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Hallo Herbst!

Gestern war offizieller Herbstanfang! Und obwohl ich ganz ganz grosser Sommerfan bin, versuche ich nun das beste daraus zu machen. Denn so gesehen, war der Sommer für mich lang. Sehr lang. Er fing nämlich schon auf meiner Rundreise in Italien im April an. Dort konnte man bereits auch Nachts im Kleid und Sandalen rumstreunen, während es in der Schweiz geschneit hatte. Nun wird es Zeit sich einzukuscheln, Kürbis Rezepte auszuprobieren, zu basteln und es einfach mal gemütlicher zu nehmen. Denn im Sommer war ich so gut wie nie zuhause.

Herbst in der Kita

Schön wäre es, wenn Eltern daran denken würden den Kindern Regensachen mit in die Kita, Spielgruppe oder Kids zu geben. Bitte anschreiben. Bitte. Fast jedes Kind hat die gleichen Regensachen. Ehrlich. Es ist jedes Jahr vorgekommen, dass man den Eltern jeden Tag dieses Lied hoch und runter singen musste. Das beinhaltet:

  • eine passende Regenhose
  • passende Regenstiefel
  • und ebenso eine passende Regenjacke
  • evtl Mütze und Schal

Ich wiederhole mich bewusst, mit dem „passend“, da es auch Eltern gab, die einfach davon ausgingen, dass die Sachen vom letzen Jahr ihren Kindern noch passten. Nichts ist unangenehmer als in zu kleinen Schuhen zu laufen! Zu kleine Kleidung, das wissen auch wir erwachen, ist auch mühsam.

Aktivitäten im Herbst

Für uns Nannys bedeutet der Herbst auch, dass wir uns für unsere Schützlinge ein Programm für schlechte Tage suchen müssen. Ich habe mich entschlossen mit der kleinen die Kreativ Werkstatt zu besuchen zwei mal die Woche, zusätzlich zum Singen. Auch Schifffahrten stehen auf dem Programm sowie Indoor Spielplätze. Kleinere als in Deutschland gibt es hier in den Gemeinschaftszentren der Stadt.

Im GZ kann sie malen, schneiden, kleben usw. Es kostet wenig, man muss keine Materialien kaufen, man muss sich nicht vorher anmelden und das beste: Man muss den Dreck danach nicht aufräumen. Gibt es sowas auch in eurer Stadt, oder was habt ihr euch überlegt um die langen regnerischen Tage schöner zu gestalten?

Denn klar, man kann auch noch im Herbst viel draussen machen, aber wir kennen auch Tage an dem es nonstop regnet und uns die Decke auf den Kopf fällt. Die Gemeinschaftszentren die solche Aktivitäten anbieten, geben den Kinder und uns Nannys auch die Chance andere Kinder und Nannys bzw Mütter zu treffen. Für euch zusätzlich habe ich ein paar Ideen wieder zusammen getragen, zum basteln, kochen und backen – There we go:

100 & 1 Bastelidee zum Thema Herbst

Ein schönes, sonniges Wochenende euch allen und viel Spass beim ausprobieren ❤
                                                                    
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Checkliste – Winter

Da gerade Winter ist, schien es mir nur all zu logisch, mit der Checkliste für den Winter anzufangen. Was das ganze soll, werden sich einige von euch nun fragen. Ja nu, ich mag mich erinnern, als ich noch in der Krippe gearbeitet habe, es ein Ding der Unmöglichkeit war, dass alle Kinder Wetter entsprechend gekleidet waren – kein Spass. Die Erzieherinnen unter uns werden nun eifrig mit dem Kopf schütteln…grins. Also, was braucht das Kind denn im Winter in der Kita?

  • Winterfeste Schuhe, heisst Warm UND Wasserfest!
  • Ski Anzug oder dicke Hose und Jacke
  • Handschuhe, lieber Fäustlinge als einzelne Finger bei kleineren Kindern
  • Mütze oder Kopfbedeckung
  • Ersatzklamotten (in der richtigen Grösse  und genug von allem) Bei kleinen Kindern braucht es natürlich etwas mehr als bei grösseren im Kindergarten z.B Bitte „praktische“ Kita Kleidung mitgeben, keine Knöpfe usw. z.B an Hosen oder Latzhosen. Wenn man mehrere Kinder mit solchen Hosen wickeln muss, wird es stressig für alle. Auch das „beste Hemd“ oder ein schönes Kleid, gehen bitte nicht mit in die Einrichtung, wenn sie nicht dreckig werden dürfen.
  • Kältecreme oder sonstige Creme die, die Haut vor Kälte schützt
  • Genug Nuggis, Nuschis, Windeln, Feuchttüchter, Kuscheltiere und was es sonst alles braucht um einzuschlafen
  • 10000 Karmapunkte und Lobgesang der Erzieherinnen erntet ihr wenn alles noch angeschrieben ist!

