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Positive Disziplin – Die 5. Grundpfeiler

Ich möchte nun endlich anknüpfen an die Beiträge über positive Disziplin. Wir wissen nun, was es mit dem ganzen auf sich hat und das es „positiv lernen“ bedeutet. Wenn nicht, bitte die vorherigen Beiträge hier z.B  anklicken. Nun ja, jetzt ist ja das Leben nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen und positiv, wie soll das also gehen? Soll ich nun meinem Kind alles erlauben?

Welches Erziehungsziel haben wir als Eltern, als Erzieher?

Als erstes, bevor das Kind das Licht der Welt erblickt, sollte man sich mit seinem Partner hinsetzten und sich Gedanken machen, was man seinem Kind mit auf dem Weg geben möchte. Welche Werte einem selber wichtig sind. Ihr werdet staunen, wie viele werdende Eltern länger über die Kinderzimmerausstattung diskutieren, statt über die wirklich wichtigen Dinge. Aber zurück zum Thema. Wie soll mein Kind sein? Selbstständig und Selbstbewusst? Soll es selber Entscheidungen treffen können? Sich behaupten können im Leben? Sich  durchsetzen? Emphatisch und Hilfsbereit sein? Durchhaltevermögen besitzen?

Hilfreiche Strafen?

Jedem Elternpaar ist etwas anderes wichtig. Was war es bei euch? Ein Kind mit der Methode der positiven Disziplin zu erziehen, bedeutet nicht, dass alles immer rosa und toll ist. Es bedeutet lediglich, dass ich das Kind Grenzen aufzeige, liebevoll. Ohne zu Strafen. Denn wir haben diese komische Vorstellung von Strafen und was sie bewirken sollen.

Aber kein Kind der Welt hat sich besser verhalten, weil es bestraft wurde. Das Verhalten wurde nur „korrigiert“ aus einer Angst heraus, vor einer möglichen Strafe. Es wurde ihm nicht beigebracht,  warum es falsch war sich so zu verhalten. Das Kind lernt dadurch nur,  sich eben nicht erwischen zu lassen.

Auch haben Eltern meist nicht hinter das Verhalten geschaut. Warum benimmt sich mein Kind so, dass ich es „bestrafen“ muss? Welche Bedürfnisse habe ich als Elternteil nicht wahrgenommen, dass sich mein Kind so verhält? Strafen als solches, fordert ausserdem nicht die Kooperation des Kindes sondern den Widerstand.

Was möchte die positive Disziplin erreichen?

Glückliche, selbstbewusste, verantwortungsvolle Menschen, die ohne das Konstrukt der Strafe und ohne Machtspielchen aufwachsen. Die respektvoll erzogen werden, in Kooperation mit den Eltern. Positive Disziplin möchte den Kindern das Gefühl geben, dazuzugehören und, dass ihre Stimme zählt. Positive Disziplin ist streng aber liebevoll.

„A child that feels better, does better!“

Übersetzt in etwa…ein Kind, dass sich besser fühlt, benimmt sich auch besser. Strafen mag zwar das Benehmen sofort stoppen, aber das Kind lernt auf lange Sicht nicht wirklich etwas daraus.

Was sind nun also die Grundpfeiler der Positiven Disziplin?

  1. PD ist Liebevoll aber streng. Liebevoll auf die Bedürfnisse der Kinder eingehend, aber auch streng der Situation entsprechend
  2. Das Kind lernt durch PD Zugehörigkeit und von Bedeutung zu sein
  3. Methoden der positiven Disziplin wirken auf Langzeitbasis
  4. Erlernen von Soft Skills / Lösungsorientiertes denken durch PD
  5. Kinder lernen, dass sie selber fähig sind Dinge anzugehen

Hört sich das gut an? Das ist es auch, ich arbeite seit ein paar Jahren mit dieser wundervollen Methode.  Mehr über Positive Disziplin, bald hier.

Sonnige Grüsse aus Sizilien,

Nanny Anny

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Richtige Kommunikation mit Kindern – Der Kurs

Ja, richtig gelesen, es wird bald einen Kurs geben zum Thema:

Richtig kommunizieren mit Kindern!

