0

Mir fehlen gerade die Worte…und die Zeit

Ich kam gestern aus den Ferien zurück. Kann man das so nennen? Urlaub, Ferien? Ich weiss es nicht, sagt ihr es mir. Ich war das letzte Mal 1999 in dem Land wo ich geboren wurde: Rumänien…und ja- jetzt. Bis vor 24 Stunden, 8. Tage lang.  Es war eine Reise in die Vergangenheit, die in mir einiges aufwühlte. Doch auch erkennen liess: Ja, ein Teil von mir kommt eben von dort und das ist auch gut so. Ich habe neue Leute kennengelernt, mich besser verstanden und gewisse Dinge die ich so tue. Und man hat mir gesagt, dass ich immer noch den Akzent habe, aus der Gegend woher ich stamme. Obwohl ich dort insgesamt nur 5. Jahre meines Lebens verbrachte. Die Zeit war auf jeden Fall sehr, sehr intensiv.

Weiterlesen

5

Überwachung? Nein, danke!

Diese Woche verfolgte ich gespannt eine Diskussion in einer deutschen Facebook Gruppe für Eltern. Da fragte eine Mutter nach, ob denn jemand bereits Erfahrung hatte mit einer GPS Uhr für Kinder für schlappe 160 Euro. Das Ding sah putzig aus, ich geb es ja zu. Aber die Funktion und die Kommentare die ich zu Gesicht bekam waren es weniger…

„…Und meine Mutter meinte, wir sind früher auch ab 4-5 Jahren im Dorf rumgezogen und hätte sie die Möglichkeit gehabt zu erfahren wo wir stecken, hätte sie es auch gern genutzt, so hatte sie halt immer ein mulmiges Gefühl und konnte nicht gescheit denken bis wir wieder da waren…

Weiterlesen

3

Die Eingewöhnungszeit

In Kitas kein Problem und es steht dort auch überhaupt nicht zur Debatte ob es eine Eingewöhnungszeit gibt oder nicht. Man hat verschiedene Modelle, allen voran bekannt ist das Berliner Eingewöhnungsmodell an denen man sich orientiert und die Eingewöhnung durchführt.

„Das Berliner Eingewöhnungsmodell wurde vom Institut für angewandte Sozialisationsforschung/ frühe Kindheit e.V., kurz „infans“ entwickelt. Wichtigste theoretische Grundlage ist die Bindungstheorie nach John Bowlby. Die Eingewöhnung dauert insgesamt ein bis drei Wochen, wobei die individuelle Dauer einer Eingewöhnung immer das Kind selbst durch sein Verhalten und seine Reaktionen bestimmt.“

Mehr unter: http://www.erzieherin-ausbildung.de/praxis/fachtexte-leitfaeden-alltagshilfen/eingewoehnungsmodelle-und-ihre-bedeutung-fuer-die#sthash.6abR27pV.dpuf

Quelle: http://www.erzieherin-ausbildung.de/

Leider, verhält es sich anders, wenn man eine Nanny ist oder nur der Babysitter. Dann wollen die Eltern in den meisten Fällen so schnell wie möglich weg oder in die Arbeit. Ganz problematisch sehe ich auch die Kinder der anderen Familienangehörigen, Freunde, Nachbarn, die man hier und da nur flüchtig gesehen hat. Plötzlich sollen diese kleinen Geschöpfe mit einer Person alleine bleiben die sie kaum kennen.