 

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“Der wird ja ganz grooooooß!” – Über kindliche Sexualität, “Doktorspiele” und veraltete Tabus — BABYKRAM & KINDERKACKE

******** TRIGGERWARNUNG: 1. Dieser Artikel ist emotional, besserwisserisch und stellenweise klingt er bestimmt ziemlich von oben herab formuliert. Das liegt daran, dass mir das Thema wirklich am Herzen liegt und an die Nieren geht, wie damit “normalerweise” umgegangen wird. Seht es mir nach, es ist eines meiner Steckenpferd-Themen, auch im Studium. 2. Es geht um […]

über “Der wird ja ganz grooooooß!” – Über kindliche Sexualität, “Doktorspiele” und veraltete Tabus — BABYKRAM & KINDERKACKE

Hallo ihr lieben!

Ich habe bis jetzt noch keinen Beitrag von einem anderen Blogger geteilt, doch dieser erscheint mir sehr wichtig. Ich habe selber mal im anderen Blog das Thema aufgegriffen, allerdings ging es damals nur um den Aufklärungskoffer in der Schweiz und den Reaktionen der Eltern. Toller Artikel, absolut lesenswert.

Bis bald und einen schönen Abend,

 

Nanny Anny

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„Mein Kind kann schon mit 5. Jahren lesen!“

„Mein kleiner Prinz konnte schon mit 5. Jahre lesen. Mensch, was waren wir stolz, er war schliesslich der einzige in seinem Alter der das Lesen beherrschte. Wir übten täglich mit ihm, ausserdem auch schreiben. Ein Jahr später als er in die Schule kam, berichtete seine Lehrerin, dass er ständig den Unterricht störte, schwätzte oder sonstigen Blödsinn veranstaltete. Sie meinte er wäre unterfordert. Dabei meinten wir es nur gut und wollten ihm durch die früher Förderung nur einen Vorteil verschaffen!“

So oder so ähnlich könnten einige Gespräche demnächst ablaufen, denn es wird immer mehr zum Trend, dass Kinder bereits vor Schulanfang lesen und schreiben lernen. Wenn nicht in der Preschool dann zu Hause. Allerdings bedenken die Eltern dabei wenig, dass es absolut kein Vorteil bringt, sondern die Kinder sich langweilen in der Schule, anfangen den Klassenclown zu spielen und sonst wie der Unterricht stören. So können sie schnell zum Aussenseiter werden.

Wozu die Eile?

Wenn man manchen Eltern zuhört, insbesondere Mütter, könnte man meinen die kindliche Entwicklung sei eine Olympiade. Das eigene Kind muss dabei immer als erster den nächsten Entwicklungsschritt getan haben, am besten gar 3. überspringen. Mütter überbieten sich mit ihren Kids, als würden sie einen Award bekommen. Dabei wird meistens übertrieben und auch gelogen was das Zeug hält. Doch wozu diese Eile? Wir werden heutzutage im Schnitt ca 83. Jahre alt. Bedenkt man wie kurz im Vergleich zum gesamten Leben die Kindheit ist, frage ich mich oft:

Warum nimmt man den Kindern diese kurze Zeitspanne weg und füllt ihren Kalender mit Terminen, als seien sie kleine Manager?

Eine 40. Stunden Wochen für (Klein) Kinder, wozu?  Frühförderung mit 4. Jahren? Geige-Klavier-Chinesisch, Balett und „was auch immer Unterricht“ nach der Kinderkrippe, Kindergarten, Schule? Brauchen Kinder eine Frühförderung und was nützt diese?

Salman Ansari, Lehrer, Naturwissenschaftler und Autor gab vor ein paar Jahren der ZEIT ein Interview zum Thema, nach dem sein Buch „Rettet die Neugier“ erschienen ist.

