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Wer trägt die Verantwortung für die Erziehung der Kinder?

Ein Kind zu bekommen ist das schönste der Welt, für die werdenden Eltern. So zumindest höre ich das meistens heraus. Man kauft für das Baby Kleidung, diskutiert mit dem Partner über das Kinderzimmer, nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig soll es sein, was man da rein stellt. Nicht zu kitschig, nicht zu kalt.

Dann braucht man noch einen Kinderwagen. Und das erfordert auch etliche Besuche im Fachhandel oder man hat Freunde, die einem den Wagen vererben / verkaufen. Alles in allem mach das Baby, noch bevor es da ist eine Menge Arbeit. Man muss ich um die Betreuung kümmern, am besten noch bevor das Kind da ist, seine finanzielle Situation überlegen, kann man es sich leisten zu Hause zu bleiben, oder arbeiten beide weiter, oder, ob ein Teilzeitmodell in Frage käme.

 

Erziehung planen?

Alles wird durchdacht und geplant im besten Falle, bis auf eine klitzekleine Angelegenheit: Die Erziehung

Welche Werte haben wir?

Was wollen wir für das Kind? – Selbstständigkeit, Eigenverantwortung, Mündigkeit?

Was ist beiden Partner wichtig, wo unterscheiden sich die Meinungen?

Wie werden wir in Zukunft mit diesen Unterschieden umgehen?

Wie wollen wir die Erziehungsziele erreichen?

Wie ist es mit der Entwicklung des Kindes? Ist mir bewusst, dass nicht jedes Kind gleich ist? 

Ich weiss nicht wie es euch geht, aber ich habe keine Eltern kennengelernt, die sich mit  Erziehung und Erziehungszielen wirklich auseinander gesetzt haben.

Klar, viel lesen Erziehungsratgeber, besuchen Geburtsvorbereitungskurse etc. Doch die meisten Streitigkeiten bezüglich der Kinder, sind immer noch in der verschiedenen Sichtweise der Partner in Sachen Erziehung. Denn im Alltag werden meist Feuerwehrübungen betrieben, man entscheidet dann so Situativ heraus, was an sich ja nicht schlecht ist, doch manche Grundpfeiler sollten schon sein, damit die Erziehung einen roten Faden hat. Denn viele „einfache, schnelle Lösungen“ scheinen auf den ersten Augenblick bequem, ziehen aber unbequeme Konsequenzen nach sich.

 

Kinder brauchen einen roten Faden

Kinder brauchen Sicherheit, sie müssen erfahren, was heute gültig und richtig ist, ist es morgen und übermorgen auch noch.  Beständigkeit gibt Sicherheit und sollte nicht unterschätzt werden. Man kann Ausnahmen machen, doch eben, sollten sie Ausnahmen bleiben. Man möchte ja sein Kind mit bestem Wissen und Gewissen erziehen, damit es später fähig ist sein Leben alleine zu bestreiten. Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen, Sozialkompetent zu sein, all das was es eben braucht um in der Welt selbstständig zu bestehen.

 

Eltern sind Vorbilder

In erster Linie tragen Eltern die Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder, niemand sonst. Und man ist dem Kind ein Vorbild, ob einem das bewusst ist oder nicht. Wenn zuhause Konflikte aggressiv gelöst werden, kann man nicht vom Kind erwarten, dass es ruhig und besonnene an Konfliktsituationen ran geht.  Wer zuhause keine Tischmanieren an den Tag legt, kann das auch nicht von seinem Kind erwarten. Wer sich abfällig über alles und jeden äussert, wird sich noch wundern, wenn das Kind mal in der Pubertät ist, was es da so ablassen kann. Wir müssen uns immer vor Augen halten, was Eltern den Kindern auf den Weg geben wollen, müssen sie selber erst Vorleben.  Man kann nicht von Kita, Krippe oder Schule erwarten, dass sie einem das Kinder im wahrsten Sinne des Wortes erziehen. Zumindest nicht die Dinge, für die die Eltern und nur die Eltern verantwortlich sind.

 

Erziehung – zum Wohle des Kindes, oder?

Wenn gewisse Situationen eintreten, reagieren Kinder. Wobei, Kinder reagieren immer auf ihre Umwelt. Sei es Scheidung der Eltern, ein neues Geschwisterchen oder, dass sie einfach keine Grenzen gesetzt bekommen haben als Kleinkinder. Das ist „ok“, so lange die Kinder klein sind, da hat man sie noch „einigermassen“ im Griff, gerade, wenn sie mit einem zuhause sind. ABER: Wenn diese Kinder dann in Kita oder Schule kommen, geht der „Spass“ erst los.

