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Methoden zur Umsetzung – Positive Disziplin

Was es mit der Positiven Disziplin auf sich hat, haben wir in den letzen Beiträgen ja schon klären können und auf welchen Grundpfeilern diese Methode steht. Heute soll es darum gehen, wie man das ganze umsetzt. Ich werde anhand ein paar Beispielen erklären, wie es gelingt Positive Disziplin in den Alltag zu integrieren. Diese Informationen sind angelehnt an das Buch von Dr. Jane Nelsen „Positive Discipline, The first three years“

1.Kinder mit einbinden in den Alltag 

A)  Routine zusammen erschaffen
B) Mehrere Möglichkeiten geben
C) Gelegenheiten zum mithelfen geben

A) Kinder lernen unter anderem durch ständige Wiederholungen und Konsequenzen.  Beim lernen ist es sehr hilfreich für das Kind, wenn es Routinen gibt. Am besten man kreiert diese gemeinsam mit den Kindern, wenn sie alt genug sind.

Routine ist überall: Beim aufstehen oder schlafen gehen, beim Essen, einkaufen und so weiter. Dr Jane Nielsen empfiehlt auch eine „graphische“ Darstellung der Routineabläufe, wenn das Kind alt genug ist. So kann das Kind, wenn es ein bestimmtes Alter erreicht hat, dem Erwachsenen selber sagen, was als nächstes ansteht, wenn es zum Beispiel ums essen geht…oder ums raus gehen. So lernt es sich selber zu managen und die diversen Abläufe. Nicht zu verwechseln mit einem Sticker Chart.

B) Karoline ist fünf Jahre alt. Jeden Morgen stellt sie die Mutter vor die gleiche Frage vor dem Kleiderschrank: „Was möchtest Du heute anziehen?“ Das Mädchen ist still und schweig vor sich hin. Die Mutter, wie jeden Morgen, hat es eilig und keine Nerven für die unentschlossene Karoline. Sie nimmt etwas aus dem Schrank und befiehlt: „Wenn du dich nicht entscheiden kannst, entscheide ich für dich. Zieh das nun an, wir haben nicht den ganzen Tag Zeit!“ Das junge Mädchen fängt an zu weinen…der Konflikt, bevor der Tag begonnen hat, ist schon vorprogrammiert.

Ich kenne Frauen mit dreissig Jahren, die wissen morgens immer noch nicht was sie anziehen möchten. Die Mutter überfordert das junge Kind mit so einer Frage. Besser wäre es dem Kind mehrere Möglichkeiten zu geben, aus einer Auswahl die man bereits im Vorfeld  für das Kind getroffen hat. So suggeriert man dem Kind, dass es mit entscheiden darf, ein Mitspracherecht hat, z.B: „Wollen wir erst die Socken anziehen oder das T-shirt? Du entscheidest!“ „Würdest du gern den blauen oder roten Pullover anziehen? Du entscheidest!“

C) Erschafft Gelegenheiten, in denen eure kleinen Lieblinge euch helfen können. Ob es beim einräumen der Söckchen in die Schublade geht oder einfach nur etwas kleines tragen. Sie möchten mit eingebunden werden und mithelfen. Es stärkt auch ihr Selbstbewusstsein.  Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

2. Nur ein Kind, dass respektiert wird, respektiert  

„Wie man in den Wald ruft, so hallt es hinaus!“, besagt ein alter Spruch. Gleich verhält es sich mit dem Respekt. Viele Eltern glauben ihre Kinder müssten sie respektieren ohne, dass die Eltern das gleiche für ihre Kinder tun. Quasi eine Einbahnstrasse. Kinder lernen aber durch Nachahmung und vor allem was ihnen zuhause vorgelebt wird. Wenn Konflikte immer durch schreien gelöst werden kann man als Elternteil nicht erwarten, dass die Kinder es anders lösen werden in naher Zukunft.

Ein Kind gehört auch respektiert mit seinen Bedürfnissen und Wünschen. Wenn ich also z.B etwas von dem Kind möchte, z.B ihm mitteilen will, dass wir nun einkaufen gehen müssen, verlange ich nicht, dass es alles stehen und liegen lässt, und mir folgt. Frustration auf beiden Seiten wäre damit vorprogrammiert.

Ich kann z.B höflich sagen: „Wir müssen in fünf Minuten einkaufen gehen, würdest du bitte langsam zum Schluss kommen mit deinem Spiel?“ Oder am Spielplatz: „Du darfst noch drei mal rutschen, oder eine Sandburg bauen, dann müssen wir gehen. Verabschiede dich bitte von deinen Freunden!“ oder je nach dem.

Auch eine kleine Eieruhr kann hilfreich sein, um dem Kleinkind als zeitliche Orientierung zu dienen, die es neben sich hat oder eben in der Hosentasche.

Ein Kind das respektiert wird, ist dazu geneigt sich auch respektvoll gegenüber dem Erwachsenen zu verhalten und kooperativ zu sein. Freundlichkeit und Strenge, ein angemessenes Verhalten, der Situation entsprechend zeigt nicht nur Respekt für die Würde des Kindes, sondern auch der eigenen Würde gegenüber.

