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Stellenangebote aus der Hölle

Die kleine kommt ja nun in den Kindergarten im August und ich bin auf der Suche nach einer neuen Stelle.  Doch was sich mir da wieder anbietet oder unter die Augen kommt: Einfach nur erschütternd. Doch ich wäre nicht ich, wenn ich es nicht sportlich sehen würde. Einige die mich auf Facebook verfolgen kennen sie schon: Die Jobangebote aus der Hölle. Für den Rest von euch, trage ich das heute mal hier zusammen. Los geht’s!

 

Wir möchten zwar eine erfahrene Nanny, zahlen aber nur den Lohn eines Au-Pairs

Hi there! I’m posting this for whoever is interested to work for a nice Zuricher family.

Their expectations :
– Cordially way of dealing with kids (4.5years/9months now)
– Responsible, motivated and very dedicated
– Being a Medical student/nurse/education is plus and/or speaking Albanian
– Successfull experience of minimum 1 year is a plus
– 100% engagement Mo-Fr. Sat-Sun: Occasional assistance with household or other duties expected
– Flexible in working hours
– You must talk German and or English
– You must meet the required Swiss vaccination plan

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Au-pair – eine günstige 24 Std Lösung?

Als ich letzte Woche eine Bekannte traf, hatten wir es von einer Familie, dessen Au-pair über Nacht abgereist ist. Die Familie war aufgelöst und konnte überhaupt nicht nachvollziehen wie das passieren konnte. Was war geschehen? Eine 17 jährige aus der Niederlande, sollte den kompletten Haushalt, (Wäsche, einkaufen, Kochen, Putzen) und 2. Kinder betreuen während die Eltern in der Arbeit waren. Jeder der ein bisschen Verstand hat, merkt schon nur beim Lesen der Anforderungen, dass das nur in die Hose gehen kann.

Das wird auch nach dem Beitrag von letzter Woche mein Thema heute!

Da ich auch als Au-pair 2007 in die schöne Schweiz kam gibt es auch hier viel zu erzählen und der Aufklärungsbedarf ist enorm. Vor ein paar Tagen berichtete mir eine Mami, dass sie nun ihren Nanny Job verliert, da die Familie auf ein günstiges (600 CHF, Monat) Au-pair umsteigen will. Die Familie hat eine 4 Zimmer Wohnung, 2. Kinder und würde gern dem Au-pair den kompletten Haushalt und die Kinder überlassen, 6 Tage Woche von 7-18 Uhr. Wer mich kennt weiss, dass ich bei solchen Familien rot sehe. Das ist moderne Sklaverei, nichts anderes meine lieben Eltern. Wenn das Au-pair eure Tochter wäre, wie würdet ihr euch fühlen?

Was genau ist ein Au-pair?

Ein Au Pair ist ein junger Mensch zwischen 18 und 30 Jahren, ledig und kinderlos, der für eine begrenzte Zeit in ein fremdes Land reist, um dort bei einer Gastfamilie zu leben. Während des Aufenthaltes unterstützt das neue Familienmitglied auf Zeit die Gastfamilie bei der Kinderbetreuung und leichter Hausarbeit.

Der Begriff Au Pair kommt übrigens aus dem Französischen und bedeutet „auf Gegenseitigkeit.“ Daher bekommt das Au Pair im Gegenzug ein Taschengeld, wohnt als vollwertiges Familienmitglied kostenlos bei der Familie und nimmt an den Mahlzeiten teil. Die Höhe des Taschengeldes und Anzahl der Arbeitsstunden sind geregelt durch die Bestimmungen des jeweiligen Gastlandes. Ziel des Au Pair Aufenthalts ist der beidseitige kulturelle Austausch – im geschützten familiären  Rahmen.

Das Au Pair übernimmt als „große Schwester“ oder „großer Bruder“ zeitweise die Verantwortung für die Kinderbetreuung. Es vertieft in der Familie seine Sprachkenntnisse und besucht üblicherweise auch einen Sprachkurs. Es bekommt Einblicke in das Leben seiner Gastfamilie und in die authentische Kultur, Sprache und Lebensweise des Gastlandes. Es lernt den neuen Familienalltag und damit auch andere Sitten und Gebräuche kennen. Ein Au Pair sammelt neue Erfahrungen, Eindrücke und Sichtweisen. Das alles sind Pluspunkte – auch für die berufliche Zukunft.