Ein kleiner Auszug

ZEIT: Mit Ihrem aktuellen Buch Rettet die Neugier richten Sie sich vor allem gegen die Überfrachtung der Kindergärten mit akademischen Inhalten, gegen eine naturwissenschaftliche Frühförderung, die sich vor allem auf vorgegebene Experimente und Lerneinheiten stützt. Was läuft da falsch?

Ansari: In allen Stiftungen und Projekten, die sich auf die naturwissenschaftliche Frühförderung spezialisiert haben – egal ob das Haus der kleinen Forscher in Berlin oder das Science Lab in München –, wird versucht, die Welt aus akademischer Perspektive zu erklären. Mit dem kindlichen Denken hat das oft nichts zu tun.

ZEIT: Den Befürwortern der naturwissenschaftlichen Frühförderung kommt es ja bekanntlich vor allem darauf an, dem zukünftigen Fachkräftemangel vorzubeugen.

Ansari: Die Behauptung, dass wir durch intensive Frühförderung später qualifiziertere Fachkräfte gewinnen, entbehrt jeglicher Grundlage. Das ist reine Spekulation. Für mich bleibt rätselhaft, warum dieser Frühförderwahn so viel Zustimmung findet.

ZEIT: Sie selbst sind ein gefragter Experte in Kindergärten, auch sie arbeiten mit den Kindern an Themen aus der Natur. Und Sie sind als promovierter Chemiker ein Akademiker. Was machen Sie denn anders?

Ansari: Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich als Chemielehrer an die Odenwaldschule kam und vor einer fünften Klasse stand. Ich habe sofort gemerkt, dass ich meine Doktorurkunde getrost in den Mülleimer werfen kann. Im Unterricht hat mir der Doktortitel gar nicht geholfen. Dann habe ich begonnen, nachzudenken, wie Kinder eigentlich lernen. Ich versuche, die Kinder selbst kreativ werden zu lassen, sodass sie neue Ideen mit mir gemeinsam generieren können. Ihnen Raum und Zeit zu geben, an der Lösung einer Frage aktiv mitzuarbeiten. Aus den kognitiven Wissenschaften weiß man, dass  der emotionalen und geistigen Entwicklung der Kinder sehr  gut tut. Sie gewinnen dadurch mehr Selbstvertrauen und das Gefühl, ich schaff das – ich kann das.

Quelle; ZEIT und das ganze Interview Ich hatte mich auch mal zu dem Thema Neugierde und Leistung geäussert, auf dem nicht so freundlichen Zwillingsblog: Leistungsdruck tötet die Neugierde 

Warum üben also so viele Eltern so grossen Druck auf die kleinen aus?

Wäre es nicht besser, man hält ihre Neugierde am Leben? Denn nur so lernen sie Gehrin gerecht, so, dass sie es auch nach Jahren abrufen können. Nur mit Neugierde, werden sie gewillt sein, weiter zu lernen. Ohne Druck und einem schlechten Gefühl in der Magengrube: Ich kenne heute noch genug Erwachsene, denen sich die Nackenhaare sträuben erwähnt man Schule, Lernen oder Prüfungen. Fragt man sich wirklich woher das kommt? Und vor allem: Ist es nicht sehr schade?

Gerade in der heutigen Zeit gibt es nicht nur den Weg über die Matura (Abitur) zum Studium. Und braucht es immer ein Studium, damit aus einem mal später was wird? Sollte das Kind nicht einfach glücklich sein mit dem was es macht?

Muss man mit 3 Jahren schon diverse Fremdsprachenkenntnisse haben? Und mit 5.Jahren wirklich schon lesen oder schreiben können? Wäre es nicht schön, würden die Eltern ein wenig von kindlicher Entwicklung und den kindlichen Bedürfnissen wissen, anstatt es nur gut zu meinen? Oder gar eine Olympiade daraus machen um so noch mehr Druck zu erzeugen? Ich wünschte mir, wir würden unsere Einstellung noch mal überdenken und den Kindern ihre Kindheit gönnen, der Stress und der Druck..die kommen noch früh genug. Heute würde ich aber trotzdem gern von euch wissen: Wie handhabt ihr das? Frühförderung Ja / Nein und warum?

Herzlichst

 

Nanny Anny

 

Pic. Pixabay…..Nicht jeder ist ein kleiner Einstein, in der Tat sind das die wenigsten

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„Du bist aber streng!“ „Ich bin nicht streng, ich bin konsequent

Konsequenz (von lateinisch consequi ‚folgen‘, ‚erreichen‘) ist eine – oft zwingende, mindestens jedoch mögliche – Folgerung. Je nach Kontext sind spezifischere Redeweisen üblich.