3. Humor

„Lachen ist die beste Medizin!“ auch in der Erziehung. Ja, auch mir ist nicht jeden Tag zum Lachen, aber Humor macht wirklich einiges leichter. Da kann es schon mal vorkommen, dass das Kitzelmonster zu den Kindern kommt, die ihre Spielzeuge nicht aufgeräumt haben. Humor ist eine Wunderwaffe! Man kann aus jeder noch so langweiligen Aktivität ein Spiel machen, das Spass macht. „Ich wette du kannst die Spielzeuge vom Boden nicht aufräumen bis ich bis 10 zähle…oder dein Lieblingslied singe…“ Der Phantasie und der Kreativität hier sind auch hier keine Grenzen gesetzt. Niemand sagte, dass Elternschaft einfach sein würde, aber auch niemand behauptete, dass Erziehung bierernst sein muss.

Sicher geht das alles nicht von heute auf morgen und niemand it perfekt,  aber wie heisst es so schön: „Übung macht den Meister!“ 

Mehr zur Positiven Disziplin hier in Kürze.

Schönes Wochenende,

Nanny Anny

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Positive Disziplin – Die 5. Grundpfeiler

Ich möchte nun endlich anknüpfen an die Beiträge über positive Disziplin. Wir wissen nun, was es mit dem ganzen auf sich hat und das es „positiv lernen“ bedeutet. Wenn nicht, bitte die vorherigen Beiträge hier z.B  anklicken. Nun ja, jetzt ist ja das Leben nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen und positiv, wie soll das also gehen? Soll ich nun meinem Kind alles erlauben?

Welches Erziehungsziel haben wir als Eltern, als Erzieher?

Als erstes, bevor das Kind das Licht der Welt erblickt, sollte man sich mit seinem Partner hinsetzten und sich Gedanken machen, was man seinem Kind mit auf dem Weg geben möchte. Welche Werte einem selber wichtig sind. Ihr werdet staunen, wie viele werdende Eltern länger über die Kinderzimmerausstattung diskutieren, statt über die wirklich wichtigen Dinge. Aber zurück zum Thema. Wie soll mein Kind sein? Selbstständig und Selbstbewusst? Soll es selber Entscheidungen treffen können? Sich behaupten können im Leben? Sich  durchsetzen? Emphatisch und Hilfsbereit sein? Durchhaltevermögen besitzen?

Hilfreiche Strafen?

Jedem Elternpaar ist etwas anderes wichtig. Was war es bei euch? Ein Kind mit der Methode der positiven Disziplin zu erziehen, bedeutet nicht, dass alles immer rosa und toll ist. Es bedeutet lediglich, dass ich das Kind Grenzen aufzeige, liebevoll. Ohne zu Strafen. Denn wir haben diese komische Vorstellung von Strafen und was sie bewirken sollen.

Aber kein Kind der Welt hat sich besser verhalten, weil es bestraft wurde. Das Verhalten wurde nur „korrigiert“ aus einer Angst heraus, vor einer möglichen Strafe. Es wurde ihm nicht beigebracht,  warum es falsch war sich so zu verhalten. Das Kind lernt dadurch nur,  sich eben nicht erwischen zu lassen.

Auch haben Eltern meist nicht hinter das Verhalten geschaut. Warum benimmt sich mein Kind so, dass ich es „bestrafen“ muss? Welche Bedürfnisse habe ich als Elternteil nicht wahrgenommen, dass sich mein Kind so verhält? Strafen als solches, fordert ausserdem nicht die Kooperation des Kindes sondern den Widerstand.

Was möchte die positive Disziplin erreichen?

Glückliche, selbstbewusste, verantwortungsvolle Menschen, die ohne das Konstrukt der Strafe und ohne Machtspielchen aufwachsen. Die respektvoll erzogen werden, in Kooperation mit den Eltern. Positive Disziplin möchte den Kindern das Gefühl geben, dazuzugehören und, dass ihre Stimme zählt. Positive Disziplin ist streng aber liebevoll.

„A child that feels better, does better!“

Übersetzt in etwa…ein Kind, dass sich besser fühlt, benimmt sich auch besser. Strafen mag zwar das Benehmen sofort stoppen, aber das Kind lernt auf lange Sicht nicht wirklich etwas daraus.

Was sind nun also die Grundpfeiler der Positiven Disziplin?

  1. PD ist Liebevoll aber streng. Liebevoll auf die Bedürfnisse der Kinder eingehend, aber auch streng der Situation entsprechend
  2. Das Kind lernt durch PD Zugehörigkeit und von Bedeutung zu sein
  3. Methoden der positiven Disziplin wirken auf Langzeitbasis
  4. Erlernen von Soft Skills / Lösungsorientiertes denken durch PD
  5. Kinder lernen, dass sie selber fähig sind Dinge anzugehen

Hört sich das gut an? Das ist es auch, ich arbeite seit ein paar Jahren mit dieser wundervollen Methode.  Mehr über Positive Disziplin, bald hier.

Sonnige Grüsse aus Sizilien,

Nanny Anny

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Erfahrungen mit Nannyagenturen in der Schweiz Teil 1.

Jeder Familie die schon mal professionell eine Nanny gesucht hat kommt nicht um sie herum: Die Nanny Agenturen. Agenturen die sich darauf spezialisiert haben Nannys zu vermitteln. Wie man sich vorstellen kann, gibt es etliche und die Unterschiede könnten gravierender nicht sein.  Heute, im ersten Teil, werde ich euch meine Erfahrungen schildern.