Wenn sie anderen Kinder und Erzieher treten und schlagen, weil die nicht so wollen wie das Kind. Wenn das Kind nur noch tobt, weil es seinen Willen nicht bekommt, so wie er sich das von zuhause gewöhnt ist. Dann wird das zum Problem. Das Kind wird zum „Problemkind“, wird von anderen Kindern gemieden, das wiederum macht das betroffene Kind agressiv, und so dreht sich der Teufelskreis und zieht immer grössere Bahnen, bis hin ins Erwachsenenalter.

Viele Eltern scheinen gewisse logische Konsequenzen auch nicht für bare Münze zu nehmen. „Ach, das Kind nässt nur wieder ein, weil es zu faul ist auf Toilette zu gehen!“ Dass aber die Entwicklung, z.B auch Rückläufig sein kann, bei Ausnahmesituationen wird einfach zur Seite geschoben.  „Ach, mein Kind ist zuhause ganz lieb, ich kann mir das nicht erklären, warum er bei euch so aggressiv ist, wer weiss was ihm die anderen Kindern tun, während die ErzieherInnen weg sehen!“ 

 

Im äussersten Fall – Jugendamt oder KESB

Wenn die Situation ausser Kontrolle gerät, aus welchen gravierenden Fällen auch immer, wird im äussersten Fall die Kinder- und Erwachsenen Schutzbehörde = KESB oder in Deutschland, das Jugendamt eingeschaltet. Die suchen mit den Eltern eine Lösung, hören sich die Probleme an, reden mit dem Kind. Und, wenn es gar nicht anders geht, nimmt man auch die Kinder raus aus den Familien. So etwas passiert NIE, ich wiederhole NIE aus nichtigen Gründen, wie einer einzigen Ohrfeige. Sondern, hat eine lange Vorgeschichte. Das Interview mit einer Jugendamts-Mitarbeiterin findet ihr hier

Einige der betroffenen Eltern hier in der Schweiz haben gar eine Gruppe gegründet, in der sie versuchen gegen die KESB vorzugehen. Denn wie in Deutschland, hört man in den Medien immer nur von den negativen Fällen, nie aber von den positiven. Und klar, kam die KESB auch immer aus dem nichts, und riss den armen Eltern die Kinder aus der Hand.  Wenn ich mich dann für das Jugendamt positioniere, weil ich froh war um deren Massnahmen und ich einige mehr Menschen kenne, die genau so froh waren nicht mehr bei ihren Familien sein zu müssen, werde ich als bezahlter Troll beschimpft oder man unterstellt mir Geld zu bekommen, damit ich diese Aussagen treffe. Was absolut nicht wahr ist!

 

Miteinander satt gegeneinander, bitte!

Ich komme aus einer Familie, die recht zerrüttet ist und war. Ich bin mit 17 Jahren in eine kleine Wohnung gezogen im Rahmen vom „Betreuten Wohnen“, mein mittlerer Bruder wurde fremdplatziert zu einer Pflegefamilie. Mein kleiner Bruder blieb bis zum Schluss bei meiner Mutter. So. Ich war selber betroffen. Wir Kinder haben einen langen Weg hinter uns, bis man uns ENDLICH da rausgenommen hat.

Meine Mutter sieht bis heute nicht ein, warum das passier ist. Wir sind die schlimmen Kinder. Sie trifft keine Schuld. So denken auch die meisten Eltern in dieser Gruppe. Das macht mich etwas traurig, denn man kämpft gegen Windmühlen, gegen die Behörde, die nur das beste für das eigene Kind will, weil man selber, aus welchen Gründen auch immer nicht dazu imstande ist, sich um das Kind gebührend zu kümmern.

Fehler passieren, ja, auch bei den Behörden. Das will ich auch niemanden absprechen. Aber ich würde mir wünschen, dass sich die Eltern mal selber ins Gewissen nehmen, sich professionelle Hilfe holen, zum Wohle ihrer Kinder.  Wo liegt mein Teil, dass es so weit kommen konnte? Was kann ich in Zukunft besser machen? Lasst uns mit den Behörden nach einem Lösungsweg suchen, statt nach Schuldzuweisungen.

 

Denn wie gesagt. Eltern sind verantwortlich für ihre Kinder. Eine Dame hat mir heute gesagt:

Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf!