Umgangssprachlich beschreibt „konsequent“ u. a. die Zielstrebigkeit des Handelns einer Person, ein gegenteiliges Verhaltensmuster würde dann „inkonsequent“ genannt, etwa, wenn eine angekündigte Handlung unterlassen wird.

Heute stelle ich mir die Frage, warum viele Eltern nicht konsequent sein können bzw warum viele konsequenz mit Strenge verwechseln, oder gar mit schreien oder noch schlimmer: Schlagen. Und schon mal vorab: Ja, konsequent sein ist anstrengend, kostet Zeit aber es lohnt sich. Denn wenn ich die Regeln von Anfang an klar kommuniziere muss ich nicht jeden Tag darum verhandeln. Sicher werden sie angepasst im Laufe der Zeit, doch der rote Faden bleibt. Und ja, Kinder brauchen einen Roten Faden an dem sie sich orientieren können.

Als erstes ist es wichtig, dass sich Eltern Gedanken machen nach welchen Grundsätzen sie das Kind erziehen wollen. Dabei ist es wichtig mit dem Partner zu sprechen, damit sich beide einig sind. Nichts ist schlimmer, als ein Kind dass Mutter gegen Vater ausspielt oder umgekehrt. Die Masche guter Cop, böser Cop ist in der Erziehung fehl am Platz. Erziehungsgrundsätze könnten sein; Wir gehen Respektvoll miteinander um, wir unterstützen uns so weit wie möglich.

Wenn Kinder alt genug sind kann man sie miteinbeziehen, wenn es um das Finden von Familienregeln geht wie z.B die Schuhe werden vor der Haustüre ausgezogen, jeder räumt sein eigenes Geschirr auf nach dem Essen usw. Es fällt Kindern einfacher sich an Regeln zu halten wenn sie ein gewisses Mitspracherecht haben. Wenn die Regeln nicht eingehalten werden, sollte man sich überlegen warum das passiert ist. Auch Konsequenzen sollten nicht gleich folgen sondern nach einer Vorwarnung.

Auch solltet ihr liebe Eltern auch meinen was ihr sagt. Wie oft sehe ich euch z.B an Spielplätzen leere Drohungen aussprechen. „ Max, wenn du nicht aufhörst mit Sand zu werfen dann gehen wir Heim!“ Nach dem 10 mal nimmt Max seine Mutter natürlich nicht mehr Ernst, aber das Fehlverhalten bleibt. In so einem Fall denke ich würde es doch reichen, es einmal zu sagen, das nächste Mal zu verwarnen und auch zu betonen, dass man es nicht noch einmal sagt und beim dritten Mal gehen. Meist (sorry liebe Mamas) sind es ja gerade Mütter die dann mit ihrer Freundin weiter quatschen möchten und deswegen nicht gehen. Inkonsequenz aus Bequemlichkeit. Aber beim nächsten Fehlverhalten rumjammern das Kind nehme einen nicht Ernst 😉

Konsequent heisst: Heute so-Morgen genauso! Und nicht jeden Tag nach Lust und Laune die Regeln ändern, wie es für den Erwachsenen am bequemsten ist. Das Kind wird verunsichert und ab einem gewissen Punkt, weiss es nicht mehr was man von ihm verlangt. Man kann Kinder auch ermutigen etwas zu tun, ohne gleich Konsequenzen androhen zu müssen. Beispiel: Max möchte seine Schuhe nicht ausziehen beim rein kommen in die Wohnung. Man könnte ihm anbieten, dass er seine tollen Hausschuhe anziehen darf. Oder, dass man gemeinsam etwas spielen könnte in seinem Zimmer, aber dafür muss er die Strassenschuhe aus ziehen. Bzw. wenn er schon mit den dreckigen Schuhen in die Wohnung möchte, muss er dann selber den Dreck wegputzen als letzte Instanz.