Als ich 2007 in die Schweiz kam, passierte das über eine Agentur in London, ziemlich schnell und unkompliziert, seit dem habe ich mir etliche Agenturen angesehen in der Schweiz und muss sagen, irgendwie haben nur zwei Agenturen bis jetzt 100% meine Erwartungen erfüllt. Über den ersten Kontakt, die Angebote, über das Vorstellungsgespräch und die Nachbetreuung nach Vertragsabschluss. Einige Agenturen verlangen sogar Geld um als Nanny in ihren Nanny Pool aufgenommen zu werden, obwohl die Eltern meist ein ganzes Bruttogehalt bei Vertragsabschluss mit der Nanny über die Agentur erhalten. Einige bieten in diesem Beitrag den man zahlen muss eine Haftpflichtversicherung an, immer hin, damit lässt es sich leben. Mit der letzteren arbeite ich hier und da immer noch zusammen und kann sie bei Nachfragen via Email empfehlen.

Mit einer der grösste Agenturen, die sogar von der Stadt Zürich ein „Qualitätssiegel“ trägt ereinigte sich mal folgendes Szenario: Da ich zwei, ja eigentlich drei „Muttersprachen“ habe trug ich das unter der Rubrik: „Sprachen“ auch ein. Meine gesamten Arbeitszeugnisse zu der Zeit, insgesamt über sechs Jahre waren in Englisch verfasst, da ich dort auch als englisch sprechende Fachkraft eingesetzt wurde. Mein Diplom als Kleinkinderzieherin stammt aus Deutschland.

„Auf welchem Niveau sprechen sie denn die Muttersprache?“

Eines Tages rief mich eine Mitarbeiterin der besagten Agentur an und wollte wissen auf welchem Niveau ich diese drei Sprachen beherrsche und ob ich mich mit den Familien in Deutsch oder englisch verhandlungssicher unterhalten kann. Ich verstand erst mal die Frage nicht richtig. Die Dame fuhr fort, sie sehe ja, dass ich in Rumänien geboren sei und müsste deswegen schon mal genauer nachfragen. Nicht, dass wir uns in perfektem Hochdeutsch unterhalten hätten die ganze Zeit über, nein, aber sei es drum.

Ich war genervt, sehr. Ich fragte, ob sie sich denn überhaupt meine Unterlagen angesehen hätte, die vielen Referenzen, Zeugnisse usw. Sie verneinte. Ich wurde rasend. Da bekam also diese Agentur einen ganzen Bruttolohn bei Vertragsabschluss von der Familie, und sie machte sich nicht mal die Mühe meine Unterlagen genau anzusehen? Entschuldigung?

Ausserdem wollte ich wissen, was genau muss man unter Muttersprache erklären muss? So ungewöhnlich ist es nicht, dass man heutzutage mehrere Sprachen beherrscht, oder etwa doch? Sprechen deutsche Zeugnisse und langjährige Referenzen in Englisch nicht eine eindeutige Sprache?  Ich erklärte der Frau am Telefon, dass ich absolut kein Interesse mehr habe mich von ihrer Agentur vermitteln zu lassen, denn wenn das so schon anfängt – total desinteressiert und auch irgendwie rassistisch, möchte ich nichts mit dieser Agentur zu tun haben.

Stehen gelassen

Ein anderes „Vorstellungsgespräch“ endete damit, dass mich die Dame von der Agentur mit der ich verabredet war, im Regen stehen liess. Zu viel Stress im Büro als Ursache, ich fuhr deswegen extra nach Zug, (die Fahrt dauert je nach Zug 35-45 Minuten) wartete dort 30 Minuten, rief an. Man sagte mir es sei gerade recht stressig, ich sollte doch ins Büro kommen, man hole mich vom Bus ab. Neue Fahrtkarte für den Bus gekauft, fix angerufen als ich los gefahren bin, wir vereinbarten, dass sie mich abholt. An der Bushaltestelle wartete ich dann 1. Stunde und fuhr dann wieder heim. Auf erneutem Nachfragen via SMS sagte man mir, man ging in der Annahme aus, ich melde mich noch mal wenn ich angekommen sei. Man muss aber dazu sagen, die Busfahrt dauerte nicht mehr als 10 Minuten, was sollte ich erneut anrufen, wenn ich die besagte Dame bereits informierte beim einsteigen? Anstatt gleich Verantwortung zu übernehmen, machte man mich zur Schuldigen. Auch ihr musste ich sagen, dass ich kein Interesse habe. Geld und Zeit verschwendet, denn mit keinem Ton wurden mir als Entschuldigung wenigstens angeboten die Fahrtkosten zu erstatten. Plus: Ich hatte mir extra einen Tag frei genommen.

Rückzahlung

Ich arbeitete mal eine Zeit lang bei einer Agenturchefin. Der Vertrag war begrenzt und ich sollte sie als Mothershelp unterstützen mit ihrere frisch geborenen Tochter und ihren 7  jährigen Sohn. Alles war wunderbar, wir verstanden uns sehr gut, der Vertrag lief aus, super Zeugnis, nix zu motzen. Eines Tages, so knapp ein paar Monate später erhielt ich von ihr eine SMS, an einem Feiertag um 21 Uhr. Man hätte falsch abgerechnet bei der Steuer, ich müsste ihr noch knapp 200 CHF nachzahlen. Wir vereinbarten, dass sie mir die Unterlagen zusenden würde. Ich war schon bisschen sauer, dass sie mich an einem Feiertag via SMS über so einen Fehler, ihrerseits informierte. Der Hammer kam aber noch. Als ich ihren Brief erhielet, war da nur ein Blanko Einzahlungsschein. Keine Unterlagen die ihre Aussage beweisen, nichts. Dass ich nichts überwiesen habe, brauche ich euch nicht erzählen. Da kann ja jeder kommen und irgendwas retour fordern ohne mir die Unterlagen zu zeigen. Und so ganz unter uns, als Agentur Chefin sollte man schon wissen, wie man eine Nanny richtig abrechnet oder wie man den Fehler danach behebt. Ein Blank Einzahlungsschein schicken, entsprach nicht meinen Vorstellungen, weil ja auch was anderes vereinbart wurde, geschweige den diesen Fehler um 21 Uhr via SMS melden. Nee, sorry!  Fehler passieren, das ist ok. Aber wenigstens den Bescheid hätte ich gern gesehen – so hinterliess das ganze einen recht unprofessionellen  und chaotischen Eindruck.