Gedankenexperiment

Stellen wir uns nun vor wir sind irgendwas zwischen 3-4 Jahre alt. Wir gehen eine Familie besuchen die wir auch regelmässig sehen, mit unserem grösseren Bruder und unserer Mami, mit deren Kindern wir uns auch gut verstehen.  Diese haben eine Nanny, die wir das letzte Mal vor einem halben Jahr gesehen haben, für weniger als 5. Minuten, die vorherigen Treffen liefen ähnlich lang ab. (So richtig „kennengelernt“ hatte uns die Nanny vor über einem Jahr, aber das wissen wir nicht mehr. Und jeder der mit Kindern zu tun hat, weiss auch wie sehr sie sich verändern in einem Jahr.) Wir können uns kaum an sie erinnern, sie ist uns fremd, auch wir sind ihr fremd sind. Wir sollen da zusammen mit ihr und dem kleinen Baby zum Mittag essen, alle anderen sind sehr hektisch, niemand sagt uns aber was passieren wird. Da wir sehr aufgeregt sind und müde, wollen wir aber nicht essen, wir wollen sehen was die anderen machen und steigen vom Tisch. Da beruhigt uns unsere Mutter und legt uns in den Wagen zu schlafen.

Mami ist weg!

Plötzlich wachen wir auf, rufen nach der Mami, doch statt der Mami steht diese fremde Frau vor uns. Sie ist zwar nett, aber wir sind verunsichert, haben Angst. „Mami?“ schreien wir immer wieder. Die Nanny erklärt uns zwar alles, aber wir verstehen es nicht. Sie holt uns aus dem Wagen, wir rennen los, reissen jede Tür auf, schauen nach der Mami, schreien aus vollem Hals ihren Namen, während wir fürchterlich weinen. Die Nanny versucht uns die Jacke auszuziehen, wir schlagen wild um uns. Das Baby wacht auch mittlerweile auf, völlig erschrocken von unserem Gebrüll, fängt es auch an zu weinen. Die Nanny versucht uns zu beruhigen, doch wir haben zu grosse Angst, Panik. „Wo ist meine Mami? Ich kenne die Frau doch gar nicht. Kommt meine Mami wieder? Warum hat sie mich nicht mitgenommen als sie ging aber meinen Bruder schon? Hat Mami mich nicht mehr lieb?“ Das und anderes würde uns allen im Kopf rumgehen, wenn wir an der Stelle des Kindes gewesen wären. Alles andere als schön, oder?

 Vertrauensbruch

Diese Situation ist für die Nanny und vor allem für das Kind sehr belastend, vom Baby ganz zu schweigen. Viele unterschätzen auch, was das bei einem Kind anrichten kann. Ich hatte Eltern, die sich früher immer aus der Krippe schlichen, sobald das Kind in die Gruppe ging, ohne sich zu verabschieden, da sie das Geschrei teilweise nicht ertrugen, was der Abschied manchmal eben mit sich brachte. Irgendwann konnten sie das Kind keine halbe Minute alleine lassen, da das Kind immer Angst hatte, die Mami oder der Papi würden wieder „verschwinden“. Für das Kind ist es ein extremer Vertrauensbruch, auch wenn es das so nicht kommunizieren kann, wenn Eltern einfach sie irgendwo „abladen“ bei Fremden ohne vorherige Eingewöhnung, Vorbereitung. Wenn man dann am  Abend die Eltern auf das Geschehnis hinweist wird es lapidar unter den Tisch gekehrt. Im Endeffekt, auch nicht mein Problem wenn wir es ganz, ganz genau nehmen.

Wir vertrauen auch nicht gleich jedem, oder?

Warum erwarten dann manche Eltern, dass ihre Kinder sich in null Komma nix an fremde Betreuungspersonen gewöhnen sollten? Sind nicht wir Erwachsene diejenigen die den Kindern immer wieder sagen: „Geh nicht mir Fremden mit!“ Aber wenn es uns grossen dann beliebt, dürfen die Kinder dann eine Ausnahme machen? Nein, sie müssen sogar, da sie sich nicht wehren können! Ausserdem müssen sie auch damit klar kommen, dass die Betreuende Person ihnen an die Wäsche geht um ihnen die Windel zu wechseln. Tolle Vorstellung, nicht? Eine ganz fremde Person, die man kaum kennt, zieht einen nackt aus! Manche Mamis und Papis fänden das doch auch ganz toll, würde man das mit ihnen machen! *Ironie