Für wen kommt ein Au-pair in Frage? Hier gibt es eine kleine Checkliste:

In Ihrem Haushalt lebt mindestens ein Kind im schulpflichtigen Alter oder jünger?
 

Sie besitzen die schweizerische Staatsbürgerschaft, eine Niederlassungsbewilligung C oder eine Aufenthaltsbewilligung B EU/EFTA?

 

Ihr Au Pair soll Ihre Kinder betreuen und leichte Arbeiten im Haushalt übernehmen?

 

Sie verfügen über sehr gute Kenntnisse der im regionalen Umfeld gesprochenen Sprache?

 

Sie haben eine andere Nationalität und sprechen eine andere Sprache als das Au Pair?

 

Mindestens ein Elternteil ist vorwiegend im Haushalt tätig und kann das Au Pair während mindestens der Hälfte seiner Arbeitszeit betreuen?

 

Sie sind bereit, Ihrem Au Pair ausreichend Zeit für den Besuch eines Sprachkurses zu geben und die Kosten zu tragen?

Quelle: http://www.aupairworld.com

 

Checkliste, ob du dich als Au-Pair für die Schweiz eignest, findet du hier:

https://www.aupairworld.com/de/au_pair_program/switzerland/au_pair/check

Wie man schon bis hier her erkennen kann, ist ein Au-pair keine günstige Arbeitskraft die man den ganzen Tag alleine lassen kann. Den jungen Au-pairs würde ich wirklich ans Herz legen: Sucht über eine Agentur, die euch bei Notfällen, Problemen usw. zur Seite steht, gerade weil ihr im Ausland seid. Online Plattformen finde ich persönlich nicht seriös und so Aussagen wie diese verstärken nur meine Ansicht:

Gastfamilie werden

In der heutigen Zeit wollen viele Familien Gastfamilie werden und machen sich auf die Au Pair Suche. Unregelmäßige Arbeitszeiten und immer stärker geforderte Mobilität zwingen viele Eltern dazu sich auf die Suche nach einer Rund-um-die-Uhr-Betreuung für ihre Kinder zu machen und sie wollen daher Gastfamilie werden. Gastfamilie zu werden ist wohl die beste Lösung, denn damit hat man seinen Babysitter quasi 24 Stunden am Tag im Haus. Hat man sich dazu entschieden Gastfamilie zu werden, wird im nächsten Schritt das passende Au Pair gesucht. Bei der Au Pair Suche gibt es viele verschiedene Möglichkeiten.

Au Pair Suche – Was muss ich beachten?

Wenn Sie Gastfamilie werden möchten, sollten Sie sich vorher überlegen wonach Sie genau suchen. Als Gastfamilie werden Sie mit dem Au Pair für einen längeren Zeitraum auf engem Raum zusammenleben. Deshalb sollte ein Au Pair gesucht werden, welches gut in Ihre Familie passt. Gleiche Interessen und Erfahrungen in der Kinderbetreuung wären da von Vorteil. Wenn Sie ein Au Pair gesucht und eine erste Vorauswahl getroffen haben, sollten Sie ruhig mit den Mädchen telefonieren, da man am Telefon schnell feststellen kann, ob Sympathie füreinander da ist oder nicht.

Quelle: www.Aupair.net

Rund um die Uhr Betreuung? Babysitter 24 Std immer im Haus? Horror! Viele Eltern benehmen sich auch dementsprechend. Muss ja so sein, wenn es hier so steht! Falsch meine lieben, ganz, ganz fürchterlich falsch! „Was muss ich beachten?“ Wie wär es mit den gesetzlichen Bestimmungen liebe Eltern / Agenturen? Davon ist leider unter diesem Punkt bei dieser Plattform nichts zu sehen, bezahlen müssen die Eltern aber trotzdem bei der Vermittlung…Also Augen auf bei der Agentur!