Selber um das Gehalt verhandelt – NO GO!

Durch meine erste Agentur hier in der Schweiz fand ich eine Familie aus London. Bevor ich mich aber dazu entschied den Vertrag zu unterschreiben, sah ich mir eine zweite Familie an. Beide waren toll, beide Arbeitsstellen waren attraktiv, beide Familien wussten voneinander und ich wusste nicht so recht für welche ich mich entscheiden sollte.Die eine Familie hatte ich selber gefunden, die andere kam über eine Agentur. Zum Schluss sollte das Gehalt entscheiden, denn leider kann ich Rechnungen nicht mit Kinderlachen und Liebe bezahlen. Die Familie A die ich gefunden hatte zahlte 1000 CHF mehr als die Familie B die über die Agentur kam. Fam. B wohnte aber so schön am See und hatte einen tollen grossen Garten. Ich war also offen udn sagte den Leuten, es läge am Geld, dass ich mich doch für Fam. A entscheide, 1000 CHF mehr im Monat ist ein guter Grund dazu. So beschlossen sie, ihr Gehalt auch auf die gleiche Summe anzuheben wie die andere Familie, evtl war es sogar ein wenig mehr. Als es dann zum Vertragsabschluss kam, rief ich die Agentur an und gab Bescheid, dass sie den Vertrag abändern müssten, da sich das Gehalt verändert hatte. Ui! Wie war man erbost! „Was fällt dir ein deinen Vertrag selber zu verhandeln?“ War nur einer der Sätze die ich mir anhören musste. Fand das damals schon unverschämt und sagte der Agenturchefin auch klipp und klar meine Meinung. Schliesslich muss ich ja dort arbeiten für das Geld und sie bekäme nun mehr Provision. Anscheinend hatte man Angst, dass ihnen der Kunde, aka die Familie komplett den Rücken zudreht bei meinen höheren Lohnforderungen. Doch unter uns…wenn ich schon 55 Stunden die Woche wo sein muss, sollte es sich auch lohnen.

Fortsetzung folgt….

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Überwachung? Nein, danke!

Diese Woche verfolgte ich gespannt eine Diskussion in einer deutschen Facebook Gruppe für Eltern. Da fragte eine Mutter nach, ob denn jemand bereits Erfahrung hatte mit einer GPS Uhr für Kinder für schlappe 160 Euro. Das Ding sah putzig aus, ich geb es ja zu. Aber die Funktion und die Kommentare die ich zu Gesicht bekam waren es weniger…

„…Und meine Mutter meinte, wir sind früher auch ab 4-5 Jahren im Dorf rumgezogen und hätte sie die Möglichkeit gehabt zu erfahren wo wir stecken, hätte sie es auch gern genutzt, so hatte sie halt immer ein mulmiges Gefühl und konnte nicht gescheit denken bis wir wieder da waren…

Hmm, ja und wie man sieht hat diese Dame es überlebt. Und ich glaube die Mutter auch. Ich bin kein Fan von „Früher war alles besser!“ aber in diesem Fall, glaube ich fest daran dass es früher besser war, zumindest in dieser Beziehung. Man ging nach dem Mittagessen raus und kam abends wieder heim. Man machte seine Erfahrungen, wuchs an ihnen und vor allem: Man überlebte! Mein Gott, wie haben wir das nur früher geschafft ohne Überwachung, GPS und Handys?

„24/7-Überwachung… Wenn ich das schon lese… Ich bin einfach kein Fan davon, einem Kind unter 10 Jahren schon ein Handy zu kaufen. Da finde ich solche Uhren, die nicht nur der Ortung dienen, sondern mit denen die Kinder die Eltern auch anrufen können (und evtl. auch umgekehrt) gar nicht verkehrt. Muss vielleicht keine so teure sein wie die oben vorgestellte. Aber die Idee an sich finde ich gut! Wer lieber keinen Plan hat, wo sich seine Kinder aufhalten oder sie lieber erst gar nicht von der Hand oder aus den Augen lässt, der muss sich so ein Ding ja nicht zulegen.“

Da wird also impliziert, Erwachsene die ihre Kinder nicht überwachen sind schlechte Eltern ja? Oder gar Helikopter Eltern, da sie ihre Kinder nie alleine laufen lassen. Interessant. Wie wäre es mit Erziehung und Vertrauen? So als Alternative? Denn ein Perverser lässt sich durch so eine Uhr nicht abschrecken, das Kind zu entführen, oder sich vor dem Kind zu entblössen oder das Kind anzufassen. Diese Überwachung via GPS lässt euch lediglich wissen wo das Kind ist. Das ist aber auch schon alles. Und falls es entführt werden sollte, glaube ich kaum, dass heutzutage noch jemand nicht weiss, dass diese XXL Uhren auch einen GPS Sender drin haben 😉 24/7 Überwachung..dazu werden Eltern dann wohl neigen, wenn das Kind mal 17 / 18 Jahre ist und mal über Nacht weg bleibt. Denn wer kein Vertrauen in sich und seine Erziehung hat und kaum los lassen kann, der wird das auch nicht tun, wenn das Kind älter wird, im Gegenteil.