Ich habe da nämlich eine ganz tolle Plattform im Internet entdeckt, dass Wissen gegen Wissen tauscht aber auch alle anderen sind willkommen. Ich finde die Idee absolut toll und unabhängig vom Budget. Denn jeder hat doch ein paar Talente oder Wissen, dass er mit anderen teilen kann um dann wiederrum was Neues zu lernen. (Falls jemand gut in Mathematik ist, ich würde dann gern mal zu dem Kurs kommen!) Also, ich enthalte euch den Link nun nicht länger vor:

www.wissenstausch.ch

Kommunikation liegt mir sehr am Herzen, denn das Prinzip wäre ja eigentlich ein leichtes, doch manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht, reagiert emotional, wird laut oder weiss gar nicht mehr was sagen vor lauter Überforderung.

Zu oft habe ich nämlich beobachtet wie Erwachsene mit Kindern Kommuniziert haben und mich ernsthaft gefragt: „Hmm, bei dem Ton und der unklaren Anweisung? Da hätte ich als Kind auch keine Lust drauf und würde gar nicht verstehen was der Erwachsene von mir will.“

Auch Eltern, die sich wundern, warum ihre Kinder nicht „Bitte“ und „Danke“ sagen, scheinen mir sehr suspekt, zumeist sie diese Zauberwörter selber nicht benutzen. Niemand tut das aus bösem Willen, oder mit einer bösen Absicht und mir ist schon bewusst, dass es die perfekten Eltern nicht gibt.

Doch denke ich, den meisten ist das nicht so ganz bewusst, wie man mit Kindern redet, dass sie es auch verstehen. Oder nicht missverstehen. Denn auch wenn Kinder antworten können und das recht flüssig ab einem gewissen Alter, werden sie oft mit kleinen Erwachsenen verwechselt, die sie nun mal nicht sind.

Im Kurs soll erläutert werden:

Was ist Kommunikation denn überhaupt? Ist es nur das gesprochene Wort, oder gehört noch viel mehr dazu? Wieviel bekommen kleine Babys schon mit? Was Verstehen sie, wie kommuniziert man mit ihnen?

Die Stimme als Instrument? Was bedeutet das? Wie setze ich meine Stimme ein? Warum laut werden keine Lösung ist!

Eine Nachricht- 4 Aspekte?

Und einiges mehr aber schaut doch selber rein:

http://www.wissenstausch.ch/de/kurs/detail/richtig-kommunizieren-mit-kindern/

Der Kurs ist und bleibt kostenlos. Denn von guter Kommunikation, profitieren nicht nur ich, sondern vor allem auch Eltern und Kinder. Wissen sollte keine Frage des Budgets sein!

Anmeldungen zu meinem Kurs bitte über diesen Link:

http://www.wissenstausch.ch/de/neues-konto/2e61a5da1c

oder direkt unter der Emailadresse: M.Poppins@gmx.ch

Die Platzzahl ist auf 15 beschränkt, Eintritt nur mit Anmeldung, danke für euer Verständnis. Bei hoher Nachfrage wird der Kurs wiederholt, ab Frühjahr ist auch einer in Winterthur geplant, auch in englischer Sprache. Wissenstausch.ch ist auch an der Pfäffikermesse http://pfaeffikermaess.ch/ vom 12-15 November vertreten. Mich wird man dort am Sonntag den 15.11 antreffen.

Ich freue mich auf euch =)

Nanny  Anny

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Positive Disziplin

Was ist Disziplin?

Begriffserklärung: Disziplin (von lateinisch disciplina ‚Lehre‘, ‚Zucht‘, ‚Schule‘) bezeichnet

als Verhalten:

  • Selbstdisziplin, eine Form der bewussten Selbstregulierung
  • Gehorsam, die Ordnungsregulierung innerhalb eines Befehlsprinzips

Wenn ich früher von Disziplin hörte, versetze es in mir eigentlich nur in Abwehrhaltung. Disziplin klingt altbacken, überholt und Autoritär. Vielleicht ist das Wort bei mir auch nur so stark negativ behaftet, weil man mir das mit dem falschen Mitteln versucht hat zu vermitteln. Wie vielen anderen Kindern auch. Man versucht den Kindern teilweise immer noch Gehorsam beizubringen. Mit allen Mitteln. Wohin das führte, als eine ganze Generation so erzogen wurde, kann man in den Geschichtsbüchern nachlesen. Anmerkung: 2.ter Weltkrieg.

Heute ist mir schon bewusst, das Disziplin sein muss, aber auch wie man Disziplin richtig anwendet um das erwünschte Verhalten z.B bei Kindern hervorzubringen. Dass Gewalt dabei keine Rolle spielen sollte, verstehe ich von selbst. Doch wenn ich mich aber so in anderen Elternforen umhöre, stellen sich mir die Nackenhaare hoch. In der Schweiz, ist es per Gesetz noch erlaubt sein Kind körperlich zu züchtigen.