Manchmal wollen Kinder mit negativem Verhalten auch einfach nur provozieren, lasst euch nicht aus der Reserve locken liebe Eltern. Manchmal bringt es mehr so ein verhalten zu ignorieren, es kommt natürlich auch immer auf die Situation drauf an. Ich hatte mal einen Ausflug mit den kleinen in der Krippe. Dabei waren auch 2 Kinder die in jeder Gelegenheit meinten sie müssten die Regeln austesten. Wir stiegen also in die Tram und ich hatte ihnen in der Krippe noch gesagt, dass wir in der Tram nicht rumschreien, wir sind ja schliesslich dort nicht auf dem Spielplatz. Und die Menschen dort wollen in Ruhe Tram fahren. Ich sagte ihnen auch, falls das nicht klappt, steigen wir aus und drehen um in die Krippe, zu Fuss. Als wir schliesslich eingestiegen sind, war es kurz leise, dann fing einer der besagten Kinder grundlos an rum zu brüllen. Einige Mitfahrer erschraken, da es wirklich ohne Vorankündigung geschah. Und jeder der mit Kindern zu tun hat, weiss, dass es nur einen braucht der den Affen macht und alle machen es nach. Also blieb es nicht bei dem einen Brüller, auch andere Kinder nahmen sich ein Beispiel und machten munter mit. Ich fragte in die Runde ob sie sich denn erinnern, was passiere, wenn sie weiter so rum schreien würden und erinnerte sich erneut daran. 1 Station hielten sie es aus, dann ging das Theater von vorne los. Ich betonte, dass es nun die letzte Warnung ist, und wenn es nicht sofort aufhört, wir austeigen und die drei Stationen zu Fuss zurück laufen würden, also ein Spaziergang statt Spielplatz. Bei der nächsten Station stiegen wir dann aus, da es anscheinend niemand von den Kindern glauben konnte, dass wir wirklich umdrehen würden. Es kam ja schliesslich bei den Erzieherinnen vor mir auch nie vor. Umso erschrockener waren sie als ich aufstand, die Türe sich öffnete und ich ihnen mitteilte, dass wir nun aussteigen. Klar war das erst mal ein Schock, aber meint ihr sie haben jemals wieder in der Tram, Bus, Zug usw rumgeschrien? Und es waren alles Kinder im Alter von 2.5-4 Jahren. Konsequenz statt strafen, es muss immer was mit der Sache zu tun haben damit die Kinder daraus lernen.

Genauso beim Essen; Kinder die anfingen mit Essen zu spielen, es auf den Boden warfen und all die Späße. Es wurde ihnen mitgeteilt, dass sie wohl fertig bzw. nicht mehr Hungrig  sein müssten wenn sie mit dem Essen so umgehen. Und dann wurde ihnen das Essen weg genommen, doch sie mussten sitzen bleiben bis alle fertig waren. (Auch hier sei angemerkt, dem Alter entsprechend)

Je klarer die Regeln, desto einfacher das Miteinander, desto einfacher können sich Kinder orientieren. Probiert es aus, aber konsequent 😉

Ideen für den Blog, Fragen, Anregungen? Immer her damit oder unter M.Poppins@gmx.ch

Liebe Grüsse aus dem grauen Prag

Nanny Anny

Ps. Der Blog erscheint nun immer Freitags!

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Faire Anstellungsbedingungen für Kinderbetreuer & Kita Arbeit im Wandel der Zeit

Wie gross war wieder der Aufschrei der durch Deutschland ging letzte Woche als es hiess: Evtl. werden die Kitas wieder Streiken! Empörte Eltern, Ahnungslose und noch mehr Unwissende stritten also im Netz mit Erzieherinnen und anderen Pädagogen darüber, ob es den Leuten zusteht wieder in den Streik zu treten. Weil Arbeitsplätze dran hängen (verständlich) und weil viele einfach schlicht und ergreifend nicht wissen wohin mit dem Kind, falls es nochmal zum Streik kommen sollte. Wobei ich der Meinung bin, dass man sich organisieren kann, auch für wenig bis kein Geld, wenn man nur will. Der Beruf der Erzieherin hat sich aber auch in den letzten Jahren stark gewandelt. Ansprüche sind gestiegen, mehr Förderung wird verlangt, wenig Personal, viele Feuerwehrübungen (man versucht „Brände“ zu löschen statt sie zu beheben, z:b bei Personalengpass usw.) Es findet auch ein Wandel statt was die Ausbildung der Erzieherin betrifft, näheres zum Wandel der Kita Arbeit hier:

http://www.kitakram.de/Die-Entwicklung-der-Kitaarbeit

Ich bin der Meinung: Zufriedene Angestellte gehen mit einer ganz anderen Motivation in die Arbeit, wenn sie Wertgeschätzt und Fair bezahlt wird. Denn auch wir, die mit Kindern arbeiten, müssen Rechnungen zahlen und leben. Ich erinnere mich gut, als ich letztes Jahr eine Anstellung als Nanny suchte waren da einige Aussagen dabei, die ich nur noch Kopfschüttelnd hinnahm. Bis auf eine;