„Als wir letztens im Playmobil Funpark waren wurde alle 2 Minuten ein anderes Kind ausgerufen. Die hätten mal lieber solche Uhren getragen. Ich finds eigt eine gute Idee. Besser, als wenn das Kind verschwunden wäre.“

Und dann geht man ins Internet mit dem Handy und sucht das Kind, auf dem Bildschirm. Und rennt alles über den Haufen was im Weg steht, da man ja diesen kleinen Punkt auf dem Monitor verfolgen muss. Aha. Meist wurde es, bis die Eltern da mal online sind und wie Ferngesteuert rumlaufen, abgegeben und ausgerufen. Ein Vergnügungspark ist gross, es laufen viele Kinder rum, das eigene gleich auf Anhieb zu finden nur aufgrund dieser Uhr halte ich für Utopisch und an den Haaren herbeigezogen. Ansonsten, ohne die Überwachungsuhr a la „Big Brother“ werden die Kinder abgegeben am Meetingpoint oder wo auch immer und beim nächsten mal (je nach Alter) benötigen die Eltern eine andere Organisation (2.jährige lässt man nie aus den Augen, sorry!) oder die Kinder lernen dazu und weichen in diesen Parks nie wieder aus den Augenwinkeln der Eltern.

Aber zum Glück gab es noch Eltern, die dieses „Ding“ ablehnten, zu recht wie ich finde.

Dürfen Kinder bei euch auch freie Kinder bleiben wo fängt es an wo hört es auf mein gott dann sollte man als Elternteil vllt mal überlegen ob man nicht vllt einfach ein paar mal mehr nach dem Kind schaut walkie talki finde ich ja noch ganz ok aber GPS Uhr jetzt mal ehrlich spinnt ihr das einzige wo ich das in Ordnung finde schul und Heimweg da ist es in Ordnung.“

„Meine (4) würde das Ding irgendwo liegen lassen und weg wäre es…“

„Go Pro Camera auf die Stirn, Problem gelöst!* Achtung!! Ironie

Der einzige Fall, wo diese Uhr gerechtfertigt ist, zumindest ein wenig…damit man Opa schneller findet, wenn der wieder aus dem Altersheim auf Entdecker Tour unterwegs ist.

Das hab ich auch schon in Erwägung gezogen für meine tochter…. und für meinen opa weil der langsam senil wird…“

Natürlich wollten die (99%)  Mütter nicht hören, was sie so beim Kind anstellen, mit ihrer Paranoia und das es halt einfach nichts bringt und kein Schutz ist, wenn man die Kids überwacht. Pochten auf Meiungsfreiheit (mal wieder) aber ich sollte gefälligst den Rand halten und weiter „gehen“. Ausserdem: Ich hab noch von keinem Kind gehört, dass in einem Notfall das Handy zückte: „Hallo Mama, da steht gerade ein Mann und lockt mich ins Auto!“ (Fügen Sie hier bitte ihr Horrorszenario ein!)  und natürlich stand die Mutter bereits am nächsten Eck parat, dank GPS und dem Anruf des Kindes über das Handy  und schlug den bösen schwarzen Mann in die Flucht! Habt ihr von solchen Situationen gehört?

Ich glaube nicht, dass wir in einer gefährlichen Zeit leben

Ich glaube die Zeit wirkt auf uns nur so gefährlich, weil mit unserer Angst Geld gemacht wird. Jedes Unglück, weltweit wird in ungefiltert und in Echtzeit in unser Wohnzimmer transportiert, früher wusste man nicht mal was im Nachbarsdorf passiert. Und wenn was passieren sollte, wird keine GPS Uhr der Welt und kein Handy und keine Kamera uns und unsere lieben davor schützen.

Ich denke wir sollten unsere Kinder so erziehen, dass sie wissen wie sie sich verhalten sollen, wenn ihnen jemand zu Nahe kommt. Und wir sollten ihnen und vor allem unserer Erziehung vertrauen, statt sie zu überwachen und so ein völlig falsches Signal zu senden.

Eure Meiungs ist wieder gefragt; Wie steht ihr dazu?

 

Bis bald,

 

Nanny Anny

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Mein Kind – Selbstständig und Selbstbewusst! Aber wie? Teil.3

Heute kommen wir zum letzten Teil dieser Reihe und ich habe mich gefragt, ob Eltern eigentlich so richtig bewusst ist, dass die ersten 4. Jahre, mit die wichtigsten sind im Leben. Man lernt als  kleines Individum soviel, wie nie wieder in seinem Leben. Ob jeder, der ein Kind bekommt, sich im klaren ist, was genau passiert? Wie oft hörte ich Eltern in der Krippe sagen:“ Ach, ihr habt heute nur gespielt? So ein Leben möchte ich auch haben, den ganzen Tag nichts tun!“

Ähmm, ja?! Kinder lernen durch Spiel, nur mal so am Rande. Und das ist manchmal alles andere als einfach bzw es ist die Arbeit der kleinen und sehr anstrengend. Oder warum meint ihr sind die Kinder am Abend, nach der Krippe fix und foxi?  Es ist also Zeit auch in diesem Feld Aufklärung zu betreiben.