Kinder funktionieren nicht wie wir das wollen

Ich war mal als Kinderbetreuerin auf einer Hochzeit, zusammen mit einer zweiten Dame. In einem Zelt, in dem sich auch die Eltern der Kinder aufhielten sollten wir in einer Ecke die Kinder bespielen von 14 bis 22 Uhr. Dumm nur, dass die Erwachsenen ständig an dem Eck vorbei liefen, die Kinder ständig abgelenkt waren durch die grossen und das Geschehen aussen rum und so ein Miteinander nicht entstehen konnte. Einen anderen Raum hatte es auch nicht, da die Hochzeit auf einem Bauernhof stattfand (das alles wurde ganz, ganz toll von einer Nanny Agentur organisiert!) Lange Rede kurzer Sinn: Die Braut, die selber ein Kind dabei hatte das von uns betreut werden sollte beschwerte sich in einer unmöglichen Lautstärke vor allen Gästen was für besch….Betreuerinnen wir wären, sie würde sich bei der Agentur beschweren, wir könnten ja nicht mal die Kinder von den Erwachsenen fernhalten. (damit diese in Ruhe sich unterhalten, Tanzen und essen können)

Ja, natürlich! Wir bauen am besten eine unsichtbare Wand auf, damit ihr eure Kinder nicht ertragen müsst. Ein kleiner Raum ist ja zu viel verlangt, wo man die Kinder betreuen könnte. Da es regnete konnten wir auch nicht raus und wie ihr euch vorstellen könnt hatten die Kinder ihre besten Sonntagsoutfits an. Ja, aber wir waren natürlich schuld, dass die Kinder (10 Kinder, 1.5-7 jährig) lieber mit den Eltern zusammen sein wollten als mit uns Wildfremden Frauen in einem Eck eingepfercht über 8 Stunden! So funktionieren Kinder nicht! So funktioniert auch Kinderbetreuung an einer Hochzeit nicht! Da hätte selbst eine 1-1 Betreuung nichts gebracht, also bitte. Aber diese Dame wird bestimmt noch ihren Enkeln davon erzählen wie die schrecklichen Kinderbetreuerinnen ihre Hochzeit ruiniert haben.

Nötige Zeit gewähren

Wie auch wir Erwachsenen, brauchen Kinder Zeit um Vertrauen zu fassen, den Menschen kennenzulernen um dann gern mit ihm Zeit zu verbringen. Es muss eine Basis vorhanden sein, bevor wir sie wickeln, sie füttern, ihre Tränen trocknen, all das eben was eine Kinderbetreuerin so macht. Warum verwehrt man den Kindern dieses Recht in einem privaten Haushalt? Oder zu anderen Anlässen? Warum mutet man dem Kind sowas zu? Ich hoffe dieser Beitrag hat einige zum Nachdenken gebracht. Wie handhabt ihr das mit der Eingewöhnung mit dem Babysitter/Nanny usw?

 

Schönes Wochenende

 

Nanny Anny

0

Ist ihr Kind ein „Picky eater“ ?

Die Idee für diesen Blog kam, eines Morgens diese Woche, als ich so einige meiner Mitmenschen mit Bananen in der Hand gesichtet habe auf dem Weg in die Arbeit Morgens um, ausnahmsweise, 9 Uhr. Dabei musste ich schmunzeln, denn jemand der mir mal sehr Nahe stand, mochte diese herrlichen gelben Dinger überhaupt nicht. Was ich absolut nicht nachvollziehen konnte. Aber manche meiner Mitmenschen können auch nicht verstehen, wie man keine Zwiebel mögen kann…(Wenn ihr mich nicht so gern habt, so könnt ihr mich mit Zwiebeln jagen) also, das Thema heute wird sein: Essen =)

(Ach ja, die Bananen, hatten sie alle von einer Chiquita Promotion am Bahnhof wie sich dann später herausgestellt hat.)