Da erzählte mir die Mutter was sie denn alles so für Ansprüche hat: Das Haus putzen, Wäsche waschen und bügeln, Einkaufen, Kochen, 3. Kleinkinder betreuen und fördern plus mit dem Hund raus gehen 3. Mal am Tag. Also das Rundumwohlfühlpaket für den Arbeitgeber, täglich 10. Stunden. Als ich sie nach der Bezahlung fragte, nannte sie mir die Summe (3500 CHF Brutto), daraufhin konnte ich nur noch lachen. Ich sagte ihr deutlich, dass es weit unter dem Mindestlohn sei was sie da bezahlen möchte, für das grosse XXL Paket, dass sie da verlangt. Und dann, im ganz ernsten Ton bekam ich das zu hören: „Mögen Sie denn keine Kinder? Sie sind ja mega fest aufs Geld fixiert!“ „Doch doch ich liebe Kinder, antwortete ich genau so trocken zurück, aber wissen Sie Frau XY, mein Vermieter, meine Telefongesellschaft, meine Versicherungen und die Kassiererin beim Coop, die kann ich nicht mit Kinderliebe bezahlen. Und wenn ich schon Hundesitterin, Haushälterin, Köchin, Putzfrau und Nanny in einem bin, 10 Stunden pro Tag, Woche für Woche, möchte ich auch einen gerechten Lohn, denn auch meine Zeit ist kostbar!“ Die Dame legte nur noch auf und liess mich fassungslos zurück. Ist jetzt einer der hefigeren Fälle gewesen, aber sicher keine Ausnahme. (Eine andere Dame hätte mich z.B gern gehabt als Nacht Nanny für 100 CHF, Brutto / Nacht, 4 mal die Woche, von 21 Uhr bis 6 Uhr am morgen für ihre Neugeborenen Zwillinge)

Liebe Eltern, was denkt ihr euch eigentlich manchmal dabei? Wir Nannys machen das nicht aus einer Langweile heraus, es ist unser Beruf. Davon leben wir, damit verdienen wir unsere Brötchen, davon müssen wir alles bezahlen wie ihr auch. Und wenn die Ansprüche hoch sind, muss es das Gehalt auch sein. Ihr könnt nicht verlangen, dass wir für 15-20 CHF pro Stunde die Eierlegende Wollmilchsau sind. Denn ihr wisst selber, Haushalt, Einkauf, Kochen, Putzen, Waschen und Bügeln inc Kinderbetreuung und Förderung, das ist ein hartes Stück arbeit.

Vielen ist aber der Unterschied auch nicht geläufig, zwischen Tagesmutter, Babysitter, Aupair, Nanny (mit und ohne päd. Ausbildung), Kleinkinderzieherin, denn die Gehaltsspannnen hier klaffen gewaltig auseinander, aber dazu ein anderes mal mehr. Heute soll es um den Beruf der Nanny gehen. Die Stadt Zürich hat dazu ein sehr gutes, ausführliches Merkblatt raus gegeben :     13_nannys

Ich würde mir sehr wünschen, dass mehr Eltern sich erst mal richtig Informieren, bevor sie sich eine Nanny suchen. Denn wenn das nicht über eine Agentur passiert, kann es schnell passieren, dass man, gerade als junge Frau ausgenutz wird, schlicht und ergreifend, weil man es nicht besser weiss, auf beiden Seiten.  Viele Familien wissen auch einfach nicht, wo man zu welchen Fristen ihre Hausangestellten melden und anmelden muss. Oder wieviel man von ihren Angestellten zu erwarten hat, gerade wenn es sich um eine Live -In Nanny handelt.

Auch hier hilft dieses Merkblatt, oder einfach nachforschen, informieren, fragen. Im ersten Jahr in der Schweiz, musste ich eine Busse bezahlen, (die Familie auch) da sie vergassen mich richtig anzumelden. 400 CHF für alle, denn ohne Anmeldung, was die Pflicht des AG ist, ist es Schwarzarbeit und Unwissenheit schützt  bekanntlich vor Strafe nicht. Agenturen regeln das meistens viel besser, haben aber den Nachteil, dass sie für Famlien schlicht zu teuer sind. Im Zweifelsfall würde ich aber immer eine Anstellung über eine Agentur vorziehen. Gute Adressen gibts bei mir, denn auch unter den Agenturen hat es Schwarze Schafe.