Eine kleine Definition zum Freispiel:  „komplexes Spielgeschehen während einer bestimmten Zeitdauer, das sich jedes Mal neu aus dem spontanen Tätigwerden der Kinder und der zurückhaltenden Aktivität der Erzieher/-innen entwickelt“

Quelle: http://www.erzieherin.de

Dieser Bericht ist äussert Lesenswert, wenn man verstehen möchte, warum das Spiel bzw das Freispiel für die Kindliche Entwicklung sehr wichtig ist.

http://www.kindergarten-homepage.de/paedagogik/freispiel2.html

Und so durchforstete ich die Weiten des Internets und fand eine wetere ganz tolle Seite, die ich bis dato noch nicht kannte. Die Bildungsdirektion des Kanton Zürich hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit dieser Seite, im richtig grossen Stil aufzuzeigen, wie Lernen mit allen Sinnen in den ersten 4.Jahren aussieht. Und das ganze in Sage und Schreibe 13! Sprachen. Es lohnt sich auf jeden Fall rein zu schauen.

http://www.kinder-4.ch

Hier ein kleiner Auszug zum Thema „Spielend Lernen“: http://www.kinder-4.ch/de/filme_themen#single/952

Zum Abschluss dieses Themas möchte ich nur noch mal Anmerken: Je mehr Kinder alleine erfahren und begreifen dürfen, desto Selbstständiger werden sie. Je mehr man ihnen zutraut, sie lobt, auch für die Mühe, nicht nur das Ergebniss, desto mehr wachsen sie über sich hinaus und werden Selbstbewusst und Selbstständig. Je mehr man ihnen abnimmt, aus welchen Gründen auch immer, desto unselbstständiger und unsicherer werden sie. Eltern helfen also NICHT wenn sie dem Kind jenste Frustration ersparen wollen. Und es muss nicht immer 24/7

Entertainment sein, aus Langeweile entsteht meist was ganz grosses! Denn wie sollen kleine Kinder lernen sich selbst zu beschäftigen wenn wir sie rund um die Uhr beschäftigen? Ich kenne Erwachsene die wissen mit mitte 30 noch nichts mit sich selber anzufangen, dass muss man sich mal vorstellen. Gebt eurem Kind die Freiheit allein was auf die Beine zu stellen, lasst es am Spielplatz laufen anstatt ständig daneben zu stehen. Hebt es nicht auf Geräte, wo es selber noch nicht hoch kann. (Unfallgefahr)

Ja es wird eine Weile dauern, gerade wenn es gewohnt ist ständig „bespasst“ zu werden, doch es lohnt sich die Geduld aufzubringen und vor allem den Mut. Traut euren Kindern mehr zu, damit sie sich auch mehr zu trauen!

Alles Gute und bis nächste Woche

Nanny Anny

Lob, Kritik, Anregungen? Bitte an: M.Poppins@gmx.ch

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Mein Kind – Selbstbewusst und Selbstständig! Aber wie? Teil.2

Kinder helfen im Haushalt! Selbstverständlich, oder?

„Eine repräsentative Umfrage von Familienzeit, die Findus in Zusammenarbeit mit dem LINK Institut durchgeführt hat enthüllt Schweizer Trends und regionale Unterschiede bei Freizeitbeschäftigung, Erziehungstaktiken und Haushaltsführung. Hier ein kleiner Ausschnitt der Ergebnisse:

Ostschweizer Kinder sind von klein auf fleissig
Ostschweizer haben die fleissigsten Kinder. Die Hälfte der befragten Ostschweizer lassen ihre Kinder bereits vor dem 6. Altersjahr im Haushalt mithelfen. Neben Zimmer-Aufräumen und Geschirr-Abräumen, gehört Staubsaugen zu den drei wichtigsten Haushaltspflichten. In anderen Regionen sind es nur knapp 43 Prozent, die zum Staubsauger greifen müssen. Auch in der Zentralschweiz sind Kinder schon von klein auf emsig am Werk: 39 Prozent packen schon vor dem 6. Lebensjahr im Haushalt fleissig mit an. Demgegenüber pflegen die Romands, was die Haushaltspflichten betrifft, einen lockeren Umgang mit ihrem Nachwuchs. Knapp ein Drittel ist der Meinung, dass Kinder erst ab dem 9. Lebensjahr mithelfen sollten. Etwa ein Viertel der Romands lassen ihre Kinder sogar erst ab zwölf Jahren Hausarbeiten verrichten.“

Quelle: Swissfamily Magazin

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer!“ besagt ein altes Sprichwort. Und ganz unter uns, es stimmt in den meisten Fällen. Heute geht’s um die Mithilfe im Haushalt, bzw dem 2.ten Teil: Kinder, Selbstständig und Selbstbewusst! Aber wie? Wie viele Eltern die Jugendliche zu Hause haben Ärgern sich jeden Tag grün und blau weil diese nicht mit anpacken wollen?! Auf Nachfrage erfährt man dann, dass diese bis vor ein paar Monaten nie angehalten wurden nur einen Finger zu krümmen im Haushalt. Also was tun? Und wieso meinen Eltern man darf Kinder erst nach Hilfe fragen wenn diese schon ein bestimmtes Alter erreicht haben?