Gerade am Anfang, muss man das ja alles noch kennenlernen, ausprobieren. Wie fühlt sich das an, in der Hand (ja, manche Eltern Rümpfen jetzt evtl. die Nase) im Mund? Wie schmeckt es? Wie ist die Konsistenz? Während es am Anfang noch recht „eintönig“ zugeht, sind Kinder m Schnitt mit 2. Jahren schon an das ein oder andere gewöhnt. Manche sind sogenannte „gute Esser“ während andere von mir liebevoll „picky eater“ genannt werden. Manche mögen nur Gemüse (ja, diese Kinder soll es tatsächlich geben) andere wiederum würden sich am liebsten von blanker Pasta oder Brot ernähren andere wiederrum essen nichts was nicht akkurat getrennt ist auf dem Teller (Ja, jede Zutat braucht da seine eigene Nische auf dem Teller) und so weiter.

Doch wie bringe ich mein Kind dazu, neues auszuprobieren ohne Druck auszuüben oder ohne zu verzweifeln? Ich habe meine Abneigung gegen Zwiebeln entwickelt, weil man mich regelrecht zwang sie aufzuessen und jede Mahlzeit zu einem Machtkampf ausartete, was für beide, Eltern und Kinder sehr, sehr anstrengend wird auf Dauer. Es gibt bestimmt kein Patentrezept, da jedes Kind anders ist, ich kann euch nur meine „Methode“ vorstellen. Man muss natürlich auch immer akzeptieren, dass Kinder, wie wir Erwachsene gewisse Sachen einfach nicht mögen und sie dann zwar hier und da wieder anbieten, aber ohne Zwang und Druck. Ich z.B. lasse die Kinder probieren, einfach einen Bissen in den Mund, wenn es nicht schmeckt, darf man es in eine Serviette ausspucken und gut ist. Kindergeschmäcker ändern nämlich noch recht oft und was letzte Woche „fein“ war, kann diese Woche „Pfui, dass esse ich nicht!“ sein. Wenn man Zeit hat, kann man das Essen auch schön und Kindgerecht anrichten, denn bekanntlich isst das Auge mit, gerade bei den kleinen. Und so als hilfreichen Tipp ergänzend: Es kommt immer drauf an wie man das Essen „verkauft“ Gemüse isst sich viel leichter schön angerichtet und unter dem Phantasienamen. Manchmal, wenn neue Lebensmittel auf dem Tisch stehen und meine „picky eater“ mit dabei waren,und alt genug um zu verstehen, sagte ich ihnen schlicht und einfach:“Das ist nur für mich,nicht für dich, weil ich schon gross bin!“ Das machte das Kind meist neugierig und es wollte schliesslich probieren. Spielerisch an die Sache ran gehen, half mir und den Kindern ungemein. Und klar auch: Vorbild sein. Ich kann den Blumenkohl nicht anpreisen, aber ich selber esse ihn nicht. Lustig fand ich auch den Gruppendruck in der Krippe. Es gab wirklich Kinder die zu Hause das Gemüse nicht mal mit der Zange anfassten aber in der Gruppe, wenn diese Gemüse gegessen hatte, waren die besagten Kinder kräftig am mitmampfen. Für die Eltern unvorstellbar! Vor ein paar Jahren erschien auch ein toller Artikel zum Thema Kinder und Ernährung, hier ein kleiner Auszug:

ZEITmagazin: Schon Kleinkinder werden skeptisch, wenn ihre Eltern schwärmen: »Mh, dieser Brokkoli, fantastisch!« Die merken sofort, dass man sie belehren will.

Ellrott: Was man sagt, ist zwar auch wichtig, aber vor allem werden Eltern von ihren Kindern daran gemessen, was sie tun. Wenn sie selbst den Brokkoli nicht essen, können sie noch so toll darüber reden, wie lecker der ist, die Kinder werden es nicht glauben. Der Genuss muss glaubwürdig und authentisch sein, ganz entspannt. Das gilt auch für die Situation am Tisch – Eltern müssen sich klarmachen, wie wichtig die ist.