Falls ihr Fragen zum Thema habt, Anregungen, Kritik, Lob, bitte an: M.Poppins@gmx.ch

Der Blog erscheint ab jetzt immer Freitags!

Schönes Wochenende

Nanny Anny

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Mein Kind – Selbstständig und Selbstbewusst! Aber wie? Teil.3

Heute kommen wir zum letzten Teil dieser Reihe und ich habe mich gefragt, ob Eltern eigentlich so richtig bewusst ist, dass die ersten 4. Jahre, mit die wichtigsten sind im Leben. Man lernt als  kleines Individum soviel, wie nie wieder in seinem Leben. Ob jeder, der ein Kind bekommt, sich im klaren ist, was genau passiert? Wie oft hörte ich Eltern in der Krippe sagen:“ Ach, ihr habt heute nur gespielt? So ein Leben möchte ich auch haben, den ganzen Tag nichts tun!“

Ähmm, ja?! Kinder lernen durch Spiel, nur mal so am Rande. Und das ist manchmal alles andere als einfach bzw es ist die Arbeit der kleinen und sehr anstrengend. Oder warum meint ihr sind die Kinder am Abend, nach der Krippe fix und foxi?  Es ist also Zeit auch in diesem Feld Aufklärung zu betreiben.

Eine kleine Definition zum Freispiel:  „komplexes Spielgeschehen während einer bestimmten Zeitdauer, das sich jedes Mal neu aus dem spontanen Tätigwerden der Kinder und der zurückhaltenden Aktivität der Erzieher/-innen entwickelt“

Quelle: http://www.erzieherin.de

Dieser Bericht ist äussert Lesenswert, wenn man verstehen möchte, warum das Spiel bzw das Freispiel für die Kindliche Entwicklung sehr wichtig ist.

http://www.kindergarten-homepage.de/paedagogik/freispiel2.html

Und so durchforstete ich die Weiten des Internets und fand eine wetere ganz tolle Seite, die ich bis dato noch nicht kannte. Die Bildungsdirektion des Kanton Zürich hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit dieser Seite, im richtig grossen Stil aufzuzeigen, wie Lernen mit allen Sinnen in den ersten 4.Jahren aussieht. Und das ganze in Sage und Schreibe 13! Sprachen. Es lohnt sich auf jeden Fall rein zu schauen.

http://www.kinder-4.ch

Hier ein kleiner Auszug zum Thema „Spielend Lernen“: http://www.kinder-4.ch/de/filme_themen#single/952

Zum Abschluss dieses Themas möchte ich nur noch mal Anmerken: Je mehr Kinder alleine erfahren und begreifen dürfen, desto Selbstständiger werden sie. Je mehr man ihnen zutraut, sie lobt, auch für die Mühe, nicht nur das Ergebniss, desto mehr wachsen sie über sich hinaus und werden Selbstbewusst und Selbstständig. Je mehr man ihnen abnimmt, aus welchen Gründen auch immer, desto unselbstständiger und unsicherer werden sie. Eltern helfen also NICHT wenn sie dem Kind jenste Frustration ersparen wollen. Und es muss nicht immer 24/7

Entertainment sein, aus Langeweile entsteht meist was ganz grosses! Denn wie sollen kleine Kinder lernen sich selbst zu beschäftigen wenn wir sie rund um die Uhr beschäftigen? Ich kenne Erwachsene die wissen mit mitte 30 noch nichts mit sich selber anzufangen, dass muss man sich mal vorstellen. Gebt eurem Kind die Freiheit allein was auf die Beine zu stellen, lasst es am Spielplatz laufen anstatt ständig daneben zu stehen. Hebt es nicht auf Geräte, wo es selber noch nicht hoch kann. (Unfallgefahr)

Ja es wird eine Weile dauern, gerade wenn es gewohnt ist ständig „bespasst“ zu werden, doch es lohnt sich die Geduld aufzubringen und vor allem den Mut. Traut euren Kindern mehr zu, damit sie sich auch mehr zu trauen!

Alles Gute und bis nächste Woche

Nanny Anny

Lob, Kritik, Anregungen? Bitte an: M.Poppins@gmx.ch