Da sich dieser Blog eher an Eltern richtet die jüngere Kinder haben, fangen wir doch da an. Kleiner Kinder lieben es im Haushalt mit zu helfen, doch meistens fehlt den Erwachsenen die Geduld. Klar am Anfang bedeutet das mehr Arbeit, aber auf lange Sicht gesehen profitieren beide. Wenn man einem Kind von Anfang an die Spielregeln beibringt, erleichtert sich das Miteinander um einiges. z.B. können Kinder ab ca. 3. Jahren mit helfen den Tisch zu decken, Blumen zu giessen und ihr Spielzeug aufräumen wenn sie fertig gespielt haben. Man kann im Sommer unter Aufsicht mit ihnen Unkraut jäten im Garten, kleinere Einkäufe tragen lassen, Staubsaugen oder Staub wischen mit dem Wedel. Das stärkt das Selbstbewusstsein in dem man dem Kind signalisiert: Ich trau dir das zu, ich glaube an dich, dass du das schaffst.

Wie stolz sie dann sind wenn sie etwas geschafft haben. Viele Kinder kommen dann meist von selbst und fragen ob sie helfen können. Wenn bei uns die Putzfrau kommt, also an dem Ort wo ich als Nanny tätig bin, fragt die 7.jährige auch immer: „Darf ich bitte helfen?“ Dann schwingt sie den Putzlappen und man sieht ihr an wieviel Freude sie hat etwas zu tun, dass meistens den grossen vorenthalten bleibt. Viel Freude hat sie auch am Kochen und Backen. Und ehrlich gesagt sind wir grossen ja auch sehr stolz, wenn unser Besuch, Freunde; Familie, Freund uns sagt wie toll der selbstgebackene Kuchen schmeckt oder das gekochte Gericht.

Am besten lässt man das Kind etwas im Haushalt tun was es gern hat. Manche mögen Staubsaugen, andere Geschirr einräumen, jedes Kind ist da Individuell. Ab dem 6.ten Lebensjahr empfiehlt es sich ein festes Ämtli dem Kind zu übertragen und eine Zeit festzulegen wann dieses erledigt werden muss. So kollidieren Freizeitaktivitäten oder Wünsche des Kindes nicht mit dem Ämtli. Kinder in der Primarschule sind schon in der Lage ihr Zimmer aufzuräumen, Müll runter zu bringen, beim kochen zu helfen usw. Je früher man Anfängt sein Kind mit einzubeziehen desto einfacher und selbstverständlicher helfen diese mit. Auch als Jugendliche…Man verhindert auch ein gewisses Anspruchs- bzw Konsumverhalten a la: Ich erwarte gebügelte, gewaschene Wäsche in meinem Schrank oder ein sauberes Zimmer, vollen Kühlschrank usw. Man lernt, dass jeder dazu etwas beitragen muss in der Gemeinschaft.

Dabei sollte man nicht den Fehler begehen, Mädchen mehr einzubinden als Buben. Der Vater hat dort auch seine Vorbildsfunktion. Denn wenn die Mutter putzt, kocht, einkauft und die Wäsche macht, signalisiert das, dass Frauen für alles zuständig sind, während das andere Geschlecht auf dem Sofa sitzen darf und in die Glotze starrt. Denn Kinder ahmen ab dem 1.ten Lebensjahr die Erwachsenen nach. Was aber tun wenn die Kinder trotz allem streiken? Es empfiehlt sich Konsequenzen einzuleiten die mit dem Ämtli zu tun haben. Unter keinen Umständen sollte man es selber erledigen! Man gibt dem Kind sonst zu verstehen, wenn es sich nur fest genug verweigert, erledigt das jemand anderes für ihn. In ganz heftigen Fällen, dürfen die Erwachsenen auch mal streiken. Ich bin ein grosser Fan von Konsequenzen, allerdings müssen sie auch immer auf die Situation bezogen sein und keine Strafe darstellen.

Probiert es aus! Seid Geduldig und Nachsichtig und denkt dran: Übung macht den Meister!

Anbei habe ich auf Youtube ein tolles Video zum Thema gefunden…Aus der Sicht eines Jugendlichen. Und ich würde gern in der Umfrage wissen, wie ihr es habt mit euren kleinen. Dürfen sie im Haushalt mithelfen?

Anregungen, Lob, Kritik? Immer gern- M.Poppins@gmx.ch. Ansonsten freue ich mich übers teilen und weiter sagen.

Bis nächste Woche

Nanny Anny

 

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Mein Kind – Selbstständig und Selbstbewusst! Aber wie? Teil.1

Hallo ihr lieben

Auf Nachfrage wird sich der heutige Blog um Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit drehen, eins meiner Lieblingsthemen. Doch zuerst mal wollen wir den Begriff genauer anschauen:

Selbstbewusstsein ist ein Begriff, der in mehreren Fachdisziplinen verwendet wird. Nach allgemeiner Auffassung ist dieser Begriff zuerst in der Philosophie definiert worden. Er spielt aber auch in der Soziologie, Psychologie und Geschichtswissenschaft stets eine bedeutende Rolle. Der Begriff Selbstbewusstsein hat mehrere Bedeutungsebenen. Es gibt ein Selbstbewusstsein des Individuums, aber auch ein kollektives Gruppenselbstbewusstsein.

Zum einen wird darunter das aktive durch innere Denkvorgänge herbeigeführte Erkennen der eigenen Persönlichkeit verstanden (Selbsterfahrung, englisch „self-awareness“). Die Frage: „Wer oder was bin ich?“ kann als Ergebnis dieses Denkvorgangs beantwortet werden. Auch eine passive Zuschreibung, die Attribuierung durch andere denkende Lebewesen der Gruppe, führt zum Erkennen und Definieren der eigenen Person bzw. Persönlichkeit, dem Selbstkonzept.