Ok, warum kämpfen dann aber genau die gleichen Menschen, die sich so äussern, gegen die Hilfe von aussen? Gegen das „Dorf“? Wieso heisst es meist: „Die Erziehung meines Kindes, das kann ich am besten! DAs geht niemanden was an!“ „Haben sie Kinder? Nein? Dann haben sie keine Ahnung und können mir nicht helfen!“

Seltsam, ich habe noch nie jemanden sagen gehört zu einem Arzt: „Hatten Sie schon mal x beliebige Krankheit? Nein? Dann können Sie mir auch nicht helfen!“

 

 

Schönes Wochenende meine lieben,

 

 

Nanny Anny

 

 

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Schlafmittel für schreiende Babys…

„Weder Trösten noch der Nuggi hilft: Das Baby schreit die halbe Nacht durch. Das bringt einige Eltern an den Rand der Verzweiflung. «Es gibt solche, bei denen der Leidensdruck mit schreienden Babys so gross ist, dass sie Medikamente gegen Juckreiz wie Fenistil-Tropfen verabreichen», sagt Susanne Fischer, Leiterin der Zürcher Familienpraxis Stadelhofen Schlafberatung. Ihr sei sogar ein Elternpaar bekannt, das sich für sein Kleinkind vom Arzt Ritalin habe verschreiben lassen.“

Quelle: 20.min

Das Leben verändert sich grundlegend mit Kindern

Wenn man Eltern sagt, dass sich das Leben mit Kindern von Grund auf verändert, wird man mit Beschimpfungen eingedeckt. Man hätte ja keine Ahnung, da kinderlos und ausserdem wissen sie ja von XY, dass sie trotzdem noch reisen gegangen sind und nach 3.Monaten ging es für beide retour in den Job. Die 17. Jahre Berufserfahrung, die ich habe Aus- und Weiterbildung zählen da nichts! Eltern wissen es besser- weil sie Eltern sind!

So sieht also die Realität aus, Eltern wollen zwar Kinder, aber es soll doch bitte alles so laufen wie davor und überhaupt, man richte sich doch nicht nach einem Kind. Das Kind hat sich dem Lebensstil der Eltern gefälligst anzupassen, am besten gleich am ersten Tag. Es muss gefälligst funktionieren!

Das eigene Kind betäuben….muss das sein?

Aber wie herzlos muss man sein, wenn man seinem eigenen Fleisch und Blut Medikamente gibt damit es endlich mal die Fresse hält? Ja, das ist überspitzt formuliert, aber seinem Kind beruhigende Mittel geben ist einfach Misshandlung. Darüber hinaus, wissen es diese Eltern ja eh meist besser, da sie den Expertenschein für Kinder erworben haben bei der Geburt ihres Kindes und sich meist Beratungsresistent oder holen sich im Vorfeld auch niemanden mit ins Boot der wirklich Ahnung hat. Ja, ich verstehe den Leidensdruck, aber warum holt man sich keine Hilfe? Oder hat man dazu keine Zeit und es ist bequemer Mittelchen zu verabreichen?!

Warum man überhaupt Kinder bekommt, wenn man sich nicht darauf einstellen mag bleibt mir folglich immer ein Rätsel. Und ja, ich kenne das, wenn ein Kind durch schreit und sich nicht beruhigen lässt, ich war auch Nachtnanny, da die Eltern es eben nicht mehr aushielten. War ein harter Job, aber nach ein paar Monaten hat man dann eine Strategie wie das Kind durchschlafen kann oder man holt sich Hilfe beim Kinderarzt und geht ins Schlaflabor. Und ja, es geht auch ohne Schlafmittel und ähnliches, ehrlich!

Es ist keine Schande sich Hilfe zu holen 

Ja, ich kann verstehen, dass man sich das leichter vorgestellt hat, da die Mutter vom XY immer erzählt, dass ihr Baby nach 2. Monaten durch schlief. Und bei der Tante vom „Sowieso“ war das ähnlich. Auch die Nachbarin äusserte sich in diese Richtung. Und auch eine Mutter, die mal bei mir nachfragte ob ich nicht für 100 CHF die Nacht später auf ihre Ungeborenen Zwillinge Nachts aufpassen würde, war felsenfest der Meinung, diese Summe sei gerechtfertigt, da man eh die meiste Zeit schlief und die Babys 2-3 mal maximal (!) und er Nacht aufwachen würden. Nun ja, man kann es den Leuten wenig verübeln, wenn sie die Realität nicht kommen sehen, da viele Eltern auch lügen um sich und ihre Sprösslinge besser da stehen zu lassen. Das Kind quasi als Egoverlängerung.

Bitte, informiert euch bevor ihr Kinder zeugt!