Weiter geht es mit den Infos:

Aufenthaltsdauer eines Au-pairs

Ein Au Pair Aufenthalt in der Schweiz dauert in der Regel bis zu 12 Monate. Au Pairs aus EU-/EFTA-Staaten können ihren Aufenthalt in begründeten Fällen bis zu einer Gesamtdauer von maximal 24 Monaten verlängern. Au Pairs aus Drittstaaten haben diese Möglichkeit nicht.

Kosten

Mit der Aufnahme eines Au Pairs erhöhen sich Ihre Lebenshaltungskosten, denn es wohnt eine weitere erwachsene Person in Ihrem Haushalt.

Verpflegung und Unterkunft

Ihr Au Pair erhält während der gesamten Dauer seines Aufenthalts freie Kost und Logis. Es bekommt als Mitglied der Familie auch ein eigenes Zimmer.

Taschengeld

In der Schweiz erhalten Au Pairs einen Lohn, der sich aus Taschengeld und Naturallohn zusammensetzt. Der Naturallohn wird in Form von Kost und Logis gewährt. Dieser entspricht pauschal 990 CHF. Das Taschengeld richtet sich nach Kanton und Alter. Es muss den kantonalen und den von den zuständigen Verbänden aufgestellten Richtlinien entsprechen und beträgt in der Regel zwischen 500 und 750 CHF netto im Monat.
Bei Arbeitsunfähigkeit hat Ihr Au Pair Anspruch auf Lohnfortzahlung. Der Lohn wird auch während Urlaub und Feiertagen gezahlt.

Sprachkurs

Au Pairs, die in der Schweiz arbeiten, müssen einen Sprachkurs in der am Aufenthaltsort gesprochenen Landessprache besuchen. Die Kursgebühren werden vollständig von Ihnen als Gastfamilie übernommen. Der Sprachkurs muss bei einem Aufenthalt von einem Jahr mindestens 120 Stunden umfassen (etwa 3-4 Stunden pro Woche). Sprachkurse von Privatpersonen sind nur in Ausnahmefällen zulässig.

Reisekosten

In einigen Kantonen müssen Gastfamilien die Reisekosten ihres Au Pairs übernehmen. Informieren Sie sich dazu bei der entsprechenden kantonalen Arbeitsmarktbehörde.

Steuern und weitere Beiträge

Als Arbeitgeber tragen Sie mindestens die Hälfte der Kosten für Sozialbeiträge (AHV, IV, EO, ALV) sowie für Beiträge zur Kranken-, Unfall- (UVG) und Pensionsversicherung (BVG). Die Betriebsunfallversicherung (BU) wird ausschließlich von Ihnen bezahlt. Die Quellensteuer wird hingegen vom Bruttolohn abgezogen. Sie beträgt ungefähr 5 CHF pro Monat und wird jeweils zum Ende jedes Kalenderjahres fällig. Dazu müssen Sie beim kantonalen Steueramt ein Abrechnungsformular einreichen.

Arbeitszeit

Ihr Au Pair wird nur halbtags beschäftigt und darf nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten. In der Regel betrifft das die Tage Montag bis Samstag. Die Arbeitszeiten müssen so gestaltet werden, dass Ihr Au Pair einen Sprachkurs besuchen kann.

Freizeit

Ihr Au Pair hat Anspruch auf mindestens einen ganzen freien Tag pro Woche. Je nach Kanton kann es hierzu gesonderte Regelungen geben.

Urlaub

Die Anzahl der Urlaubstage Ihres Au Pairs richtet sich nach seinem Alter. Au Pairs bis zum vollendeten 20. Lebensjahr haben 5 Wochen Urlaub pro Jahr. Au Pairs über 20 haben Anspruch auf 4 Urlaubswochen im Jahr. Je nach Kanton kann es hier noch weitere oder andere Regelungen geben.

Infos zum Vertrag:

Sie müssen noch vor Beginn des Au Pair Aufenthalts gemeinsam mit Ihrem Au Pair einen Vertrag unterschreiben. Dieser enthält Ihre Rechte und Pflichten und die Ihres Au Pairs sowie die genauen Bedingungen des Aufenthalts, wie Dauer des Aufenthalts, Arbeitszeit, Urlaubstage, Informationen zu Unterkunft und Sprachkurs, Taschengeld usw.
Die Anstellungsbedingungen richten sich nach dem jeweiligen kantonalen Normalarbeitsvertrag (NAV) für hauswirtschaftliche Arbeitnehmer, der spezifische Regelungen hinsichtlich Arbeitszeit und Freizeit vorschreibt.
Sie müssen den Vertrag in dreifacher Ausfertigung ausfüllen und unterschreiben. Ein Exemplar behalten Sie, ein Exemplar bekommt Ihr Au Pair und das dritte wird der zuständigen Arbeitsmarktbehörde zugestellt.
Auf unserer Seite zu den Einreisebestimmungen finden Sie Informationen zu den Formalitäten, die Sie und Ihr Au Pair erledigen müssen.