Zum anderen beschreibt „Selbstbewusstsein“ etwas, was im Englischen „self-confidence“ oder „self-assurance“ heißt. „confidence“ heißt „Vertrauen, Zuversicht“; „assurance“ heißt „Gewissheit, Sicherheit, Vertrauen“. Ein selbstbewusster Mensch verspürt diese vier Dinge in so starkem Maße, dass er seiner Zukunft relativ[1] optimistisch, angstfrei, sorglos und unbekümmert entgegengeht. Das ist der Selbstwert.

Allgemein wird Selbstbewusstsein als „das Überzeugtsein von seinen Fähigkeiten, von seinem Wert als Person, das sich besonders in selbstsicherem Auftreten ausdrückt” definiert.[2]

Quelle: Wikipedia

Doch warum scheitern so viele Eltern bei der Erziehung diesbezüglich? Ich werde versuchen es an einem kleinen Beispiel zu erklären: Stellen wir uns jetzt kurz eine allseits bekannte Situation vor. Sagen wir mal ein 3. jähriges Kind und seine Mutter. Morgens, kurz bevor sie das Haus verlassen wollen. Das Kind soll sich die Schuhe anziehen. Die Mutter hat es eilig. Da das Kind natürlich Werte wie Zeit nicht so gut im Griff hat wie die Erwachsenen, trödelt es rum. „Jetzt komm, ich helf dir, das dauert ja ewig und wir sind spät dran!“ „Nein, ich will das alleine machen, lass mich! ICH WILL DAS MACHEN, HÖRST DU??“  Die Mutter zieht dem Kind schliesslich die Schuhe unter Protest des Kindes an und schleift es zur Haustüre.

Das ist eins der vielen Beispiele, die Kinder blockieren Selbstständig zu werden. Die Ungeduld der Eltern, nimmt dem Kind die Erfahrung es selbst zu tun, es zu lernen und daran zu wachsen. „Hilf mir es selbst zu tun“ ist der Leitfaden der den Eltern immer wieder in Gedächtnis gerufen werden sollte, er ist auch der Leitsatz der Montessoripädagogik. Also Hilfe zur Selbsthilfe. Einleuchtend oder?

http://www.montessori-deutschland.de/fileadmin/freigabe/dachverband/PDFs/Mo-Konzept_m_Bildern_B.Stein.pdf

Denn wie soll ein Kind Selbstständig werden und daraus Selbstbewusst aufwachsen wenn Erwachsene ihm ständig alles abnehmen? Siehe Helikopter Eltern und ihre Folgen. Wie soll er lernen, dass es auf sich und seine Fähigkeiten bauen kann, wenn alles im Keim erstickt wird? Wie ich ein Kind lernen zu laufen, wenn es ständig getragen wird?  Ihr versteht hoffentlich auf was ich hinaus möchte. Sicher braucht man jede menge Geduld, aber auf lange Sicht gesehen, ist es für die Eltern und vor allem für das Kind das Beste. Vorrausgesetze man möchte ein Selbstbewusstes, Selbstständiges Kind, versteht sich. Agression und Frustration gehört nun mal zum Lernprozess, das müsst ihr nun mal aushalten liebe Eltern. Doch wie stolz ist das Kind wenn es zum ersten Mal etwas alleine geschafft hat? Sehr!

Einen ganz tollen Bericht von Dr. med. Andrea Schmelz mit praktischen Tipps findet ihr hier. Auch kann man sich auf der Seite für einen Newsletter zum Thema eintragen:

http://www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/kind-stark-selbstbewusst/art/tipp/so-wird-ihr-kind-selbststaendig.html

Und ich kann mich der Meinung der Erziehungsberaterin Sarah Renold nur anschliessen. Sie rät:

  • Loben, loben, loben! «Toll, Jonas, dass du es gleich nochmal versucht hast!», oder «Danke, Laura, dass du den Tisch so schön gedeckt hast!» Lob lässt Kinder buchstäblich grösser werden. Geben Sie Belohnungen für Dinge, bei denen Ihr Kind sich grosse Mühe geben muss.
  • Reden Sie bei jeder Gelegenheit mit Ihrem Kind: Beim Spielen, Anziehen, Einkaufen. Antworten Sie auf Warumfragen mit einer Gegenfrage: «Was denkst denn du, wo die Sonne in der Nacht ist?». Das zeigt Interesse an seiner Sicht der Dinge. Ihr Kind fühlt sich ernst genommen.
  • Beziehen Sie Ihr Kind in alle Arbeiten im und ums Haus ein. Erteilen Sie kleine Aufgaben, aber immer nur eine aufs Mal. Mit der Zeit darfs auch ein festes Ämtli sein: Katzen füttern, Tisch decken, Salatsauce zubereiten.
  • Ermutigen Sie Ihr Kind zur Selbstständigkeit: Im Laden selber um einen Ballon bitten oder seine Glace bezahlen. Geht noch nicht? Kein Problem: Machen Sie es diesmal noch gemeinsam.
  • Hängen Sie Zeichnungen, Basteleien und andere Werke Ihres Kindes auf: im Wohnzimmer, beim Eingang oder auch im Gäste-WC – das macht stolz.
  • Heben Sie die guten Eigenschaften Ihres Kindes hervor. Wenn Ihr Kind ständig Schlechtes über sich hört, fühlt es sich bald als ganze Person ungeliebt. Vorsicht bei Telefonaten: Kinder hören mit.

Quelle: Familienleben.ch

Denn wie sagte Goethe einst: “ Zwei Dinge sollten Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzel und Flügel.“

Lob, Anregung, Kritik? Schreibt mir: M.Poppins@gmx.ch

Bis bald,

eure Nanny Anny