0

Methoden zur Umsetzung 2.0 – Positive Disziplin

Im letzten Beitrag über „Positive Disziplin“ (Abkürzung PD) habe ich euch schon ein paar Methoden verraten, wie man es in den Alltag einbinden kann. Heute soll es weitergehen!

4. Versetze dich in die Welt deines Kindes

Man muss sich bewusst machen, zu was das Kind bereits fähig ist und zu was noch nicht. Nur, weil Kinder fliessend sprechen können, macht sie das nicht zu kleinen Erwachsenen. Man muss sich genau anschauen: Was braucht mein Kind in dieser Phase? Was kann es schon? Was überfordert es? Empathie ist das Zauberwort, wenn es zu Trotz – und Wutanfällen kommt. Schliesslich muss das Kind noch lernen, wie es mit seinem Frust umgehen soll. Und meist ist es gefrustet, weil es etwas noch nicht kann. Empathie, bedeutet nicht, dass man das Kind vor jeder Enttäuschung bewahren soll. Empathie bedeutet: Sich in die Lage des Kindes versetzen und es verstehen.

So eine typische Situation ist, wenn man vom Spielplatz nach Hause möchte, aber das Kind nichts dergleichen hören will.  Eine mögliche Lösung wäre auf Augenhöhe, dem Kind in direkt die Augen sehen und mit ihm sprechen: „Ich verstehe, dass du noch bleiben möchtes und du nun verärgert bist, aber wir müssen nun gehen.“  Dabei kann man das Kind umarmen und sie erst mal diese Aussage „verdauen“ lassen bevor man sich dann endlich auf den Weg macht.

Bleibt man hingegen, um des Kindes wegen und um Stress und Geschrei zu vermeiden, vergönnt man dem Kind die Möglichkeit durch Erfahrung zu lernen, dass es Enttäuschung überstehen kann.

Sich in die Welt des Kindes versetzen bedeutet auch, sich bewusst zu machen, dass das Kind nur altersentsprechend reagieren und agieren kann.

 

5. Meine auch was du sagst und lasse Taten folgen, freundlich aber bestimmt

Wer kennt sie nicht, die leeren Drohungen? Bleiben wir doch einfach in der Situation auf dem Spielplatz. „Wenn du das nochmal machst, gehen wir heim!“ hat jeder von uns schon mal gehört, das Kind wird 10 mal verwarnt aber es geschieht einfach nichts. Später wundert man sich dann,  warum das Kind den erwachsenen nicht ernst nimmt.

Wenn wir etwas sagen, dann sollten wir es auch so meinen und dann auch die Konsequenzen ziehen. Respektvoll, freundlich und ohne Wut. Auf die Würde des Kindes und der eigenen achtend. Niemand hat etwas davon, wenn man das Kind anschreit, vor allen Leuten, oder eine Diskussion, oder gar einen Machtkampf vom Zaun bricht.

Wenn das Kind, z.B immer noch nicht runter kommen will z.B von der Schaukel, obwohl man vereinbart hatte, dass es nur noch ein paar Minuten  aus schaukeln darf, bis man gehen muss, empfiehlt sich, das Kind wortlos runter zu nehmen. Keine weiteren Erklärungen, keine Diskussion, kein „ich habe es dir bereits x mal gesagt!“ keine Machtspielchen und so weiter und so fort.

Freundlich aber bestimmt, die Konsequenzen ziehen.

 

6. Sei geduldig

Das Verhalten des Kindes nie persönlich nehmen! Wir sind die Erwachsenen, die verstehen müssen, das kindliche Verhalten uns gegenüber ist  wirklich nichts persönliches. Das Kind verhält sich nur altersentsprechend und macht nichts „extra“  oder um uns zu ärgern. Wir müssen Geduld aufbringen und verstehen, ein Kind muss Dinge wieder und wieder erleben um sie zu verstehen, um sie zu erlernen. Deswegen sind Rituale so wichtig. Sie geben nicht nur Sicherheit, sondern sind auch ständige Wiederholungen für das Kind. Aus eigenen Lernprozessen wissen wir von uns selbst, wie lange es manchmal dauern kann, bis etwas gelerntes richtig sitzt oder wir es richtig gut können. Es braucht Zeit. Alles. Darum seid geduldig mit den kleinsten, schliesslich fangen sie von vorne an, bei null.

 

Mehr zu den Methoden um PF in den Alltag einzubringen, bald, hier!

 

Liebe Grüsse,

 

 

Nanny Anny

 

Pic: Unsplash