, dass du noch bleiben möchtes und du nun verärgert bist, aber wir müssen nun gehen.“  Dabei kann man das Kind umarmen und sie erst mal diese Aussage „verdauen“ lassen bevor man sich dann endlich auf den Weg macht.

Bleibt man hingegen, um des Kindes wegen und um Stress und Geschrei zu vermeiden, vergönnt man dem Kind die Möglichkeit durch Erfahrung zu lernen, dass es Enttäuschung überstehen kann.

Sich in die Welt des Kindes versetzen bedeutet auch, sich bewusst zu machen, dass das Kind nur altersentsprechend reagieren und agieren kann.

 

5. Meine auch was du sagst und lasse Taten folgen, freundlich aber bestimmt

Wer kennt sie nicht, die leeren Drohungen? Bleiben wir doch einfach in der Situation auf dem Spielplatz. „Wenn du das nochmal machst, gehen wir heim!“ hat jeder von uns schon mal gehört, das Kind wird 10 mal verwarnt aber es geschieht einfach nichts. Später wundert man sich dann,  warum das Kind den erwachsenen nicht ernst nimmt.

Wenn wir etwas sagen, dann sollten wir es auch so meinen und dann auch die Konsequenzen ziehen. Respektvoll, freundlich und ohne Wut. Auf die Würde des Kindes und der eigenen achtend. Niemand hat etwas davon, wenn man das Kind anschreit, vor allen Leuten, oder eine Diskussion, oder gar einen Machtkampf vom Zaun bricht.

Wenn das Kind, z.B immer noch nicht runter kommen will z.B von der Schaukel, obwohl man vereinbart hatte, dass es nur noch ein paar Minuten  aus schaukeln darf, bis man gehen muss, empfiehlt sich, das Kind wortlos runter zu nehmen. Keine weiteren Erklärungen, keine Diskussion, kein „ich habe es dir bereits x mal gesagt!“ keine Machtspielchen und so weiter und so fort.

Freundlich aber bestimmt, die Konsequenzen ziehen.

 

6. Sei geduldig

Das Verhalten des Kindes nie persönlich nehmen! Wir sind die Erwachsenen, die verstehen müssen, das kindliche Verhalten uns gegenüber ist  wirklich nichts persönliches. Das Kind verhält sich nur altersentsprechend und macht nichts „extra“  oder um uns zu ärgern. Wir müssen Geduld aufbringen und verstehen, ein Kind muss Dinge wieder und wieder erleben um sie zu verstehen, um sie zu erlernen. Deswegen sind Rituale so wichtig. Sie geben nicht nur Sicherheit, sondern sind auch ständige Wiederholungen für das Kind. Aus eigenen Lernprozessen wissen wir von uns selbst, wie lange es manchmal dauern kann, bis etwas gelerntes richtig sitzt oder wir es richtig gut können. Es braucht Zeit. Alles. Darum seid geduldig mit den kleinsten, schliesslich fangen sie von vorne an, bei null.

 

Mehr zu den Methoden um PF in den Alltag einzubringen, bald, hier!

 

Liebe Grüsse,

 

 

Nanny Anny

 

Pic: Unsplash

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Methoden zur Umsetzung – Positive Disziplin

Was es mit der Positiven Disziplin auf sich hat, haben wir in den letzen Beiträgen ja schon klären können und auf welchen Grundpfeilern diese Methode steht. Heute soll es darum gehen, wie man das ganze umsetzt. Ich werde anhand ein paar Beispielen erklären, wie es gelingt Positive Disziplin in den Alltag zu integrieren. Diese Informationen sind angelehnt an das Buch von Dr. Jane Nelsen „Positive Discipline, The first three years“

1.Kinder mit einbinden in den Alltag 

A)  Routine zusammen erschaffen
B) Mehrere Möglichkeiten geben
C) Gelegenheiten zum mithelfen geben

A) Kinder lernen unter anderem durch ständige Wiederholungen und Konsequenzen.  Beim lernen ist es sehr hilfreich für das Kind, wenn es Routinen gibt. Am besten man kreiert diese gemeinsam mit den Kindern, wenn sie alt genug sind.

Routine ist überall: Beim aufstehen oder schlafen gehen, beim Essen, einkaufen und so weiter. Dr Jane Nielsen empfiehlt auch eine „graphische“ Darstellung der Routineabläufe, wenn das Kind alt genug ist. So kann das Kind, wenn es ein bestimmtes Alter erreicht hat, dem Erwachsenen selber sagen, was als nächstes ansteht, wenn es zum Beispiel ums essen geht…oder ums raus gehen. So lernt es sich selber zu managen und die diversen Abläufe. Nicht zu verwechseln mit einem Sticker Chart.