Was braucht ein Kind? Wie ist der Entwicklungsstand? Was mache ich wenn ich nicht stillen kann? Was mache ich wenn mein Kind nicht durch schläft? Nicht richtig trinkt? Was gibt es für Kinderkrankheiten? Ab wann spricht man von Fieber? Was mache ich bei Verdauungsstörungen? Wie muss ich mein Leben gestalten, dass ein Kind darin Platz hat? Und nicht das Kind muss sich seiner Umwelt anpassen, sondern die Umwelt an das Kind zumindest für die erste Zeit. Geht das in Ordnung mit meinem Berufs- und Privatleben? Welche Hilfe und Unterstützung gibt es? Bin ich bereit Opfer zu bringen? Wie organisiere ich mich? Was für Hilfsangebote gibt es bei Problemen?

Das sind nur einige der Fragen die es man sich stellen sollte bevor man ein Kind in die Welt setzt. Für alles gibt es eine Gebrauchsanleitung, Schulungen, Aus- und Fortbildungen…aber nicht für Kinder und wie man mit ihnen umgeht. Deswegen ist es die Pflicht der Eltern, dem Kind gegenüber sich schlau zu machen!

„Aber früher ging es auch ohne!“

Früher starb die Mutter auch teilweise bei der Geburt des Kindes….

Nun ja, früher, da wohnten die Generationen noch alle unter einem Dach und man profitierte vom Wissen der älteren. Das ist heute leider nicht mehr so. Und wehe die Erzieherinnen oder die eigenen Eltern sagen etwas, dann ist man beleidigt und lässt sich sowieso nichts sagen! Weil man es als Mutter oder Vater eh besser weiss. Also würde das Modell „Früher“ heute gar nicht mehr funktionieren.

Hier habe ich ein spannendes Interview mit einem Kinderarzt vom Kinderspital Zürich gefunden zum Thema Schlafstörungen bei Kindern:

Wie werden Eltern im Kinderspital Zürich beraten?

„Wichtigstes Arbeitsinstrument ist das Schlafprotokoll. In dieses werden die Schlafgewohnheiten des Kindes eingetragen. Zusätzlich füllen die Eltern einen Fragebogen aus. In der Schlafsprechstunde wird dann mit den Eltern eine ausführliche Anamnese durchgeführt. Dabei erfährt der Arzt vieles über die Schwangerschaft, Geburt, familiäre Situation und Rollenverteilung innerhalb der Familie. Weiter wird das Kind klinisch untersucht. Anschliessend werden die Eltern beraten.“

Ganzes Interview, hier

Ich kann euch leider auch kein Geheimrezept verraten, da jedes Kind anders ist und was bei A klappt, kann bei B verkehrt sein. Nur BITTE, Medikamente verabreichen ist in gar keinem Fall ok. Sucht euch Hilfe, einen Babysitter, wechselt euch ab, eine Tagesmutter im Tagesmutter Verein, eine Studentin…was auch immer. Aber tut das euren Kindern nicht an.

 

 

Schönes Weekend,

 

Nanny Anny

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Kinderfotos im Internet

imageStellen wir uns vor: Wir, unvorteilhaft auf ein paar Bildern von der letzen Firmenfeier. Wir, auf der Toilette, mit dem Kopf voran. Wir beim schlafen, ansabbern der Bettwäsche, wir krank im Bett. Wir auf der letzen Party um 6 Uhr morgens, wir mitten in der Nacht auf Schlafentzug. Wir, nackt in der Wanne, am Strand, im Garten.  Wir, auf etlichen Bildern im Internet, für alle ersichtlich, ohne das wir etwas dagegen tun könnten.

Weiteres Szenario

Jeder unserer Tage wird im Internet dokumentiert. Wieviel wir wiegen, was wir essen, welche Wörter wir so benutzen, wie unser Verhalten ist. Jeder kann diese Dokumentation inklusiver Fotos von uns lesen – jeder darf seinen Senf dazu geben. Jeder darf uns mit anderen vergleichen, ohne dass wir uns dagegen wehren können.

Würde uns das passen?

Wie würden wir uns fühlen, wenn unser Partner jeden unserer Schritte im Netz mit der Welt teilt, ohne dass wir ein Mitspracherecht hätten? „XY hat nun 2 kg mehr auf den Rippen, vielleicht sollten wir mehr auf ihr Ernährung achten!“ wäre doch eine nette Bildunterschrift für ein Bild von uns in Unterwäsche, oder nicht?

Teenie verklagt nun  Eltern

„Eine 18-jährige Schülerin aus Kärnten in Österreich hat ihre Eltern verklagt. Der Grund: Sie stellten seit bald sechs Jahren fast täglich Fotos von ihr auf einen eigenen Facebook-Account. «Sie haben mich nie gefragt, ob mir das recht sei», wird die junge Frau auf Ganzewoche.at zitiert.

