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Erfahrungen mit Nannyagenturen in der Schweiz Teil 1.

Jeder Familie die schon mal professionell eine Nanny gesucht hat kommt nicht um sie herum: Die Nanny Agenturen. Agenturen die sich darauf spezialisiert haben Nannys zu vermitteln. Wie man sich vorstellen kann, gibt es etliche und die Unterschiede könnten gravierender nicht sein.  Heute, im ersten Teil, werde ich euch meine Erfahrungen schildern.

Als ich 2007 in die Schweiz kam, passierte das über eine Agentur in London, ziemlich schnell und unkompliziert, seit dem habe ich mir etliche Agenturen angesehen in der Schweiz und muss sagen, irgendwie haben nur zwei Agenturen bis jetzt 100% meine Erwartungen erfüllt. Über den ersten Kontakt, die Angebote, über das Vorstellungsgespräch und die Nachbetreuung nach Vertragsabschluss. Einige Agenturen verlangen sogar Geld um als Nanny in ihren Nanny Pool aufgenommen zu werden, obwohl die Eltern meist ein ganzes Bruttogehalt bei Vertragsabschluss mit der Nanny über die Agentur erhalten. Einige bieten in diesem Beitrag den man zahlen muss eine Haftpflichtversicherung an, immer hin, damit lässt es sich leben. Mit der letzteren arbeite ich hier und da immer noch zusammen und kann sie bei Nachfragen via Email empfehlen.

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So läuft euch jede Nanny weg… Garantiert!

 

Bevor man eine Nanny einstellt, druckt man sich einfach einen Standard Vertrag aus dem Internet aus. Schliesslich hat jede Familie die gleichen Bedürfnisse, die gleiche Anzahl an Kindern und die gleichen Wünsche an die Nanny. Schreibt um Gottes Willen bloss nicht ihre Aufgaben da rein, oder was man von ihr erwartet, schliesslich kann jede gute Nanny hellsehen, was die Familie sich wünscht und kümmert sich ab dem ersten Tag ganz selbstständig darum. Um die Versicherungen braucht man sich auch nicht kümmern, die melden sich dann von selbst bei der Nanny und dem Arbeitgeber, kostet zwar dann ein wenig, aber gerade am Anfang hat man ja nicht so Lust auf Papierkram sondern braucht endlich jemanden der auf Kind und Haus achtgibt.

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Alles auf Anfang oder Die Stellensuche

Ich hoffe ihr seid alle gut in das neue Jahr gestartet. Das Jahr hat für mich super begonnen und anstatt meine guten Vorsätze hier breitzutreten werde ich da beginnen wo wir alle schon mal standen: Bei der Job Suche, also am Anfang. Heute werde ich darauf eingehen auf was es besonders gilt zu achten, aus der Sicht der Eltern und der Nannys, die Suche an sich, richtige Berufsbezeichnungen, Vorstellungsgespräche, Verträge und Vertragsinhalte und natürlich den Erwartungen.

Fangen wir doch bei den Berufsbezeichnungen an:

Babysitter, ist jemand der gegen Bezahlung auf das Kind aufpasst

Doch nicht jeder Babysitter, ist ein „nur“ Babysitter. Es gibt Jugendliche ohne grosse Erfahrung die bekommen für den Job max. 10 CHF die Stunde, während es Babysitter gibt, die eine Ausbildung in diesem Bereich absolviert haben oder gar selber schon Kinder haben und die natürlich etwas mehr verlangen. Das gleiche Spiel bei den Nannys; Es macht einen grossen Unterschied, ob man einen Kurs beim SRK zur Nanny absolviert hat, (Info: Der Lehrgang Nanny SRK Kanton Zürich© umfasst 8 Kurstage und deckt das gesamte Themenspektrum ab, das Nannys in der täglichen Praxis antreffen. Der Lehrgang wurde in Kooperation mit dem wissenschaftsbasierten Programm «Starke Eltern – Starke Kinder®» Schweiz entwickelt, was mit einem zusätzlichen Zertifikat ausgewiesen wird.)

Quelle: https://www.srk-zuerich.ch/srk/Ich-will-lernen/Lehrgang-zur-Nanny/basismodul.php

oder ob man eine langjährige Ausbildung hat, bzw. oder ob man selbst bereits Mami ist und somit die nötige Erfahrung mitbringt.