B) Karoline ist fünf Jahre alt. Jeden Morgen stellt sie die Mutter vor die gleiche Frage vor dem Kleiderschrank: „Was möchtest Du heute anziehen?“ Das Mädchen ist still und schweig vor sich hin. Die Mutter, wie jeden Morgen, hat es eilig und keine Nerven für die unentschlossene Karoline. Sie nimmt etwas aus dem Schrank und befiehlt: „Wenn du dich nicht entscheiden kannst, entscheide ich für dich. Zieh das nun an, wir haben nicht den ganzen Tag Zeit!“ Das junge Mädchen fängt an zu weinen…der Konflikt, bevor der Tag begonnen hat, ist schon vorprogrammiert.

Ich kenne Frauen mit dreissig Jahren, die wissen morgens immer noch nicht was sie anziehen möchten. Die Mutter überfordert das junge Kind mit so einer Frage. Besser wäre es dem Kind mehrere Möglichkeiten zu geben, aus einer Auswahl die man bereits im Vorfeld  für das Kind getroffen hat. So suggeriert man dem Kind, dass es mit entscheiden darf, ein Mitspracherecht hat, z.B: „Wollen wir erst die Socken anziehen oder das T-shirt? Du entscheidest!“ „Würdest du gern den blauen oder roten Pullover anziehen? Du entscheidest!“

C) Erschafft Gelegenheiten, in denen eure kleinen Lieblinge euch helfen können. Ob es beim einräumen der Söckchen in die Schublade geht oder einfach nur etwas kleines tragen. Sie möchten mit eingebunden werden und mithelfen. Es stärkt auch ihr Selbstbewusstsein.  Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

2. Nur ein Kind, dass respektiert wird, respektiert  

„Wie man in den Wald ruft, so hallt es hinaus!“, besagt ein alter Spruch. Gleich verhält es sich mit dem Respekt. Viele Eltern glauben ihre Kinder müssten sie respektieren ohne, dass die Eltern das gleiche für ihre Kinder tun. Quasi eine Einbahnstrasse. Kinder lernen aber durch Nachahmung und vor allem was ihnen zuhause vorgelebt wird. Wenn Konflikte immer durch schreien gelöst werden kann man als Elternteil nicht erwarten, dass die Kinder es anders lösen werden in naher Zukunft.

Ein Kind gehört auch respektiert mit seinen Bedürfnissen und Wünschen. Wenn ich also z.B etwas von dem Kind möchte, z.B ihm mitteilen will, dass wir nun einkaufen gehen müssen, verlange ich nicht, dass es alles stehen und liegen lässt, und mir folgt. Frustration auf beiden Seiten wäre damit vorprogrammiert.

Ich kann z.B höflich sagen: „Wir müssen in fünf Minuten einkaufen gehen, würdest du bitte langsam zum Schluss kommen mit deinem Spiel?“ Oder am Spielplatz: „Du darfst noch drei mal rutschen, oder eine Sandburg bauen, dann müssen wir gehen. Verabschiede dich bitte von deinen Freunden!“ oder je nach dem.

Auch eine kleine Eieruhr kann hilfreich sein, um dem Kleinkind als zeitliche Orientierung zu dienen, die es neben sich hat oder eben in der Hosentasche.

Ein Kind das respektiert wird, ist dazu geneigt sich auch respektvoll gegenüber dem Erwachsenen zu verhalten und kooperativ zu sein. Freundlichkeit und Strenge, ein angemessenes Verhalten, der Situation entsprechend zeigt nicht nur Respekt für die Würde des Kindes, sondern auch der eigenen Würde gegenüber.

3. Humor

„Lachen ist die beste Medizin!“ auch in der Erziehung. Ja, auch mir ist nicht jeden Tag zum Lachen, aber Humor macht wirklich einiges leichter. Da kann es schon mal vorkommen, dass das Kitzelmonster zu den Kindern kommt, die ihre Spielzeuge nicht aufgeräumt haben. Humor ist eine Wunderwaffe! Man kann aus jeder noch so langweiligen Aktivität ein Spiel machen, das Spass macht. „Ich wette du kannst die Spielzeuge vom Boden nicht aufräumen bis ich bis 10 zähle…oder dein Lieblingslied singe…“ Der Phantasie und der Kreativität hier sind auch hier keine Grenzen gesetzt. Niemand sagte, dass Elternschaft einfach sein würde, aber auch niemand behauptete, dass Erziehung bierernst sein muss.