Am besten besprechen Sie gemeinsam mit Ihrem zukünftigen Au Pair vorab alle wichtigen Details zum Au Pair Aufenthalt. Auf der folgenden Seite finden Sie einige nützliche Interviewfragen.

Kündigung des Au Pair Vertrags

Der Au Pair Vertrag gilt für die gesamte Aufenthaltsdauer. Es ist jedoch möglich, ihn vorzeitig zu kündigen, beispielsweise wenn Sie sich mit Ihrem Au Pair nicht mehr verstehen. Gemäß schweizerischen Bestimmungen sieht der Vertrag in der Regel einen Monat Probezeit vor. Während dieser Zeit kann der Vertrag mit einer Kündigungsfrist von 7 Tagen gekündigt werden. Nach Ablauf der Probezeit ist eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses nur schriftlich und unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von einem Monat zum Monatsende möglich.
Bei schwerwiegenden Verstößen kann der Vertrag mit sofortiger Wirkung gekündigt werden, also ohne Kündigungsfrist. In diesem Fall muss die Kündigung schriftlich erfolgen und begründet werden. Lösen Sie den Vertrag ohne wichtigen Grund und ohne Einhaltung der Kündigungsfrist, hat das Au Pair für die gesamte Vertragszeit oder bis zum Ablauf der Kündigungsfrist Anspruch auf Erhalt des Bar- und Naturallohns. In solchen Fällen hat das Au Pair ebenfalls das Recht, einen Ausgleich für jeglichen Schaden zu fordern, der ihm aus der ungerechtfertigten Auflösung des Vertrags entstanden ist.

Sozial- und Krankenversicherung

Au Pairs sind genau wie alle anderen Arbeitnehmer in der Schweiz beitragspflichtig. Die Kosten der Sozialbeiträge werden in der Regel zur Hälfte von Ihnen und zur anderen Hälfte von Ihrem Au Pair getragen. Damit die Beiträge eingezahlt werden können, müssen Sie für Ihr Au Pair einen Versicherungsausweis bei der kantonalen Sozialversicherungsanstalt (SVA) beantragen. Die vom Gesamtbetrag des Taschengelds unabhängigen Beiträge in Höhe von insgesamt 12,5 Prozent setzen sich zusammen aus Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), Invalidenversicherung (IV), Erwerbsausfallentschädigungen (EO) sowie Arbeitslosenversicherung (ALV). Sie sind sowohl für den Barlohn als auch für den Naturallohn zu entrichten.

Darüber hinaus erhält Ihr Au Pair während seines Aufenthaltes in der Schweiz eine Krankenversicherung, Unfallversicherung (UVG) und Pensionsversicherung (BVG). Je nach Kasse und gewählter Deckung unterscheiden sich hier die monatlichen Beiträge, welche zumindest zur Hälfte von Ihnen übernommen werden. Eine Ausnahme ist hier die Betriebsunfallversicherung (BU), die ausschließlich von Ihnen zu zahlen ist.

Autofahren und Führerschein in der Schweiz

Ihr Au Pair soll einen Führerschein besitzen? Dann sollten Sie die folgenden Punkte berücksichtigen: Ein Führerschein ist keine Garantie für ausreichend Fahrpraxis. Fragen Sie Ihr Au Pair deshalb, wie viel Erfahrung es mit dem Auto im Straßenverkehr hat. Es soll Ihre Kinder ja schließlich sicher von A nach B bringen.

Klären Sie auch, ob der Führerschein des Au Pairs in der Schweiz gültig ist. Möglicherweise muss ein internationaler Führerschein beantragt werden. Darüber hinaus wichtig: Wer haftet im Schadensfall? Gilt Ihre Versicherung auch für das Au Pair? Am besten klären Sie vorab, ob Sie Ihre Kfz-Versicherung auf das Au Pair erweitern können.