Definition Tagesmutter laut www.selbständige-tagesmutter.ch

„Die Tagesmutter betreut 1-5 Kinder in ihrem eigenen Haushalt, was ein klarer Unterschied zum Babysitter oder der Nanny darstellt, denn dort werden die Kinder im Zuhause der Eltern und nicht bei der Tagesmutter betreut. Eine Tagesmutter braucht bis 2.5 Tagen / pro Woche und weniger als 5 Kindern keine behördliche Bewilligung für die Ausübung ihrer Tätigkeit. Erst ab 2.5 Tagen / pro Woche oder mehr als 5 Kinder wird sie bewilligungs- und aufsichtspflichtig. Die Tagesmutter kann einerseits über einen lokalen Tagesmutterverein arbeiten und ist dort mit allen Vor- und Nachteilen angestellt oder sie arbeitet selbständig ohne Verein.“

Ich persönlich finde es sehr irreführend wenn Eltern angeben: „Suchen Babysitter, Nanny oder Tagesmutter, zahlen 15-30 CHF die Stunde“ Hmm, was denn nun genau wird gesucht? Die Bezahlung klafft nämlich bei den div. Berufsbezeichnungen weit auseinander!

Der Unterschied zur Nanny und Tagesmutter nochmals kurz von mir zusammengefasst: Die Nanny, kommt zu einem nach Hause, betreut dort die Kinder der Familie und hilft ggf. im Haushalt. Die Tagesmutter empfängt die Kinder bei sich zu Hause und hat meist bis zu 5. Kinder max. die sie betreuen darf. Bei Betreut.ch findet man eine tolle, übersichtliche Tabelle an Lohnempfehlungen, ausserdem ist es hilfreich, wenn Eltern sich im Vorfeld Gedanken machen über ihre genauen Bedürfnisse:

http://www.betreut24.ch/seiten/infos/Kosten_und_Lohn__des_Babysitters,_der_Nanny_und_Tagesmutter_%28Empfehlung%29.html

 

Ein kleiner Leitfaden den ich sehr hilfreich finde für Lebensläufe:

https://www.manpower.ch/de/bewerber/erfolgreich-bewerben/die-professionelle-bewerbungsmappe/lebenslauf/

Auch die Empfehlungen der Berufsberatung dürfen nicht fehlen:

http://www.berufsberatung.ch/dyn/1430.aspx

Ich brauche hoffentlich nicht zu erwähnen, dass das Anschreiben persönlich auf die Familie / Stelle zugeschnitten sein muss. Wenn ihr Fotos von euch mit Kindern benutzt, bitte fragt die Eltern der Kinder die auf den Bildern, dem Bild zu sehen sind ob ihr diese auch benutzen dürft.

Auch sehr hilfreich ist diese Zusammenfassung von der Prowafo für die Eltern, die ich jedem empfehlen würde zu lesen. Dort ist alles so toll zusammengefasst, dass ich dem gar nichts mehr hinzuzufügen habe:

https://www.profawo.ch/fileadmin/Fotos/Angebot/Nanny/Zuerich/Elterninfo_Nannyvermittlung_D_2015.pdf

Es gibt auch ein paar Portale im Internet über die man suchen kann, allerdings ist dort meist das Problem, dass Eltern (und bestimmt auch Nannys) keine Rückmeldung geben oder wenn dann sehr spät. Es ist für beide Seiten extrem mühsam, wenn man Wochen auf Rückmeldung, egal ob positiv oder negativ warten muss. Wenn es also endlich zu einem Bewerbungsgespräch kommen soll, empfehle ich jedem Bewerber und jeder Familie sich erst mal am Telefon zu „beschnuppern“. Man findet so raus, was für Vorstellungen, Ansprüche beide Seiten haben von der zu besetzenden Stelle und auch der Lohn kann mal angesprochen werden. Ich persönlich finde, dass ein persönliches kennenlernen Inc. Kinder nur stattfinden sollte, wenn alles stimmt und nur noch die Sympathie bzw. die Chemie entscheiden soll. Wie oft sass ich schon bei Vorstellungsgesprächen, die Familie war toll, die Kinder auch und es scheiterte wirklich am Lohn oder an zu verschiedenen Ansichten, überzogenen Forderungen usw. Ja, 20 CHF brutto die Stunde sind einfach zu wenig wenn man eine Ausbildung hat. Die Enttäuschung auf beiden Seiten war gross und es brach mir da Herz den kleinen sagen zu müssen, dass wir uns nie wieder sehen. Zwei bis Drei Stunden auf beiden Seiten die drauf gingen ohne Ergebnis, war mehr als bedauerlich. Bitte erspart uns, euch und vor allem euren Kindern solche Szenen liebe Eltern. Ausserdem ist es für das Kind verwirrend wenn es X Kandidaten vor die Nase gestellt bekommt.