ZEITmagazin: Worauf kommt es bei den Mahlzeiten an?

Ellrott: Die Eltern müssen mit am Tisch sitzen. Das zeigt den Kindern: Gemeinschaft ist wichtig. Die Kinder lernen überhaupt sehr viel beim Essen: Es geht um Kommunikation, Toleranz, um Bindungen, also lauter ganz wichtige Dinge. Wann sitzt die Familie denn sonst schon mal zusammen? Beim gemeinsamen Essen kann die Familie über die Zukunft reden, den nächsten Ausflug, den anstehenden Geburtstag von Oma, die nächste Mathearbeit. Und wenn es mal richtig Streit gibt, sollte man sagen: Das besprechen wir nachher. So verhindert man, dass das gemeinsame Essen negativ besetzt wird.“

Quelle: Zeit

Und wenn wir schon beim Thema sind, hier gibt es Rezepte für und von Kindern:

Kochen mit Kindern

Auf dieser Seite schicken Kinder ihre Rezepte ein

Kreatives Essen? Hier!

Dann wünsche ich euch mal ein schönes Wochenende und Guten Appetit =)

Kritik, Lob, Vorschläge, Anregungen? Immer gern gesehen, entweder gleich hier oder unter: M.Poppins@gmx.ch

Eure Nanny Anny

0

Faire Anstellungsbedingungen für Kinderbetreuer & Kita Arbeit im Wandel der Zeit

Wie gross war wieder der Aufschrei der durch Deutschland ging letzte Woche als es hiess: Evtl. werden die Kitas wieder Streiken! Empörte Eltern, Ahnungslose und noch mehr Unwissende stritten also im Netz mit Erzieherinnen und anderen Pädagogen darüber, ob es den Leuten zusteht wieder in den Streik zu treten. Weil Arbeitsplätze dran hängen (verständlich) und weil viele einfach schlicht und ergreifend nicht wissen wohin mit dem Kind, falls es nochmal zum Streik kommen sollte. Wobei ich der Meinung bin, dass man sich organisieren kann, auch für wenig bis kein Geld, wenn man nur will. Der Beruf der Erzieherin hat sich aber auch in den letzten Jahren stark gewandelt. Ansprüche sind gestiegen, mehr Förderung wird verlangt, wenig Personal, viele Feuerwehrübungen (man versucht „Brände“ zu löschen statt sie zu beheben, z:b bei Personalengpass usw.) Es findet auch ein Wandel statt was die Ausbildung der Erzieherin betrifft, näheres zum Wandel der Kita Arbeit hier:

http://www.kitakram.de/Die-Entwicklung-der-Kitaarbeit

Ich bin der Meinung: Zufriedene Angestellte gehen mit einer ganz anderen Motivation in die Arbeit, wenn sie Wertgeschätzt und Fair bezahlt wird. Denn auch wir, die mit Kindern arbeiten, müssen Rechnungen zahlen und leben. Ich erinnere mich gut, als ich letztes Jahr eine Anstellung als Nanny suchte waren da einige Aussagen dabei, die ich nur noch Kopfschüttelnd hinnahm. Bis auf eine;