Sicher geht das alles nicht von heute auf morgen und niemand it perfekt,  aber wie heisst es so schön: „Übung macht den Meister!“ 

Mehr zur Positiven Disziplin hier in Kürze.

Schönes Wochenende,

Nanny Anny

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Ein Tag in meinem Arbeitsleben

Viele fragen sich evtl: Was macht so eine Nanny eigentlich den ganzen lieben langen Tag? Oder: Wie läuft so ein Tag eigentlich ab? Heute lasse ich euch ein wenig hinter die Kulissen schauen.

Diesen Montag

Montagmorgen fange ich meist um 8.30 Uhr an, wir begrüssen uns, ich ziehe die kleine an, wir frühstücken und ich tausche mich mit einem der Eltern aus, was an dem Tag so ansteht, der Einkaufszettel wird geschrieben, der Kühlschrank inspiziert. Bevor ich das Haus verlasse, mache ich einen Menüplan für Montag und Dienstag, Mittwoch habe ich frei. Donnerstag geht das ganze von vorne los. Zu meinen Aufgaben gehört das Mittag- und Abendessen für die Tage an denen ich arbeite.  Um 9.40 Uhr fängt das Eltern-Kind singen an, also verlassen wir so gegen 9.15 Uhr das Haus um pünktlich da zu sein.

Um 10.40 Uhr geht es dann weiter einkaufen, manchmal besuchen wir auch noch kurz die Dame von der Spielgruppe, liegt es doch auf dem Weg nachhause. Dann wird fix gekocht, um 12.15 Uhr kommt die grosse von der Schule, am Nachmittag hat sie frei. Dann gibt es für alle eine Stunde Mittagspause in der ich auch mal gerne ein Schläfchen unten auf dem Sofa halte. Anschliessend bereitete ich heute den Rucksack vor, wir wollen am Nachmittag raus.

Wir gingen wir in den Park spazieren, vorher zum Zahnarzt. Es war ein sonniger Tag und es machte Spass draußen ein kleines Picknick zu veranstalten, dabei die verschiedenen Tiere zu beobachten, der Park hat einen kleinen künstlichen See. Auch ein kleines Geburtstagsgeschenk für die Mutter kauften wir beim nachhause gehen ein, so wie einen Fitnesstracker für mich um mir den Sport etwas schmackhafter zu machen, schliesslich hatte ich die letzte Woche in Paris nicht gerade wenig geschlemmt. Und fitter werden steht schliesslich das Jahr auf meiner Vorsatzliste.

Am späteren Nachmittag backte ich der Mutter noch 2. Kuchen für das Büro und bereitete das Abendessen vor. Hausaufgaben Betreuung gehört auch zu meinen Aufgaben. Klar blödeln wir in der Zwischenzeit herum oder tanzen durch das Haus 😉 und so ist Ruckzuck der Tag um..um 18.30 Uhr habe ich Feierabend.

Ich liebe meinen Job, und auch wenn fast jeder Tag vom Ablauf gleich ist und doch ist  jeder Tag anders.

 

Wie sieht so ein typischer Tag bei euch aus? Ist es immer wieder das gleiche, oder wisst ihr am Morgen nicht was euch den Tag erwartet?

 

 

Herzlich,

 

Nanny Anny

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Blogparade – Dankbarkeit

Vor einigen Tagen rief ich auf dem Zwillingsblog zur Blogparade auf mit dem Thema: Dankbarkeit und dachte mir, es sei doch schön, wenn ich auch einen Beitrag dazu steuere:

Ich bin Dankbar, für jeden Tag den ich „erleben“ darf!

Jeder Tag an dem ich aufwache, ein Dach über dem Kopf habe, das Essen im Kühlschrank, Gesund bin. Dankbar, dass es mir wirklich gut geht und es an nichts mangelt. Dankbar, dass ich jeden Tag duschen kann, Dankbar für all die tollen Sachen die bei mir im Bad stehen und so fein riechen. Ich bin Dankbar, dass ich mit all meinen Sinnen, das Leben intensiv schmecken, riechen, sehen, hören , spüren und fühlen kann.

Ich bin Dankbar für die Musik in meinem Leben

Was wäre mein Leben ohne Musik? Was wäre mein Leben ohne den Tanz? Ich bin Dankbar, dass ich in einer Zeit lebe, in der jegliche Musik sehr einfach erhältlich ist, dank des Internets und ich in den Geschmack aller Epochen komme. Ich bin Dankbar für die Festivals, die ich besuchen kann um dort tagelang zu tanzen. Sie geben mir Kraft die grauen Tage im Winter zu überstehen.