Wenn ihr nur einen Babysitter sucht für ein paar Mal im Jahr empfiehlt es sich auch sich rechtzeitig darum zu kümmern, damit man sich kennt und das Kind keine fremde Person vor die Nase gesetzt bekommt wenn ihr mal einen Notfall habt oder Abends weg gehen möchtet.

Eine weitere Alternative sind die Nanny Vermittlungs Agenturen die man leicht über Google findet. Zu diesen wird es aber mal einen eigenen Beitrag geben, denn was ich in 9 Jahren, seit dem ich in der Schweiz bin mit diesen erlebt habe, ist ganz ehrlich, der Wahnsinn! Eltern und Agenturen legen auch Wert auf einen aktuellen Strafregisterauszug (Neu seit 1. Januar 2015 ist der „Sonderprivatauszug“ den wir als Kinderbetreuer brauchen) den ihr beim Postschalter oder online unter https://www.e-service.admin.ch/crex/cms/content/strafregister/strafregister_de bestellen könnt.

Wenn dann alles geklappt hat, sind Probetage nicht unüblich. Besprecht im Vorfeld wie diese auszusehen haben, ob sie bezahlt werden (fairer weise sollten sie bezahlt werden liebe Eltern) Auch im Vorfeld gilt zu besprechen wie der Vertrag aussehen soll z.B Ferientage, Aufgaben. Es empfiehlt sich sehr einen Stellenbeschreib dem Vertrag hinzuzufügen damit klar definiert wird für was man zuständig ist. Oder wie Überstunden gergelt werden. Auch ob man im Std Lohn oder zu einem festn Lohn arbeitet.

Liebe Elten, ein Probetag ist dazu da, damit man sich kennenlernen kann. Die Kinder und Eltern sollen die Nanny kennenlernen und umgekehrt. Auch wenn die Zeit der Nanny bezahlt wird, bedeutet das nicht, dass man sie schon alleine mit den Kindern lassen sollte. Wie jeder Mensch in einer neuen Position muss man sich zurecht finden, alles gezeigt und erklärt bekommen. Und auch die Kinder brauchen eine gewisse Sicherheit, in dem die Eltern auch da sind. Man gibt ja sein Kind nicht jedem fremden an die Hand, oder?

Ich hatte einmal einen unbezahlten Probetag im Sommer, an dem die Mutter Besuch empfing nach 30 Minuten Konversation mit mir. Ich sollte ihre Drillinge (1.5 Jahre) entertainen auf der Terrasse  in der prallen Sonne, 14 Uhr, während sie mit ihrem Besuch ein paar Meter nebendran im Schatten sass. Es gab Kuchen und Kaffee. Das dies eine unmöglichkeit war, die Kinder unter den Bedingungen bei mir zu halten war klar. Sie gingen zur Mutter, wollten Kuchen und im Schatten spielen. Die Mutter sah das anders:“Das gehört später aber zu ihren Aufgaben!“ „Selbstversändlich, aber die Kinder kennen mich nicht, es gibt Kuchen, die Kinder sind extrem am schwitzen und warum sollten sie bei mir, fremden Person, bleiben wenn Sie ein paar Meter daneben sitzen? Ausserdem empfinde ich es als Frechheit, dass Sie sich nun Besuch einladen statt mir alles zu erklären und mir so die Möglichkeit nehmen Fragen zu stellen.“ Ich erklärte ihr, dass es so keinen Sinn machte und ging. Fand sie natürlich eine; Zitat: „Bodenlose Frechheit!“ Es war mir herzlich egal. Ein Probetag ist schliesslich kein kostenloses „Entertainmentprogramm“ für die Kleinen inc. Freizeit der Mutter. Fair play bitte, auf beiden Seiten!

 

Schönes Wochenende

 

Nanny Anny