So gehen Sie auf Nummer sicher

Es ist sehr wichtig, mit Ihrem Au Pair bereits vor seiner Ankunft bei Ihnen einige Themen abzusprechen. Unser Rat: Telefonieren Sie regelmäßig miteinander. So können Sie erfahren, ob die Chemie zwischen Ihnen stimmt und ob ihr künftiges Au Pair Ihre Sprache spricht. Das Au Pair sollte zumindest Grundkenntnisse in einer der Sprachen haben, die in Ihrer Familie gesprochen werden, um im Fall einer möglichen Gefahr schnell reagieren zu können (z. B. um die Kinder vor einem Auto zu warnen). Weitere Hinweise und Ratschläge finden Sie auf der Seite Tipps für Gastfamilien.

Nützliche Links

Bundesamt für Sozialversicherungen: Merkblatt für ausländische Staatsangehörige über Sozialversicherungen
Bundesamt für Migration
: weitere Informationen zu den Bedingungen für die Beschäftigung eines Au Pairs
Ch.ch: gemeinsame Website von Bund und Kantonen

Quelle: www.aupair.net

 

Ich hoffe dieser kleine Auszug von der Seite http://www.Aupair.net konnte all eure Fragen zu dem Thema beantworten, ansonsten schaut doch mal bei ihnen rein!

 

Schönes Wochenende

 

Nanny Anny

 

Bild: Pixabay..com

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Mein Kind – Selbstbewusst und Selbstständig! Aber wie? Teil.2

Kinder helfen im Haushalt! Selbstverständlich, oder?

„Eine repräsentative Umfrage von Familienzeit, die Findus in Zusammenarbeit mit dem LINK Institut durchgeführt hat enthüllt Schweizer Trends und regionale Unterschiede bei Freizeitbeschäftigung, Erziehungstaktiken und Haushaltsführung. Hier ein kleiner Ausschnitt der Ergebnisse:

Ostschweizer Kinder sind von klein auf fleissig
Ostschweizer haben die fleissigsten Kinder. Die Hälfte der befragten Ostschweizer lassen ihre Kinder bereits vor dem 6. Altersjahr im Haushalt mithelfen. Neben Zimmer-Aufräumen und Geschirr-Abräumen, gehört Staubsaugen zu den drei wichtigsten Haushaltspflichten. In anderen Regionen sind es nur knapp 43 Prozent, die zum Staubsauger greifen müssen. Auch in der Zentralschweiz sind Kinder schon von klein auf emsig am Werk: 39 Prozent packen schon vor dem 6. Lebensjahr im Haushalt fleissig mit an. Demgegenüber pflegen die Romands, was die Haushaltspflichten betrifft, einen lockeren Umgang mit ihrem Nachwuchs. Knapp ein Drittel ist der Meinung, dass Kinder erst ab dem 9. Lebensjahr mithelfen sollten. Etwa ein Viertel der Romands lassen ihre Kinder sogar erst ab zwölf Jahren Hausarbeiten verrichten.“

Quelle: Swissfamily Magazin

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer!“ besagt ein altes Sprichwort. Und ganz unter uns, es stimmt in den meisten Fällen. Heute geht’s um die Mithilfe im Haushalt, bzw dem 2.ten Teil: Kinder, Selbstständig und Selbstbewusst! Aber wie? Wie viele Eltern die Jugendliche zu Hause haben Ärgern sich jeden Tag grün und blau weil diese nicht mit anpacken wollen?! Auf Nachfrage erfährt man dann, dass diese bis vor ein paar Monaten nie angehalten wurden nur einen Finger zu krümmen im Haushalt. Also was tun? Und wieso meinen Eltern man darf Kinder erst nach Hilfe fragen wenn diese schon ein bestimmtes Alter erreicht haben?