«Sie kannten keine Scham und keine Grenze. Ob ich auf dem WC saß oder nackt im Kinderbettchen lag – jeder Schritt wurde fotografisch festgehalten und nachträglich öffentlich gemacht», sagt die 18-Jährige. Der Account der Eltern ist von 700 Freunden abonniert. Die Fotos habe sie erst gesehen, als sie sich mit 14 selbst bei Facebook angemeldet habe, sagt sie.

Vater: «Es ist ein Familienalbum»

Der Vater hat dafür offenbar nur wenig Verständnis. Denn: Die Fotos seiner Tochter zu löschen, kommt für ihn nicht in Frage, wie er bei Ganzewoche.at zu Protokoll gibt: «Ich sehe es als mein Recht an, diese Fotos zu veröffentlichen.»

Schließlich sei das sein Kind, und es sei für seine Frau und ihn ein schönes Familienalbum. Voraussichtlich im November wird er sich für den Vorfall vor Gericht verantworten müssen. Laut dem Medienanwalt Daniel Bauer muss der Vater mit Konsequenzen rechnen. Nach dem Datenschutzrecht droht den Eltern eine Strafe von bis zu 10.000 Euro.“

Quelle und ganzer Bericht

 

Falls es den Fall so wirklich gibt, ist das ja schon die Höhe, wenn ihr mich fragt. Der Vater steht stellvertretend für etliche Eltern a la „Mein Kind!“ Aber Stop! Das Kind ist nicht das Eigentum der Eltern, es hat selber Persönlichkeitsrechte die es zu achten gibt. Bedenkt man wie grausam Kinder sein können, machen Eltern ihre Kinder mit solchen Aktionen auch zum Ziel von Mobbing. Von der Peinlichkeit der Bilder mal ganz abgesehen.

Ich hoffe sehr, dass es diesen Fall gibt, damit manche Eltern mal aufwachen. Denn auch ich verwies des öfteren Mütter auf den Persönlichkeitsschutz der Kinder und wurde darauf beschimpft und beleidigt (Warum sind manche Mütter immer so agressiv wenn man sie auf etwas aufmerksam macht?) Auch Aussagen wie: „Ich frage mein Kind ob es ihm Recht ist, dass ich die Bilder veröffentliche!“ zählen nicht. Kein Kleinkind oder Kind der Welt ist sich der Tragweite bewusst. Nicht mal manche Erwachsene sind sich dessen im Klaren.

NetLa

Deswegen finde ich es umso wichtiger Kinder und Jugendliche von Anfang an mit dem Internet und der Tragweite bekannt  machen. Zum Beispiel mit NetLa.So stellt sich die Kampagne auf ihrer Seite vor:

„Der Wert der eigenen Persönlichkeit

Wer den Wert der eigenen Persönlichkeit kennt, wird die Privatsphäre nicht ungewollt preisgeben. Kinder und Jugendliche sind im Internet oft alleine unterwegs. Deswegen ist entscheidend, dass sie sich der Situationen bewusst sind, in die sie beim Surfen im Internet geraten können. So kann die harmlos scheinende Freischaltung eines Fotos in einem sozialen Netzwerk ungeahnte Konsequenzen haben. Zum Beispiel bei der Suche nach einer Lehrstelle.“

Das Ziel

„NetLa – Meine Daten gehören mir!“ ist eine nationale Kampagne, initiiert vom Rat für Persönlichkeitsschutz. Sie steht unter der Schirmherrschaft von Hanspeter Thür, dem ehemaligen Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB). Das Bedürfnis nach Informationen zum Persönlichkeitsschutz im Internet ist hoch. Die Games und Comics regen zum Nachdenken und Diskutieren an, die Tipps und Tricks vermitteln wichtige Inhalte. Der bisherige Erfolg der Kampagne ist gross: In den ersten neun Monaten verzeichnete die Plattform Zehntausende von Besuchern und über zweieinhalb Millionen Seitenaufrufe.

Die Zielgruppen

Die Haupt-Zielgruppen sind Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 14 Jahren. Um die Nachhaltigkeit der Kampagne sicherzustellen, richtet sie sich auch an die wichtigsten Bezugspersonen: Eltern, Lehrpersonen und Mitarbeitende von Jugendverbänden. Diese vermitteln als wichtige Multiplikatoren Regeln für den Umgang mit persönlichen Daten.

Quelle

In dem Sinne, ein schönes Wochenende ihr lieben und bis bald!

 

Nanny Anny