„Am 2. Dezember 2008 lehnte der Nationalrat  eine parlamentarische Initiative von Alt Nationalrätin Ruth Gaby Vermot zum verbesserten Schutz für Kinder vor Gewalt mit 102 zu 71 Stimmen abgelehnt. Die Initiative wollte die gewaltfreie Erziehung gesetzlich verankern und den Eltern einen klaren Orientierungsrahmen für die Erziehung geben. Dazu sollte mittels eines zusätzlichen Absatzes in Art. 302 des Zivilgesetzbuches (ZGB) ein Verbot der körperlichen Gewalt eingeführt werden.“

Quelle: http://www.humanrights.ch/de/menschenrechte-schweiz/inneres/gruppen/kinder/zuechtigungsverbot-schweiz

Was ist nur los mit diesen Menschen? Jede körperliche Züchtigung, ist respektlos, erniedrigt das Kind und zeigt ihm nur: Gewalt ist wohl eine Lösung. Ich lerne, dass Mama und Papa es tun und da die beiden mir Vorbild sind, ahme ich sie nach. Ergo, wenn ich nicht mehr weiter weiss, darf ich zuschlagen. Oder: Das nächste mal lasse ich mich bei diesem oder jenem nicht mehr erwischen, dann schlagen sie mich auch nicht. Von lernen und Konsequenz, keine Spur. Gewalt ist nur für den moment eine Lösung-mit verheerenden Folgen. Überlegen sich diese Menschen nicht, dass diese Folgen noch weit bis ins Erwachsenenalter der geschlagegenen Kinder hineinreichen? Es ist oftmals nur durch eine Therapie und jede menge Arbeit möglich das Trauma der Kindheit und die Spirale der Gewalt zu überwinden um andere Verhaltensweisen zu erlernen. Erwachsene Menschen, die Opfer wurden von Gewalt, werden nicht selten auch zu Tätern. Dann beginnt das Leiden doppelt. Ein Teufelskreis öffnet sich. Der so nicht sein müsste!

Dabei wäre es im Grunde so einfach, wie vieles andere auch im Leben. Gerade mit Kindern. Sie kommen, bis auf die Erbanlagen, als ungeschriebenes Blatt auf die Welt. Sie lernen, ahmen nach und das gerade am Anfang, nur von den Eltern und ihrem näheren Umfeld. Woher kommt dieser Glaube, dass Eltern ihre Kinder schlagen dürften um sie zu disziplinieren? Ich rede hier bewusst nur von der körperlichen Gewalt, aber mir ist schon bewusst, dass es mehrere Arten von Gewalt gibt, die man einem Menschen antun kann.

Vor einigen Jahren entdeckte ich die Positive Disziplin von Dr Jane Nelsen. Leider gibt es viele ihrer Angebote nur in englischer Sprache, doch sie sind alle sehr empfehlenswert. Die Dame sagt nämlich u.a ; Statt Verbote, sollte man den Kindern Alternativen aufzeigen. Konsequent sein. Liebevoll und doch streng. Denn Kinder brauchen Eltern mit einem roten Faden, keine Partner. Es gibt Elternkurse, DVD`s usw. Denn ist es nicht komisch? Für alles brauchen wir eine Genehmigung, Ausweis, Gebrauchsanleitung, Ausbildung, Fortbildung, bla bla bla. Nur für mit eins der wichtigsten Sachen der Welt nicht: Die Kindererziehung! Warum eigentlich?

http://www.positivediscipline.com/

Auch über WikiHow gibt es ein paar Anregungen, Alternativen, in deutscher Sprache:

http://de.wikihow.com/Kinder-gewaltfrei-erziehen

Es gibt also 1001 Alternativen zu körperlicher Gewalt! Ich werde beim besten Willen nie verstehen können wir Eltern, aus welchen Gründen auch immer Hand an ihr eigen Fleisch und Blut legen. Und JA, der eine kleine klapps hier und da ist NICHT ok! Es zeigt nur eure Überforderung! Holt euch Hilfe, sprecht mit jemanden, nur stoppt diese Gewaltspirale bitte. Eure Kinder sind euch wirklich Dankbar!

Zum Schluss noch ein umfassendes Konzept zur Gewaltprävention für die Pädagogen unter uns: Gewalt+gegen+Kinder+Konzept+umfassende+Pr%C3%A4vention

Falls ihr Anregungen, Kritik, Lob usw habt, schreibt mir: M.Poppins@gmx.ch.