Da erzählte mir die Mutter was sie denn alles so für Ansprüche hat: Das Haus putzen, Wäsche waschen und bügeln, Einkaufen, Kochen, 3. Kleinkinder betreuen und fördern plus mit dem Hund raus gehen 3. Mal am Tag. Also das Rundumwohlfühlpaket für den Arbeitgeber, täglich 10. Stunden. Als ich sie nach der Bezahlung fragte, nannte sie mir die Summe (3500 CHF Brutto), daraufhin konnte ich nur noch lachen. Ich sagte ihr deutlich, dass es weit unter dem Mindestlohn sei was sie da bezahlen möchte, für das grosse XXL Paket, dass sie da verlangt. Und dann, im ganz ernsten Ton bekam ich das zu hören: „Mögen Sie denn keine Kinder? Sie sind ja mega fest aufs Geld fixiert!“ „Doch doch ich liebe Kinder, antwortete ich genau so trocken zurück, aber wissen Sie Frau XY, mein Vermieter, meine Telefongesellschaft, meine Versicherungen und die Kassiererin beim Coop, die kann ich nicht mit Kinderliebe bezahlen. Und wenn ich schon Hundesitterin, Haushälterin, Köchin, Putzfrau und Nanny in einem bin, 10 Stunden pro Tag, Woche für Woche, möchte ich auch einen gerechten Lohn, denn auch meine Zeit ist kostbar!“ Die Dame legte nur noch auf und liess mich fassungslos zurück. Ist jetzt einer der hefigeren Fälle gewesen, aber sicher keine Ausnahme. (Eine andere Dame hätte mich z.B gern gehabt als Nacht Nanny für 100 CHF, Brutto / Nacht, 4 mal die Woche, von 21 Uhr bis 6 Uhr am morgen für ihre Neugeborenen Zwillinge)

Liebe Eltern, was denkt ihr euch eigentlich manchmal dabei? Wir Nannys machen das nicht aus einer Langweile heraus, es ist unser Beruf. Davon leben wir, damit verdienen wir unsere Brötchen, davon müssen wir alles bezahlen wie ihr auch. Und wenn die Ansprüche hoch sind, muss es das Gehalt auch sein. Ihr könnt nicht verlangen, dass wir für 15-20 CHF pro Stunde die Eierlegende Wollmilchsau sind. Denn ihr wisst selber, Haushalt, Einkauf, Kochen, Putzen, Waschen und Bügeln inc Kinderbetreuung und Förderung, das ist ein hartes Stück arbeit.

Vielen ist aber der Unterschied auch nicht geläufig, zwischen Tagesmutter, Babysitter, Aupair, Nanny (mit und ohne päd. Ausbildung), Kleinkinderzieherin, denn die Gehaltsspannnen hier klaffen gewaltig auseinander, aber dazu ein anderes mal mehr. Heute soll es um den Beruf der Nanny gehen. Die Stadt Zürich hat dazu ein sehr gutes, ausführliches Merkblatt raus gegeben :     13_nannys

Ich würde mir sehr wünschen, dass mehr Eltern sich erst mal richtig Informieren, bevor sie sich eine Nanny suchen. Denn wenn das nicht über eine Agentur passiert, kann es schnell passieren, dass man, gerade als junge Frau ausgenutz wird, schlicht und ergreifend, weil man es nicht besser weiss, auf beiden Seiten.  Viele Familien wissen auch einfach nicht, wo man zu welchen Fristen ihre Hausangestellten melden und anmelden muss. Oder wieviel man von ihren Angestellten zu erwarten hat, gerade wenn es sich um eine Live -In Nanny handelt.

Auch hier hilft dieses Merkblatt, oder einfach nachforschen, informieren, fragen. Im ersten Jahr in der Schweiz, musste ich eine Busse bezahlen, (die Familie auch) da sie vergassen mich richtig anzumelden. 400 CHF für alle, denn ohne Anmeldung, was die Pflicht des AG ist, ist es Schwarzarbeit und Unwissenheit schützt  bekanntlich vor Strafe nicht. Agenturen regeln das meistens viel besser, haben aber den Nachteil, dass sie für Famlien schlicht zu teuer sind. Im Zweifelsfall würde ich aber immer eine Anstellung über eine Agentur vorziehen. Gute Adressen gibts bei mir, denn auch unter den Agenturen hat es Schwarze Schafe.

Falls ihr Fragen zum Thema habt, Anregungen, Kritik, Lob, bitte an: M.Poppins@gmx.ch

Der Blog erscheint ab jetzt immer Freitags!

Schönes Wochenende

Nanny Anny