Für meine Freunde und Familie

Ich bin Dankbar für meine Freunde, die zur Familie geworden sind. Dankbar, dass sie immer zu mir gehalten haben, auch wenn ich manchmal echt anstrengend sein kann. Dankbar, dass sie immer ein offenes Ohr haben und wir wirklich über alles sprechen können. Dankbar, dass sie die Mauern einreissen konnten, die ich mir Jahrelang aufgebaut habe. Dankbar auch, für den kleinen Teil der Familie die noch übrig geblieben ist. Tantchen, Feri und Andrea, ich hab euch lieb ❤

Für die Menschen, die mich betrogen, belogen und hintergangen haben

Ja, auch für euch bin ich Dankbar. Ihr habt mich stärker gemacht. Ihr habt die Spreu vom Weizen getrennt. Dank euch, sind nun die richtigen Menschen in meinem Leben. Ihr wart mir ein immenser Antrieb um meine Ziele zu erreichen. Ihr, die nicht an mich geglaubt habt, oder die , die dachten meine Geduld sei unendlich. Menschen, die mein Vertrauen nicht nur einmal missbraucht haben um sich dann zu wundern, dass der „Klaus Kinski“ in mir sich zeigte. Danke! Durch euch habe ich gelernt, mich das nächste Mal schneller umzudrehen und zu gehen. Keine Zeit zu verschwenden mit sinnlosen Diskussionen. Dass ein „Nein“ keinerlei weiterer Erklärungen bedarf. Und, dass ich mir Liebe nicht verdienen muss.

Die Möglichkeiten an Wissen zu gelangen und zu reisen

Symposium über die Relativitätstheorie? Vorlesung in Psychologie? Gasthörerin in der Universität? Alles kein Problem. Vorlesungen zu diversen Themen, Fortbildungen, Seminare, Weiterbildungen, das Internet, die unzähligen Bibliotheken, all das Wissen, was man sich, wenn man möchte aneignen kann. Ich kann mir jedes Buch, dass ich lesen möchte ganz unproblematisch kaufen oder ausleihen und somit meine Neugierde befriedigen. Dafür bin ich sehr Dankbar! Auch für die Möglichkeiten dieses Jahr endlich Europa verlassen zu können um zu reisen bin ich extrem froh. Ich denke Indien und alle anderen Destinationen werden sehr bereichernd für mich sein.

Für meinen Beruf

Ich bin Dankbar für jedes Kinderlachen, für jede Lektion die ich lernen durfte von den kleinen bis jetzt. Bin Dankbar, dass ich jeden Aspekt meiner Persönlichkeit in meinem Beruf leben kann. Vom Kreativen, zum praktischen, über das musikalische, bis hin zum pädagogischen Aspekt. Ich bin froh, dass ich alle Projekte unter einen Hut bekomme und sie toll managen kann. Dankbar bin ich auch, dass ich dieses Jahr nun endlich etwas Geld verdienen kann mit meinen Online Projekten. Auch, dass ich eine tolle Agentur habe, die mir so manchen kreativen und aufregenden Nannyjob verschafft hat. Auch für meinen jetzigen Nannyjob bin Dankbar, nehmen sie mich so wie ich bin und kritisieren nicht meine verrückte Art oder meine Vorliebe für Einhörner und Glitzer. Dankbar bin ich für meine Sendung und die Menschen dahinter, die an mich glauben!

Für jeden Fehler den ich begangen habe, für jede Herausforderung

Harmonie ist stagnieren, kein Fortschritt passiert wenn gar nichts passiert. Wenn Fehler passieren, lernt man dazu. Durch Herausforderungen wächst man über sich hinaus. Ich bin Dankbar, für jeden Fehler, jede Fehlentscheidung die ich je getroffen habe. Sie waren immer sehr lehrreich und haben mich zu dem Menschen gemacht der ich heute bin.

Und zum Schluss

Bin ich Dankbar für mich selbst. Nach allem was ich erleben durfte im Leben ist aus mir doch ein fröhlicher, optimistischer Mensch geworden, der das Leben liebt, es nimmt wie es kommt und keine Zeit mehr verschwendet um sich darüber zu sorgen, was andere denken. Oder was andere von mir halten könnten. Ich habe aufgehört mein Leben mit Sorgen um die Zukunft zu verschwenden, aber nie aufgehört einen groben Plan zu haben. Ich bin Dankbar, dass ich mich 99% der Zeit so annehmen und lieben kann wie ich bin. Mit allen meinen Fehlern und Schwächen. (uuuuuund meinem Hüftgold ❤ )

 

Für was bist du Dankbar? Hinterlasse einen Kommentar oder schreibe auch einen Beitrag. Die Blogparade geht noch bis zum 14.02!

 

 

Nanny Anny