Da sich dieser Blog eher an Eltern richtet die jüngere Kinder haben, fangen wir doch da an. Kleiner Kinder lieben es im Haushalt mit zu helfen, doch meistens fehlt den Erwachsenen die Geduld. Klar am Anfang bedeutet das mehr Arbeit, aber auf lange Sicht gesehen profitieren beide. Wenn man einem Kind von Anfang an die Spielregeln beibringt, erleichtert sich das Miteinander um einiges. z.B. können Kinder ab ca. 3. Jahren mit helfen den Tisch zu decken, Blumen zu giessen und ihr Spielzeug aufräumen wenn sie fertig gespielt haben. Man kann im Sommer unter Aufsicht mit ihnen Unkraut jäten im Garten, kleinere Einkäufe tragen lassen, Staubsaugen oder Staub wischen mit dem Wedel. Das stärkt das Selbstbewusstsein in dem man dem Kind signalisiert: Ich trau dir das zu, ich glaube an dich, dass du das schaffst.

Wie stolz sie dann sind wenn sie etwas geschafft haben. Viele Kinder kommen dann meist von selbst und fragen ob sie helfen können. Wenn bei uns die Putzfrau kommt, also an dem Ort wo ich als Nanny tätig bin, fragt die 7.jährige auch immer: „Darf ich bitte helfen?“ Dann schwingt sie den Putzlappen und man sieht ihr an wieviel Freude sie hat etwas zu tun, dass meistens den grossen vorenthalten bleibt. Viel Freude hat sie auch am Kochen und Backen. Und ehrlich gesagt sind wir grossen ja auch sehr stolz, wenn unser Besuch, Freunde; Familie, Freund uns sagt wie toll der selbstgebackene Kuchen schmeckt oder das gekochte Gericht.

Am besten lässt man das Kind etwas im Haushalt tun was es gern hat. Manche mögen Staubsaugen, andere Geschirr einräumen, jedes Kind ist da Individuell. Ab dem 6.ten Lebensjahr empfiehlt es sich ein festes Ämtli dem Kind zu übertragen und eine Zeit festzulegen wann dieses erledigt werden muss. So kollidieren Freizeitaktivitäten oder Wünsche des Kindes nicht mit dem Ämtli. Kinder in der Primarschule sind schon in der Lage ihr Zimmer aufzuräumen, Müll runter zu bringen, beim kochen zu helfen usw. Je früher man Anfängt sein Kind mit einzubeziehen desto einfacher und selbstverständlicher helfen diese mit. Auch als Jugendliche…Man verhindert auch ein gewisses Anspruchs- bzw Konsumverhalten a la: Ich erwarte gebügelte, gewaschene Wäsche in meinem Schrank oder ein sauberes Zimmer, vollen Kühlschrank usw. Man lernt, dass jeder dazu etwas beitragen muss in der Gemeinschaft.

Dabei sollte man nicht den Fehler begehen, Mädchen mehr einzubinden als Buben. Der Vater hat dort auch seine Vorbildsfunktion. Denn wenn die Mutter putzt, kocht, einkauft und die Wäsche macht, signalisiert das, dass Frauen für alles zuständig sind, während das andere Geschlecht auf dem Sofa sitzen darf und in die Glotze starrt. Denn Kinder ahmen ab dem 1.ten Lebensjahr die Erwachsenen nach. Was aber tun wenn die Kinder trotz allem streiken? Es empfiehlt sich Konsequenzen einzuleiten die mit dem Ämtli zu tun haben. Unter keinen Umständen sollte man es selber erledigen! Man gibt dem Kind sonst zu verstehen, wenn es sich nur fest genug verweigert, erledigt das jemand anderes für ihn. In ganz heftigen Fällen, dürfen die Erwachsenen auch mal streiken. Ich bin ein grosser Fan von Konsequenzen, allerdings müssen sie auch immer auf die Situation bezogen sein und keine Strafe darstellen.

Probiert es aus! Seid Geduldig und Nachsichtig und denkt dran: Übung macht den Meister!

Anbei habe ich auf Youtube ein tolles Video zum Thema gefunden…Aus der Sicht eines Jugendlichen. Und ich würde gern in der Umfrage wissen, wie ihr es habt mit euren kleinen. Dürfen sie im Haushalt mithelfen?

Anregungen, Lob, Kritik? Immer gern- M.Poppins@gmx.ch. Ansonsten freue ich mich übers teilen und weiter sagen.

Bis nächste Woche

Nanny Anny