Ps. Teilen und weiter sagen erlaubt und erwüschnt =)

Bis bald, eure Nanny Anny

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Die Sache mit dem Respekt

Wenn ich mir einige Familien auf der Strasse ansehe wird mir manchmal richtig schlecht. Da ist also dieses kleine Kind, es schreit, warum auch immer. Einige Eltern denken doch wirklich, wenn sie zurück schreien, hört das Kind auf wie am Spiess zu brüllen. Teilweise wird gedroht, dass mir das Blut in den Adern gefriert und ich am liebsten hin gehen würde. Doch wir wissen ja alle wo das enden kann wenn sich eine fremde Person in die Erziehung mischt. Doch stellen wir uns mal die Frage: Wie reagieren wir, wenn uns jemand anschreit im Streit, oder gar droht? Beruhigen wir uns, oder macht es die Sache nicht nur noch schlimmer? Weil wir uns unverstanden fühlen, nicht Respektiert in unseren Wünschen.

Ich frage mich wirklich, ist es nur die Situation die sie überfordert oder haben sie es nicht besser gelernt? Versetzen wir uns mal in die Lage des Kindes. Kein Kind ist böse und macht das mit Absicht. Es ist immer ein, für das Kind, guter Grund hinter dem Brüllen. Es gibt Wege, die wesentlich effektiver sind als sich auf die Stufe des Kindes zu begeben. Je nach dessen Alter versteht sich. Fangen wir nur alleine bei der Sprache an. Statt immer nur zu mahnen, drohen, verbieten, sollte man dem Kind Alternativen aufzeigen. Es bringt nichts einem 3 jährigen zu sagen: „Fass ja nichts an im Laden!“ Stattdessen: „ Guck doch mit den Augen!“ Es ist doch auch für uns Erwachsene viel schöner wenn wir genau wissen was der andere von uns verlangt, statt ständige Verbote zu hören. Ein „Nein!“ hat auch mehr Wirkung, wird es sparsam eingesetzt.

Es ist sicher eine Herausforderung und nicht leicht sich da erst mal umzustellen. Aber auf Dauer hilft schon nur eine positive Ausdrucksweise gepaart mit aufgezeigten Alternativen wirklich Wunder.   Konsequent durchgezogen macht man sich und vor allem dem Kind einen grossen Gefallen. (Anmerkung: Mehr über „Positive Disziplin“ dann im nächsten Blog.) Sicher gibt es Situationen wo einem die Pferde durch gehen. Wir sind alles nur Menschen und niemand ist perfekt.  Tief durchatmen, bis 10 zählen und versuchen es mit Humor zu nehmen. Gelassenheit und Humor haben schon so manch verzwickte Situation entschärft.

Hilfreich ist auch, wenn man auf Augenhöhe mit den Kindern redet. Geht in die Hocke, setz euch zu ihnen, schaut ihnen in die Augen beim reden. Eure Message kommt so viel besser an, als von oben herab. Zeigt dem Kind, dass es wichtig ist, dass es zählt, dass ihr es Respektiert, in seinen Wünschen, Bedürfnissen, seid ein Vorbild. Nur so werdet ihr auch Respektiert, in dem ihr es vorlebt. Das scheinen einige regelrecht unter dem Teppich zu kehren. Wenn es mal toben sollte, bringt es nichts dagegen anzuschreien. Zeigt Verständnis, doch bleibt Konsequent, gerade bei Trotzanfällen.

Gebt ihm eine Wahl, lasst es selbst Entscheidungen treffen. Nehmt das Kind in seinen Bedürfnissen ernst, statt es lächerlich zu machen oder gar blosszustellen. Anbei noch ein paar kleine Tipps: Morgens z.B. schon beim Anziehen, wählt 2. Outfits aus, bei kleineren Kindern. Zwischen denen dürfen sie dann entscheiden. Respektiert, wenn das Kind z.B. der Oma mal keinen Kuss geben will. Respektiert, wenn das Kind etwas alleine machen möchte (Schuhe binden, Tisch decken nur um ein paar kleine Beispiele zu nennen) Es wird durch all das lernen, dass seine Meinung zählt, dass es ernst genommen wird. Es darf auch mal ein paar Lebensmittel verweigern, wir mögen ja auch nicht alles, probieren sollte es aber trotzdem ect.

Probiert es aus, es lohnt sich. Und immer im Hinterkopf behalten: Nur ein Kind das respektiert wird kann respektieren.

Ihr habt Anregungen, Ideen oder Kritik? Schreibt mir: M.Poppins@gmx.ch

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Bis nächste Woche, eure Nanny Anny